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Grundsatzfrage zu Koppelkondensator
#1
Hallo Zusammen,

immer wieder stellt sich mir die Frage Koppelkondensator am Verstärkereingang ja oder nein?
Wenn Ja wo gleich am Eingang, nach Lautstärkepoti und vor Gitterwiderstand?
Wenn nein warum nicht?
Grüße

Andy

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Zitat von Sir Isaac Newton
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#2
Hallo Andy,

Ein Koppelkondensator sorgt dafür, dass keine Gleichspannung an das Gitter der Röhre am Eingang gelangen kann. Das würde den Arbeitspunkt der Röhre verschieben und im ungünstigsten Fall wäre das Signal verzerrt, weil die Röhre zu weit vom idealen Arbeitspunkt entfernt arbeitet. Nun sollte man meinen, dass eine Audioquelle nur ein reines Audiosignal liefert, ohne Gleichspannungsanteil. Das ist auch bei den meisten Quellen so, aber es gibt auch welche die beim Design nicht "ordentlich" konzipiert wurden, was oft auch Spargründe hat, ein Kondensator am Ausgang kostet doch Geld...Andere Schaltungen überlagern dem Ausgangssignal oft bewusst eine kleine Gleichspannung, damit sie z.B. über ein angeschlossenes Headset gesteuert werden können.

Um sicher zu gehen, dass keine Gleichspannungsanteile in den Verstärker gelangen können sollte also ein Koppelkondensator im Eingang vorgesehen werden.

Ich empfehle den Kondensator direkt am Eingang zu platzieren also vor dem Poti, warum? Wenn der Kondensator am Schleifer des Potis und vor dem Gitterableitwiderstand platziert wird vermeidet er zwar, dass Gleichspannung an das Gitter gelangen kann, aber das Poti wirkt dann als Spannungsteiler für nicht nur den Audioanteil sondern auch für die eventuell überlagerte Gleichspannung. Das hat zur Folge, dass bei jedem verstellen des Potis der Koppelkondensator am Gitter auf- oder entladen wird, da ja die Spannung dann aufgrund des sich verändernden Teilerfaktors des Potis sich verändert. Das ist als Pump- oder Kratzgeräusch beim Verstellen des Potis hörbar.

Noch besser ist es zwei Kondensatoren vorzusehen einen vor dem Poti und einen zwischen Schleifer und Gitterableitwiderstand. Wenn der Schleifer des Potis direkt am Gitter der ersten Röhre hängt bildet der gerade eingestellte Anteil des Potis zwischen Masse und dem Schleifer den Gitterableitwiderstand. Dieser verändert sich also je nach Stellung des Potis. Da sich am Gitter immer aufgrund der Raumladungseffekte eine  leicht negative Spannung ausbildet wird diese mehr oder weniger stark -abhängig von der Potistellung- nach Masse abgeleitet. Auch das verändert den Arbeitspunkt der Röhre geringfügig und kann dazu führen, dass ein Verstellen des Potis hörbar wird.

Das sind so meine Erfahrungen aus der Praxis...
Viele Grüße
Semir
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"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer der wußte das nicht, und hat es gemacht."
(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#3
Wunderbar beschrieben Semir,

bei meinem aktuellen Verstärker habe ich bereits einen Kondensato vor das Poti gesetzt.
Nach Deinen Erklärungen werde ich auch noch einen hinter das Poti, also vor das Gitter der 6N1P setzen.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#4
Hallo Semir,

ich danke dir für die ausführlichen und kompetenten Erklärungen.
Grüße

Andy

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Zitat von Sir Isaac Newton
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#5
Hallo Wolfgang,
wenn Du den Kondensator zwischen Poti und G1 einbaust,
brachst Du auch den Gitterableitwiderstand wieder...
Viele Grüße,
Rolf
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#6
Mann oh Mann Rolf, wie groß war der noch einmal!?
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#7
Hallo Wolfgang,
so 500K bis 1M, das dürfte funktionieren...
Gruß,
Rolf
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#8
Hallo,
so ganz einfach geht das mit der Gittervorspannung nun doch nicht,

ich habe mal darüber postuliert.

.pdf   Gittervorspannungserzeugung bei Röhrengeräten in der Radiotechnik.pdf (Größe: 7,64 KB / Downloads: 20)

Natürlich würde ich auch einen Koppel C favorisieren, schon wegen der gleichspannungsmäßigen Entkopplung, es sei denn gewünschte Frequenzgang würde beeinflusst.
Gruß vom Jürgen

Kaum macht man es richtig, schon gehts.

P.S.
für Dateiaustausch bitte an  jermel[at]gmx.net senden.
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#9
Danke Rolf, werde ich berücksichtigen!

Zum Koppelko habe ich noch eine Frage, welcher Wert wird benötigt, kann ich ihn berechnen?
Beispiel: Im Plan meines aktuellen Verstärkers sind 270nF Koppelkos vorhanden.
Leider habe ich die nicht, kann ich auch 100 - 150nF einsetzen?
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#10
Hallo Wolfgang,

laut Datenblatt sollte der Gitterwiderstand 1M Ohm sein bei 0,15µF wäre die Grenzfrequenz sehr tief wenn ich nicht falsch liege bei ca. 1Hz
Grüße

Andy

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

Zitat von Sir Isaac Newton
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