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mein neuer RFT Chromat 2466
#1
Hallo zusammen,

wie hier Hinweisthread angekündigt, berichte ich schon mal über den ersten Kontakt mit meinem am Wochenende abgeholten Chromat 2466, einem Lochmasken-Farbfernsehers von RFT.
   

Ich habe (entgegen den Regeln) das Gerät heute einfach mal eingeschaltet. Es kam nach kurzer Zeit Raster und es ist eine Abschattung etwa im rechten Drittel des Bildes zu erkennen.
   
Ich habe dann meinen Eigenbau-PAL-Generaator angeschlossen
       
und siehe da – ich hatte ein farbiges PAL-Bild.
   
Also war die Information des Vorbesitzers, daß das Gerät nur SECAM kennt, unvollständig. Die statische Konvergenz lag etwas daneben. Ich habe die Röhre von vorn entmagnetisiert. Die Röhre zeigt nach wenigen Minuten Warmlaufen ein vergleichsweise kontrastreiches, scharfes Bild, das auch bei Erhöhung von Kontrast und Helligkeit nicht viel unschärfer oder gar negativ wird.
       
Konvergenz, Schärfe, Farbreinheit, Weißabgleich, PAL-Dekoder usw. bedürfen ebenso der Aufmerksamkeit wie das Chassis an sich. Der Ton scheint bis auf kratzende Potis ok zu sein. Der Konvergenzeinheit fehlt die beschriftete Frontplatte. Die drei Spulenkerne auf der Konvergenzplatte sind fest – richtig fest. Habe keine Gewalt angewandt. Die Abschattung im rechten Bilddrittel bedarf ebenfalls noch der Analyse und Reparatur. Kennt jemand diesen Fehler?

Ich kann den Fernseher momentan auf dem Tisch, wo er steht, nicht drehen. Die Werkstatt muß erst noch aufgeräumt werden und ich brauche einen Beistelltisch oder einen Tisch, den ich im Raum aufstellen kann, so daß ich gleichzeitig vorn und hinten auf das Gerät sehen kann.
 
Soweit mein erster Eindruck.

Viele Grüße

Ingo.
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#2
Hallo Ingo,

die war mir auch gleich aufgefallen, in den anderen Bildern dann nicht mehr so, das ist der Glättungselko für die 160V-Spannung für die Video-Endstufe, ein häufiger Fehler, den ich auch schon mehrfach hatte, also C5243, 50µF, glaube 250V tauschen (rechts hinten neben dem KU608-Kühlblech).

Fehlersuche: Gleichspannung 160V am AP36 Videomodul (oder oben am 0,1µF Styroflex) oszillografieren, ist zeilenfrequent verzerrt (deshalb auch der schöne gerade "brummbalken", jede Zeile identisch mit 15,625kHz "verbrummt").

Sollte mich wundern, wenn es das nicht ist.

Gruß IngoZ

Nachtrag: Fürs Erste eine kleine s/w-Kopie der Konvergenz-Einstellschalblone:

   

Soweit ichs sehen kann, würde ich zunächst nur die statische Einstellung korrigieren, da kann man mal fix und ohne große Vorarbeit dran drehen. Dynamisch sieht das schon nach Optimum aus, die an den Rändern auslaufenden Linien kann man mit dieser Schaltung nicht korrigieren.
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#3
Hallo Ingo,

danke für den Tip. Da schaue ich nach. Einen waagerechten (50Hz-)Brummbalken gibt es nicht, wenn das auf den Fotos evtl. so aussieht, liegt es an der zu kurzen nichtsynchronen Belichtung des Fotoapparates.

VG Ingo.
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#4
Übrigens ist das grüne Raster momentan (Fokus nicht angefaßt) noch deutlich unschärfer als rot und blau.

VG Ingo.
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#5
... "Brumm"-Balken war auch eher ironisch gemeint, da ja hier die Zeilenfrequenz im Spiel ist, müßte es "Piep"-Balken heißen Wink

Unschärfe eines Systems ist nicht so gut, das deutet auf gewisse Systemschwäche hin, aber das kann man auch erst dann beurteilen, wenn man das Gerät ein paar Tage hintereinander so 2...3h betrieben hat. Selbst neue Bildröhren zeigten anfangs oft ein wenig "Matsch", das wurde dann besser. Ähnliches hatte auch Eckhard Etzold bei seinen Wiederinbetriebnahmen alter Geräte berichtet und es entspricht vollommen meinen Erfahrungen. Das Phänomen hatten selbst die späteren Inline-Bildröhren.

Gruß IngoZ
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#6
Hallo Ingo,

richtig, lass das Gerät erstmal einige Stunden laufen, die Röhre wird erfahrungsgemäß noch ein wenig besser.
Stellst du das Gerät mal etwas vor? Fotos vom Inneren etc? Was ist das für ein Baujahr? Für ahnungslose "Wessis" wie mich.

Gruß
Stefan
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#7
Die dunkleren Bildränder rechts und links könnte auch ein Problem der Ost-West Korrektur sein, wenn es bei dem TV das schon gibt. Hab kein Schaltbild von dem Modell. Sonst ist es ein allgemeines Problem der Horizontalablenkung.
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#8
Hallo Stefan,

ja, ich schicke Bilder vom Innern und der Schaltung nach. Muß bloß, wie gesagt, Platz in der Werkstatt machen. Das Gerät steht auf einem Tisch, der zu schmal ist, es zu drehen vor der Wand.
Der Thread geht auf jeden Fall weiter. Ziel ist es, das Gerät so gut wie möglich herzurichten und dann von einem Videorecorder mit adäquatem Bildmaterial zu versorgen.

@Reflex-Kalle: Die horizontale Ablenkung ist ok. Der Effekt wird über die Videoendstufe eingekoppelt, denn er betrifft die Helligkeit.

Viele Grüße

Ingo.
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#9
Hallo,

die CHROMATs hatten ein sehr interessantes Schaltungskonzept, das aus dem COLOR20 hervorging. Das war ein Riesenpolitikum, liest sich fast wie ein Krimi... irgendwo stand mal die ganze Story, ein MUSS für jeden Farb-TV-Geschichtsinteressierten.

[Die Story im anderen Beitrag von Dir, Reflex-Kalle, kommt mir auch irgendwie bekannt vor, vor Jahren hab ich sowas ähnliches schonmal woanders (robotron-Forum??) gelesen, von dieser BR-Eigenentwicklung B43G4C wußte ich bis dahin garnichts...]

Jedenfalls hat auch der CHROMAT eine Niedervolt-Zeilenendstufe (30V Betriebsspannung), das ist meiner Kenntnis nach weltweit einzigartig für ein großes TV-Gerät und hängt damit zusammen, daß zum Zeitpunkt der Entwicklung des COLOR20 noch keine spannungsfesten Zeilenendstufentransistoren zur Vefügung standen und man aber unbedingt den weltweit ersten volltransistorisierten Farb-TV-Empfänger bauen wollte, das hatte man dann ja auch geschafft.
Aber warum man dann dieses doch recht aufwändige Konzept bis in die 80-er beibehielt... hing zwar mit den russischen Deltaröhren zusammen, aber trotzdem hätte man ja auf Hochvolt umschwenken können, viell wie beim Trabbi, was einmal ging wird nicht verändert.... führt hier zu weit.

Der CHROMAT hat also eine 30V- Zeilenendstufe ohne Zeilen- bzw. Hochspannungstrafo, lediglich eine Drossel mit Hilfwicklungen ist enthalten, die Ablenkeinheit ist direkt an die Endstufe gekoppelt. Die Hochspannung wird in einem zeilenfrequent gesteuerten Gegentaktwandler separat erzeugt und stabilisiert, deshalb geschieht die O/W-Korrektur (die bei Farbbildröhren IMMER durch Beeinflussung des horizontalen Ablenkstroms geschehen muß) durch Modulation der Betriebsspannung der Zeilenendstufe, hier liegt ein gewöhnlicher Längsregler mit dickem Transistor in Reihe zur 42V-Rohspannung, die stabilsierte 30V zur Verfügung stellt. Dieser Regler wird aber zusätzlich mit der aus dem VK-Sägezahn gewonnenen Parabelspannung amplitudenmoduliert, Einstellung der Intensität über simples Trimmpoti. Als Transistoren kamen in der Zeilenendstufe KU608 und in der Hochspannungsstufe auch KT805...808 zum Einsatz, heute kann man ab 2N3055 sehr viele Ersatztypen für beide Zwecke nehmen...



Das coole daran ist, daß man mit dieser Schaltungstechnik Versuchsaufbauten realisieren kann, um alle möglichen (Farb)Bildröhren experimentell betreiben zu können..

Gruß IngoZ
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#10
Die im Internet kursierende Geschichte mit der Rettung der Vorserien B43G4C ist ursprünglich von mir mal unter Rimini in einem Forum geschrieben worden. Hab ja damals selber eine nachts im Rucksack vom WF nach Hause geschleppt. Und dann ging die Bastelei ganz ohne Zubehör wie Ablenksystem, Konvergenzeinheit usw. richtig los. Achim Blödner war da federführend und von ihm hab ich damals sehr viel gelernt, wie TV-Schaltungen funktionieren und wie man was selber basteln kann.

Aus der Videoendstufe kann die Abschattung nicht stammen, wenn es kein sich bewegender Brummstreifen ist, sondern starr immer die selbe Position hat.
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#11
Ah o.k., alles klar

*

Ich bin aber ehrlich gesagt etwas erstaunt über Deine Fehlerdiagnose zu der Abschattung.
Hier (und auch in anderen Gerätetypen bis zu den letzten BiRö-Gerätetypen war das üblich) wird die Betriebsspannung für die Videoendstufe (hier 160V) aus der Zeilenendstufe gewonnen (beim CHROMAT über den Umweg des separaten Gegentaktwandlers).
Wenn die Glättung nicht mehr funktioniert (durch tauben Elko), so ist die Betriebsspannung phasenstarr mit der Zeilenablenkung (!) mit einem "ripple" überlagert, der über die Endstufe auch die Katodenspannung aller drei Endstufen moduliert. Und genau das führt zu der phasenstarren Abdunklung, auch ohne Signal und im unsynchronisierten Zustand (siehe zweites Bild von Ingo).
Natürlich sind die Videoendstufen nicht fehlerhaft, sie sind aber der Vermittler des Störsignals.

Oder hab ich Dich falsch verstanden ?

Gruß IngoZ.
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#12
Nö, hast mich nicht falsch verstanden, aber ich vielleicht aus Unkenntnis der genauen Schaltungstechnik der volltransistorisierten DDR FarbTVs. Soweit ich es in Erinnerung habe, ist der Hochspannungsgenerator ein symmetrischer Multivibrator, der mit der Zeilenfrequenz synchronisiert ist. Dann könnte es auch ein reines Problem der Hochspannungserzeugung sein, die durch an den Bildrändern abnehmende Hochspannung zu Abdunklung und Unschärfe führen könnte. Ist da bei dem TV-Modell vielleicht noch der Hochspannungsverdreifacher mit EY51 im Öltopf verbaut??? Dann könnten die EY51 verbraucht sein.
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#13
Hallo,
na o.k., dann warten wir mal die Fakten ab.
Der CHROMAT hat fast dieselbe Schaltungstechnik bei der Hochspannungsendstufe, aber bereits eine Kaskade, wie auch die späteren (eigtl. die meisten) COLOR20/21. (Auswirkung v. Hochspannungsänderungen auf die Helligkeit wären nicht so gravierend, Änderung der Hochspannung ist so schnell nicht möglich, tau = Ri x C(BR)...)
Gruß IngoZ
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#14
Ich hab mir mal die Fotos nochmal genau angesehen und wenn die Fotos nicht täuschen, dann ist die Abschattung ja hauptsächlich am rechten Bildrand zu erkennen, wo auch die Konvergenz sehr auseinanderläuft, sehr deutlich sichtbar. Sehr schlechte Konvergenz bewirkt natürlich auch dunklere Bilddarstellung.

Ich hab echt nicht mehr in genauer Erinnerung, ob die Lochmaskenbildröhren eh zu etwas dunkleren Rändern insbesondere in der Horizontalen auf Grund des größeren Ablenkwinkels neigen. Bei den 70° Farbbildröhren von RCA (runde Bildröhren) und der B43G4C RechteckBildröhre war das jedenfalls nicht deutlich sichtbar ausgeprägt.
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