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Metz Capri-Color 6942 aus ca. 1980/81
#1
Hallo liebe Kolleg(inn)en,

Ich wollte ja immer ein Saba Ultracolor Telecommander mit der 67er Sylvania-Röhre und dem ganzen Schnick und Schnack, den die Schwarzwälder da 1978 rum eingebaut hatten. Die Form, die Gestaltung des Gerätes (für Neudeutsche, das "Diesein" :-D) und die Fernbedienung mit den blauen Tasten, sind Eigenschaften, die es mir angetan haben. Außerdem die technischen Finessen, wie "On Screen Display", also die Anzeige der Programmnummer (oder beim Suchlauf des Kanals in Gestalt einer Balkenanzeige) und die Anzeige der Uhr, beides als grüne klotzige Zeichen oben rechts im Bild, sowie, nicht zu vergessen, die Automatic, die das Gerät zu einer einstellbaren Uhrzeit ein, oder aus schaltet, waren Ende der 70er schon was Besonderes...
Außerdem hatte ich zwei mal so eine Kiste. Beide sind den Weg alles Irdischen gegangen.
Damals, da war ich zwischen 14 und 20, beeindruckte mich die Verarbeitung und die Servicefreundlichkeit dieser Geräte.
Wer jetzt noch die Überschrift dieses Threads im Kopf hat, fragt sich jetzt sicher "was hat das jetzt mit dem Metz zu tun "?
Das Ganze ist so:
Da muss ich mal wieder zum betriebseigenen E-Schrott und aus dem Container schaut mich traurig und auf dem Kopf stehend dieser Metz Fernseher an. Leider hatte es zwei Nächte davor geregnet, dementsprechend durchweicht war das Presspangehäuse. Im gleichen Container lag die dazugehörige Fernbedienung. Ich schätzte den Fernseher auf die späten 70er oder allerfrühste 80er ein und am nächsten morgen lag er im Kofferraum meines Wagens. Das war am Freitag morgen.
Der Fernseher war zuvor voller Staub und die ganzen Kampfspuren erlitt er im Container, Davor war er scheinbar sehr gepflegt worden, was man auch an der Fernbedienung sehen kann. Das eingedrungene Regenwasser hatte besagten Staub zwar gebunden, aber leider auf dem Chassis, allen Modulen und der Bildröhre.

   

   

   

   

   

Ich entnahm am Freitag alle Platinen, blies sie mit Pressluft trocken und ließ das Ganze Ensemble übers Wochenende trocknen.
Heute erfolgte die Nachbehandlung mit Pinsel und Pressluft - siehe da - der gröbste Dreck ließ sich gut entfernen.

   

   

   

Als nächstes kam alles wieder an seinen Platz und ein Probelauf erfolgte.

   

Ok, an der Kaskade hatte sich ein angelöteter Draht gelöst, ein Stecker vom RGB-Modul zur Röhre war falsch gesteckt, aber nach der Korrektur dieser Fehler lief der Fernseher wieder. Leider mit unscharfen Bild, vor allem an den Rändern und mit einem leichten Rotstich.

   

Den Focusregler musste ich bis zum Anschlag drehen, jetzt ist das Bild gerade ausreichend scharf. Den Rotstich bekam ich durch geringfügigen nachgleich der Trimmer auf dem RGB-Modul wieder weg.
Alles in Allem ist das Bild akzeptabel. Die Geometrie ist soweit OK und die Farben sind auch ganz gut. Aber ich schätze, dass die Bildröhre schon drei Viertel ihrer Lebensdauer eingebüßt hat.

   

   

Als Nächstes ist eine Grundreinigung und Elko-Kur mit Abgleich vorgesehen. Außerdem möchte ich alle auf dem Chassis angegebenen Signale messen und ggf. angleichen.
Das Gehäuse, sollte es mir hinterher nicht gefallen, könnte ich leicht aus Spanplatten und Dekorfolie nachbauen. Die Rundkanten sollten mit einer Oberfräse kein Problem sein.

Und wie komme ich jetzt vom Metz auf Saba? Der Aufbau des Gerätes im Inneren ähnelt dem Saba sehr. Die Anordnung des Chassis und der Module, die Art, wie die Bedienelemente in die Front integriert sind, und die Art des Sendesuchlaufs (hier leider kein OSD) sind sehr nah am Ultracolor CM.

   

Wenn schon kein Saba, dann eben DIESER Metz. Der hat keine Uhr, keine Automatic und kein OSD, aber sonst hat der die gleichen Eckdaten.
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#2
Tolles Gerät! Vielleicht bessert sich die Bildqualität nach der elektrischen Überholung noch. Bin mal auf das Endergebnis gespannt.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#3
Hallo Anton.
Ja, mir hat das Gerät auch gleich gefallen. Ich mag diesesen "früh-80er-Eiche-rustikal-Stil", allerdings nicht bei Möbeln!
Interessant finde ich, dass der Familienbetrieb Metz immernoch existiert und immernoch in Familienbesitz ist. Metz war wohl klein genug, um den Verdrängungswettbewerb mit Hilfe ihres Foto-Standbeins zu überstehen.
Es gibt also scheinbar noch Fernseher Made in Germany. Vielleicht weiß hier im Forum jemand mehr darüber...

Hier ein Link zum vergleichbaren Saba Modell: http://1.bp.blogspot.com/-YLE21SUA5as/Tq...G_5088.jpg
Dies ist das einfachere, ohne Automatic.
Und hier ein Link zur passenden Saba-Fernbedienung: http://3.bp.blogspot.com/-HPu62mbHUhU/UB...MANDER.jpg
Ein paar Detail-Fotos werde ich noch nachreichen.

Gruß,
Daniel
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#4
Die Fernbedienung trug auch den Schmutz der Jahre...
   
...folglich war eine Grundreinigung fällig...
   
   
Bitte alles nochmal aufstellen zum Gruppenbild! Smile
   

Jetzt strahlt sie wieder fast in altem Glanze Big Grin
   

Fortsetzung folgt...
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#5
auf dem chip der fb müsste der fertigungscode sein. die bildröhre schaut nach einer A66-540X aus, eine sehr langlebige Röhre. Die gibt es öfters für billiges Geld neu aus altem Lagerbestand. Ich kenne das Chassis und auch die Fernbedienung. Gesockelte ICs ab Werk, heute undenkbar.
Gruß Peter
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Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt. "Buddha"
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#6
Die vollverkapselten Potis von Piher - oder war's Preh - hat damals auch nicht jeder eingebaut. Da wurde nicht gespart!
Auch sonst sieht alles recht gut verarbeitet aus. Außer auf dem RGB-Modul - da stehen die Transistoren in alle Himmelsrichtungen schief.
Die Fernbedienung ist sehr leicht zu öffnen: Im Batteriefach sind zwei Rast-Klammern. Biegt man die leicht weg, kann man einfach den Boden nach vorne aufklappen. So geht "Snap On"!.

Achso, das hatte ich vergessen. Wingman, Du hast recht, die Bildröhre ist eine Valvo A66-540X. Nicht die unglückliche Sylvania. Interessanterweise liegt zwischen Röhre und Gehäuse ein Kunststoffband. Vermutlich würde da auch die 67er reinpassen - jedenfalls mechanisch.
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#7
Hallo Daniel

Hab Kollege von mir diese Theard gezeigt (er war Graetz Azubi vor paar Jahrzehnt) und hat beruflich solcher Fernseher aus 80-90er repariert.
Er kennt diese Chassis und meint: es ist ja auffällig dass der an Saba erinnert ,alllerdings ist der doch keine SABA Entwicklung .
Ihre Alptraum ist wie immer Grundig Büchsenchassis oder Bandscheibenkiller (GSC600/700) und Sony-TV.

Grüss
Matt
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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#8
gottlob ist die zeit der bandscheibenkiller vorbei. manchmal entsorgen wir noch welche (sony und co.), die fliegen gleich aus dem lieferwagen auf den schrottpool.

ist der metz noch mit thyristorablenkung?
Gruß Peter
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#9
Da müsste ich mal nachsehen. Ein gelernter R&F-Techniker sieht das sicher auf den ersten Blick. Bin aber nur Elektrotechniker der Energieelektronik :-(.
Ich nehme mal an, dass die Ablenkspulen durch die Thyristoren angesteuert werden. Ich seh später mal nach.
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#10
So. Auf dem großen Kühlblech an der rechten Chassis-Seite (von hinten gesehen) befinden sich drei TO220 Gehäuse. Zwei davon sind die Thyristoren 15/85R (in diesem Fall auf König gelabelt).
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#11
ok, dann achte darauf, das auf dem Modul der Horizontalablenkung keinerlei kalte Lötstellen sind. Bei Thyristorablenkungen fliessen beachtliche Spannungen und Ströme. Ein grosses Loch in der Platine brennt binnen kürzester Zeit ein. Grundig war darin " Weltmeister".
Gruß Peter
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#12
Danke Dir für den Hinweis.

Das Chassis und sämtliche Module werden sowieso noch gereinigt. Ich hatte schon überlegt wenigstens die Module im Ultraschallbad zu reinigen. Allerdings weiß ich nicht, welchen Reiniger man da am Besten nimmt.
Von der Aktion werde ich möglichst auch wieder Fotos machen.
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#13
Von der Platine der Fernbedienung hab ich hier auch noch ein Foto...
   
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#14
36ste woche 1980 respekt das der noch läuft. kein flat tv wird diese alter je erreichen.

module reinige ich mit isoprepanol und einem sauberen pinsel. spulen und trafowicklungen auslassen!
Gruß Peter
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#15
Ja, die Spulen und Trafos sind glücklicherweise durch den Regen nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kiste war völlig nass - auch innen. Ein Wochenende Trocknung bei 26 Grad hat geholfen. Der ZTR ist massiv mit gelbem Harz vergossen. Das Harz sieht noch sehr gut aus. Das hat ihm wohl das Leben gerettet.
Wenn mir jetzt noch ein Loewe wie dieser über'n weg läuft: http://www.radiomuseum.org/r/loewe_opta_...62440.html
am liebsten in silber-metallic, das wäre toll. Aber von denen sind die meisten am ZTR-Tod gestorben. Oder vermutlich an kalten Lötstellen.
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#16
Heute habe ich alles was Spulen enthält und auch die Potis vom Chassis entlötet. Darunter auch den Zeilentrafo und die Kaskade. Danach habe ich das Chassis in einer Wanne mit heißem Wasser mit einem Universalreiniger versenkt und mit einem Weichen Pinsel gewaschen.
Der Staub wurde ja vorher vom Regen in alle Ritzen gewaschen und ließ sich auch mit Pressluft und Pinsel nicht richtig entfernen.
Das Bad wusch den Dreck weg. Leider wurde das Chassis wieder an einigen stellen milchig weiß. Scheinbar liegt das am Lack, mit dem das Chassis vorm Lötbad versiegelt wurde.
Bei ersten Reinigungsversuchen stellte ich fest, dass Kontakt WL den Lack leicht anlöst.
Also sprühte ich das Chassis leicht aber flächendeckend mit Kontakt WL ein und die milchigen Stellen verschwanden zu 75%. Anschließend habe ich testweise nochmals hauchfein Kontakt 60 PLUS eingesprüht. Das hinterlässt einen dünnen Ölfilm. Jetzt sieht das Chassis zwar aus wie neu, aber ich fürchte, wenn die Schicht nicht von selbst verdunstet, diese mit Bremsenreiniger wegspülen zu müssen, da sich sonst überall Staub binden wird Sad
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#17
chassis in isoprepanol baden, verdunstet ohne rückstände.

diese alten loewe mit dem chassis C8000 haben wir öfters zur entsorgung. ich denke daran wenn wieder einer kommt und noch funktioniert.

ich habe noch einen kleinen 63er loewe in betrieb mit dem chassis c9000. der wird jedes jahr vom staub befreit mit dem kompressor (draussen natürlich).

Die Zeilentrafos gingen hoch wegen defekter Fusspunktkondensatoren. Rechtzeitig erneuert gen einen mit mehr Spannungsfestigkeit hielt solch ein Trafo ewig.
Gruß Peter
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#18
Die Loewe Geräte waren teuer, schön, gut ausgestattet, aber leider auch anfällig. "Der Loewe löft nicht mehr", sagten sich die R&F-Techniker öfters mal. Und ab Mitte der 90er vernahm ich (leider) auch öfters den Spruch "Grundig = schundig". Aber das führt jetzt vom Thema weg.

Nochmals vielen Dank an dieser Stelle für die bisherige Aufmerksamkeit und Unterstützung...
Nächste Woche gehts nochmal weiter. Dann habe ich drei Wochen Urlaub.

Die nächste Party wird wieder 80er-Motto sein. Da darf die Flimmerkiste dann die alten Hitparaden präsentieren.

PS: Interessant finde ich, dass so viele dieser C8-Chassis-Kisten bis heute überlebt haben - mehr oder weniger. Ich schätze, die haben alle mindestens einen Werkstattbesuch hinter sich.
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#19
Nachdem ich jetzt schon mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass die Bildröhre mit Sicherheit fertig wäre, bin ich erst recht auf den Ausgang der Arbeiten gespannt.
Allerdings würde ich, wenn es denn überhaupt passierte, auch eine bessere oder NOS-Röhre nehmen. Leider finde ich keine.
Ich denke mal, dass von diesem Modell nicht mehr sehr viele Geräte existiren. Da wäre doch wenigstens ein erhaltenes Exemplar ganz nett.
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#20
Eine recht gute Chance haben diese Röhren bei einer Regenerierung. Diese hier ist gleichmässig gealtert und bräuchte wohl nur einen kleinen "Schups" um wieder ein Top Bild zu bringen. Der dieser TV wohl nicht mehr jeden Tag in Betrieb ist evtl. eine Möglichkeit bis sich eine neue Röhre findet.
Gruß Peter
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