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Röntgenstrahlung bei historischen Farbfernsehern
#21
Habe ich das richtig in Erinnerung (evtl. täusche ich mich!), dass LOEWE in den 80er Jahren einen Fernseher mit 30 kV Anodenspannung auf den Markt brachte und die Produktion dann bald wegen der zu hohen Röntgenstrahlung einstellen musste?
Grüße aus dem Odenwald,

Werner
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#22
Wenn die Anode der BR 24,5 kV übersteigt, so bestand durchaus die Gefahr von Röntgenstrahlung. Das stand aber auch stets in den Serviceanleitungen der Hersteller zu den diversen Gerätemodellen. Die Anodenspannung war im Servicefall grundsätzlich zu kontrollieren; ob das aber immer gemacht worden ist, das sei einmal dahingestellt. Von 30 kV ist mir nichts bekannt, auch nicht bei den Geräten mit den 84 cm Bildröhren. Das hätten auch die Zeilentrafos nicht lange mitgemacht. Später kamen ja dann die Kaskaden; ab da waren auch die Hochspannungswickel der Zeilentrafos nicht mehr so hoch transformiert und bei 27 kV aus der Kaskade war definitiv Schluß. Die Eingangsspannung von diesen Kaskaden waren ja nur in etwa  ein Viertel der Maximalspannung, also 6,5 kV x4= 26 kV höchstens. Der Strahlstrom betrug 1 mA bei dieser Spannung für die gesamte BR (also alle 3 Farbkanonen). Das macht im Höchstfall 27 Watt. Und dann gab es diverse Schutzschaltungen zur Strahlstrombegrenzung, zur Hochspannungsüberwachung und das Netzteil (i.d.R. ein SNT) war in der Leistungsabgabe an die Zeilenendstufe auch noch begrenzt.

In jedem Fall aber sollte sich nur jemand an so ein Gerät heranwagen, der über die dafür notwendigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten verfügt. Mit den in einem solchen Farbfernsehgerät auftretenden hohen Spannungen (Anode BR= 24,5 kV; Focus bis 6 kV; Schirmgitter BR ca 450 bis 600 V DC) ist ganz gewiß nicht zu spaßen; diese Spannungen sind lebensgefährlich. Daher sollte in solchen Fällen stets der eiserne Grundsatz gelten: Im Zweifel lieber nicht. Darauf kann garnicht oft genug hingewiesen werden. Wir wollen ja schließlich diese historischen Geräte restaurieren und uns daran erfreuen,- an Harakiri ist doch  wohl niemand ernsthaft interessiert, oder ??  ?mage
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#23
Das mit gefährlichkeit von Hochspannung, da halte ich Gleichspannung von einige hundert Volt aus geregelte Schaltung weitaus gefährlicher als 20kV Hochspannung aus TV / Oszi. Denn diese kleinere Spannung liefert weitaus höhere Strom (das genau macht es gefährlich)

Es gibt auch noch Oszi mit 20kV und mehr Hochspannung für Bildröhren.
Siemens M214 mit ihre 30kV Gesamtbeschleunigung.
Tek, 517A, 519 mit 24kV.
Allerdings ist beim diese alte Modell keine Warnung über Röntgenstrahlung in Manual zu finden. Es lässt allerdigns bereits messen, Röntgenstrahlung beim 519, aber grad über Grundstrahlung.

Grüss
Matt
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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#24
Da hast du sicherlich Recht Matt; doch solche Oszilloskope standen für gewöhnlich nicht in den normalen Privathaushalten herum, sondern in Labors und an diesen Geräten schraubten auch keine mehr oder weniger ahnungslosen Laien, sondern Fachleute mit dem erforderlichen theoretischen Wissen und Background.

Dennoch ist aber auch richtig, daß heutigentags auch solche Messgeräte gesammelt werden und von daher besteht natürlich auch die Gefahr, daß so ein Gerät schon mal in die Hände von einem Sammler kommen kann, der bezüglich der sehr hohen Spannungen da schon mal in Versuchung geraten könnte, am offenen Gerät zu arbeiten, und so passieren dann Unglücke. Tektronix geht da wohl mehr oder weniger (berechtigterweise?) davon aus, daß die Nutzer bzw der Service an solchen Geräten von Leuten ausgeführt wird, die sehr genau wissen, was sie da tun und wo sie da hinfassen. Insofern steht da halt nix im Servicemanual drüber drin.

Wir hatten aber da die allerersten Farbfernsehgeräte (Bauj. 1967 etwa) von beispielsweise solchen Firmen wie Philips oder Grundig im Auge. Diese arbeiteten noch mit einer sog. Ballasttriode, um die Hochspannung zu stabilisieren und vom Bildinhalt mehr oder weniger unabhängig zu machen. Abgesehen davon, daß solche Geräte schon ordentliche Stromverwerter sind, waren und sind die in diesen Geräten auftretenden hohen Spannungen jedenfalls nach meiner Ansicht auch heute noch schon lebensgefährlich und von daher sollte jemand, der sich mit diesen Geräten und deren (damaliger) Technologie nicht auskennt, da auch vorsichtshalber tunlichst die Finger heraus lassen. Sowas war und ist eben kein Spielzeug.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#25
(15.01.2015, 22:27)Fernseheumel schrieb: Um zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei Reparaturen zu ergreifen, auch wenn
das Gerät vollständig vom Gehäuse getrennt wird, läßt sich mit Bleiabschirmungen
leicht durchführen.
Man besorge sich von einem Dachdecker eventuell Reste mit Abmessungen von
ca. 300mm x 400mm. Blei ist Rollenware und kann mit Teppichmessern ge-
schnitten werden.
Wobei hier die Frage zu erörtern wäre, ob das Hantieren mit hochgiftigem Blei nicht gefährlicher ist als die Gefahr die man damit abwenden möchte. Zumindest wären sicherlich entsprechende Schutzmaßnahmen erforderlich.
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#26
Hallo,

natürlich halte ich es für sehr sinnvoll zu lesen was der Hersteller vorgibt, bzw. einiges umsetzt, was hier publiziert wurde.
Weiterhin denke ich, dass die Masse der User hier kaum mit solchen "Strahlenschleudern" zu tun hat.
Ich würde auch tunlichst von solchen Basteleien mit Blei abraten.
Sich einschränken um die mögliche Exposition der Strahlung nicht zur Gefährdung machen.
Auch hier gilt die Dosis ist das Gift.
Wenn das Gerät im Norm betrieb arbeitet, ist doch alles gut.
Fehlersuche im betriebsbereiten Zustand ist doch nicht so zwingend erforderlich und auch nicht ergiebig.
Ich erinner mich noch gut an die Radaranlagen aus vergangener Zeit, ob CCCP oder USA, beim Öffnen der gefährdeten Blöcke schaltete die Blockierungen die HV ab.
Wir haben es mal versucht am Modulator vom ASR  mit 2 ГМИ 90 und 24 kV live Fehler zu suchen.
Kannst Du vergessen, hier muss kalt gemessen werden und eben mal auf Verdacht ein im Focus stehendes Bauteil zu wechseln. Alles schön neudeutsch, step by step.
Alles andere ist abzulehnen. Hat jemand mal am Fernseher jemand in seiner Praxis im Zeilenkäfig Spannungen gemessen??? Wohl eher nicht und war auch nicht notwendig.

in # 19 habe ich über die Stahlung im TV - Projektor berichtet.
Im HV Teil, die Röhren, ev. den Horizonalübertrage und mehr ist dort kaum.
Immer schön den Käfig schließen.
Gruß vom Jürgen

Kaum macht man es richtig, schon gehts.
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