Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Sicherheit bei der Überholung von Röhren - TV`s
#1
Generell gehören TVs nicht in Laienhände, aber wer´s partout nicht lassen kann...

Sicherheit bei TV-Empfängern

Für TV Empfänger gelten die für Allstromradios geltenden Sicherheitshinweise.

Darüber hinaus sind noch einige spezielle Gesichtspunkte zu beachten. Dies beginnt bereits beim Transport des frisch erstandenen Gerätes. Insbesondere verbietet sich der Transport von Geräten, denen die Rückwand fehlt.

Ist die Rückwand vorhanden und hat eine Beule in der Mitte, so dient diese ausschließlich dem Schutz des empfindlichen Bildröhrenhalses und stellt unter keinen Umständen einen Transportgriff dar.

Noch mehr als bei Radios gilt, keinesfalls einfach mal „testweise“ einschalten!

TV Geräte am besten auf weicher Unterlage mit der Bildfläche nach unten transportieren.

Bei TV Geräten, die über eine Schutzscheibe verfügen sind zumeist die Bildröhren keine implosionsgeschützten Typen. Ein Betrieb ohne Schutzscheibe aus Sicherheitsverbundglas ist verboten! Das gilt insbesondere für die Geräte aus der Fernsehfrühzeit mit runden Bildröhren. Diese sind in Handarbeit hergestellt und mechanisch die empfindlichsten Typen. Jeder Stoß, Erschütterung, Kratzer usw. ist peinlichst zu vermeiden. Ein Ausbau und hantieren mit Bildröhren verbietet sich für den Laien. Hierfür ist besondere Schutzkleidung notwendig und Wissen um die Handhabung solcher Röhren.

Als erstes ist die Kondensatorkur durchzuführen. Das betrifft vor allem die Kippgeräte, also die Teile des TV, die die Bild- und Zeilenablenkung darstellen. Hier ist zu beachten, dass die Spannungen hier als Impulsnadeln auftreten. Hier dürfen nur hochwertige Kondensatoren unter genauer Beachtung der notwendigen Mindestspannungsfestigkeit verwendet werden.

Sind die Kondensatoren gewechselt kann die erste Inbetriebnahme erfolgen. Hierzu bedient man sich eines Trennregeltransformators mit mindestens ca. 200W Leistung. Das Hochfahren erfolgt langsam, man beobachtet dabei ob die Röhren heizen.

Ab ca. 150-180V sollte ein hohes Pfeifen einsetzen – der Zeilengenerator nimmt die Arbeit auf. Der Bildschirm ist nun zu beobachten. Erscheint nur ein Leuchtpunkt oder ein Strich: SOFORT AUSSCHALTEN!!! Fehler solcher Art, sofern nicht ein Fehler der Zuleitung zu den Ablenkspulen vorliegt, bedürfen der Hilfe eines Fachmannes, dasselbe gilt, wenn das Pfeifen und damit auch ein Bild ganz ausbleibt.

Erscheint ein weißes bildfüllendes Bild so wird die Spannung langsam auf 220V hochreguliert. Testweise sollte das Gerät ca. eine bis anderthalb Stunden unter Aufsicht so laufen. Die Helligkeit kann dabei zurückgedreht werden. Wird das Bild kleiner und zeigt Spratzer und Knattern im Ton so ist ebenfalls auszuschalten. Hier hat der Zeilentrafo einen Fehler. Diese Baugruppe fällt sehr häufig aus. Weitere Symptome sind ein lautes Kreischen und ein penetranter Essiggeruch.

Der Käfig in dem sich der Zeilentrafo und die Zeilenendröhre befinden, sind nur für den Fachmann interessant, der Laie läßt diesen Käfig geschlossen.
Besteht das Gerät den Test gibt man ein Signal auf die Antennenbuchse. Hierzu eignet sich analoges Kabelfernsehen oder ein Signal dass über einen Modulator eingespeist wird. VHF Kanal 3 oder 4. Nun wird der Kanal gesucht und am Zeilenfang, Horizontal, Zeilenkipp gedreht bis das Bild stehen bleibt. Ist es nicht möglich das Bild zu synchronisieren muß der Fachmann heran, die geräteinterne Veränderung der Zeilenfrequenz ist abhängig von der verwendeten Schaltung, so dass man nicht allgemein Hinweise geben kann.

Arbeiten im Gerät unter Spannung sind nur für den Fachmann zulässig, zu hoch und nicht einschätzbar für Laien sind die diversen Spannungen.
Sollte der Anodenstecker seitlich an der Bildröhre abgenommen werden müssen, so ist äußerste Vorsicht anzuwenden. Meist besteht dieser Stecker aus 2 Spreizhaken.

Da die Bildröhre als großer Kondensator wirkt ist ein Anfassen dieses Kontaktes strikt zu vermeiden! Noch nach Wochen kann es zu ernsthaften Schlägen kommen.

Für den weiteren Betrieb des TV, der i.d.R. ohne Trenntrafo erfolgt, ist strengstens auf Isolation zu achten, Rückwand drauf, die Madenschrauben der Bedienknöpfe verkitten, an den Stellen an denen Plasteschrauben verwendet wurden keinesfalls Metallschrauben einsetzen.
#2
Daniel bat mich, folgende Hinweise zur Sicherheit noch hinzuzufügen:

Zitat:TV Geräte, gerade die Oldtimer mit ihren Bildröhren erfordern Beachtung.
Auf Grund ihres Vakuum und der damit verbundenen Implosionsgefahr sollten sie sehr sorgfältig und mit entsprechender Schutzbekleidung bearbeitet werden, Augenschutz.
Die Hochspannung der gespeicherten Ladung in der Bildröhre ist am Anodeneingang zu entladen, Widerstand gegen Erde.
~~~Es gibt nix Gutes, außer man tut es~~~


Gehe zu: