Radio-Bastler-Forum (RBF)

Normale Version: Enigma
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Hallo gibt es hier im Forum jemand der eine sogenannte " Verschlüsselungsmaschine" besitzt ? Dieses Thema interessiert mich sehr vorallem so bsp. diese Enigma M4 mit der im 2. Weltkrieg gearbeitet wurde und jedoch glaube die Engländer es entschlüsseln konnten. Ja klar findet man im Netz viel darüber. Aber würde mich interessieren ob jemand damit noch arbeiten könnte. Und etwas über die Handhabung und Geschichte schreiben kann .LG.Maik (Stassfurt)
Wenn die einer hätte, vorallem die Marineausführung, wäre die im Safe. Die Teile sind sehr teuer.
Im übrigen haben soweit ich weiss, die Polen massgeblich zur Entschlüsselung beigetragen. Daher durfte der (englische) Film Enigma auch in Polen nicht gezeigt erden, da hier nur die Engländer den Code knackten.
Ich habe eine im Technikmuseum in Warschau gesehen - eine Radioabteilung gibt es dort auch....
Soweit ich mich erinnere, hatten die Deutschen immer einen Teil (Wetter?) unverschlüsselt gesendet, das half den Code zu entschlüsseln. Es gibt zwei gute Filme und ein Paar Bücher....wen Interesse da ist, schau ich wie meine Bücher heissen....
Auch mich würde die Arbeitsweise dieses sehr Geschichtsträchtigen Produkts, brennend interessieren.
Ja mit der Geschichte ist es immer so ne Sache mit Wahrheit und Unwahrheit . Ja eine Reise nach Warschau steht auch noch auf mein Europareisestädte Programm , danke für den Museumstipp. LG.Maik (Stassfurt)
Hallo zusammen,

wer sich einen ersten Überblick verschaffen will, kann mit: enigma in wikipedia beginnen.
Man muß die verschiedenen Versionen des Geräts kennen. Anscheinend war der polnische Kryptologe Rejewski der erste, der die interne Verdrahtung der Walzen erkannte (1932). Die Aufdeckung der Codierung bei den im Krieg verwendeten enigma-Versionen wird dem britisch-amerikanischen Team um Alan Turing zugeschrieben. Hilfreich hierbei war eine kryptografische Lücke, nämlich die im Klartext am Anfang des Spruchs übertragenen sogenannten "Spruchschlüssel".

Viele Grüße,
Karl-Heinz
Servus,
Dieses Kryptografie Thema ist sehr interessant. Ich forsche dazu seit 2 Jahren. Die Enigma Versionen (auch die Letzten) haben die Allierten alle entschluesselt, zuerst waren es polnische Spezialisten, die die ersten Code Versionen knackten und den Englaendern uebergaben (siehe dazu Bletchley Park als Stichwort). Die Allierten konnten aber bis Kriegsende nicht alle deutschen Codes knacken. Suche mal nach SFM T43/44. Dieses One Time Pad (OTP Verfahren) war bis in die 60-iger Jahre nicht knackbar. Diese alten Siemens Fernschreiber sind bis heute nicht oeffentlich zugaenglich. Es gab etwa 50 Stueck davon. Heute ist das natuerlich mit den modernen Computern moeglich, wenn auch sehr aufwendig. 
Es war eine SFM T44, die den letzten Funkspruch bei Kriegsende nach Argentinien uebermittelte und dort die deutschen Agenten abruestete. Die mobile Marine Station funkte aus einer Position in der Naehe von Bormanns Haus  auf dem Berghofresten vom Groefaz.
Hier 2 Links:

Alpenfestung SFM T 43/44 Funktelegramme von N2

Kryptografie / Klassisch / Chiffriermaschinen / Schlüsselfernschreibmaschine T43

Ansonsten ist es sehr schwierig zu diesem Thema etwas zu finden.
Siehe dazu auch hier:
Siemens T-43 (cryptomuseum.com)

Suche auch mal mit dem Stichwort "Hitlermuehle".



TO.
Vielen Dank für diese Resonanz zu diesem nicht ganz einfachem Geschichtlichen Thema. Danke für die vielen Links dazu " man muß nicht alles wissen man muß wissen wo ( der Link dazu ist ) es steht. Ja na die Annahme von mir ob jemand so ein Teil besitzt ja klar ist schon sehr unwahrscheinlich da es 1. in geringer Stückzahl existiert.2. es in die Richtung Geheimdienste ext. geht. Nun ja spannend ist es das Thema um es näher direkt mal zu sehen wäre dann doch eher ein Museumsbesuch angedacht. LG.Maik
Hallo,

sicher für uns Technik begeisterte Menschen sehr spannendes Thema. Smiley43

Mein Physiklehrer in der Oberschule war mit  Enigma irgendwie involviert.
Er hat mit mir auch die ersten Farbfilme und Bilder gemacht, noch viele andere Experimente. Gott hab ihn selig.
Er hat mir davon erzählt, aber so genau konnte ich das seinerzeit nicht werten.

Ihm war noch bewusst, dass es Polen gelang eine Codierung zu entschlüsseln.


Tatsächlich haben mich Filme, wie auch der englische, erst  wieder meine Aufmerksamkeit geweckt.

Ich bin sicher, dass es außer uns kaum noch jemanden gibt den man damit hinterm Ofen vorlocken kann, im Zweitalter der KI.
Ja allein die ganzen mechanischen Zusammenhänge zu sehen und erkennen zu können wäre echt spannend. Wenn ich jetzt noch weiter in die Geschichte gehe hat mich auch Leonardo da Vinci absolut Fasziniert .
Servus,
Das man die Enigma solange in Betrieb hielt bei der Marine, war ein grosser Fehler. Das OKW misstraute der Enigma seit langem und ab 1943 gab es die SFM T43 und auch die Hitlermuehle. Vielen U-Bootfahrern haetten diese modernen Maschinen das Leben retten koennen, aber das OKM hielt an der Enigma fest.
Interessant ist in jedem Falle, das die SFM von Siemens bis heute nicht zugaenglich sind, auch nicht fuer Forscher.
Auch gibt es nur wenige Fotos von diesen Geheim Maschinen. Jedenfalls ist das OTP Verfahren bis heute sehr schwer zu knacken, da  qualmen auch modernste Computer.
Ich möchte zum Thema auch etwas beitragen:

1967 – 1070 versah ich meinen Dienst bei der Nationalen Volksarmee in der Nähe von Rostock als Soldat auf Zeit, letzter Dienstgrad: Feldwebel der Reserve.

Nach kurzer Zeit der Ausbildung landete ich in der Nähe von Rostock in einer VS-Stelle im Stab. Dort wurden die Verschlusssachen aufbewahrt und verwaltet. Ebenso befand sich dort auch ein Raum, der als Chiffrierstelle bezeichnet wurde.
Nach kurzer Zeit in der VS-Stelle wurde ich auch in besagter Stelle eingesetzt.

Zuerst hatte ich es mit einer russischen Chiffriermaschine zu tun. Im Prinzip arbeitete sie mit ebensolchen Walzen wie in dem Enigma. Leider weiß ich nicht mehr deren Anzahl, ich schätze mal 6 – 8. Es gab aber kein Steckfeld mehr, sondern einen Lochstreifenleser. Dazu gab es ein Heft, dass in verschlossenen Umschlägen ein gefaltetes Stück Schlüssel-Lochstreifen, ca. 1 m lang enthielt. Um einen Text zu verschlüsseln, musste man diesen LS in den Leser einlegen und dann den zu übermittelnden Text per Hand schreiben. Dabei wurde der Schlüssel-LS kontinuierlich weitertransportiert. Dieser Lochstreifen ersetzte sozusagen das Enigma-Steckfeld. Dieser kurze Lochstreifen war nummeriert, am Anfang des fertig verschlüsselten Textes des Fernschreibens an die Gegenstelle wurde dieser genannt. Der verschlüsselte Text wurde ebenfalls per Lochstreifen ausgegeben. Diesen brachte ich dann zur Fernschreibstelle. Ein Nachrichten-Soldat legte ihn dann in sein Lochstreifen-Lesegerät und ab ging die Post. Ggf. konnte man das auch ausdrucken, es waren alles 5er-Gruppen in Mischtext, also Buchstaben und Zahlen, keine Sonderzeichen o.ä. Sollte keine Fernschreibverbindung vorhanden sein, konnte man auch die 5er-Gruppen per Funk übermitteln. (Morsetaste). Damit die Funker im Training blieben, erhielten sie immer mal wieder von mir Test-Sendungen, die sie zu übermitteln hatten. Beim Empfang war es aber für den Chiffriere an der Gegenstelle recht mühselig, dann Gruppe für Gruppe per Hand in die Maschine einzugeben.

Die Maschine war sehr schwer und war auf einer Holzplatte, ca. 80 x 80 cm montiert. Für einen Transport gab es eine Haube. 2 Nachrichtensoldaten wurden für den Alarmfall abkommandiert, um den Transport in den Gefechtsstand zu gewährleisten. Zum Transport gehörten auch eine große Ersatzteil-Kiste und ein Pkw. Denn die Mechanik des Gerätes war sehr empfindlich, daher war nix mit Lkw (Ural).

Leider ist mir die Typenbezeichnung der Chiffriermaschine entfallen.

Im nächsten Teil dieses Beitrags gibt es weitere Infos zum Nachfolggerät, es heißt „FIALKA“. Das löste das zuvor beschriebene Gerät ab. Hierzu gibt es deutlich mehr Infos im Netz.


Werner
Servus,
Diese Art eines vereinfachten OTP Verfahrens wurde bis Ende der 60-iger Jahre von beiden Seiten also Nato und Ostblock verwendet. Das Problem dabei war, das die Technik an sich sicher war, nur der Mensch ist der Unsicherheitsfaktor.
Den Amis gelang es die russischen Schluesselnachrichten zum Teil zu deciffrieren, aufgrund der Faulheit der Russen, den Schluessellochstreifen nur ein einziges Mal zu benutzen und danach zu vernichten. Sie benutzten ihn mehrfach fuer so einige Nachrichten und damit bis du dann geliefert. Gleiches passierte auch bei der Nato. Nicht umsonst hiess das Verfahren ja OTP= One Time Pad. Das Verfahren ist aufwendig sowohl in der Verschluesselung als auch in der Entschluesselung und es ist langsam, muehsam und hauptsaechlich fuer kurze Mitteilungen geeignet. Wenn man dort nicht mit 100% Disziplin arbeitet bist du geliefert. Mit dem Aufkommen moderner und leistungsstarker Rechner konnte man dann das OTP Verfahren knacken, das war alles nur eine Frage der Rechner Kapazitaet. Jedenfalls verdiente sich IBM eine goldene Nase. Aber: Die Rechner konnten nur decifrieren, wenn das OTP Verfahren nicht 100% angewandt wurde.
Benutzt man OTP korrekt, ist dieses Verfahren bis heute nicht knackbar. Dazu gehoert z.B. das Nachrichtenlaenge und Schluessellaenge absolut gleich lang sein muessen. Der Verschluesselungs Lochstreifen muss durch einen potenten Zufallsgenerator erzeugt werden. Und das Wichtigste: Der Schluessel darf nur ein einziges Mal verwendet werden.
Hallo,

wer mag, kann mal in eine Suchmaschine ZX-81 und Enigma eingeben. Auch heute beschäftigen sich einige Leute mit dieser Verschlüsselungstechnologie u.a. auf einem 80-er Jahre Homecomputer, der hier im Forum vor einiger Zeit mal kurz Thema war. Das Video, das man u.a. findet, wurde auf einem Treffen der Sinclair-User aufgenommen, das ich auch besucht habe.

VG Ingo.
Das Problem dabei war, das die Technik an sich sicher war, nur der Mensch ist der Unsicherheitsfaktor. 

Ganz genau so sehe ich das auch. Sehr schöne Beiträge von euch . Mensch wenn ich so ein Teil mal in Echt sehen und Arbeiten könnte damit das wäre mal eine tolle Sache.
Servus,
Hier 2 Bilder:
Siemens SFM T43:

[attachment=100515]

Und die Hitlermuehle:

[attachment=100516]
Ja es ähnelt ja von Prinzip einer Schreibmaschinen nun ja Schreibmaschinen aller Art sind mir sehr bekannt da ich nun aus einer ehemaligen Schreibmaschinenstadt ( Erfurt ) komme. Ehemals Optima da durfte ich auch zu DDR Zeiten in den Ferien arbeiten . Übrigens lagen in Erfurt beide großen Betriebe eng nebeneinander mit denen ihr hier alle sicher schon zu tun hattet und zwar der Betrieb Optima Bromaschinenwerk Erfurt und gleich daneben das Funkwerk Erfurt habt ihr bestimmt schon auf einigen eurer Röhren gelesen. Aber Leider wurde nach der Wende alles Platt gemacht. Nun ja sorry etwas abgeschweift.Ich werde aufjedenfall bei meiner Reise nach Warschau ins Polnische Militärmuseum gehen da gibt es sicherlich einige Anschauliche Sachen zu dem Thema " Enigma". Ja hab schon gemerkt das Thema ist mega Spannend. Übrigens Hitlermühle hab ich echt noch nie gehört intressant.
Moin
vor einem Monat:
Enigma-Fund: Sechs Nazi-Chiffriermaschinen aus der Ostsee ...
Es gab auch TV-Berichte...
Gruß von der Ostsee
Hallo Bastelfreunde
Es gibt da im Netz mehrere Enigma-Emulatoren, bei denen man sogar den Enigma-Typ und die Walzenzahl wählen kann.
Auf heise.de gab es längere Artikel über Cryptografie und es wurde auch das Enigma-Funktionsprinzip behandelt. Eventuell .al die allseits beliebte Suchmaschine fragen.
Freundliche Grüße Peter
Heute noch mal, wie versprochen, kurz zur „Fialka“ (Veilchen). In 1968/1969 wurde sie angeliefert. Es gab eine Einweisung bei der Division, zuständig war der der SND (Spezial Nachrichtendienst der NVA).

Unterlagen im Netz gibt es hierzu genug, hier noch ein interessanter Link:

http://scz.bplaced.net/m125.html

Das Gerät war wesentlich kleiner und leichter, meiner Meinung auch leichter zu bedienen. Wir hatten die erste Ausführung, also ohne einen Wechsel der 10 Schlüsselscheiben. Das mit den dazugehörigen Schlüsselheften und Unterlagen ging flott voran. Sehr lästig war allerdings die Textausgabe auf gummierte Papierstreifen, man hatte dann immer den Job, den laufenden Text in passende Enden für eine A4-Seite zu schneiden/reißen und mittels Spucke/Schwamm dann aufzukleben. Jedes Mal maulte dann der Kommandeur bzw. Stabschef. Manchmal ließ ich die Ausgabe auf 5er Lochstreifen laufen, ging in die Fernschreibstelle, schickte den Soldaten dort kurz weg und ließ den Text auf ein A4-Blatt drucken. Das war angenehmer und schneller, auch wenn es nicht der Vorschrift entsprach.

So ein Chiffrierer war nicht nur für seine Nachrichten per Chiffriermaschine zuständig, sondern auch für andere Dinge, die getarnt oder verschlüsselt werden mussten. Z.B. Sprechtafeln für die Kommunikation der einzelnen Gefechtsstände der LSK/LV (Luftverteidigung) und Codier Unterlagen für die Übermittlung der Standorte der einzelnen Luftziele/Luftbewegungen. Die Bewegungen der einzelnen Ziele wurden durch 1-2 Planzeichner in Spiegelschrift von hinten auf eine Acrylscheibe mit einem Gitternetz mit einem weißen Stift festgehalten. Die Codierung (Bezeichnung) der einzelnen Quadrate erfolgte im Flugmeldenetzverfahren (FMK). Und es gab auch noch andere Codierhefte für Nachrichten untereinander im Gefechtsfall. All diese Dokumente wurden regelmäßig aufgefrischt bzw. aktualisiert.


Gruß Werner
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