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Besichtigung des Langwellensenders Europe 1
#1
Groß war der Ansturm als das Tor zum Gelände des Langwellensenders Europe 1 anlässlich des Tages des offenen Denkmals 2017 m.W. nach erstmalig für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Geduldig wartete die Schlange vor dem futuristischen Sendegebäude, wo in kleinen Gruppen Führungen angeboten wurden. Mit dieser Menge von Leuten hatten die Veranstalter nicht gerechnet, aber dann prompt und professionell reagiert. Die Gruppen wurden größer, auf bis zu 50 Leute, und die Vorträge kürzer. Während eine Gruppe durch die Technik geführt wurde konnte die nächste schon eintreten zum Vortrag. Da erfuhr man dann so einiges über die Geschichte des Senders und wie die Rundfunkgesellschaft trickreich den rechtlichen Sonderstatus des Nachkriegs-Saarlandes zur Verwirklichung ihrer Visionen ausnutzte.
Wer wusste schon daß Europe 1 mit 2 Megawatt eine Zeitlang der weltweit stärkste Langwellensender war, daß die Sendefrequenz experimentell ermittelt wurde und erst 1978 durch den Genfer Wellenplan endgültig festgelegt wurde. Die Spannbetondecke der Halle war bautechnisches Neuland. Alles in allem eine bewegende, aber oft auch tragische Geschichte.
Seit einem Mastbruch im Jahre 2012 wird mit reduzierter Sendeleistung gesendet. Die Sendehalle wurde aufgegeben und ging an die Gemeinde Überherrn. Die weitere Nutzung der Halle ist noch nicht geklärt. Der Sender als solcher wird uns aber noch erhalten bleiben.

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

weitere Infos:

www.senderfotos.de

wikipedia.org

Die Antennenanlage von Europe No 1
Gruß,
Jupp
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Verzweifle nicht, wenn du kein Profi bist. Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
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#2
Coole Bilder Jupp,
danke fürs zeigen.
Gruß aus der Pfalz
Gery


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#3
Interessante Architektur  Cool
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Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet...Dirk
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#4
Was für ein Andrang! Schöne Bilder, Danke Jupp.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#5
Auf dem Betonturm war damals der erste private Fernsehsender Deutschlands in Betrieb, sendete allerdings nur für 10 Tage von Berus aus das Programm von TELESAAR.
Vom 15.1.1958 bis 25.01.1958 sendete er auf Kanal F1b in 819 Zeilen und wurde dann zwangsweise von der Deutschen Post stillgelegt und verplombt, weil die fast identische Frequenz CCIR Kanal 2 bereits 1957 dem SR zugeteilt war.
Es grüßt der Michel vom Sender Göttelborner Höhe
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#6
Danke Jupp für diesen aktuellen Beitrag.
Leider ist meine Langwelle hier ein schweigendes Band.
Sehr interessant. Thumbs_up
MfG Heiner

Man lernt nie aus!
Smiley53
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#7
Hallo Jupp,

ein interessanter Einblick in die Technik vom Sender Europe1. Frequenzmäßig haben sich die Sender Europe1 aus Saarlouis und Zehlendorf immer etwas überlagert. Daher auch die Ausblendung nach Deutschland. Seit Zehlendorf außer Betrieb ist und die Strahlwirkung von Europe1 Richtung Frankreich aufgehoben wurde, ist ein Empfang in Deutschland gut möglich. Naja, das Programm beschränkt sich wohl zum größten Teil auf Wortsendungen. Aber wir sind ja über jeden Sender froh, der noch aktiv ist.

Also, danke für's Zeigen dieses Schwergewichtes.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#8
(11.09.2017, 18:10)Joba schrieb: Auf dem Betonturm war damals der erste private Fernsehsender Deutschlands in Betrieb, sendete allerdings nur für 10 Tage von Berus aus das Programm von TELESAAR.
Vom 15.1.1958 bis 25.01.1958 sendete er auf Kanal F1b in 819 Zeilen und wurde dann zwangsweise von der Deutschen Post stillgelegt und verplombt, weil die fast identische Frequenz CCIR Kanal 2 bereits 1957 dem SR zugeteilt war.

das war kein Beinbruch. So konnten gleich mit dem Radio Gewinne eingefahren werden anstatt das verlustbehaftete Fernsehen mitzuschleppen.
Gruß,
Jupp
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Verzweifle nicht, wenn du kein Profi bist. Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
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#9
(11.09.2017, 18:50)Andreas_P schrieb: Hallo Jupp,

ein interessanter Einblick in die Technik vom Sender Europe1. Frequenzmäßig haben  sich die Sender Europe1 aus Saarlouis und Zehlendorf immer etwas überlagert. Daher auch die Ausblendung nach Deutschland. Seit Zehlendorf außer Betrieb ist und die Strahlwirkung von Europe1 Richtung Frankreich aufgehoben wurde, ist ein Empfang in Deutschland gut möglich. Naja, das Programm beschränkt sich wohl zum größten Teil auf Wortsendungen. Aber wir sind ja über jeden Sender froh, der noch aktiv ist.

Also, danke für's Zeigen dieses Schwergewichtes.

Zu Glanzzeiten erreichte der Sender die frz. Kolonien in Nordafrika. Die Strahlrichtung war das Rhonetal runter ausgerichtet. Und genau, die französischen Wortsendungen sind für unsere Ohren nicht zur Dauerberieselung geeignet.
Gruß,
Jupp
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Verzweifle nicht, wenn du kein Profi bist. Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
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#10
Danke, Jupp,
Ich wusste gar nichts über den Sender. Jetzt habe ich mich Wikipedia- schlau gemacht.
Gruß!
Ivan
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#11
hoffentlich bleibt uns der noch etwas erhalten; man will  mit seinen Radios ja auch etwas empfangen können... Übrigens wimmelt es abends jetzt auf LW von nordafrikanischen Sendern, kein Wunder, wenn den armen Europäeren das Geld ausgeht...
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#12
Klasse Jupp, vielen Dank für die großartigen Eindrücke & Bilder Maus

Herzliche Grüße, von Peter
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
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#13
Tolle Bilder Jupp!
Ist die Halle dann auch von 1958? Die Architektur erinnert ja auch ein wenig an die Berliner Kongresshalle! Schön auch die Lautsprecher zwischen den Fenstern. Sind das Philips Tonsäulen?
Gruß aus Bremen

Enno
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#14
die Halle wurde 1954 errichtet. Als Vorläufer wird die Dorton Arena in Raleigh und die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe angegeben. Drei Monate nach Baubeginn gab es statische Bedenken und es wurde vom Hängedach auf ein Spannbetonverfahren umgeschwenkt. Über die spannende Entstehung dieses innovativen Gebäudes liegt mir detaillierte Literatur vor.
Den Hersteller der Säulenlautsprecher kann ich dir nicht benennen, Enno.
Gruß,
Jupp
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