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DDR-Studiotechnik - Mehrkanalsichtgerät J727
#1
Hallo Zusammen,
heute möchte ich euch ein sehr seltenes Gerät vorstellen, dass früher beim Ostdeutschen Rundfunk im Einsatz war. Es geht um das Mehrkanalsichtgerät J727. Sieht aus wie ein Fernseher mit bunter Scheibe davor, kann aber mehr Big Grin
Zitat:Zitat aus der Bedienungsanleitung des Gerätes:

"Das Mehrkanalsichtgerät J727 dient in Verbindung mit den Logarithmierverstärkern U727.50 als Aussteuerungsmesser U727 zur gleichzeitigen Überwachung der Amplituden von bis zu 16 Tonsignalen, wobei jedes Tonsignal als vertikaler Leuchtbalken auf dem Bildschirm einer Elektronenstrahlröhre abgebildet wird.
 
Zum Einsatz kommt ein umgebauter Monitor des Typs TV-18-10. Der Kasten unterhalb des Fernsehers beinhaltet die Schaltung zur Erzeugung der 16 Leuchtbalken. Der Monitor besitzt eine um 90° gedrehte Ablenkeinheit. Gesteuert wird das Gerät (wie schon in der BDA genannt) von bis zu 16 Logarithmirerverstärkern, die bei einem Pegel von +4dB eine Spannung von -4,36V ausgeben. Das Gerät löste viele Lichtzeigerinstrumente ab.

Leider hat die Rückwand den Transport nicht überlebt. Sie wurde damals aus einem sehr brüchigen Material gefertigt. Woher ich da nochmal Ersatz bekomme bleibt ungewiss, da selbst der nicht umgebaute Monitor (der vermutlich die gleiche Rückwand besitzt) auch nicht im Internet zu finden ist.

Versorgt wird das Gerät mit 230V für den Monitor und 24V für die Steuereinheit. Woher ich allerdings Stecker in dieser DIN Norm herbekommen soll, weiß ich auch noch nicht.

   
   
   
   
   

   

Gruß,
Lukas
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#2
Huhu,
ich bin es nochmal. Hat keiner irgendwelche Infos zu den Steckverbindern? Ich finde leider gar nichts dazu. Entsprechen die überhaupt irgendeiner Norm? Smiley43

Gruß,
Lukas
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#3
Ja,

die Steckverbinder gab es im Osten im experimentellen Umfeld. Es gab z.B. für Schulen Mikrowellensätze (Sender, Empfänger und Verstärker) da waren diese Dinger dran.  Weitere Anwendungen sind mir da nicht bekannt.

Vermutlich wurden die Pulte umgerüstet und man wollte sichergehen, dass diese Kabel nirgendwo anders eingestöpselt werden.

Thommi
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#4
Hallo Thommi!
Dann werde ich wohl noch ein bisschen weiter im Netz rumstochern müssen...sehen ja den normalen DIN 5pol mit 240° sehr ähnlich, da liegen die drei oberen Pole aber leider nicht in einer Linie.
Danke schonmal Smiley14

Gruß,
Lukas
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#5
Diese Stecker hatten eine eigene TGL- Norm (Nummer weiß ich nicht mehr!) und wurden u.a. in medizinischen Produkten der DDR verwendet. Z.B. waren sie an den Biomonitoren BMT-420 des VEB Meßgerätewerk Zwönitz und Geräten des VEB MLW Leipzig dran. Für medizinische Anwendungen waren die Kontaktelemente sogar vergoldet. Es gab sie in 5- poliger und 11- poliger Ausführung. Ich muss mal im (Messie-) Lager nachschauen, ob da noch irgend welche Kabel und Baugruppen rumdümpeln.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#6
Hallo Wolfram,
wenn du noch welche auftreiben könntest, wäre das natürlich super. Auch der Hinweiß mit den medizinischen Produkten ist schonmal sehr hilfreich, falls sich bei dir keine mehr finden sollten.

Dankeschön!

Gruß,
Lukas
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#7
Das habe ich bei den Unterlagen zur TELA 74 gefunden.
Diese Buchsen sind dort auch verwendet worden, vielleicht hilft das weiter.
Bezeichnung und TGL Norm stehen bei.

   

Hier die genaue Bezeichnung. Bei E-bay gibt es die sogar als Neuware für ca. 5 Euro.

Kupplungsstecker 11 063-01 Serie 5 /21 RFT Glashütte Stecker mikrofon 5-polig
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#8
Hallo Frank!
Vielen lieben Dank, mit der TGL Norm konnte man bei Ebay dann doch einiges finden. Hab mir erstmal 4 Stück der Stecker bestellt. Nur eine Kupplung konnte ich leider noch nicht auftreiben. Wenn du, Wolfram, da vielleicht nochmal in der Wühlkiste schauen könntest? Angel

Gruß,
Lukas
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#9
(07.08.2016, 11:36)frikkler schrieb: ...Nur eine Kupplung konnte ich leider noch nicht auftreiben...

Wenn ich mich jetz nicht irre, dann wurden diese Stecker auch oft für die damaligen blaugrauen DDR-Stereo-Kopfhörer DK66 verwendet. Ich habe so einen noch daheim. Diese Kopfhörer waren u.a. auch in den Schulen in den (meistens Russisch- Smiley26 ) Sprechkabinen noch und nöcher vertreten...

Dazu gabe es auch die passenden Kupplungen ("Verlängerungen") oder Adapter, mit denen man z.B. von diesen "Diodensteckern" auf Klinke adaptieren konnte. Manchmal hat Pollin oder Conrad & Co noch so etwas.

Gruß Michael
Penthode?
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#10
Hallo Lukas

ich habe noch zwei neue Buchsen (Einbausteckdose 22 TGL31428 Type 063-02:00 (FD 51) Serie 5/21) und zwei neue Stecker dieser Sorte gefunden.
Nach Kupplungen muss ich mal bei den alten Kabeln schauen.
Kannst Du gern für's Porto bekommen.

Viele grüße

Ingo.
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#11
Hallo ihr zwei!

Danke für den Tipp, Michael. Pollin hat ja öfters noch solche alten Restbestände zu veräußern.
Die Stecker würde ich gerne nehmen wollen, Ingo. Wenn du auch noch Kupplungen auftreiben könntest, wäre das natürlich super!

Hab im Internet auch noch einige Bilder vom Übertragungswagen Typ FZ44 gefunden, der nach der Wende noch bis 2000 beim MDR im Einsatz war. In diesem Ü-Wagen waren auch zwei der Mehrkanalsichtgeräte verbaut. Leider wurde er danach verschrottet.
Hier der Link:http://www.history-weimar.de/sender/page/fz44.htm

Gruß,
Lukas
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