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Electrola Koffer Grammophon geflickte Feder :)
#1
Hallo,

diese Technik Musik zu hören ohne elektrische Verstärkung fasziniert mich sehr. Deswegen habe ich seit einigen Tagen ein schönes Electrola Koffer Grammophon.
Eine Schellackplatte war sogar auch dabei. Es scheint eine ältere zu sein, weil am Anfang die Einlaufrillen noch fehlen.

Wie zu erwarten war die Feder angerissen und es hat nicht lange gedauert bis ich nachsehen musste/wollte was da los ist. Das Grammophon hat nämlich immer laut gerumpelt und komische Töne von sich gegeben, als ob es ihm übel ist :Smile Außerdem konnte es sehr bald keine Plattenseite mehr durchspielen ohne schlapp zu machen.

In der Antriebseinheit war alles ziemlich versifft mit sehr hartem Fett.
Und in dem Federgehäuse sah es noch viel schlimmer aus! Das Fett war teilweise so hart, dass es sich nur mit einem Schraubendreher abkratzen ließ.

   

Nach einer umfangreichen Säuberung habe ich erst versucht den Anfang der übrig gebliebenen Feder so umzubieten dass es in die Aufnahme des Zugrades passt. Das hat aber nicht geklappt. Wahrscheinlich weil mein Lötbrenner zu schwach ist um den Stahl so weich zu glühen das er sich gut biegen lässt. Aber Löcher zu bohren war kein Problem. Also habe ich in beide Federenden überlappend zwei 3mm Löcher gebohrt und zusammen genietet.

   

   

Das hat ein paar Sekunden gehalten und die Nieten haben nachgegeben.

Der nächste Versuch war die Verbindung mit drei Messing Schrauben aus einem Märklin Baukasten. Die vorhandenen Löcher habe ich aufgebohrt auf 4mm und noch ein drittes Loch gebohrt. Da die Schrauben einen recht hohen Kopf haben, habe ich den Kopf auf einem Bandschleifer flach geschliffen.

   

Und dann die Federenden miteinander verschraubt.

   

   

Die Feder ist jetzt sauber und gut gefettet und fest verbunden. Bisher hält das einwandfrei Wink Und ich bin gespannt wie lange.
Das Grammophon rumpelt jetzt auch gar nicht mehr und dreht sich sehr schön gleichmäsig und geschmeidig.






Als nächstes würde ich gerne die Gummiringe in der Schalldose austauschen. Die Schalldose ist sehr dicht, aber die Gummis trotzdem schon spröde. Sie sitzen sehr fest in ihrer Position und beim Versuch des ablösens merkt man deutlich das sie brechen werden wenn sie rausgeholt werden sollen. Evtl. haben sie sich auch schon mit der Membran vereint. Hat jemand hier Tipps falls das der Fall sein sollte?
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#2
Na, da hast Du ja schon fast alle Probleme gelöst!
Daß der Gummi an der Dose bzw Membran klebt hatte ich noch nie! Falls doch, sollte er evtl mit etwas Öl abgehen?
Bestell Dir erstmal neuen Gummi (oder kauf diesen Gummischlauch für die alten Fahrradventile, falls der örtliche Händler sowas noch hat) und dann siehst Du weiter.
Das wird!
Gruß,
Uli
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#3
(28.06.2017, 15:17)HalloGumiringe gibts hier:  http://www.ebay.de/itm/grammophon-reprod...6-7CkHgund Federn auch noch !mfgJosef#######################################################Uli schrieb: Na, da hast Du ja schon fast alle Probleme gelöst!
Daß der Gummi an der Dose bzw Membran klebt hatte ich noch nie! Falls doch, sollte er evtl mit etwas Öl abgehen?
Bestell Dir erstmal neuen Gummi (oder kauf diesen Gummischlauch für die alten Fahrradventile, falls der örtliche Händler sowas noch hat) und dann siehst Du weiter.
Das wird!
s
erst Denken dann Arbeiten

Josef
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#4
Kunststoff Schnüre? Na, ich weiß nicht?
Ich hatte auch in Ebay bestellt, aber entsprechenden Gummischlauch. Die Fahrradhändler Methode ist aber schneller und mir persönlich sympathischer.
Gruß,
Uli
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#5
Interessante Reparatur Smile Aber wenn es funktioniert, ist das auf jeden Fall ein Erfolg! Nur fürchte ich, dass die Schrauben nicht sehr lange halten werden, bei dem Druck dem sie hier standhalten müssen. Sie stellen ja auch einen ständigen Widerstand beim Aufziehen und Abwickeln der Feder dar. Wenn es dann irgendwann nicht mehr geht, kann man immer noch eine neue Feder einbauen.

Für die Schalldose nehme ich immer Silikonschlauch. So Kunststoffschnüre hatte ich auch schonmal, aber die waren so hart, dass die Glimmerscheibe nicht gut schwingen konnte und der Klang eher dünn war.

Schau mal hier: http://www.grammophon-bastler.de/ersatzt...ture-0065/ Da gibt es diese Schläuche, extra für Schalldosen. Das ist allerdings kein Onlineshop, man muss mit dem Betreiber der Seite über den Button "Kontakt" in Verbindung treten, um die Ware zu bestellen.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#6
Hallo schellackfan.

Ich gehe mal davon aus, dass die Messingschrauben "arbeiten" werden, also nicht dauerhaft halten. Selbst bei Eisenschrauben dieser Größe wäre ich skeptisch.

Mein Tipp: Besorg' Dir eine gängige Lötlampe (Brenner mit Patrone) und behandle das neue Endstück entsprechend. Ich hab das bei einer Büffetuhrfeder schonmal gemacht: hält seit vielen Jahren.

Zur Schalldose: Ich würde dort nicht mit Öl arbeiten, zumindest nicht, wenn es sich um eine Glimmermembran handelt. Glimmer ist kein in sich geschlossenes Material, von daher wäre ich skeptisch, wohin sich das Öl seinen Weg bahnt.
Eher würde ich Wärme einsetzen (natürlich nicht die 2000Watt-Pistole draufhalten).

Die Ventilschläuche für alte Fahrradventile kann man als abgelängtes Stück bei ibäh bekommen.

Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#7
Hi Schellackfan,

ich hätte mir als alter Schlosser einen metallverarbeitenden Betrieb mit einer Punktschweißmaschine gesucht.
Fünf Schweißpunkte sollten in diesem Fall eigentlich ausreichen.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#8
Vielen Dank für die vielen Antworten.

Von ebay habe ich schon diese Dichtungen bestellt, mal sehen wie brauchbar die so sind. Silikonschläuche in der Größe könnte man bestimmt auch im Modellbau bekommen. Die Ferngesteuerten Flugzeuge mit Benzinmotor haben doch solche Schläuche um den Tank anzuschließen.
Aus was besteht eigentlich so eine Glimmermembran? Und kann die mit dem Alter auch spröde werden und den Klang verschlechtern?


Ich werde ja sehen wie lang die Schrauben die Wechselbelastung aushalten. Wenns abgerissen ist werde ich euch das berichten Wink
Die Idee mit dem Punktschweißen ist auch sehr interessant! Das merke ich mir und versuche es dann evtl. wenn es wieder abgerissen ist. Dann kommt es drauf an wie viel ein Schlosser für so eine Arbeit haben möchte. Eine neue Feder kostet ja auch "nur" 30€. 

Einen Reperaturschritt hatte ich noch vergessen. Die Holzplatte hatte an einer Schraube einen ziemlich großen Riss. Den habe ich mit Knochenleim wieder zugeklebt, denn Weissleim wurde damals bestimmt noch nicht verwendet Wink 

   

Eine Sache ist mir bei dem Grammophon aufgefallen die ich etwas komisch finde. Der Plattenteller wird mit einer Art Springscheibe auf der Achse gehalten. Die kann man leicht lösen und dann den Plattenteller nach oben abziehen. Nur wenn diese Springscheibe montiert ist liegt die Platte in der Mitte darauf auf und liegt nicht plan auf dem Plattenteller. Deswegen mache ich die immer ab wenn ich eine Platte auflege. Aber war das tatsächlich mal so gedacht?

   

   


Und weiß jemand was mit der schönen Internetseite grammophon-platten.de passiert ist?
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#9
Also aufrufen kann ich sie, habe natürlich keine Anmeldedaten.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#10
(29.06.2017, 14:11)schellackfan schrieb: Eine Sache ist mir bei dem Grammophon aufgefallen die ich etwas komisch finde. Der Plattenteller wird mit einer Art Springscheibe auf der Achse gehalten. Die kann man leicht lösen und dann den Plattenteller nach oben abziehen. Nur wenn diese Springscheibe montiert ist liegt die Platte in der Mitte darauf auf und liegt nicht plan auf dem Plattenteller. Deswegen mache ich die immer ab wenn ich eine Platte auflege. Aber war das tatsächlich mal so gedacht?

Normalerweise sind bei diesen Grammophonen keine Sicherungsscheiben am Plattenteller. Die Teller sitzen meist auf einem konischen Mittelstift und halten durch die natürliche Reibungskraft. Bei Plattenspielern der 50er Jahre gab es solche Sicherungsscheiben, aber da war dann eine Aussparung in der Tellermitte, so dass die Platte nicht auf der Scheibe auflag.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#11
(29.06.2017, 14:20)Opa.Wolle schrieb: Also aufrufen kann ich sie, habe natürlich keine Anmeldedaten.

Ja aufrufen geht schon. Aber anmelden ist unmöglich und Kontaktdaten gibts auch nicht.


Hmm dann habe ich wohl irgendeine komische Zusammenstellung von Plattenteller und Grammophon. Oder es fehlt noch eine Filzauflage die lose auflag.
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#12
Um noch auf die Fragen einzugehen:
Glimmerplättchen bestehen aus Glimmer. Und altern tut der nicht, solange das Plättchen nicht gerissen ist, ist alles fein!

Nochmal zur Feder:
Für das kleine Stückchen würde ich wirklich keinen Aufwand treiben! Lieber einen kleinen Brenner besorgen, der das packt. Glühend machen, dann gaaanz langsam (im Randbereich der Flamme) auskühlen lassen - dann sollte der Stahl beliebig bieg- und bearbeitbar sein. Danach nochmal heiß machen bis Anlauffarben kommen und schnell in Öl abschrecken, dann federt er wieder. Schlimmstenfalls mußt ein paarmal üben bis das hin haut!
Das wenige was dann an der Feder fehlt macht höchstens wenige Sekunden aus bei der Spieldauer.
Gruß,
Uli
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#13
Ja die Lösung mit den Schrauben war für mich letzten Endes sogar die Variante mit dem geringsten Aufwand. Weil ich alles was ich dafür brauchte hier rumliegen habe ;Wink
Zum Punktschweißen müsste ich zu einem Schlosser und fürs selber weich glühen müsste ich einen gescheiten Lötbrenner kaufen/ausleihen.

Hat jemand noch Informationen über die Firma Electrola? Von wann bis wann die hergestellt haben usw. wäre ganz spannend zu wissen.
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#14
Ein paar Infos findest Du im .ORG
Und Lötbrenner reicht das 5€ Baumarkt Modell völlig.
Gruß,
Uli
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#15
Die Fa. Electrola hat eigentlich nur Tonträger selbst und in eigenen Werken hergestellt. Die Abspielgeräte wurden von verschiedenen, meist kleineren Betrieben bezogen und unter dem Label Electrola vertrieben. Genau wie die englische Mutterfirma, die His Masters Voice (HMV) "Stimme seines Herrn".
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#16
Danke für den Link! So wie es aussieht habe ich wohl dieses Modell

http://www.radiomuseum.org/r/electrola_k...n_106.html

Da gibt es hinten rechts eine Klammer in der war nichts drin. Weiß jemand was da wohl mal drin gewesen sein könnte? Auf allen Bildern die ich so im Netz gefunden habe konnte ich dazu nichts finden.


   
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#17
Das könnte die Aufnahme für eine Nadeldose sein.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#18
(29.06.2017, 15:14)Uli schrieb: Danach nochmal heiß machen bis Anlauffarben kommen und schnell in Öl abschrecken, dann federt er wieder. Schlimmstenfalls mußt ein paarmal üben bis das hin haut!

Warum eigentlich in Öl und nicht in Wasser?
ich erinnere mich zwar dunkel mal gelernt zu haben dass es da je nach Stahlsorte Unterschiede gibt, aber Details hab ich vergessen.

Gruß,
Achim
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#19
M.W. kühlt es in Wasser zu schnell ab. Das ist ja die Methode zum härten, glühend machen und in Wasser abschrecken.
Frag mich nicht nach Details, bin auch nur Praktiker. Gelernt hab ich das vor gefühlten 1000 Jahren in Schule, Studium oder Praktikum...
Gruß,
Uli
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#20
Ich habe jetzt neue Nadeln und diesen Gummischlauch von eBay. Der Gummischlauch ist wirklich sehr angenehm weich Smile

Der alte Gummi war sehr spröde und hing tatsächlich an der Glimmermembran fest. Beim sehr vorsichtigen Ablösen ist so etwas wie eine hauchdünne Folie von der Oberfläche angelöst worden. Ist das schlimm? An einer Stelle am Rand könnte auch ein ganz kleiner Riss entstanden sein. Von der Außenseite kann man eine erhebung spühren, von innen nicht. Wahrscheinlich muss da bald eine neue Membran her. Ich habe trotzdem die alte drin gelassen. Der Klang ist nun schon sehr viel besser!

Hier ein paar Bilder.

   

   

   

   

   
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