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Röhrenprüfgerät Eigenbau
#1
Hallo,

ich möchte hier meine Planungen/ Überlegungen zu einem Röhrenprüfgerät vorstellen. Ich weis nicht wieviel mal ich die Ansätze des Prüfers komplett über den Haufen geworfen habe. Von der einfachen Spannungserzeugung mit Stelltrafos bis zu einem Netzteil nach Hans Borngräber war alles schon vorhanden.
Alles ist immer im steten Fluss ich glaube, dass die Planung eines solchen Gerätes genauso, wenn nicht sogar mehr Spass macht als das zusammenbauen.


Was sollte mein Röhrenprüfer können? Messungen von Ua, Ia, Ug1, Ug2, Uf, If, Vakuum-, Schlussprüfung und auf jeden Fall als Netzteil dienen,  Ich möchte hier als erstes meine Überlegungen zur Schlussprüfung vorstellen.
Diese Ausführungen gehen auf Erläuterungen von HTS zurück
Statt mit Glimmlampen Anzeige mit LED einfach aber schwerer abzulesen Unterscheidung nur durch Helligkeitsunterschiede der LED


.jpg   schlussprüfung_led_neu_k.jpg (Größe: 9,34 KB / Downloads: 398)
Dies ist eine ältere Planung ursprünglich ohne Zenerdioden und Messgeräte nur mit einer Glimmlampe nach einem Austausch mit Martin (Radiobastler) habe ich die Schaltung umgestrickt. Warum 5 verschiedene Spannungen? ganz einfach der Stufenschalter hat 6 Stellungen was sollte man mit dem Rest machen?


.jpg   schlussprüfung_neu_k.jpg (Größe: 18,42 KB / Downloads: 395)

Mich würden eure Meinungen zu den verschiedenen Ansätzen interessieren
Grüße

Andy

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Zitat von Sir Isaac Newton
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#2
Hi Andy,

die LEDs statt Glimmlampen zur Anzeige von Elektrodenschlüssen sind fast ungeeignet. Hochohmige Feinschlüsse kann man nur mit Glimmlampen anzeigen oder sehr hochohmig messen. Außerdem misst man mit den Glimmlampen Schlüsse bei einer hohen Spannungsdifferenz (höher als Die Zündspannung der Glimmlampe) zwischen den Elektroden.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#3
Hallo Andy,

Deine Überlegungen zum Röhrenprüfer sind gut und laufen sicher auf ein einfaches, preiswertes Konzept hinaus.

Ich habe mir bei der Konzeption meines Röhrenprüfgerätes sehr viele Gedanken gemacht und auch viele Beschreibungen anderer Geräte studiert, auch die Ausführungen von HTS.

Für die Konzeption eines Röhrenprüfers ist letztlich wichtig, ob man nur überschlägig prüfen oder wie genau man messen will. Auch ist zu überlegen, wie hoch der finanzielle bzw. materielle Aufwand sein soll.
Mir war es wichtig, Röhrendaten laut Röhrendatentabelle zu überprüfen und die Brauchbarkeit einer Röhre so zu ermitteln.

Beim Teil Schlussprüfung bin ich beim Modell von Rolf Müller gelandet, das er bei Jogi ausführlich beschreibt. Die von ihm angewandte Methode der Schlussprüfung, die an die Schaltung der Funke-Geräte angelehnt ist, habe ich leicht modifiziert dann umgesetzt. Bei dieser Variante wird mit jeder (Dreh-)Schalterstellung ein anderes Elektrodenpaar auf Schluß geprüft. Da dabei auch die Heizspannung eingeschaltet wird, können auch Schlüsse, die im geheizten Zustand auftreten, erkannt werden.

Nach der Schlussprüfung wird dieser Teil mittels Relaiskontakte abgeschaltet und es erfolgt die Emissionsprüfung bei frei wählbarer Ug1 (die Kennlinie könnte aufgenommen werden). Bei meinem Gerät können während der Messung auch Ua, Ug2 und die Heizspannung geändert werden. Allerdings wird man letzteres u.U. mal bei einem Magischen Auge praktizieren.

Mein Gerät ist in die Teile Netzgerät, Prüfgerät und Fassungsboxen aufgeteilt. Das Netzgerät enthält die separatenTeile zu Erzeugung der Ua, Ug2 (Schaltung nach H. Borngräber), Ug1 (mit B 3370T) und Uh (mit LM 317). Die Anzeige erfolgt mit LCD-Modulen.

Der Prüfer selbst lehnt sich ebenfalls an Schaltungen von H.Borngräber an. Er enthält analoge Messwerke zur Anzeige von Ia, Ig2, Ua/Ug2 und Ug1. Zur Anzeige der Schlussprüfung ist eine Glimmlampe eingebaut. Zur Anschaltung der Fassungsboxen sind Buchsen vorhanden. Somit können sehr viele Röhren über frei wählbare Verbindungen angeschlossen und geprüft werden.
Als Besonderheit wurde im Prüfgerät ein Netzteil für die Röhrenheizung eingebaut, dass bis 2,5 A belastbar ist und über einen Stufenschalter fest eingestellte Heizspannungen (z.B. 1,2V, 4V, 6,3V, 12,6V u.a.) liefert.
Die Fassungsboxen enthalten die erforderlichen Fassungen (z.B. Miniatur, Noval, Oktal und Stahl). Eine weitere Box ist nur für Magische Augen ausgelegt. Je nach Bedarf sind weitere Boxen vorgesehen.

Soweit eine sehr grobe Beschreibung meines Röhrenprüfers. Es ist schon mit einigem Aufwand verbunden, wenn man einen halbwegs vernünftigen Prüfer aufbauen will. Aber es lohnt sich. Man kann so die noch vorhandene Leistungsfähigkeit (Prozentangabe der Emission) ermitteln.
Durch die Regelbarkeit von Ug1 kann man auch die Steilheit einer Röhre berechnen.

Ich wünsche jedenfall viel Spass bei der weiteren Planung. Vielleicht geben meine Ausführungen ein paar Anregungen dazu.

Beste Grüße
Jürgen
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#4
Hier mal meine einfache Variante. Ein Netzteil einen Trafo für Experimente im damaligen Physikunterricht.
Hat 4, 6,3 und 12 Volt, Gitterspannung bis -30 Volt und bis 400 volt Anodenspannung.
Die Messinstrumente gab es mal als Konvolut in der Bucht. Skalen wurde selbst gefertigt.
Der Rest auch. Smile
Für meine Zwecke ist das Gerät gut geeignet, wenn man Prüfen möchte, ob eine Röhre überhaupt noch annähernd funktioniert und noch verwendet werden kann. Auch Tot geglaubte funktionieren manchmal sogar noch in den einzelnen Radiogeräten.
Genau geht es nicht, aber für mich ausreichend. Funke macht es auch nicht besser. Smile
Ich kann aber auch einige Doppelsysteme mit einen Durchgang prüfen, z.B. ECC Röhren.
Auch die Gitterspannung lässt sich stufenlos einstellen.
Ich habe mit Absicht keinerlei Elektronik im inneren Verbaut.


Soll aber nur ein Beispiel sein, wie man es lösen könnte. Der Netz Trafo steht extern, sodas ich den kleine Röhrenprüfer jederzeit wegstellen kann.
Meine Auffassung, je mehr man Misst, misst man Misst.

   

   

   


.jpg   Trafo_neu.jpg (Größe: 47,58 KB / Downloads: 218)
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#5
Hallo Jürgen,

Danke für deine ausführliche Beschreibung deines RPG. Das RPG von Rolf Müller ist super aufgebaut, was mich daran fasziniert ist die Einfachheit, keine Elektronik (ausser Dimmer) Spannungen Ug1 Ua etc. mit Potis geregelt. Nach diesen Schaltbuchsen hatte ich vor Jahren schon gesucht, leider erfolglos. Habe mir aber bei Ebay in Polen 10 x 10er Kreuzverteiler ersteigert.
Manchmal muss man sich besinnen, sozusagen "Back to the Roots" der ganze Schnick-Schnack mit stabilisierten Spannungen. Hier finde ich die Aussage von Rolf gut "wir sitzen doch gerne im Bastelkeller.
Vielleicht baue ich doch mit Stelltrafos auf ich habe 4 Stück mit 0,5 oder? 0,75A Nennstrom sind aber Spartrafos. Habe zwar auch die Platinen von Hans Borngräber  aber wer weis.
Du hast mich in Bezug auf den Schlußprüfer wieder schwankend gemacht vielleicht ist eine Ausführung mit einer Glimmlampe doch ausreichend
Grüße

Andy

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Zitat von Sir Isaac Newton
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#6
Es gibt da ein sehr aufschlussreiches Buch von Helmut Schweitzer "Röhrenmeßtechnik" aus dem Jahr 1950 und im letzten Kapitel wird dann die Röhrenprüfung aus damaliger Sicht ziemlich weitgehend betrachtet.

(Bei Bedarf bitte fragen, weil die 6MB PDF hier nicht anhängbar sind.) 

Röhrenmessung macht man heute aber komfortabel mit dem µTracer!!!

Gruß
(Reflex-)Kalle
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#7
Hi Frank,

schön gebastelt, gefällt mir! Und gut, daß Du das Netzteil bereits hattest.

Edit: Du hast da eine Röhre mit über 70mA, welche ist das denn?
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#8
Ansonsten eignet sich der  NTRN 150/2 von Buerklin für gebastelte Röhrenprüfer ganz gut, weil er u.a. eine 5/6,3V und eine 4/6,3V Heizwicklung hat, so dass man als Differenz- und Summenspannungen auch viele Heizspannungen zur Verfügung hat. Als Anodenspannung usw. stehen dann auch noch 2x250/340V bei 150mA zur Verfügung. Der Trafo ist mit um die 75€ sogar recht preiswert.

(Reflex-)Kalle
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#9
(12.02.2018, 18:22)Opa.Wolle schrieb: Edit: Du hast da eine Röhre mit über 70mA, welche ist das denn?

Das schaffen in unserem Hobby-Bereich viele Endröhren und die größeren Gleichrichter.
Gruß,
Uli
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#10
Opa, das weis ich jetzt nicht mehr. Das war nur ein Test ob die Umschaltung der Messbereiche auch klappt.
Das ändert sich ja je nachdem wie die Einstellung von Ua, Ug sowie G ist.
Da kann man auch schön sehen wie die Röhre arbeitet.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#11
Hallo Zusammen,

heute stellt sich mir die Frage wenn ich z.B. eine ECC 83 messen möchte sollte man ein System dann auf Masse schalten oder reicht ein einfaches Umschalten der Anode?
Grüße

Andy

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Zitat von Sir Isaac Newton
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#12
Hallo, ich habe noch mal nachgeschaut.
meine Einstellung mit einer EL84.
Ua 250 V
Ug -7,3V laut Röhrentabelle ( eigendlich -7,5 V )
Ia 38 mA laut Rohrentabelle 48 mA

Der rechte Drehknopf ist der Meßbereichsschalter, der steht auf 50 mA, ( auf dem Bild noch nicht Beschriftet )

Diese röhre hat also noch genügend Power.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#13
Urtext gelöscht, hat nix mit dem Thema zu tun!

Danke Frank für Deine technischen Daten.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#14
Hi Andy,

bei Verbundröhren prüfe und messe ich jedes System einzeln und die nicht zu prüfenden oder zu messenden Systeme bleiben einfach vollkommen unbeschaltet. Hab da noch keine Probleme erkennen können.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#15
Hallo Kalle,

danke für deine Antwort ich möchte über einen Umschalter zwischen Anode/Kathode System 1 und Anode/Kathode System 2 umschalten und bin noch unentschieden, ob ich auch das Gitter umschalte oder ob beide Gitter angesteuert sein dürfen?

Die Lektüre Röhrenmesstechnik von Helmut Schweizer war sehr interessant habe im Moment wieder auf Glimmlampe umgeschwenkt. Da suche ich noch eine schöne Anzeigeglimmlampe. Habe im I-Net etwas von einer RB5 gefunden, die wäre süß aber ich glaube  hier sind 500V erforderlich zum Zünden.
Grüße

Andy

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Zitat von Sir Isaac Newton
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