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Allwellenempfänger Dabendorf 1340.5A1
#1
Hallo,

ausgehend vom Dabendorf-Thread von Frank, in den ich mich am Ende eingeklinkt hatte, mache ich nun an dieser Stelle gern weiter und möchte zunächst mit einigen ersten Fotos meine Neuerwerbung vorstellen. Danke an dieser Stelle an die Forenbetreiber für das zur Verfügung stellen von Space, so dass ich Bilder veröffentlichen kann.

Der Dabendorf ist mir vor einiger Zeit zugelaufen. Einerseits wollte ich ihn gar nicht nehmen, denn mir schwante schon nichts sooo Gutes, als ich den Zustand dieses rustikalen "Kanonenofens" sah. Auf der anderen Seite tat mir der RX in diesem Zustand leid und nach einen netten Gespräch mit dem Verkäufer wechselte das Gerät seinen Besitzer.

Angeblich gehörte der Dabendorf einem Großvater, der lange mit dem RX gehört hat. Nach dem Ableben des Großvaters stand der AWE ungenutzt (und leider ungeschützt) in einem Stall.

Was erwartete mich?

Der RX war offenbar lange feucht gelagert. Beim Öffnen entströmte dem Geräteinnern ein übler Geruch, der feucht/modrig/dumpf nach muffigem Keller und altem Fett roch und immer noch riecht. Das Holz, an dem der Lautsprecher befestigt ist (Pfeil), lässt sich in seinen Einzelteilen bewegen. Man findet Flugrost im Chassis + Feuchtigkeitsspuren = Rostflecken. Zwei Kabel an der Chassisunterseite sind an ihren Enden etwas schimmelig (siehe Markierungen), wie mir scheint.

Es spricht für den Dabendorf, dass er nach dem vorsichtigen Hochfahren überhaupt noch einen Ton von sich gab. Mit Bedacht hatte ich den RX nicht lange in Betrieb!

Im Gehäuse lag noch eine Krokodilklemme drin... Das Gehäuseinnere ist an der Unterseite rostfleckig, ansonsten ist innen die Beschichtung soweit in Ordnung. OK, das Gehäuse wird innen und außen ohnehin neu lackiert. Außen Hammerschlag silber, innen vermutlich eine graue Schutzfarbe.

Die Innenbeschichtung der massiven Frontplatte beginnt sich zu lösen. Ob es sich hierbei um eine abschirmende Farbe handelt, vermag ich nicht zu beurteilen (vermutlich nicht, denn wozu sollte hier eine Abschirmung, noch dazu auf Alu, nötig sein). Ein neuer Auftrag einer entsprechende Beschichtung wäre heutzutage jedenfalls problemlos möglich.

Auf jeden Fall wird der Dabendorf erst einmal die kommenden Tage geöffnet an der frischen Luft verbringen.

Die Seilzüge (Bänder) scheinen augenscheinlich in Ordnung, sie sind nur etwas schwergängig. Ich werde mich hüten, hier daran groß herumzukurbeln, ohne gut geölt bzw. gefettet zu haben!

Die Skalen sind soweit noch in Ordnung. Nur an einigen Stellen beginnt die Farbe nebst Beschriftung abzublättern, ebenso wie übrigens auch im Instrument die Skala beginnt, sich vom Untergrund zu lösen. Hier ist komplette digitale Retusche angesagt. So etwas mache ich nicht zum ersten Mal.

Als ich das Gütezeichen-Abzeichen des Stabis mit der Pinzette retten wollte, weil es abgefallen war, musste ich die Gleichrichterröhre ziehen. Siehe da, der Mittelstift des Sockels fehlt - schon seit langem abgebrochen...

Der RX ist mit Oktalröhren bestückt, beim Foto mit der 6H6 habe ich bewußt mit der Unschärfe gespielt. Er ist augenscheinlich unverbastelt. Smiley34

Am Kurbelknopf fehlt der Federring, der den Kurbelgriff hält. Zum Glück ging der Griff nicht verloren...

Gruß Michael


.jpg   DSC00783.JPG (Größe: 460,24 KB / Downloads: 686)


.jpg   DSC00784.JPG (Größe: 452,15 KB / Downloads: 684)


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.jpg   DSC00786_small.JPG (Größe: 323,32 KB / Downloads: 683)


.jpg   DSC00787.JPG (Größe: 296,79 KB / Downloads: 668)


.jpg   DSC00788.JPG (Größe: 328,5 KB / Downloads: 645)
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#2
Da hast du aber ein wenig Übertrieben mit dem Zustand. ich habe da schon schlechtere gesehen.
Ja der Geruch, ein Teil davon ist normal. Da diese Geräte damals als Schiffsempfänger konzipiert wurden, hatte man diese auch mit leichtem Öl-Wachs Gemisch fast komplett eingeölt. Das war der Feuchtigkeitsschutz und riecht nach
über 60 Jahren auch dementsprechend. Ja das Leim Holz des Lautsprecher macht bei Feuchtigkeit natürlich nicht mit.
Alles im allem sieht der gut aus. Wichtig ist die leichtgängigkeit aller Drehteile. Den Poti würde ich auf jeden fall mal ausbauen und richtig säubern, zur Not auseinander bauen und alles in Ordnung bringen. Das alte Fett muss raus, es wird dir nur Ärger bereiten.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#3
Hallo Frank,

klar: Und weil die Front gummidicht am Gehäuse saß bzw. sitzt, hat sich der Geruch gut gehalten. Aber allein schon das Durchlüften gestern nachmittag tat richtig gut - der RX beginnt nach diesem "Teil" zu riechen, den Du beschrieben hast - nach einem mehr oder weniger typischen Gerätegeruch. Dieser für mich unangenehme kellerdumpfe Mief verschwindet.

Du schreibst von Leichtgängigkeit. OK, da ist bei meinem RX noch nichts davon zu merken; danke für den Hinweis. Und von welchem Poti sprichst Du?

Eines habe ich noch vergessen, zu erwähnen: Das oder die beiden Logos vorn rechts an der Frontplatte fehlen. Es sind zumindest von von keine Löcher zu sehen. Es sieht momentan danach aus, als wäre hier von Anfang an der Hammerschlaglack drauf.

Bzgl. Unterlagen: ich habe den kompletten Satz für den 1340.15A1, den wohl jeder hat. Für meinen 1340.5A1 habe ich auch nur den Schematic in der ziemlich schlechten Qualität. Sobald ich Zeit finde, werde ich den neu zeichnen. Wer mich schon länger kennt, der weiß, dass ich das in Word mache. Wink

Gruß Michael
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#4
Den Ein-Aus Poti meine ich. Der sollte sehr gut funktionieren.
Du hast auch Glück, das dein Skalenband aus Stahl noch da ist, ich musste eine Angelsehne ausbauen und diese durch ein Stahlseil ersetzen. ist zwar einfach, aber der Skalenzeiger muss danach auch justiert werden.

Ich denke auch, das das Original in Silber Hammerschlag lackiert war. meiner ist in einem hässlichen Schiffsgrau, werde ihn aber so lassen.

Du kannst später auch einen kleinen Beutel gemahlenen Kaffee unten reinlegen, wenn du das mal wieder zuschraubst. Dann noch diese Silikon Perlen, die in Verpackungen in kleinen Tütchen drin sind, die nehmen dann die Rest Feuchtigkeit auch noch raus.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#5
Hallo,

das Wetter ist mies, d.h. der RX steht noch im luftigen Keller. Ab morgen soll es dann sonnig und warm werden - dann raus damit (mit allen abgeschraubten Schirmblechen) zum Durchlüften.

Zeit also, mit dem Zeichnen des Schaltplanes zu beginnen. Er wird DIN A3. Was die Darstellung der Röhren und deren Sockelschaltungen angeht, so werde ich mich an das "OSW-PDF" halten, welches hier veröffentlicht ist. Bzgl. der Werte der Bauelemente und Spannungsangaben ist das schwierig, da ich hierzu nichts habe. Hat jemand eine Quelle, wo ich Bauelementewerte und Spannungsangaben herbekommen kann, also eine Art Stückliste? Das wäre prima.

Gruß Michael
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#6
So, nun ist es passiert. Beim Raustragen des RX in die Sonne machte es ein denkbar kurzes "Knacks" und somit ist das Antriebsband für die Skala gerissen.

Himmela***h. Smiley7

OK, es hat diverse rostige Stellen, offenbar ist eine davon nun durch. Skalenlitze aus Metall habe ich vorrätig (50m-Rolle, die sollte reichen), aber ärgerlich ist es dennoch.

Mit dem Schaltplan komme ich gut voran, der obere Empfängerteil ist bis auf eine Kleinigkeit (Nummer des Schalters gleich an den beiden Antennenbuchsen nicht erkennbar) soweit fertig. Ich werde den Stabi als Rö4 einschließlich Sockelschaltung einzeichnen, so, wie es sich gehört. Noch eine Unklarheit besteht. Und zwar kann ich beim BFO nicht erkennen, wie der Drehko C56 an Sp6 geführt ist - das liegt für mich schwer erkennbar dicht über der Anzapfung, an der die Kathode von Rö 8 liegt. Hat jemand eine Idee?

Gruß Michael
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#7
Hallo,

anbei der Schaltplan, den ich hiermit als Vorabversion als PDF im Format DIN A3 zur Verfügung stelle.
Änderungen, die ihr anhand Eurer Geräte findet, sind willkommen - ich würde sie einarbeiten und den Schaltplan somit verbessern, so dass eine korrekte Version für jeden zur Verfügung steht.

Gruß Michael


.pdf   Schematic_Dabendorf.pdf (Größe: 269,49 KB / Downloads: 22)
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#8
Inzwischen mache ich ein wenig weiter. Die Frontblende habe ich abmontiert. Wie schon mal geschrieben: Der RX ist hinreißend versifft, wie man an den "Zewas" gut erkennen kann. Ich sprühe, soweit erreichbar, alles Metallische mit WD40 ein, das löst den Schmier richtig gut ab.


.jpg   DSC00802.JPG (Größe: 451,2 KB / Downloads: 523)

Der Seilzug der Skala...

Wenn ich großes Glück habe, dann kann ich das Band noch mit 2K-Kleber reparieren und das ganze Gebilde müsste sogar sauber laufen. Denn wenn ich mir das so anschaue, dann sieht es wie folgt aus:

Von Rolle 1 beginnend, läuft das Band, sich abwickelnd, nach links vorn zur Rolle 2:


.jpg   DSC00803.JPG (Größe: 467,73 KB / Downloads: 506)


.jpg   DSC00804.JPG (Größe: 396,81 KB / Downloads: 505)

Von dort aus geht es über den Träger des Skalenzeigers hinweg weiter nach links zur Rolle 3 und von da runter:


.jpg   DSC00805.JPG (Größe: 438,02 KB / Downloads: 494)

Nun geht es zurück (nach rechts) zur Rolle 4


.jpg   DSC00806.JPG (Größe: 416,79 KB / Downloads: 493)

und weiter zur Rolle 5 ans andere Wickelende des Bandes:


.jpg   DSC00807.JPG (Größe: 469,42 KB / Downloads: 482)

Was mich wundert: Das von rechts kommende Band ist zu lang. Will sagen, dort wo ich unterhalb  der Rolle 3 ein Kreuz markiert habe, kann nicht die Rißstelle sein, denn das untere Bandende ist zu lang und würde eigentlich viel weiter rechts oben liegen; quasi auf der "Kommen-Seite". Wenn das Band zu lang ist, so liegt das möglicherweise einfach nur daran, dass es quasi am Start, also auf der Rolle 1 zweimal um die Rolle geschlungen war und jetzt ist es durch den Riß abgesprungen. Auf meiner Seitenansicht, die ich zu Beginn dieses Threads gemacht habe, kann ich das leider nicht erkennnen, ob es mehrfach auf der Rolle 1 lag. Wenn ich jetzt nun das Band nicht zweimal um Rolle 1 schlinge, sondern nur einmal und dann klebe, so müsste das doch gehen, oder? Das werde ich probieren (vorausgesetzt, es ist nicht an anderen Stellen so durchgerostet, dass es ohnehin raus sollte).

Zum Schluß für heute noch eine Ansicht der Skala und der versifften Wellenschalterkontakte.


.jpg   DSC00912.JPG (Größe: 316,78 KB / Downloads: 477)


.jpg   DSC00914.JPG (Größe: 420,72 KB / Downloads: 470)

Gruß Michael
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#9
Kann nicht zu lang sein, aber die rechte Rolle ist die Spannrolle zugleich. Die rechte Rolle musst du dann im Uhrzeigersinn vorspannen.
Ich würde da nicht unbedingt mit 2K Kleber arbeiten, besser durch ein Stahl Skalenseil ersetzen.
Irgendwann ist die nächste Stelle dran, die dann nicht mehr hält.

Danke für den Schaltplan, ja der sieht sehr gut aus. Habe ihn gleich mal abgespeichert.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#10
(04.04.2016, 18:59)Morningstar schrieb: ...Danke für den Schaltplan, ja der sieht sehr gut aus. Habe ihn gleich mal abgespeichert.

Hallo Frank,

kein Thema, gern. Denke aber bitte daran, dass es sich um eine Vorabversion handelt; ich habe bei mir schon wieder kleine Änderungen gemacht (Tabellenlayout geändert, Schematic jetzt mit RFT-Logo).

Schade, dass Du offenbar der Einzige bist, der reagiert - offenbar ist selbst in einem Nachbarforum der Dabendorf kein Thema. Zur Not nehme ich die Bauelementewerte vom RX direkt ab, sofern möglich.

Spannrolle? Hm, das muss ich mir anschauen. Denn die Rollen 1 und 5 sind ja durch die darunterliegenden Schneckenantriebe von selbst nicht drehbar/spannbar, offenbar, um toten Gang zu vermeiden.  Huh 

Gruß Michael
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#11
Michael,
die kommerziellen Empfänger sind bestimmt in allen einschlägigen Foren nicht sehr oft vertreten. Dementsprechend ist eben das Echo auf solche, zugegeben sehr interessanten Geräte und Beiträge, sehr spärlich. Aber gute Arbeit, die Du mit der Reproduktion des Schaltplanes geleistet hast. Wenn dann noch, im Gegensatz zum Original, auch die BE- Werte dran stehen, dass wäre die Spitze!
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#12
Hallo Michael,
allein bist du mit deinem AWE nicht, denn z.Z. kursieren hier doch zwei Ausführungen des Dabendorfs, der Ivan (Navi) hat mit seinem AWE der wohl ein wenig jünger ist, da schon mit Novalsockel Röhren der E - Serie bestückt, ein Problem das wir zur Zeit abhandeln.
Ich hatte solch ein Kaliber auch auf dem Werktisch, jedoch kam ich nicht zur Dursicht, da der Besitzer es sehr eilig hatte, um die Kiste gegen eine Russen Tornister Funke (1,6 - 28 MHz 20 W) zu tauschen, für die ich dann ein Netzteil aus dem "nichts" fertigen musste, da diese nur mit Batterien und Wandler betreibar war. 4 Wochen später wurde auch die Funke weggegeben.
Ich besitze als AWE den kleinen Transistor Grundig "Rolls Royce"der tragbaren Weltempfänger namens Satellit 700 und einen Sony ICF 7600 der auch nicht übel ist.
Leider wohne ich in einem Eisenbetonklotz auf dessen Dach "Vodafone" auch noch eine Mobilfunkanlage betreibt, da kommt an nutzbarem Rundfunksignal auser UKW kaum etwas an.
M.f.G.
harry
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#13
Ach Michael, das hat den Vorteil, das nicht all zu viel sinnlos drüber gelabert wird. Smile
Viele Leser gibt es auch hier, braucht´s nur mal in der Übersicht schauen.
Außerdem kannst du dich Glücklich fühlen, das nicht jeder so ein Gerät hat.

Hier mal das Bild, die Drehfeder ist im rad verbaut worden. Muss also dann Vorgespannt werden.


.jpg   Drehfeder.jpg (Größe: 80,57 KB / Downloads: 441)
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#14
Hallo,

Frank, danke für den Hinweis mit der Drehfeder! Smile

Harry, ich hatte lange (bis Mitte der 90er Jahre etwa) einen Telefunken E127 KW5, den ich mir von der Militär- zur zivilen Version umgebaut hatte. Zusätzlich hatte ich ihm einen Zählerbausatz verpasst, in dem man mittels Mäuseklavier den ZF-Offset "wegdrücken" konnte, so dass ich mit ihm die aus dem Oszillator des Telefunken abgezweigte Oszillatorfrequenz schön als Senderfrequenz anzeigen konnte - ging prima! Der Telefunken arbeitete an einer Refcom ADX32D - Aktivantenne (Mietswohnung).

Der Zählerbausatz kam seinerzeit gerade neu auf den Markt, ein Thüringer hatte ihn entwickelt. Oha, der Bausatz hatte noch einige Kinderkrankheiten einschliesslich ziemlich verkorkster Leiterplatte. Aber der Thüringer war nett und geduldig und irgendwann schafften wir es gemeinsam, das Ding zum Laufen zu kriegen. Kleine Blechdose zur Abschirmung, ein kleiner Transistorverstärker zur Entkopplung rein und flugs die Oszillatorfrequenz abgesaugt - der Telefunken lieferte davon ohnehin genug und das sogar noch verstimmungsfrei. Smile

Irgendwo habe ich von dem ganzen Kram noch die Unterlagen und ein Foto davon (Digital gab es da noch nicht).

Naja, irgendwann war mir die Kiste dann doch zu gewaltig und nach dem Umzug in ein eigenes Heim sprach überdies meine Holde ein nettes Machtwort... Big Grin

Der Satellit ist Spitze! Von Sony hatte ich einst den ICF 6800W. Der ging mir aber dann irgendwann leider richtig kaputt und wechselte daraufhin für gutes Geld seinen Besitzer. Eigentlich wollte ich (trotz vorhandenem Landraht mit Selbstbau-Balun) mit KW-RX nichts groß mehr zu tun haben - naja, bis mir der Dabendorf über den Weg lief...

Gruß Michael
Penthode?
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#15
Hier mein Schaltplan  in der Version 01.01. Änderungen werden eingearbeitet und bei genügender Ansammlung von Änderungen veröffentliche ich die nächste Version. Was ich noch nicht raus habe, ist, dass bei der PDF-Konvertierung aus dem MS-Word heraus dummerweise Pfeile dicker dargestellt werden als Striche. Aber ich arbeite dran. Wink

Hoffentlich viel Freude damit!

Edit:

Ich habe diverse Korrekturen eingepflegt, daher untenstehend die neue Version 01.02!

Gruß Michael


.pdf   Schematic_Dabendorf_1340.5A1.pdf (Größe: 641,33 KB / Downloads: 10)
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#16
Anbei die m.E. vorläufig letzte Version des Schaltplanes ohne Werte: Version 01.04. Ich habe an den Tabellen gespielt (sie erweitert), da ich gern so viele Informationen wie möglich auf einem Blatt haben möchte, wenn es neben einem Gerät auf dem (meist relativ kleinen) Arbeitstisch liegt.

Gruß Michael

.pdf   Schematic_Dabendorf_1340.5A1.pdf (Größe: 658,11 KB / Downloads: 10)
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#17
In meinem Schaltplan ist C53 falsch herum eingezeichnet. Das korrigiere ich, sobald ich beginne, Werte einzuzeichnen.

Heute habe ich mit meinem Dabendorf weitergemacht und ihn fertig gesäubert. Zewas, Wattestäbchen, WD40, sowie Ballistol gingen bergeweise drauf. Anschließend habe ich das gerissene Antriebsband für die Skala repariert.

Zuvor aber habe ich dank des diffusen Lichtes alle Skalen fotografiert, so dass ich unbedingt die Vorlagen für die spätere digitale Retusche habe. Dazu habe ich den Zeiger abgeschraubt, der muß sowieso noch gesäubert werden.

Das schlagschattenfreie Licht bot sich gleich noch an, weitere Aufnahmen zu machen. Hier seht ihr das rückseitige Innenleben:

   

Die Folgebilder zeigen nochmal das Chassis vorn und seitlich. Das Skalenband von der Rolle 1 habe ich schon abgenommen, der Zeiger ist demontiert. Man beachte links den Zeigerschlitten ohne Zeiger:

   
   

Wie habe ich das Band nun repariert? Ganz einfach. Ich habe es an der Bruchstelle etwa 5mm überlappend verlötet. Mir fiel nämlich beim Abnehmen des Bandes von der Rolle 1 auf, dass da ein sauberer Klecks Lötzinn am Ende dran war. Stahlband und Löten? OK, zu verlieren haste nichts, und besser als Kleben. Also den Glashaarpinsel her und die beiden Bruchenden etwas blank gemacht. Anschließend Spiritus-Kolophoniumlösung drauf, dann fix verlötet - sieht super aus, d.h. die Lötstelle ist fast nicht mal zu sehen und vor allem - sie hält bombenfest! Smile

Ich habe mir vorher noch einen Seillaufplan gezeichnet und nun konnte ich das Band sauber auflegen. Der Zeigerschlitten muß auf Linksanschlag stehen. Um die Rolle 1 muß es zweimal (!) herum geschlungen werden, dann wird es so gelegt, wie ich es oben anhand der Fotos schon beschrieben habe. Die Rolle 1 wird nach vorn vorgespannt (Frank, nochmals ein herzliches Danke!) und das Band lässt sich gut mit der linken Hand unter den Zeigerschlitten festklemmen bei gleichzeitigem Festhalten von Band und Rolle 3, während Rolle 1 immer noch gespannt ist. Das liest sich kompliziert, geht aber unkompliziert. Nach dem Festziehen der beiden Schrauben unter dem Zeigerschlitten klemmt das Band super fest und man kann loslassen: Rolle 1 gleitet etwas zurück und das Band spannt sich leicht. Prima Sache.

Da ich zwischenzeitlich den gesamten Antrieb gereinigt, gesäubert und neu geölt habe, läuft er nun gleichmäßig und sauber durch. Der Zeigerschlitten gleitet auf seiner geölten Führungschiene leicht, ruckfrei und exakt vom Anfang bis zum Ende der Skala. Smile

Hier noch ein Foto vom Innenleben:

   

Jau, in der Werkstatt dann habe ich alle offenliegenden Schaltkontakte (Bereich, Betriebsart, Revolver, etc.) gereinigt und mit Wellenschalteröl behandelt, anschließend wieder gereinigt. Dann habe ich die innen gereinigte Frontplatte wieder angebaut und die erforderlichen Anschlüsse angelötet.

Anschließend wurde die Kiste aufgeröhrt und gestartet.

Der angeschlossene Prüfsender bestätigt: Der RX empfängt zumindest in Skalenmitte (der Zeiger ist noch abmontiert, daher ist er auf den Bildern nicht zu sehen) auf allen Bereichen einwandfrei. Ich bin hemmungslos begeistert. Smile

   

   

   

Bei Interesse schiebe ich gern noch ein Foto vom verlöteten Band nach.

Gruß Michael
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#18
Hallo Michael,

das ist ein sehr spannendes Gerät. Die Mechanik ist einfach Klasse und hochinteressant. Danke für das Zeigen der Detailbilder. Auch wenn ich so ein Gerät nicht besitze sehe ich solche Mechaniken sehr gerne.

Gruß
Oliver

P.S. Wieviel kg hat der denn ???
Antworten
#19
Hallo Olli,

gewogen habe ich ihn noch nicht, angegeben wird er je nach Quelle mit 35 bis 37 kg.

Durch sein "Ziegelsteinformat" lässt er sich immerhin noch besser tragen als mein damaliger (und schwererer) Telefunken E127/KW5, der allerdings nicht nur gewichtsmäßig, sondern auch empfangstechnisch ein ganz anderes Kaliber war.

Gruß Michael
Penthode?
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#20
Da ich das das Gerät ohnehin neu lackieren möchte, ist somit die Frontplatte vollständig zu demontieren.

Passende Gelegenheit also, sich dem Lautsprecher und seiner Umgebung zu widmen.

Wir erinnern uns: Im "Anlieferungszustand" sah das alles so aus, Rost, Schmadder und gequollenes Holz ließ nichts wirklich Gutes ahnen:

   

So sah das aus, nachdem ich vorsichtig gereinigt hatte (das RFT-Logo kann man schön mit in Tee getränktem Papier und rotem Digitaldruck neu machen):

   

Beim Abnehmen der Halteklammern des Lautsprechers merkte man schon: Oha, Rost bei allen Schrauben und Zerfallserscheinungen des Holzes:

   
   
   
Zum Glück ließen sich alle Schrauben problemlos herausdrehen, ohne, dass eine brach... OK, schnell noch die Maße des Holzträgers abgenommen - der gehört komplett erneuert.

Der Zustand des ohnehin nicht gerade superstabilen Lautsprechers ist der Feuchtigkeit angepasst, der er offensichtlich ausgesetzt war... Die Membran hat sich verzogen, zum Teil geht sie aus der Verklebung, die Schwingspule reibt. Ich habe erst einmal die Schrauben der Zentrierspinne mit Ballistol eingesprüht, um sie gangbar zu machen. Vor habe ich, den Lautsprecher wieder reibungslos gangbar zu machen. Schaun' mer mal.

   
Gruß Michael
Penthode?
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