Radio-Bastler-Forum (RBF)

Normale Version: Perpetuum Ebner Rex 4A Reparaturversuch
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Hallo zusammen

Eigentlich gehört er auf den Schrott. Da ich aber Herausforderungen dieser Art mag,werde ich versuchen dieses Fundstück der Woche zu
revidieren.

[attachment=75111]

Erste Bestandsaufnahme : Plattenteller bombenfest,Gummibelag hart wie Zement und läßt sich höchstwahrscheinlich nur noch mit dem
Beitel entfernen.Die Tonkapsel sowie das Zubehör fehlen und das Netzkabel ist abgeschnitten.

[attachment=75117]

Untenrum scheint soweit alles komplett und Original zu sein.

Warum ich mir das antue? Ich habe aus alter Zeit noch so einige Bauteile,die hier fehlen,im Fundus.
Ob die Riemen noch was taugen,werden wir in kürze sehen.
Moin,

(01.05.2020, 21:27)Valvotek schrieb: [ -> ]...
Erste Bestandsaufnahme : Plattenteller bombenfest,Gummibelag hart wie Zement und läßt sich höchstwahrscheinlich nur noch mit dem
Beitel entfernen.Die Tonkapsel sowie das Zubehör fehlen und das Netzkabel ist abgeschnitten.
...

Also fehlt ihm fast nix. Smile Das ist schnell erledigt. Big Grin
Das schwierigste wird sein,den alten Belag abzustemmen.Das ist fast wie Fliesen von der Wand abschlagen.
Hallo Roman
Ich würde auf keinen Fall die Plattenteller Matte entfernen, sondern nur reinigen, z.B. mit Viss (früher ATA genannt)
Danach dann lieber was anderes darüber legen....
Ich habe es schon angetestet.Es geht ein bischen Lack von der Telleroberfläche mit ab.Der Teller selbst bleibt unbeschädigt.

[attachment=75119]

An die Tellernabe habe ich ein bischen WD40 gesprüht.Nach vorsichtigem Hin- und Herbewegen ließ er sich dann abnehmen.
Ggf könnte man den Teller im Backofen erwärmen, dann sollte die Gummiauflage weich werden.
Hallo Enno

Danke für den Tipp. Werde ich versuchen.
Wärmebehandlung im Backofen hat außer unangenehmen Gerüchen nichts gebracht (ca.50-60 Grad).
Letztenendlich habe ich die Belagfragmente mit einem kleinen Holzbeitel "abgestemmt".

[attachment=75169]

[attachment=75170]
Das Zeug hatte eine Konsistenz wie Bakelit und ist an manchen Stellen Eins mit der Hammerschlaglackierung geworden.
Weiter ist die Matte irgendwann mit einer Art Pattex stellenweise nachbefestigt worden.
Ein bischen geholfen hat es ,den Teller immer wieder naß zu machen.

[attachment=75171]

Nach eineinhalb Stunden war der Belag Geschichte.
Es geht weiter....

[attachment=75234]
Der Plattenteller mit Ersatzmatte aus dem Fundus.


[attachment=75235]
Danach wurde der Antrieb komplett demontiert und zerlegt.Der Motor war etwas schwergängig.Nach Reinigung der Lager bekamen diese
ein Tröpfchen Sinterlageröl.

Mechanisch ist der Motor wieder leichtgängig.Die Spulen sind offensichtlich alle vier in Ordnung.Der ohmsche Widerstand liegt jeweils bei
ca.500 Ohm.Die beiden Leistungswiderstände liegen ziemlich genau bei 1kOhm.

Zwei kleine Probleme gibt es:
Zum Ersten ist der ERO-Doppelkondensator (2x0,8µF/170V AC) natürlich nicht mehr werthaltig.Da werde ich wohl 2 Ersatztypen
einbauen müssen,wahrscheinlich 820nF / 1kV -Chinesen.

Dann sind zwei der drei Schingungsdämpfergummis zerbröselt.Da muß ich dann mal kreativ sein....
Hallo, Roman,
Respekt!!! Zugegeben ich kann es mir nicht vorstellen, eine solche Urmacherarbeit mir zu trauen. Thumbs_up
Heute habe ich mich nur mit dem Doppelkondensator beschäftigt.

Im Schaltbild angegeben: 2x0,75µF  , verbaut sind 2x0,8µF/170V AC.

[attachment=75304]
Beide Seiten zeigen am Leckstromtester etwa 3-4µA bei ca 180V DC
Die gemessene Kapazität differiert etwas :1x0,85µF und 1x0,9µF,wobei die Toleranz mit minus 5% / plus 10% angegeben ist.

Bei dem Fundzustand habe ich eher mit einem Kondesator-Totalausfall gerechnet.


[attachment=75305]
[attachment=75306]
Warm geworden ist nach einer guten Stunde auch nichts.Die Temperatur am Fühler ist nicht über die Raumtemperatur hinausgegangen.
Ich denke,ich werde es mit dem Kondensatorblock probeweise versuchen.
Alternativ habe ich 2 x 0,82µF/630V Chinakondis da.
Kannst du mal ein Foto der Gummis einstellen. Hab mal solche für den Mignon nachgebaut, vielleicht passen die ja.

Gruß,
Achim
Wenn ich das Bild mit den Einzelteilen ansehe, scheinen das zwei unterschiedliche Lagergummis zu sein.

[attachment=75439]
Hallo Martin

Die Lagergummis sind alle drei identisch. Eins ist OK,eins ist zerbröselt und eins ist umgedreht montiert.Deshalb sieht das anders aus.

[attachment=75443]
Nr.1 Zerbröselt und platt.

[attachment=75444]
Nr.2 Spröde und umgedreht montiert .(Ist so Original.)

[attachment=75445]
Nr.3 Seltsamerweise einwandfrei

Die Antriebsriemen werde ich ebenfalls ersetzen müssen.Die sind alle Drei verhärtet.
Ich habe einen brauchbaren Ersatz für die Gummidämpfer gefunden:

[attachment=75472]
Zwei Gummistopfen ( diese stammen von einer Dosierpumpenbefestigung ),zwei Stücke Silikonschlauch und zwei Silikon-Unterlegscheiben
zum Höhenausgleich.

[attachment=75473]
[attachment=75474]
So sieht das Ganze dann zusammengebaut aus.

Zwei Riemen vom Rex A hatte ich noch im guten Zustand da,einer fehlt noch.

Thakker will für einen Satz 23 Euro haben. Das ist mir ein bischen zu viel. Vielleicht habt Ihr noch einen Einzelnen in der Grabbelkiste.....?

Frage an die Rex-Experten: Bewirkt eine leicht abweichende Kondensatorkapazität eine Drehzahl bzw.Drehmomentänderung?
Projekt Rex ging heute weiter.

Zerlegen und reinigen des Reibrades samt Trägerplatte.Zusammenbau des Motorlaufwerkes und Aufziehen der Riemen....

[attachment=75523]
[attachment=75524]
 ....wobei der Riemen für 16U nicht mehr ganz fit ist.
Der Motor wurde mit den neuen Kondensatoren beschaltet und ist überraschend laufruhig.

[attachment=75525]
Als nächstes wurde die Chassisreinigung durchgeführt und alle beweglichen Teile gefettet bzw geölt.

[attachment=75526]
Zuletzt Zusammenbau und Ergänzung mit Zubehör aus dem Fundus.
Der Probelauf ergab einen sauberen Gleichlauf.Die Drehzahl ist ein bischen zu niedrig.Das ist aber nur an der Stroboskopscheibe zu
erkennen,fast nicht zu hören.Auch das alte KST9-System,welches schon ewig bei mir rumlag,funktioniert sehr Zufriedenstellend.
Die Wechslerautomatik läuft sauber durch,ohne das die Drehzahl merklich runter geht.

Einzig schaltet das Gerät nicht ab.Möglicherweise ist der Schalter unter der Tonarmstütze defekt oder verjustiert.Da muß ich nochmal bei.
Ist die Drehzahl auch mit dem alten Kondensator zu gering?
Hallo

Das die Drehzahl etwas geringer ist,habe ich nur unter der Verwendung der Stroboskopscheibe festgestellt.
Mit dem alten Doppelkondensator war dieser Effekt identisch.Nur das der alte C-Block  warm wurde und die neuen Teile nahezu
kalt bleiben.
Die Kapazitäten sind mit 0,82µF im Toleranzbereich der alten Cs ( 0,8µ -5/+10%)

Der Antrieb ist auch durchzugskräftig.Selbst bei 16  U/min läuft die Automatik ohne Einschschränkung trotz des alten Originalriemens,
der nicht mehr so straff aufliegt,wie die anderen.......
Hallo Roman,

schöner Reparatur-Bericht!
Da denke ich an meinen alten PE Stereokoffer Musical 55V,
den ich leider verschenkt habe.
In dem war das Chassis REX A 58 Stereo mit dem Tonabnehmersystem PE90.
Aber weg ist weg!

Viele Grüße aus Peine

Detlef