Radio-Bastler-Forum (RBF)

Normale Version: Selbstbaunadeln für Elac KST 8/9
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Noch gibt es an Nadeln für die Elac Monosysteme der alten KST Baureihe keinen Engpass.
Nachbaunadeln werden in großer Zahl angeboten. Allerdings fast ausschließlich mit Saphiren bestückt.
Nach rund 400 Singleseiten sind die Saphire ausgelutscht, Diamanten halten wesentlich länger.
So entstand die Idee mal den Selbstbau zu versuchen, denn besonders aufwändig sind diese Nadeln ja nicht.

Ausgangsbasis ist ein 0,2mm starkes Edelstahlblech aus dem ein entsprechender Streifen geschnitten wird.
[attachment=30154]


Für den richtigen Abstand der beiden Stifte und die Gesamtlänge wurde eine kleine Schablone aus Messing gefräst
[attachment=30155]


Durch die Schablone werden die Löcher gebohrt und der Blechstreifen abgelängt, sowie die Verrundung am hinteren Ende angebracht.
[attachment=30156]

In ein Stück Alu-Flachmaterial werden im richtigen Abstand zwei Löcher mit definierter Tiefe gebohrt, die Haltestifte aus 0,5mm starkem Edelstahldraht eingeführt und der gelochte Streifen darüber gesteckt.
[attachment=30157]

Anschließend werden die Stifte mit dem Streifen verlötet, bzw. verschweißt.
[attachment=30158]

Die Überstände werden abgenommen und verschliffen, der Streifen dem Original entsprechend konisch gefeilt, die Spitze verrundet und anschließend alles mit Bimsstein entgratet und fein geschliffen. Zuvor muss noch ein 0,3mm Loch an der Spitze zur Aufnahme des Abtastdiamanten angebracht werden. Da alle Diamanten unterschiedliche Durchmesser haben wird das Loch erst vor dem Einsetzen des Diamanten auf das optimale Maß aufgerieben.
[attachment=30159]
[attachment=30160]
[attachment=30161]
[attachment=30162]

Die beiden Kröpfungswinkel lassen sich leicht mit einer kleinen Flachzange biegen. Der Bereich der Verkittung wird zuvor  sandgestrahlt oder angeschliffen um eine sichere Verbindung sicherzustellen.
Anschließend kommt ein winziges bisschen Kitt auf das Loch bevor der Diamant eingesetzt wird. Durch die Adhäsion haftet der Diamant sofort an dem Kitt und kann beim Einführen nicht mehr herunterfallen.
[attachment=30163]

Als Spender für den Abtastdiamanten dient irgeneine Ersatznadel für Mikrorille die es in der Bucht häufig schon für 1 Euro gibt.
[attachment=30164]

Jetzt wird es etwas fummelig. Der Diamant muss aus dem originalen Nadelträger herausgelöst werden.
Am besten klappt das wenn man den Nadelträger an einer Stelle schlitzt und ein wenig aufweitet.
Mit einer passenden, präzisen Pinzette kann der Diamant dann dem Nadelträger entnommen werden.
[attachment=30165]
[attachment=30166]

Der Diamant wird von unten her durch das Loch gesteckt, evtl. Kitt nachgetragen, und behutsam ausgerichtet, Kitt aushärten lassen und die neue Nadel ist fertig.
Auf die Art lassen sich sicher auch andere Nadeln nachfertigen für die es keinen Ersatz mehr gibt.
[attachment=30167]
Hallo Achim,
ich bin immer wieder begeistert, was du so alles reproduzierst. Und vor allem auch mit welcher Präzison.
Danke fürs zeigen.
Hut ab Smiley14

Gruß,
Lukas
Na DAS ist ja total simpel mal wieder....

Im Ernst, unglaublich was Du wieder bastelst! Mal ganz abgesehen davon, daß der komplette Prozess nix für meine Zitterfinger wäre - wie zum Henker verschweißt Du 0,2mm Blech mit winzigsten Stiftchen? Wenn ich mit MEINEM Schweißgerät das versuche, dann bleibt nur eine kleine, langsam nachglühende Stahlpfütze Wink
das würde ich auch gerne wissen.
Franz
Zugegeben, die Schweißerei ist mit Hausmitteln nicht zu machen. Hier kommt mir meine 20 jährige Erfahrung im Laserschweißen zugute. Für einen Laser ist das eine Grobschmiedearbeit, der kann noch viel kleiner.
Die Schweißung hier wurde mit einer Fokussierung des Laserstrahls von 0,7mm vorgenommen. Es geht aber runter bis 0,1mm. Da kann man zwei Stecknadeln mit der Spitze aufeinander schweißen.
Wenn ich mal in Rente bin werde ich dieses Gerätchen schmerzlich vermissen. Löten mit Silberlot ginge aber sicher auch, ist halt aufwändiger.
Wichtig für so kleine Arbeiten ist einfach ein gutes Stereomikroskop. Ohne könnte ich vieles gar nicht mehr machen weil die Augen schlechter und schlechter werden. Zum Glück kriegt man die inzwischen auch schon für relativ kleines Geld.

Gruß,
Achim
Das geht aber sicher nur mit Nadeln mit Rundschliff,nicht mit eliptischem Schliff?Ich bewundere die ruhigen Hände von Achim.
Grüße
Ralf
Das ist sehr beeindruckend!
Respekt Smiley32 

Sowas hätte ich für Jägerlatein gehalten, bevor ich Deinen Bericht las.

Gruß
k.