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RAFENA Patriot - Vorbereitung zum Start
#1
Servus Fernsehfreunde,

vor einiger Zeit annoncierte ich hier im Forum eine Sicherungsfassung für meinen Patriot:

   

Eine der beiden Sicherungsfassungen auf der Pertinaxplatte war durchgekokelt:

   

Es hatte sich niemand gemeldet. Vor einiger Zeit entdeckte ich in den KA jedoch ein Patriot-Chassis. Der Verkäufer bot Ersatzteile davon an. Schnell wurden wir uns handelseinig - die Pertinaxplatte mit den beiden intakten Sicherungsfassungen wechselte den Besitzer.

Schaut man hinter die Kulissen, so findet man die beiden Drosselspulen, einen gewaltigen Heizwiderstand, einen Vorwiderstand sowie einen Kondensator:

   

Der Bereich auf dem Chassis hinter der Platte unter dem Ko ist ziemlich versifft. Aha: Da hat sehr wahrscheinlich der Siebkondensator gegen Masse sein Leben in einer Wolke aus Teerpampe ausgehaucht.

   

Ganz offensichtlich ein Übeltäter wie dieser hier...

   

...der bereits ausgetauscht wurde. OK, der eingebaute "Goldie" wird auf Herz und Nieren geprüft. Beim geringsten Mux fliegt er raus.

Den Teersiff bekam ich mittels Isopropanol und anschließend mit Alkohol weg:

   

Beim Ausbau der defekten Platine zeigte es sich: der 5-Ohm-Vorwiderstand für den Selengleichrichter ist gebrochen und der Heißleiter ist ebenfalls im Eimer:

   

Gut, dass passender Ersatz da ist:

   

Ich habe die beiden Hohlnieten vorsichtig ausgebohrt. Die neue Platte hat ihre beiden Hohlnieten noch drin. Die werden gut als Halt dienen. Ich habe die Innenseite der Platine und die zugehörige Chassisseite mit dem Glashaarpinsel aufgerauht...

   

...und nach dem Verlöten der Bauelemente Platine und Chassis mit 2K-Kleber verklebt. Das hält für die Ewigkeit und dank der beiden Hohlnieten sieht das aus wie im Originalzustand. Unterhalb der Pertinaxplatte sieht man noch etwas Kleber überstehen, den habe ich inzwischen entfernt:

   

Der Drahtwiderstand war mir zu groß, er kam mir mit seiner linken Seite zu dicht an das Blech des Zeilentrafogehäuses ran. Im Fundus fand sich ein Widerstand mit 2,7 Ohm, den habe ich stattdessen eingelötet. Er müsste entsprechend belastbar sein, wenn ich mich nicht täusche.

Jo. So sieht das wieder gut aus.

Am Netzkabel war noch ein Schuko-Stecker dran. Stilecht ist er an so einem Fernseher nicht - finde ich jedenfalls. Rechts liegt demzufolge schon der "neue" Stecker bereit:

   

   

Unglaublich, aber wahr: Der "Goldie" zeigt sich in der Prüfung mit meinem RLC-221 im Bestzustand. Der mit dem Lautstärkeregler kombinierte Netzschalter des Fersehers schaltet einwandfrei. Ein vorsichtiger erster Test am Trenntrafo zeigt: Man zieht Strom, man beginnt zu brummen. Prima soweit!

Nach vielen Jahren des Stillstandes ist der Patriot hinsichtlich der Netzbereitschaft nun wieder "Ready For Take Off". Er kann geduldig seiner Reparatur entgegensehen. Smile

Gruß Michael
Penthode?
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#2
Hallo Michael,

der Goldie wird dir bald um die Ohren fliegen Smiley64 
nimm lieber einen Folien-C oder einen richtigen für 230V~.

Der weiße Isoschlauch  am Stecker paßt farblich nicht - original ist da ein angegossener Eurostecker dran.

Nur mal so als Hinweiß.

Viele Grüße
Bernd
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#3
Hallo Michael,

solche "Patrioten" habe ich in der Lehre häufig wieder belebt.

Schön so ein Teil hier zu sehen.

Den goldenen Kondensator würde ich tatsächlich auch tauschen.

Das ist eine Erfahrung hier aus dem Forum und es stimmt, die Kameraden sehen zwar vertrauenerweckend aus,
dennoch knallen sie gerne.




Gruß aus dem Kreis Siegburg vom Hans-Jürgen

"Was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmer mehr"

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#4
...schöne Fotos, schönes Gerät, hoffe, im Bildschirmzentrum ist nur Staub. Is ja cool, daß das Originalersatzteil verfügbar war, ich hätt da wahrscheinlich eine einlötbare Littlefuse o.ä. eingebaut ... oder das Brettchen nachgefeilt mit Lötösen oder so...

Den Heißleiter mit der gebrochenen Schelle würde ich trotzdem aufheben, das kann man bestimmt mit einer Art Schlauchschelle fixen ! Für den Notfall...

*

...Die Goldies waren doch so geil für Verstärker, dacht ich ? (...schnell wegrennend... ^^)

Gruß Ingo
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#5
(29.09.2021, 20:40)ELEK schrieb: ...hoffe, im Bildschirmzentrum ist nur Staub....

japp. Steht man vor dem Fernseher, dann ist gut zu erkennen, dass es sich um schwarzen Staubbelag auf der Innenseite der Sicherheitsscheibe handelt. Das Foto kann das so nicht zeigen.

(29.09.2021, 20:40)ELEK schrieb: ... Is ja cool, daß das Originalersatzteil verfügbar war...

Möglicherweise kennst Du das Zitat: "Ich habe ihm ein Angebot gemacht, wo er nicht "Nein" sagen konnte."...

Gruß Michael
Penthode?
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#6
Da juckt es mir auch wieder in den Fingern. Aber nein ich muss erst andere Sachen erledigen, die schon lange warten.

Übrigens das mit der Frage ob Dreck auf der Bildröhre ist ist durchaus berechtigt.
Hier mal ein Beispiel eines Gerätes wo es kein Dreck ist. Hier wurde der Bildröhrenhals abgeschlagen, damit man die Truhe richtig an die wand stellen kann. Hier ein Iris 17, in der Mitte löst sich die Leuchtschicht auf.
Ein Bild für die, die sowas nicht kennen.

   


So und nun weiter mit deinem Fernseher, bin schon gespannt auf den Reparaturbericht.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#7
Servus Frank,

(30.09.2021, 11:25)Morningstar schrieb: ...Übrigens das mit der Frage ob Dreck auf der Bildröhre ist ist durchaus berechtigt ... Hier mal ein Beispiel eines Gerätes wo es kein Dreck ist ... Ein Bild für die, die sowas nicht kennen...

natürlich ist sie das. Danke für's Zeigen!!

(30.09.2021, 11:25)Morningstar schrieb: ...So und nun weiter mit deinem Fernseher, bin schon gespannt auf den Reparaturbericht...

Ein andermal. Später vielleicht.

(29.09.2021, 20:40)ELEK schrieb: ...Die Goldies waren doch so geil für Verstärker, dacht ich ?...

Richtig. Für den hier zum Beispiel:

   

Top und Cabinets habe ich sozusagen als Anregung für den Hersteller umgebaut. Das originale Design gefiel mir nicht. Das war lange Zeit mein Bühnenstack; ich habe es gehegt und gepflegt und für mich im Stillen immer schmunzelnd "Angebertürmchen" genannt.

Oder der hier, gewissermaßen mein absoluter Leib- und Magenamp:

   

Den Marshall habe ich umgebaut von Platine auf PTP und bei dieser Gelegenheit habe ich zusätzlich zu den Anpassungen die 5880 durch KT66 ersetzt. Irgendwo habe ich auch ein Foto vom kompletten Stack, hier sieht man nur das Halfstack.

Vor einiger Zeit habe ich mich schweren Herzens von diesem JTM45 und seinen Cabinets getrennt. Er ist zu laut. Selbstverständlich ist es sein Alter Ego geworden, ein Fender '59 LTD Bassman - rechts zu sehen neben meinem - seinerzeit noch im Originalzustand befindlichen - Blues DeVille:

   

Für mich ein "Back To The Roots" (neben all den anderen Tweeds, hier mal nur zweie, von denen keiner mehr im Originalzustand ist, da klingen sie nur shice)...

   

...vor kurzem hatte ich ihn erst wieder in Betrieb. Welche Amps spielst Du zurzeit aktiv? Wie moddest Du sie? Gern können wir uns in einem separaten Thread dazu austauschen. Smile

Gruß Michael
Penthode?
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#8
...uiui, das nenn ich mal ne Vorlage ^^ Also gleich vorab: Das ist Equipment vom Feinsten, sowas konnt ich mir nie leisten ^^ Naja, mit viel Sparen eins davon vielleicht... 

Mein Hauptproblem ist, wie bei anderen Sachen, ich kann mich schwer festlegen und somit muß ich Kompromisse machen, die aber für mich o.k. gehen. Ich bin auch auf keinem Instrument besonders gut, aber mit "Interesse bei der Sache" oder so

Gitarren"anlage" oder "Ingos Rig" ^^:

Eigenbauverstärker (Gehäuse hat ein Kumpel entworfen und gebaut) mit 12W Greenback, Endstufe noch mit 2x EL84, für zuhause schon zu viel !
Vorstufe vom Soldano und MV3, d.h. er hat zuschaltbaren Hochtöner"piezo" und geht auch für Akustikgitarre

   

Die Gitarre habe ich 1990 für 550,- in Helmstedt gekauft, ist auch meine einzige ^^ Squier ist ja ein rel. guter Nachbau der Strat, Tonabnehmer sind geändert, "Hot-Rail" am Steg macht seine Sache auch sehr gut, auch in den Zwischenstellungen... die Gitarre ist aktiv, d.h. hat einen Impedanzwandler mit von außen ladbaren Akku... nix für Puristen ! Ich seh das auch kritisch in einigen Punkten, dafür kommen die Höhen sehr gut.
Die Gitarre hatte mich immer gut begleitet, auch durch meine 2 Jahre als "Tanzmucker", wo wir fast jedes Wochenende unterwegs waren (1999...2001).

Dann das erwähnte Bass-Thema:

   

Hier gibts auch noch einiges zu sagen, den Trace hab ich aus Köln im musicstore-"Gebrauchtmarkt" ergattert, bin ich heute noch froh den mitgenommen zu haben ! SWR workingman-Box, sehr geil, aber der Piezo nervt ein bischen, war damals (1999) der geile Sch... der Trace ist aber super, BJ Mitte 80-er, also aus der Mark-King-Zeit ^^ die 250W sind viel zu viel... Es ist aber glaubich der kleinste dieser Serie, die bis 650W oder so ging.

Der bundierte YAMAHA-Bass ist ein rel. gutes Mittelklasse-Arbeitstier, viel zu schwer... , 1993, Tonabnehmer EMG und Duncan geändert, auch interne Elektronik neu gebaut, zuwenig Mitten...wird noch geändert ^^ aber für modernes Zeug ein echter "HIFI"-Bass, aber bei weitem nicht so charakterstark wie Jaydee oder Alembic...
Der fretless muß dann auch sein, ist auch schon 25 Jahre alt das Gerät, Hals natürlich runtergespielt (Riefen), aber sehrsehr guter sound, da hab ich noch nix geändert dran...

Beide Bässe sind etwas runtergeritten aber ich lass das solange, bis etwas richtig nervt.

Zuguterletzt ist da noch ein Keyboard:

   

Eigentlich hab ich mit Klavier angefangen, das hab ich rel. spät nach längerem Sparen mal angeschafft, richtig genial, aber trotzdem bin ich nicht 100% zufrieden... aber wann ist man das schon ! Die Klaviersounds selbst und das Spielgefühl sind erste Sahne, jedenfalls für meine Ansprüche.

Der MV3 geht, ist aber zZ nur "Zierde", der geht ja für viele Sachen sehr gut !

Der Gitarrenverstärkeraufbau ist auf den folgenden Bildern ganz gut zu erkennen, das ist allerdings eine 50W Variante, von dem Amp gibts insgesamt 3 Stück, die Schaltungen sind angelehnt an Industrieschaltungen (leider stagniert seit 2005 die Weiterentwicklung etwas ^^, Potential ist aber vorhanden):

   

   

Viele Sachen daran kann man besser machen, natürlich ! Aber es kam, wie auch bei den Instrumenten... vor allem immer auf reine "Funktionalität" an, deshalb kam es auch (noch^^) nicht zu ordentlichen Frontplatten etc. ...

(...wie gesagt, hohe Bandbreite bedingt niedrigere Amplitude, weil das Produkt aus Amplitude und Bandbreite definitionsmäßig konstant ist ^^ ... oder so ähnlich.)

Aber es macht alles einen Riesenspaß, für mich interessant ist die manchmal rel. deutliche Veränderung der Interessenschwerpunkte, auch beim "sound", ich spiel z.B. im Zimmer den Bass sehr gern auch über den Gitarrenamp, bei Zimmerlautstärke klingt das deutlich besser als mit dem Trace, wobei es heute D-Verstärker gibt, die um Längen besser sind... der TRACE ist aber für mich sehr stark mit den 80-ern verflochten...

Ich bin aber zunehmend im "down-sizing"-modus, d.h. Multi-Effektgeräte wie das im Gitarrenamp (FX900, 30 Jahre alt!) würde ich eher ablehnen und möglichst direkt in den Amp spielen, viell. mit ein paar Bodeneffekten.
Das FX hab ich die ganzen Jahre nur etwas zu 20% ausgenutzt, usw. ...


...Leidenschaft pur, hoffe, das ist nicht so schlimm mit dem oT ^^ ...aber wir müssen ja auch die Zeit überbrücken, bis der Fernseher warm geworden ist...

Gruß Ingo

Ergänzung: Achso, man sollte schon lesen, Du hast schon wieder was davon verkauft ... na dann ^^ 
Ich finde auch, daß Fullstacks viel zu laut sind, das war so eine Phase in den 70-ern, wo die PAs noch nicht so gut waren... in den 90-ern waren die Riesentürme hinter den Gitarristen nur Show., meist nur einer davon in Betrieb oder unter der Bühne werkelte ein kleiner Combo in einer Kiste auf ein gutes Mikro in die PA ...

Schon Combos können schweinelaut sein, sound ist Geschmackssache, ich bin eher Fan von Mesa- und Fender-Combos, aber eine Anlage mit vielen Möglichkeiten zusammenzustellen ist nicht ganz einfach, deshalb war ich immer eher bei Multi-Effekten, die aber den Charakter eines Amps manchmal total zunichte machen, deshalb gibts ja auch die Lager "Multi-Effekte", manchmal direkt ins Pult ... ("Kühlschränke") und "Amp+Bodentreter" ...
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#9
Dafür dass es hier laut Überschrift um einen Rafena Patriot gehen soll und das Ganze auch im Forum zu Fernsehgeräten steht, geht es hier aber ganz schön drunter und drüber!
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#10
...das stimmt, Anton, schonmal sorry ^^ vielleicht kann man das von der zitierten Kondensatorbemerkung an in einen entspr. Beitrag ausquartieren ?

Kleines Plädoyer für meine Verteidigung: Es ging ja um die von mir süffisant vorgebrachte Klangeigenschaft des RAFENA-Goldies, der, welch ein Sakrileg, parallel zum 220V-Netz eingebaut wurde. Um die Klangeigenschaft der Goldies zu illustrieren, wurden Fotos der entsprechenden Röhrengerätschaften eingebaut ... meine Fotosammlung sollte dagegen zeigen, daß bei mir der Klang eher aus den Fingern kommt ...kommen sollte, hmmm... naja, zumindest arbeite ich dran...

Wäre das eine Brücke, über die man gehen könnte ?

abendlich gutgelaunte Grüße,
Ingo
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