Radio-Bastler-Forum (RBF)

Normale Version: Der Radiokunde 1955, oder: Wissen ist Macht
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Anbei ein Schmankerl aus einem alten Radiokatalog. Ein Muster für den Radiohändler zum Anlegen seiner Kundenkartei.

Sehr schön, aus heutiger Sicht, die Kundencharakterisierung nach:


"Charakterliches"

"Wer ist tonangebend: Mann / Frau"



[attachment=94994]
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Sehr interessanter Blick "Hinter die Kulissen" und aus heutiger Sicht wirklich zum Schmunzeln Big Grin
Ein starkes Dokument.

Aber es ist schon der Beginn eines sinnungswandels festzustellen.
Davor wurde danach nicht gefragt, da stand der Häuptling schon vorher fest.

Gruß
Wilhelm
Neben der Feststellung wer die Hosen an hat, finde ich die Rubrik "Charakterliches" doch sehr befremdlich oder "strange", wie es in Neudeutsch heisst.
Moin,

wieso befremdlich??? Was glaubste bei wievielen Behörden bei mir auf der Akte steht "schwieriger Bürger" Das ist heute alle noch genauso, nur redet keiner drüber.

Thommi
Hi Thommi,
es redet keiner mehr darüber oder will nicht drüber reden. Ich kenne das und bin da ganz bei Dir.
Genug OT. Solche Dokumente sind rar und wirklich Goldwert.
LG aus Schwerin, Holger
(06.12.2021, 19:28)Mendefreund schrieb: [ -> ]...finde ich die Rubrik "Charakterliches" doch sehr befremdlich oder "strange", wie es in Neudeutsch heisst.


Ging mir im ersten Moment auch so. Möglicherweise interpretiert man da aus heutiger Sicht aber auch zu viel hinein.
Da die Karte sehr 'kaufmännisch' ausgerichtet ist, kann man sich auch vorstellen, dass hier eine Eintragung vorgenommen werden kann, die für die Kunden - / Händlerbeziehung hilfreich ist (Beispiel: "technisch vorgebildelt" oder "kaufkräftiger Interessent", aber auch z.B. "säumiger Zahler").

Letztlich stammt diese Karte aus einem westdeutschen Radiokatalog von 1955, und wenn man sich das VDRG-Logo vor Augen führt, so erkennt man, dass hier der Großhandel dem mitunter kleinen Einzelhändler, der keinen großen Bürostab in seinem Geschäft hielt, eine Hilfe an die Hand gab.
Es findet sich im Katalog eine weitere Musterkarte mit der Überschrift "Lager-Karteikarte", die helfen sollte, den eingekauften und verkauften Gerätebestand genauer zu erfassen, z.B. hinsichtlich der bei dem jeweiligen Gerät aufgetretenen Reklamationen.

Interessant fand ich, dass es damals wohl üblich war, auch den Arbeitgeber des Kunden zu erfassen.

Daneben, wenn man sich einmal die Rückseite der Karte betrachtet, so finden sich dort marketingseitige Kriterien, die auch heute noch Relevanz besitzen, wenngleich sie heute eher mit englischsprachigen Begriffe belegt sind.