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Komplettüberholung Heathkit AA-100
#1
Hallo,

Auch ich konnte Ende letzten Jahres nicht widerstehen und habe einen Heathkit AA-100 erstanden. Mir gefällt die Optik dieses Röhrenverstärkers, und er sollte meinen AA-32 ersetzen.

Das Gerät war komplett und wurde gemeinsam mit einem Tuner AJ-41 gekauft. Eine genauere Inspektion zuhause ergab ein desaströses Bild:
  • Beide Platinen zeigten starke Spuren thermischer Belastung
  • Die Vorverstärkerplatine war zerbrochen(kleine Pfeile) im Bild unten), und zwar genau unterhalb des Eingangswahlschalters. Leiterbahnen auf der Platine lösten sich ab, ein Teil der Platine fehlte (großer Pfeil)!!!
  • Es gab kalte/fehlende Lötstellen
  • Der Siebelko war teilweise wg. abgerissener Lötösen unwirksam
  • Es fehlten viele Gehäuseschrauben, die Beleuchtung war defekt
Vor der Restaurierung:
   

Da ich einen alltagstauglichen Verstärker haben wollte, habe ich mich für eine Radikalkur entschieden:
  • Die Hauptverstärkerplatine wurde durch eine Neukonstruktion von Mike ersetzt. Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass die Platine die getrennte Einstellung des Ruhestroms der 4 Endröhren vorsieht. Die komplette Bestückung ist neu.
  • Die Hauptverstärkerplatine habe ich noch ca 3 mm „tiefer gelegt“. Das erleichtert später die Montage des Gehäuseoberteils, weil zwischen den Endröhren und dem Deckel nur wenige mm „Luft“ ist, bedingt durch die etwas höheren keramischen Röhrenfassungen des Endverstärkerbausatzes von Dave. Endröhren sind bei mir 7591 von JJ, solche von Elekto Harmonix sind zu hoch für das Gehäuse.
  • Der Netzteilbereich wurde komplett erneuert: neue Siebelkos (Autenticaps passender Spannungsfestigkeit und Kapazität mit US Befestigung gibt es bei „Frag Jan zuerst“). Die Erzeugung der neg. Vorspannung für die Endstufe wurde auf Si-Diode umgestellt und auf -30V erhöht. Feineinstellung erfolgt dann auf der Endverstärkerplatine.
  • Die Vorverstärkerplatine wurde sorgfältig geklebt und komplett neu bestückt. An den Schaltern wurden zur Überbrückung unsicherer Verbindungen zu den Schalterplatinen Verstärkungen eingelötet. Alle Leiterbahnen wurden durch Anlöten von Draht verstärkt (eine Heidenarbeit !)
  • Alle Schalter und Potis gründlich gereinigt
  • Signalführende Leitungen wurde statt in der verdrillten Bauweise des Originals mit geschirmter Leitung ausgeführt.
  • Netzspannungsversorgung (2-polig US 117 V) auf 3-polig mit Schutzleiter umgestellt.
  • 4 Skalenlampen erneuert und durch 2 mal 2 Ohm-Widerstände in der Betriebsspannung reduziert für ein langes Leben.

Das Ergebnis sieht man hier:

   

   

Nach dem sorgfältigen burn-in des komplett neuen Röhrensatzes wurde der Ruhestrom der 7591en auf 35 mA eingestellt. Der Verstärker lief auf Anhieb und überzeugt mit einem unerwartet guten Klang. Auf Tuner/Aux ist absolut kein Rauschen oder Brummen zu vernehmen. In Stellung Phono ebenfalls kein Brumm und fast nicht wahrnehmbares Rauschen - ich bin begeistert !
Ich betreibe den Verstärker an Dual-Boxen CL70 mit 4 Ohm, und in der Kombination mit dem Tuner AJ-41 und einem Dual CS 606 ist das eine super-Kombination.

Roland

   

   
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#2
Klasse Roland  Smile

Freut mich, daß Du Deinen Verstärker wieder ingang bekommen hast.
Nun wirst Du mit dem guten Klang belohnt. Viel Freude damit  Maus

Beste Grüße aus MV, von Peter
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
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#3
Hallo Roland,
Glückwunsch zum revidierten Gerät. Eine sehr schöne Kombi zusammen mit dem Tuner und dem Plattenspieler  Smiley14
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Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet...Dirk
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#4
Hi Roland,

was für ein Arbeitsaufwand, aber es hat sich gelohnt.
Ich wünsche Dir viel Freude an den Geräten.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#5
eine aufwändige Arbeit! Aber auch eine schöne Arbeit. Erinnert mich an meine Lehrzeit als ich am Philips K7 oder K8 Chassis komplette Platinen durch selbstgefertige Epoxy-Platinen ersetzte. Eine solche Arbeit würde sich heute kein Kundendienst mehr antun.

Ein AA-32 steht bei mir noch in der Warteschlange, allerdings recht weit hinten. Mal gespannt was mich an dem erwartet, falls meine Lebenszeit dafür noch ausreicht.

   
Gruß,
Jupp
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Don't grow up. It's a trap!
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#6
Hallo Jupp,

Das ist aber kein AA 32 auf dem Bild, sieht aus wie die traurigen Reste eines AA 151

Roland
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#7
Dank an alle für das Lob. In der Tat war es viel Arbeit, hat aber eine Menge Spaß gemacht. Und ich denke, ihr wisst, wie das ist, wenn man erst einmal angefangen hat und auf immer neue Baustellen(Fehler) stößt.

Das einzige, was noch original ist, sind neben den Trafos die vergossenen RC-Netzwerke für die Klangregelung. Was meint ihr, sollte man die ersetzen ? Da sie nicht unter hoher Spannung stehen und sie noch ordentlich aussehen habe ich sie erstmal so belassen

Roland
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#8
ja hast recht, es ist ein AA-100. Innen sieht er eigentlich noch ganz gut aus. Die Optik lässt sich richten.


.jpg   heathkit_amp_bild2.jpg (Größe: 32,33 KB / Downloads: 41)
Gruß,
Jupp
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Don't grow up. It's a trap!
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