Themabewertung:
  • 3 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
SABA 455
#21
Hallo Andreas,

ich bin begeistert von deinem Bericht.
Das hast du toll gemacht, wie immer.

Du hast den Trafo mit Ofen-schwarz poliert und schreibst, auch gleichzeitig versiegelt.
Versiegelt mit was?

Ich habe da was falsch gemacht,  öffters mit weichem Lappen nachpoliert und bei Berührung gab es schwarze Finger.

Bitte Geheimnis lüften.
Gruß aus Bergneustadt von Marcello.
Zitieren
#22
Hallo Marcello,

ja, ob man das versiegeln nennt. Ich habe das Zeug aufgetragen und wie Du hinterher über poliert. Das soll ja angeblich den Rost versiegeln. Ich mache das grundsätzlich mit den etwas angegriffenen Trafokörpern so.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#23
Hallo Freunde,

es ist mal wieder an der Zeit euch mal wieder über die Fortschritte an meinem SABA 455 zu berichten. Diesmal habe ich den Schwerpunkt darauf gelegt, das doch recht elegante Gehäuse auch optisch wieder aufzufrischen. Ich habe versucht, mit normalen Mitteln, wie Bref Fettloser, Lackpolitur (Auto) und Möbelöl und einer guten Möbelpolitur den Altlack zu erhalten.

Zunächst mußte ich mich um die Lautsprecherwand kümmern. Das Loch vom Lautsprecher war durch Nikotin vergangener Jahre regelrecht schwarz. Diesen Stoff konnte man nicht mehr von der Schallwand entfernen. er ist immer sehr dünn und zerreißt sofort. Ich hatte also die alten Klebestellen nach geklebt. Dann hatte ich den alten Stoff mit Bref-Fettlöser eingesprüht. Das Ergebnis - vielversprechend. Die braune Brühe lief beim anschließenden Spülen nur so heraus.

Die Schallwand wurde nun von vorne auf ein Handtuch gelegt, um die Feuchtigkeit etwas aus dem Stoff zu ziehen. Nun stellte ich die Schallwand in den Heizungsraum. mich beeindruckte Abends negativ, was ich da sah. Der Stoff spannte sich beim Trocknen. Er hatte sich völlig verzogen. An den Klebestellen war er gerissen. Also da war nichts mehr zu retten. Man hätte jetzt die gerissenen Stellen entfernen können und versuchen den Stoff nachzuspannen. Das hätte aber so ausgesehen, dass man am optischen Eindruck des Gerätes keine Freude mehr hätte.

Nun besorge ich mir immer mal wieder Stoffe vom Polsterer und vom Raumausstatter. Schnell war ein Stück gefunden, das dem Original etwas nahe kommt. Wichtig ist ja auch dass es etwas schalldurchlassig ist. Vor Allem, da der Stoff neu ist, konnte man ihn schön gerade verkleben. Ich mag das überhaupt nicht, wenn die Linien völlig verzogen sind.

Die Gehäusearbeit war sehr aufwändig. Aber besser, als den Altlack zu entfernen und neu zu Schellack-Polieren. Als erstes wurde das gesamte Gehäuse mit Bref-Fettlöser eingesprüht. Der Dreck floß quasi von selber am Gehäuse herunter. Die Alu-Zierteile wurden demontiert. das war eine sehr umständliche Arbeit.

Nach der Reinigung und Trocknung des Gehäuses kam zunächst mal die Schadensaufnahme. Durch die nachträglich angebaute weiße Rosette vom Wellenschalter waren drei Löcher ins Gehäuse gebohrt wurden. Direkt daneben befand sich ein ca. 8 mm im Durchmesser nachträglich gebohrtes Loch. Die 3 kleinen Holzlöcher wurden verspachtelt. Das 8 mm Loch bekam zunächst einen fest sitzenden Holzdübel, der verleimt wurde. Dann wurde der Rest mit hellerem Holspachtel ausgebessert. Die Stelle wird dann mit Bastelfarbe dem originalen Farbton der Maserung  angepaßt. Nach Durchtrocknung kommt hier etwas Streichschellack zum Einsatz.

Nun endlich wurde das gesamte Gehäuse mit Autopolitur zum Glänzen gebracht. Das Gehäuse wurde anschließend einige male mit Holzöl abgerieben. Schön einziehen lassen. Das Furnier wurde plötzlich wieder richtig kräftig im Farbton.

Wenn man das Gehäuse aus der Nähe betrachtet, dann sieht man, dass die vordere Makassar-Front nicht Hochglanz poliert ist. Hier wird das Furnier so porig gelassen und nur lackiert. Nun war aber der Lack gerade in den Poren etwas rissig. Das sah unschön aus. Daher entschloß ch mich, das furnier vorsichtig mit feiner Stahlwolle abzureiben. Danach trug ich etwas Schellack auf. Ich werwendete ein Stück von einem alten Frottier-Handtuch. So konnte man den Schellack auch schon in die Poren bekommen. Die leichten risse lösten sich etwas an, nahmen Schellack auf. Sie sind nicht mehr sichtbar. Auch das Makassar-Furnier hat wieder eine schöne Optik.

Die Reinigung der Alu-Streben. Zunächst wurde alles mit Bref eingesprüht. Danach wurde mit Nevr Dull, einer Polierwatte für blanke Teile von Motorrädern, das Materiaal zum Glänzen gebracht. Nach Einbau der Streben kam die Schallwand wieder in das Gehäuse. Also, mir gefällt das Radio wieder sehr gut.

Es gelang mir ja wieder, das Gerät auf allen Wellenbereichen wieder zum Spielen zu bringen. Der Empfang ist sehr gut. Das magische Auge, eine EFM11 wurde schon mal ersetzt. Es ist ein Fabrikat von Tungsram. Trotzdem war es schon recht schwach. Ich habe den Anschluß vom Leuchtschirm - und nur diesen - auf den 1. Elko vor der Feldspule gelötet. Schaut mal, wie schön das wieder anzeigt.

Das mag. Auge wollte nicht mehr bei der Senderabstimmung anzeigen. Was da gebaut wurde, schildere ich Euch noch anhand vom Schaltbild, das ich hier noch lade.

Nun seht Euch mal das Radio an. Mal sehen, ob der Ivn immer noch lästert - hätte ich nicht genommen, nur geschenkt.

Hier das Radio von vorne:

   

Das mag. Auge leuchtet sehr schön. Es zeigt auch bei Abstimmung jetzt wieder an.

   

Hier die Seite, an der die nachträglichen Bohrungen waren. Wer es nicht weiß, sieht nichts mehr.

   
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#24
Super Arbeit Andreas. Das hast du wie immer schön hergerichtet. Glückwunsch. Smiley32
Gruß Detlef

Zitieren
#25
Das Gehäuse ist richtig schön geworden. Auch der Lautsprecherstoff passt sehr gut und gefällt mir. Diese Makassar Gehäuse sind schon was edles!
Gruß aus Bremen

Enno
Zitieren
#26
Wie immer eine vortreffliche Arbeit und schöne Dokumentation. Es ist eine Freude zu sehen, wie die alten Geräte aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen.
---
Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet...Dirk
Zitieren
#27
Gefällt mir!
Konntest den Knopf reparieren?
Gruß,
Uli
Zitieren
#28
(12.03.2018, 12:34)Andreas_P schrieb: ...Nun seht Euch mal das Radio an. Mal sehen, ob der Ivan immer noch lästert - hätte ich nicht genommen, nur geschenkt.
Na ja, Andreas,
Das ist doch nicht das gleiche Radio, oder?
Sieht fast so schön aus wie ein Blaupunkt Ballett 20010, hat aber kein UKW Smiley58

Spass bei Seite, das Radio sieht jetzt ganz anderes aus. Irgend wie repräsentativ, monumental. (aber mein Ballett ist mehr sexy Smiley58 )
Gruß!
Ivan
Zitieren
#29
Hallo Andreas,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.
Was hast Du jetzt mit den Filterbechern ohne Bajonettverschluß gemacht ?
Hattest Du noch komplette Becher als Ersatz oder eine Alternativlösung realisiert ....?

Gruß,
RE 084
RE 084 heisst Hans und kommt aus 41844 Wegberg
Zitieren
#30
Hallo Freunde,

vielen Dank für Eure anerkennenden Worte. So macht Radio gleich viel mehr Spaß.

Ja, Uli, es ist noch nicht Dein Wellenschalterknopf. Den habe ich erst mal von einem anderen SABA verwendet. Aber den Knopf von Dir werde ich reparieren. Ich will da Folgendes machen: Eine Gießform von dem intakten Schalter erzeugen und dann das fehlende Stück angießen. Das dürfte kein Problem werden.

Hans die Becher ohne Bajonett dienen nur als Reserve. Zur Erinnerung. In den Bechern befanden sich ja die Bandfilter vom Uli, die ich dann verbaut hatte. Da alles von SABA Goldstaub ist, habe ich natürlich die ausgebauten Bandfilter und die besagten Becher eingebunkert. Zur Not könnte man die ausgebauten Schwingkreise von den Abstimmkernen her wieder gangbar machen. Vielleicht fehlen dann irgendwann mal einem Radio die entsprechenden Bandfiltergehäuse, dann kann man schon weiter helfen. Also, du siehst, es wird nichts entsorgt.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#31
Dieses außergewöhnliche Radio ist auch im Radioausstellung in Königs Wusterhausen vertreten:
   
Gruß!
Ivan
Zitieren


Gehe zu: