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Grundig 1010
#1
Hallo zusammen,


vor allem durch die PN von von Radioharry ist mein Wissen gewaltig gewachsen. Er hat mir bei der Reparatur eines Grundig 955W massiv geholfen. Letztlich gelang es mir (! nach Tagen !) einen eigenhändig falsch angeschlossenen Austausch-C zu finden.

Nun habe ich mich einem Grundig 1010 von 1952 zugewandt.


Das Formieren des Becherelkos mit einem Blitzwandler war nach dem Auslöten erfolgreich. Der Zustand der Teerkondensatoren bewog mich aber, danach auf den Einschaltversuch zu verzichten.

Ich denke, das war ein Fehler, denn so weiß ich nicht, ob das Radio noch Lebenszeichen auf AM/FM – vor dem Tausch der TeerCs - von sich gegeben hat.


Das Gerät ist arg verbaut.

   

Für den Austausch der Teerkondensatoren, die sich teilweise hinter den Lötleisten versteckten, musste ich ich letztlich die Lötleisten entfernen, ebenfalls den Radio/TA-Umschalter, unter dem sich diese teerigen Teile ebenfalls versteckten.

   

!! Glücklicherweise !! waren unmittelbar unter dem TA-Umschalter dicke Drähte bzw. Stege derart kurz angelötet, dass sie nur durch Abzwicken zu lösen waren. Daraus und Ähnlichem bei/unter den Lötleisten stammen wahrscheinlich meine derzeitigen Probleme!

Ich habe die TeerCs getauscht! Da die neuen Cs erheblich kleiner waren, gab es andere Verdrahtungsmöglichkeiten (direkt statt über die Lötstützpunkte), was die Sache etwas übersichtlicher macht.

Aber: Derzeit auf UKW kein Empfang!

Das ist der Grund, warum ich nach dem Formieren des Becherelkos in Zukunft wenigstens einen kurzen Test starten werde. An einem Trenntrafo die Spannung langsam hochfahren und dabei den Strom im MA-Bereich der mit einem Amperemeter überbrückten Sicherung überwachen! Dann weiss ich wenigstens, ob das Gerät im UKW-Tuner vor meinen Arbeiten noch Lebenszeichen von sich gab.

Empfang über TA ist laut und gut, auch die Klangstufe funktioniert.


Also sah ich mich mit meinem Halbwissen gezwungen, mich an den Schaltplan zu machen.

Vorab:

- Die Röhren sind getestet (RPG 64)!
- Vorn ist, wo die Wellenschalter sind, Chassis auf dem Kopf, Wellenschalter zu mir ausgerichtet.

Außerdem habe ich viele starre Drähte durch LitzenKABEL ersetzt. Den Weg vom Eingang der ECH81 bis zum Ausgang der EF41 habe ich entsprechend dem Schaltplan überprüft und die Teile ggf. ersetzt – Das scheint soweit in Ordnung zu sein!


Meine Erkenntnisse:

Das von Anode der "E"C92 abgehende Signal wird über über die Schaltkontakte 16/17 zu G1 (Pin2) der Heptode der ECH81 geleitet. Von der Anode (Pin6) der ECH81 (Heptode) geht das FM-Signal in den Filter F325 (BV1526) und gleichzeitig an den Schaltpunkt 12. Bei MW ist S11 mit S12 verbunden, bei UKW mit S10.

Eine Schalterwirkung zwischen S 10-11-12 gibt es nicht, da über die Spulen in F325 unabhängig von der Schaltstellung ein Kontakt gegeben ist.

Laut Schaltplan wird das FM-Signal vom Filter F325 unmittelbar an G1 (Pin6) der EF41 geführt. Das einzige Kabel, das diese Bedingung erfüllt, ist am linken hinteren Pin von F325 angeschlossen und führt direkt an SP5. Von dem führt ein Draht an Pin6 (G1) der EF41.

Pin 5 (G2) der EF41 ist mit R12 (50K) verbunden, der zur Anodenspannung führt.

Wenn ich das richtig sehe, wird bei TA die Anodenspannung aller Röhren bis auf die EABC80 und die EL41 abgeschaltet. Dies erfolgt am TA/Radio-Umschalter. Bei mir das rote und das weiße Kabel, dazwischen der Schalter.

Demnach liegt an S7 die Anodenspannung, von dem das rote Kabel an den TA-Umschalter geht.

Schaltwirkung zwischen S7 und S8 (UKW) und S7-S9 (MW) ist gegeben.

Das weiße Kabel führt von diesem Schalter an den rechten vorderen Anschluss des Filters 325, an den auch R12 (50K) und R8 (30K) angelötet sind. Ich vermute, dass es sich hier nur um einen Lötstützpunkt handelt. Das scheint auch beim 2 Pin von links dieses Filters der Fall zu sein, an den R8 (30K) führt. Dort mündet auch eine Verbindung von G2/4 (Pin1) der ECH81.


Die beiden hinteren rechten Anschlüsse des F325 sind nicht belegt. Es beunruhigt mich, weil ich wohl Fehler in das Radio bastelte, dass rechte Anschluss ordentlich Lötzinn aufweist, ohne dass etwas angeschlossen ist. Allerdings, die beiden oberen Lötstützpunkte abgezogen, bleiben noch immer 5 belegte Anschlüsse, was mit dem Schaltplan übereinstimmt. Somit wird wohl alles bis hier stimmen.

   



In Stellung UKW habe ich bei den Röhren folgende Spannungen gemesssen!


.jpg   Spannungen.jpg (Größe: 22,92 KB / Downloads: 289)

Da EL41 bei Einspeisung über TA einwandfrei funktioniert, habe ich auf die Messung verzichtet.

Für jeden Vorschlag, wo ich die Spannungen der EC92 messen kann, bin dankbar. Den Keramik"widerstand" C10 konnte ich nicht finden.


Laut Schaltplan wird bei UKW über SP 7 + 8 die Anodenspannung an Pin1 der EC92 geführt. Der Schalter funktioniert, dort liegt ausreichend Spannung an.

Mit meiner geringen Erfahrung (das ist erst mein 5. Radio, Schaltpläne lerne ich so langsam zu lesen) schrecke ich nach allem, was ich lesen durfte, vor der Hf die EC92 zurück! Nur wenn es absolut sein muss, werde ich die Kupferabdeckung abnehmen.

Wenn ich es richtig sehe, geht das Signal von der Anode der EC92 induktiv über Spule 1474 über die Schaltpunkte 16/17 an G1 der Heptode der ecH81. Wegen der induktiven Übertragung wird nur Wechselstrom übertragen, weshalb an G1 keine Gleichspannung anliegt.

Fragen.

1: Ich kann die Lötpunkte zählen wie ich will, den Schaltpunkt 1 finde ich nicht. An der Schaltleiste UKW/MW komme ich nur auf 18 (ganz links) bis 02 (ganz rechts) – 01 finde ich nicht. Zumindest ist kein Lötpunkt zu erkennen. Ich werde werde versuchen, diesen über R18, R14 und C37 zu lokalisieren, wenn ich meine C-Tauscherei zwischen der EF41 und der EL41 im Detail überprüfe.

2. Wo wird die Zwischenfrequenz von 10,7 MHz erzeugt und beigefügt?

-

In den nächsten Tagen geht es weiter, da werde ich mich mit der Schaltung von der EF 41 bis zur EL41 befassen und versuchen, ggf. auch von mir eingebaute Fehler zu entdecken. Außerdem werde ich versuchen, die Verdrahtung übersichtlicher zu gestalten.


Ich wünsche noch einen schönen Abend,



Wolfgang
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#2
Moin moin Wolfgang,
um meinen Kopf von der teilweise stressigen "Maloche" frei zu bekommen, hilft es mir sehr, das ich mich wieder verstärkt unserem Hobby widme. Was mir bis kommenden Dienstag wieder möglich ist.
Erlaube mir bitte mal folgende kleine Änderungen bzw. Rückfragen, mit C92 meinst du sicherlich die Röhre EC92, die in diesem Radio, das wiederum, zumindest im UKW-Tuner sparsam beschaltet ist. Standartmäßig ist sonst die EC92 doppelt vorhanden oder durch eine Doppeltriode ECC85 ersetzt.
Den Vorteil dadurch habe ich dir bereits benannt.

Die Anodenspannung geht bis zum Schaltpunkt D (der von der Taste TA bedient wird) und bei Radioempfang dann die Anodenspannung zum Schaltpunkt E weiterreicht und bei Druck auf TA unterbricht, somit bleibt auch bei TA die EF41 bestromt, auch G2 der ECH81 bleibt über R5 bestromt.
Um beim Fehler zu bleiben, der fehlenden Anodenspannung an der EC92, die über TA-Schalter D-E und Wellenschalter 7-8 sowie über R3=10K und durch die Primärspule (der linken) des ZF Bandfilter BV1474 (dem ersten 10,7Mhz Filter), kommen sollte. Messe bitte hier weiter, wo die Unterbrechung steckt. weiter dann nach deiner "Abarbeitung".
M.f.G.
harry


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- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#3
Hallo Wolfgang,

zwar kann ich nicht auf alle Deine Frage eingehen, denn das Gerät kenn ich nicht.

Nur soviel zur Anodenspannungsmessung an der EC 92: ich würde die Röhre ziehen und direkt am Pin 1 (von oben auf die Fassung gesehen ist es der Anschluss rechts neben der Lücke) messen. Dazu einen passenden Draht in die Fassung stecken und daran die Meßstrippe anklemmen. Zwar hat man da nur einen Meßwert ohne Röhre, aber man weiss, ob überhaupt etwas an der Röhre ankommt.

Wenn nichts anliegt, dann Schritt für Schritt rückwärts über den Bandfilter, R3, C13 bis zum Wellenschalter Kontakt 7/8 prüfen, wo die Ua aussetzt. Auch der "unauffindbare" C10 (ist übrigens ein Keramikkondensator und der könnte sich im UKW-Tunerkästchen, unmittelbar an der Röhrenfassung angelötet,  befinden) könnte defekt sein.

Falls einer der genannten Kondensatoren durchgeschlagen ist, dürfte der R3 (10 kOhm) auch Schaden genommen haben, an ihm fallen dann rd. 0,8W ab, er ist aber nur eine 0,5W-Ausführung.

Viel Glück bei der weiteren Fehlersuche.

Beste Grüße
Jürgen

PS: Harry war mal wieder schneller.
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#4
Hallo Harry, lieber Jürgen,

ich danke Euch.

Klar meine ich mit „ mit C92 .. Röhre EC92“ und natürlich handelt es sich bei „ C10“ um einen Kondensator und keinen Widerstand.

Harry: „Um beim Fehler zu bleiben, der fehlenden Anodenspannung an der EC92 …..“ Es ist nicht so, dass ich feststellte, dass an der Anode der EC92 keine Spannung anliegt, ich fragte nur, wie ich diese messen kann, da die Fassung unzugänglich ist.

Auch die EC92 ist verbaut!

   

Somit entschloss ich mich, das von Jürgen vorgeschlagene Verfahren zu modifizieren. Ich habe ein dünnes Kabel (die Litze) kurz und fest um Pin1 der EC92 gewickelt und anschließend das Kabel an der Röhre mit Tesa fixiert. Damit gab es Sicherheit, auch im richtigen Anschluss zu messen.

   

Ergebnis: 150 V! Etwas zu wenig, aber sicher nicht der Grund, für den fehlenden Empfang auf FM.

Harry hat mir wieder bewiesen, dass man aus dem Schaltplan mehr lesen kann, als ich zuerst sah.


Ich habe mir heute die Mühe gemacht, anhand der Stückliste http://85.144.192.2/nvhr/Grundig_1010W.pdf die dort mit Funktion beschriebenen Spulen im Schaltplan zu suchen und farblich für UKW und MW getrennt einzutragen. Damit haben sich viele meiner Fragen von selbst erledigt.

   

In den nächsten Tagen geht es weiter, ich lerne immer mehr dazu, und …. es macht Spaß!


Ich wünsche noch einen schönen Abend,


Wolfgang
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#5
Hallo Wolfgang,

ich besitze den Grundig 1010W sowie sein Holzgehäusependant, den Grundig 1012W, beide überholt und spielfähig.

Ich möchte nun den anderen Helfern hier nicht ins Handwerk pfuschen, da bekanntlich viele Köche den Brei verderben.
Daher nur 1 Tipp:
Bitte auch die UKW-Box öffnen, nicht selten hat Grundig dort noch einen üblen Teerkondensator versteckt.
Die Box lässt sich durch "Auflöten" der einzelnen Lötpunkte recht problemlos öffnen und auch wieder schließen.  

Gruß
k.
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Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#6
Ich hatte mal in dieser EC92 UKW Box einen unterbrochenen/sehr hochohmigen R. Nach Wechsel lief UKW wieder tadellos. Weiss leider auf die Schnelle nicht mehr, welcher es war. Also mal durchmessen.
Beste Grüsse

Thorsten


"Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet."

(Die fabelhafte Welt der Amelie)
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#7
Hallo Thorsten, Klaus,

ich danke Euch!

Die nächsten 14 Tage bin ich mit meiner Angetrauten auf den Kanaren ... das tut (hoffentlich) auch gut!

Nach Rückkehr werde ich zum ersten Mal versuchen zu bestimmen, ob der FM-Oszillator arbeitet oder nicht.

Einen Frequenzähler oder ein Oszi für diesen Bereich habe ich nicht, also werde ich nach der Methode vorgehen, ein Kabel nahe an den Oszi zu bringen und mit der Antenne eines FM-Empfängers zu verbinden. So im Bereich von 100MHz sollte ich dann etwas hören können!

WAS?

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend,

Wolfgang
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