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Dual 1003 Abwurfsäule
#1
Hallo Leute!
Ich habe für meinen Dual 1003 eine Abwurfsäule ergattert. Der Verkäufer meinte , sie ist noch unbenutzt. 
Habe sie natürlich gleich ausprobiert und nun zwei Probleme damit...

Das kleinere ist , einige meiner Singles klemmen auf der Abwurfsäule und fallen dadurch nicht runter. Da ich im Maschinenbau arbeite , habe ich die Bohrung der Platten 0,1mm größer gemacht. 

Was haltet ihr davon und warum klemmen einige Platten?

Nun zu dem größeren Problem , 

es werden immer gleich alle Platten abgeworfen (habe es mit 4 Platten probiert)
Ich denke nicht , dass es damit zu tun hat , dass die Bohrung der Platten vergrößert wurden. 
Oder etwa doch? Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen , dass die Toleranzen da so gering sind. 
Soweit ich es beurteilen kann , funktioniert die Mechanik der Abwurfsäule. Die drei "Nasen" klappen ein , die Rollen bewegen sich und die Metallblätchen über den Rollen klappen aus. 

Habt ihr eine Idee was falsch laufen könnte?

Danke schon mal.
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#2
Das ist durchaus nicht ungewöhnlich. Die Platten haben, je nach Hersteller und Herstellungszeit, unterschiedliche Dicken und auch leichte Toleranzen beim Durchmesser des Mittelloches. Da kann immer mal was Klemmen. Die Abwurfsäulen sind aber für die durchschnittliche Singledicke der Singles aus den 50ger/60ger Jahren gebaut worden.
Erschwerend kommt noch dazu, dass die Singles im laufenden Betrieb auf dem Plattenteller oft übereinander durchrutschen und es dann zum Leiern kommt. Die Hersteller der Platten kannten das Problem und fügten z. T. am äußeren Rand der Labels, Riffelungen ein, die den Singles Grip geben sollten. Leider aber verwendeten nicht alle Hersteller die gleichen Riffelungen, so dass sie nicht zueinander passen und die Platten noch leichter durchrutschen können. Da bleibt nur die Platten nach Herstellungszeit und Hersteller sortiert auf der Abwurfsäule abzuspielen und solche Platten, die Ärger machen, nicht auf die Säule zu packen.

Dass nun alle Platten auf einmal herunterfallen, wird wohl eher nicht an 0,1mm weniger Durchmesser liegen. Da vermute ich eher eine Fehlfunktion der Säule. Versuchs doch nochmal mit Platten, die nicht am Mittelloch bearbeitet wurden und aus den 50er/60er Jahren stammen. Achja, die Abwurfsäule muss nach dem Einsetzen im Chassis auch verriegelt werden mit einer seitlichen Drehung, falls das nicht bekannt ist.

Hier mal noch zwei Skizzen zum mechanischen Aufbau:

   

   
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#3
(22.05.2017, 22:01)Anton schrieb: Das ist durchaus nicht ungewöhnlich. Die Platten haben, je nach Hersteller und Herstellungszeit, unterschiedliche Dicken und auch leichte Toleranzen beim Durchmesser des Mittelloches. Da kann immer mal was Klemmen. Die Abwurfsäulen sind aber für die durchschnittliche Singledicke der Singles aus den 50ger/60ger Jahren gebaut worden.
Erschwerend kommt noch dazu, dass die Singles im laufenden Betrieb auf dem Plattenteller oft übereinander durchrutschen und es dann zum Leiern kommt. Die Hersteller der Platten kannten das Problem und fügten z. T. am äußeren Rand der Labels, Riffelungen ein, die den Singles Grip geben sollten. Leider aber verwendeten nicht alle Hersteller die gleichen Riffelungen, so dass sie nicht zueinander passen und die Platten noch leichter durchrutschen können. Da bleibt nur die Platten nach Herstellungszeit und Hersteller sortiert auf der Abwurfsäule abzuspielen und solche Platten, die Ärger machen, nicht auf die Säule zu packen.

Dass nun alle Platten auf einmal herunterfallen, wird wohl eher nicht an 0,1mm weniger Durchmesser liegen. Da vermute ich eher eine Fehlfunktion der Säule. Versuchs doch nochmal mit Platten, die nicht am Mittelloch bearbeitet wurden und aus den 50er/60er Jahren stammen. Achja, die Abwurfsäule muss nach dem Einsetzen im Chassis auch verriegelt werden mit einer seitlichen Drehung, falls das nicht bekannt ist.

Hier mal noch zwei Skizzen zum mechanischen Aufbau:

Danke Anton für die Hinweise. 

Das die Säule verriegelt werden muss , weiß ich. 

Ich habe noch nicht all zu viele Singles. Das meiste sind neue Pressungen und ein paar vom Flohmarkt. Da ist leider nix aus den 50ern dabei. 

Wonach könnte ich noch schauen?
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#4
Du könntest die Abwurfsäule händisch testen: Säule auf eine feste Unterlage stellen und festhalten, einige Platten drauflegen und dann die ganze Säule bis zum Anschlag runterdrücken und langsam wieder loslassen. Dann sollte die erste Platte abgeworfen werden. Das kannst Du so oft wiederholen, wie Platten auf der Säule liegen. Ist dieser Test erfolgreich, funktioniert die Säule richtig und am Plattenspieler ist etwas nicht ganz in Ordnung, z. B. Verharzung an der Mechanik. Fahren aber beim Eindrücken des Stiftes die 3 Metallzungen nicht aus, stimmt etwas nicht mit der Abwurfsäule.

Funktion: Ein Hebel unter dem Plattenspielerchassis drückt beim Wechselvorgang den unteren Stift der Säule nach oben. Dadurch schieben sich die drei Metallzungen (über die Rollen, auf der Bauteilskizze als Nr. 3, Tragfedern bezeichnet) zwischen die beiden unteren Platten und halten den Plattenstapel oben, gleichzeitig werden die drei Flügelstützen (Auf Bauteilskizze als Nr. 4, Tragstütze) eingeklappt und lassen die unterste Platte nach unten gleiten. Danach löst der Hebel sich wieder vom Stift der Abwurfsäule und lässt die Metallzungen einfahren und die Flügelstützen wieder ausklappen und die unterste Platte senkt sich auf Plattenstärke nach unten. Die Flügelstützen halten dann die Plattenstapel wieder oben. Eigentlich ein einfaches Funktionsprinzip.

Siehe auch die nachfolgenden Bilder: (Mausklick auf Bilder = Vergrößerung)

   
   
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#5
(23.05.2017, 23:44)LAnton schrieb: Du könntest die Abwurfsäule händisch testen: Säule auf eine feste Unterlage stellen und festhalten, einige Platten drauflegen und dann die ganze Säule bis zum Anschlag runterdrücken und langsam wieder loslassen. Dann sollte die erste Platte abgeworfen werden. Das kannst Du so oft wiederholen, wie Platten auf der Säule liegen. Ist dieser Test erfolgreich, funktioniert die Säule richtig und am Plattenspieler ist etwas nicht ganz in Ordnung, z. B. Verharzung an der Mechanik. Fahren aber beim Eindrücken des Stiftes die 3 Metallzungen nicht aus, stimmt etwas nicht mit der Abwurfsäule.

Funktion: Ein Hebel unter dem Plattenspielerchassis drückt beim Wechselvorgang den unteren Stift der Säule nach oben. Dadurch schieben sich die drei Metallzungen (über die Rollen, auf der Bauteilskizze als Nr. 3, Tragfedern bezeichnet) zwischen die beiden unteren Platten und halten den Plattenstapel oben, gleichzeitig werden die drei Flügelstützen (Auf Bauteilskizze als Nr. 4, Tragstütze)  eingeklappt und lassen die unterste Platte nach unten gleiten. Danach löst der Hebel sich wieder vom Stift der Abwurfsäule und lässt die Metallzungen einfahren und die Flügelstützen wieder ausklappen und die unterste Platte senkt sich auf Plattenstärke nach unten. Die Flügelstützen halten dann die Plattenstapel wieder oben. Eigentlich ein einfaches Funktionsprinzip.

Siehe auch die nachfolgenden Bilder: (Mausklick auf Bilder = Vergrößerung)

Also erstmal , du beschreibst das echt toll!  Thumbs_up

Mir ist als erstes aufgefallen , das bei meiner Säule die Metallzungen nicht so weit heraus kommen. 

Beim Test von Hand ist folgendes passiert...
beim herunterdrücken der Säule ist eine Platte gefallen. Beim wieder los lassen der Säule wollte schon die nächste runter fallen , hat sich aber verklemmt. Beim erneuten herunter drücken der Säule ist mal der ganze Stapel gefallen , mal nur zwei oder auch mal nur eine. 
Es sieht so aus , als ob beim los lassen der Säule , die Metallzungen schon eingefahren sind , bevor die Flügelstüzen ausgeklappt sind. 
Möglicherweise könnte das damit zusammen hängen , dass die Metallzungen bei mir nicht so weit ausfahren. 

Ich habe das ganze dann noch mal am Plattenspieler probiert. Da fallen immer gleich alle Platten herunter.
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#6
Das klingt danach, als ob ein Defekt an der Abwurfsäule vorliegt. Aus der Ferne kann ich da jetzt auch nicht sagen, was genau es sein könnte. Aber ich biete Dir an, mir die Säule zuzusenden und ich schau, ob ich sie reparieren kann. Hilfreich dabei-, und mein Vorteil ist-, dass ich Referrenzsäulen habe, mit denen ich die Einstellungen im Inneren vergleichen kann, nachdem ich sie zerlegt habe. Falls Du das möchtest, sende mir eine PN, dann machen wir den Versand, etc. klar. Kosten: Nur Versand.
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#7
Otis hatte mir seine Abwurfsäule zugeschickt. Leider habe ich keine guten Nachrichten zu vermelden:

Schon beim Ansehen im kompletten Zustand konnte man sehen, dass die Federzungen nicht weit genug aus der Säule herausragen, um die Platten zu halten. Auch waren Bearbeitungsspuren an den Enden der Federbleche zu erkennen. Diese wurden abgewickt, oder abgefeilt.

Nach dem Zerlegen der Abwurfsäule bestätigte sich dieser Eindruck. Im Vergleich mit den Federn einer intakten AS3 Abwurfsäule, kann man es auf dem Foto erkennen. Die intakten Federn sind links zu sehen:

   

Hier noch der Vergleich zwei einzelner Federn. Es ist gut zu erkennen, dass hier einige mm fehlen. Da die Abwurfsäulen natürlich als Präzionsmechanischer Apparat konstruiert wurden, können sie nach solchen Veränderungen nicht mehr fehlerfrei funktionieren:

   

Wenn Dir die Abwurfsäule als neu-, bzw. ungebraucht verkauft wurde, dann hat Dich Jemand übers Ohr gehauen. Ich hoffe Du hast nicht soviel dafür bezahlt. Reparabel wäre das nur, wenn Du Jemanden findest, der Dir die Federn neu nachfertigen kann. Diese sind aus einem sehr dünnen Kupfer-, oder verkupferten Blech hergestellt, so wie das für mich aussieht. Auf jeden Fall müssen sie eine gewisse Biegsamkeit und trotzdem Stabilität aufweisen, ohne zu knicken. Ich kann solche Teile leider nicht anfertigen. Ersatzteile habe ich auch nicht. Ich müsste eine andere, funktionierende Abwurfsäule dafür opfern und das würde überhaupt keinen Sinn machen. Aber ich könnte bei Bedarf eine Musterfeder als Vorlage verleihen.
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#8
Spontan fallen mir zwei Möglichkeiten ein. Einmal die Laschen von Flachbatterieen oder die Feder von Tischuhren usw. https://www.selva.de/de/alle-kategorien/...-mm-breit1
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#9
Da sind unsere Mechaniker gefragt! Ich vermute mal das ist Federbronze?
@Anton: vielen Dank für die tollen Bilder! Habe sie mir gleich gesichert.
Gruß aus Bremen

Enno
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