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Graetz Landgraf F29 - Mein zweiter Landgraf
#1
Hallo Zusammen,

vor einiger Zeit hatte ich auch noch einen Landgraf F29 günstig erstanden. Das Gehäuse ist in einem nicht so tollen Zustand aber Andreas_P hat sich bereit erklärt mir da etwas zu helfen. Da ich Ihn diese Woche besuchen werde habe ich nun endlich das Chassis und die Bildröhre ausgebaut. Auch hier ist das Ganze recht einfach zu bewerkstelligen. Das Chassis kann nach hinten komplett herausgezogen werden. Vorher müssen nur zwei Schrauben unten am Gehäuse gelöst, Die Knöpfe unter der Klappe abgezogen und alle Kabel abgesteckt werden.

Für die gesamte Prozedur des Ausbaus der Bildröhre sollte das Gehäuse mit der Frontscheibe nach unten hingelegt werden!

Die Bildröhre ist aufgehängt mit einem "Kragen" der vor der Ablenkeinheit sitzt dieser ist links und rechts mit zwei V-förmigen Metallstäben mit dem Frontrahmen verspannt.

   
Hier die Ablenkeinheit mit dem Kragen nach dem Ausbau

Es müssen nur zwei Flügelmuttern am Kragen gelöst werden, dann können die Metallstäbe entfernt werden danach kann der ganze Kragen samt Ablenkeinheit nach hinten (bzw. nach oben, das Gerät liegt ja) abgezogen werden. Die Bildröhre liegt nun frei und kann entnommen werden.

   

   

Hier die Bildröhre nach dem Ausbau

Ich habe Sie dann mit einem Pinsel und dem Staubsauger vom Staub befreit. Die Front sodann mit Glasreiniger sauber gemacht. Hier das Ergebnis:

   

Was mir aufgefallen ist: Die Bildröhre hat oben links im Glas eine Fehlstelle, Es sieht so aus als hätte jemand da mit einem spitzen Gegenstand drauf geschlagen. So etwas kann unter ungünstigen Umständen die Struktur des Glases so schwächen, dass die Röhre implodiert. Da sie aber nun schon ca. 60 Jahre intakt geblieben ist mache ich mir da nicht so viel Sorgen.

   

Bei den Bildröhrenarbeiten habe ich zum Schutz folgende Ausrüstung verwendet: Forsthelm mit Visier, Schutzbrille, Schweißerhandschuhe aus Leder, dicke Jacke. Das mag übertrieben erscheinen aber bei einem 60+ Jahre alten Gerät kann man nie wissen welche Vorschädigungen bereits eingetreten sind.

   

Das wird erst einmal der letzte Stand sein. Wenn ich das Gehäuse wieder habe werde ich die Reparatur fortführen. Eventuell werde ich das Radioteil schon vorher in Gang bringen. Diese Variante des Landgraf hat ein Radioteil mit U Röhren, mal sehen ob das auch nach dem Tausch der Kondensatoren spielt.
Viele Grüße
Semir
---------------------------------
"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer der wußte das nicht, und hat es gemacht."
(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#2
Aua, aua, aua

Da hast du aber mehrere gröbste Fehler gemacht!

1. Die Bildröhre darf nur auf dem Schirm abgelegt werden und nich seitlich wie auf dem Photo zu sehen!  Das ist sehr gefährlich.

2. Der Forsthelm mit Visier ist nur dazu da damit beim Sägen dir keine Späne in die Augen fliegen. Der bietet keinerlei Schutz vor Verletzungen.

3. Die Schutzbrille dürfte auch nicht ausreichen, bin mir da aber nicht so sicher.

4. Die Schweißerhandschuhe könnten ausreichend sein.

5. Du hast nur einen Kopf und einen Hals, da sehe ich keinerlei Schutz!
Viele Grüße

Jupp aus dem Kohlenpott
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#3
Das seh ich viel lockerer.

Zum Fotografieren kann man eine Bildröhre mit Vorsicht schon so auf eine weiche Unterlage legen.

In meinem jugendlichen Leichtsinn hab ich in den 60er Jahren auch mit Bildröhren ganz ohne Schutzmaßnahmen hantiert. Man muss nur die Gefahren kennen, dann passiert auch so schnell nichts. Aber bei einem 60 Jahre alten TV-Gerät weiß man wirklich nie, was es und die Bildröhre so an Beanspruchungen schon mitgemacht hat und vorgeschädigt ist.

"Holzauge seich wachsam" ist da die Devise!!!

Das Wichtigste ist, das man die in der Bildröhre gespeicherte Hochspannung erstmal entlädt. Bei einem 60 Jahre alten TV, der seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb war, braucht man sich darüber auch keine Sorgen machen. Aber sonst schon, weil die Bildröhre die Hochspannung für viele Stunden gespeichert hält.
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#4
(31.01.2018, 21:24)Reflex-Kalle schrieb: Aber sonst schon, weil die Bildröhre die Hochspannung für viele Stunden gespeichert hält.

Die Hochspannung wird einen sicher nicht umbringen. Aber wenn man gerade die Röhre heraushebt, kriegt dann eine daran "geschossen", erschrickt und lässt die Röhre auf die Fliesen klatschen..... Aua.
Ansonsten bin ich bei Dir und sehe das auch ziemlich entspannt. Die Ausrüstung von Semir benutze ich nichtmal beim Bäume fällen, auf meinen Sicherheits-Schuhen steht "Birkenstock" (mit Sicherheit keine Schweißfüße Wink)
Gruß,
Uli
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#5
Ihr habt beide recht. Man legt die Röhre nicht auf die Seitenkante, andererseits ist es so kritisch auch wider nicht. Prima als Unterlage ist die Schaumgummiauflage eines Gartenstuhls (gerade jetzt im Winter). Mensch Semir, auf der Röhre ist ja mehr Nikotin und Teer als sonstwas! Ich empfehle Dr. Becher Fettlöser, gibt's in der Metro und natürlich im Internet. Greift nichts an und lässt das Nikotin einfach so runterlaufen.

Viel Erfolg weiterhin
Stefan
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#6
Hallo Zusammen,

Danke erst einmal für die vielen Kommentare zur Sicherheit. Die Röhre habe ich nur kurzzeitig auf die Seite gelegt um sie vorne zu reinigen. Wenn Ihr genau hinschaut sehr Ihr, dass der Hals und die Rückseite hinten auf einem Kissen hinten aufliegt. Zur "Lagerung" habe ich sie so wie auch angeregt wurde auf den Schirm gelegt. Das seht ihr im letzten Bild der Röhre.

Der Forsthelm war eine Notlösung, da mein Arbeitgeber leider die Schutzkleidung entsorgt hatte die ich ursprünglich verwenden wollte. Dass das suboptimal ist war mir klar. Die Schutzbrille ist eine spezielle mit Gleitsicht und sehr dickem Material. Die Nutze ich auch als Sportschütze weil ich damit im Nahbereich sehr gut sehen kann.

Die Röhre habe ich natürlich als erstes entladen. Das mit dem erschrecken wenn man versehentlich an die Kontakte kommt birgt in der Tat die Gefahr, dass man dadurch die Röhre fallen lässt, deshalb ist das immer meine erste Amtshandlung bei solchen Aktionen.

Das was wie Nikotin aussieht scheint eine Art Ummantlung zu sein, da es recht regelmäßig verläuft. Was ihr hier seht ist der untere Teile der Röhre wo sich das eigentlich nicht ansammeln kann. Die Schicht verläuft aber gleichmäßig ringsherum.

Grüße aus HH (Dienstreise)
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#7
Semir, ich meine natürlich die goldbraunen Flächen, nicht die Graphitierung!

Gruß
Stefan
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#8
ich habe da mal ne Frage:

Wenn man die Bildröhre nicht auf die Seitenkante legen darf, wieso ist sie dann genau so im Gerät eingebaut und sicherlich auch gut befestigt, damit sie nicht hin und her wackelt?

Ich habe da mal ein Bild gesehen wo noch so eine Art Spannblech eben um diese Seite herum ist:
http://www.magischesauge.de/magischesaug...mat_58.htm

- mit alten Fernsehern befasse ich mich eigentlich nicht -

Freundliche Grüße,
Arnold
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#9
(01.02.2018, 08:19)Klarzeichner schrieb: Semir, ich meine natürlich die goldbraunen Flächen, nicht die Graphitierung! 
Hallo Stefan,

dass die Schwarze Beschichtung die Graphitierung ist welche den äußeren Belag des von der Röhre gebildeten Kondensators ist war mir klar. Die meine ich auch nicht. Bei dem braunen Belag bin ich mir nicht so sicher was es ist. Im Moment kann ich das auch nicht prüfen, da ich unterwegs bin. Im Prinzip stört mich das auch nicht da die bildgebende Fläche js sauber ist
Viele Grüße
Semir
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"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer der wußte das nicht, und hat es gemacht."
(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#10
Wenn es eine aufgeklebte Folie ist, dann soll sie den Kontrast steigern bzw. Refexionen auf dem Glas vermindern.

Es gab auch mal geriffelte Folien die die Zeilenstruktur auf dem Bildschirm beseitigen sollten.
Viele Grüße

Jupp aus dem Kohlenpott
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#11
(01.02.2018, 09:58)Rhythmus S1264 schrieb: Wenn man die Bildröhre nicht auf die Seitenkante legen darf, wieso ist sie dann genau so im Gerät eingebaut und sicherlich auch gut befestigt, damit sie nicht hin und her wackelt? Ich habe da mal ein Bild gesehen wo noch so eine Art Spannblech eben um diese Seite herum ist:
http://www.magischesauge.de/magischesaug...mat_58.htm

Diese Hinweise bezogen sich nur auf das Ablegen der Bildröhre im ausgebauten Zustand, weil dann der dünne, lange Röhrenhals wie eine Stütze/Hebel den schweren Bildschirmteil in der aufrechten Position hält und durch die ungewöhnliche Belastung brechen könnte. Im eingebauten Zustand wird der große, schwere Bildschirm mechanisch durch eine Halterung im Gehäuse gehalten und der Röhrenhals hängt frei und ohne Belastung.

Das Nordmende Gerät in Deinem Link hat eine besonders Servicefreundliche Vorrichtung bei der das gesamte Chassis MIT Bildröhre in einem Stück aus dem Gehäuse gezogen werden kann. Das aber haben die älteren TV Geräte in der Regel nicht. Chassis und Röhren sind getrennt voneinander im Gehäuse eingebaut.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#12
Hallo Anton,

vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Diese Art von Belastung war mir nicht so ganz klar.

Freundliche Grüße,
Arnold
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