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Sachsenwerk ESWE 343
#1
Hallo, ich habe mal wieder ein (schönes) Sachsenwerk ergattert. Ein erster Blick unters Chassis:
   
Natürlich wurde da schon mal repariert, das ist jedoch sehr lange her. Von den Original-Potis ist nur noch eines vorhanden. Der Ersatz ist aber mittlerweile auch defekt. Da die Mimik nun zu groß ist, hängt das Netzfilter jetzt frei darunter. Im Netzfilter ist nur noch 1 Kondensator vorhanden. Interessanterweise sind die Kondensatoren nicht beschriftet und haben nur eine Papierbanderole, ein befüllen ist damit nicht möglich. Vielleicht gab es da mal einen Farbcode (schwarz=10n, weiss=5n, grün=2n)?
Der Doppelelko wurde entfernt und ein Ersatz lieblos auf die Drehkoabdeckung montiert.
   
Die Kondensatoren wurden ersetzt, da machen sie die runden von ATR recht gut, ebenso wurden die Metallbecher neu befüllt

.jpg   343-3.jpg (Größe: 14,02 KB / Downloads: 565)
Als nächstes kommt etwas Mechanik dran, da ist einiges zu Putzen und zu ersetzen
    .

Alfred
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#2
Hallo,

ahh, schön mal die Chassisunterseite zu sehen. Ich habe das Modell auch, allerdings noch keine Zeit gefunden danach zu schauen. Das Gehäuse ist aufwendig gestaltet finde ich, mit klassizistischen Stilelementen wie bei Gebäuden. Von dem Modell gabe es noch den wesentlich seltener zu findenden 346.  Den 343 dagegen überaus häufig.

Gruss
Debo
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#3
Jetzt konnte ich es nicht mehr erwarten und wollte das Gerät mal ausprobieren. Leider zeigte sich das der obere Anschluß der RENS 1234 nicht locker sondern ausgebrochen ist. Einen Ersatz habe ich leider nicht. Trotzdem sollte der NF-Teil erst mal funktionieren. Die Röhren heizten, aber es war kein Ton zu hören. Die Spannung nach dem Gleichrichter war da aber ansonsten war nichts zu messen. Ich hatte den 600 Ohm Widerstand zur Gerätemasse in Verdacht und musste lange danach suchen. Da war eigentlich nur ein dicker Draht und ich erinnerte mich schon mal was darüber gelesen zu haben. Nach dem Auslöten war dann auch ein Aufdruck mit dem Wert erkennbar. Jetzt rauschte es auch im Lautsprecher. Dann bin ich mit dem Tongenerator an TA-Buchse: kein Ton. Am Koppelkondensator den Ton eingespeist, alles bestens. Irgendwie funktionierte die RENS 1284 nicht. Am Kathodenelko waren 24 Volt. Nach dem Widerstand brauchte ich nicht mehr suchen, es war die gleiche Bauart mit 800 Ohm. Ich hatte zwar alle Widerstände durchgemessen, aber eben nur die die als solche zu erkennen waren. So sehen die Übeltäter aus:

.jpg   343-5.jpg (Größe: 13,07 KB / Downloads: 432)

Alfred
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#4
Hallo Alfred,

solch ein Radio hatte zuletzt der Ivan (Navi) hier vorgestellt. Es landete dann nachher bei mir. Ivan bemängelte auch, dass die RENS1284 nicht funktionierte. Frage: Hast Du dir mal die Anodendrossel genau unter die Lupe genommen. Diese Teile haben sehr oft keinen Durchgang mehr. In den vielen Jahren, in denen ich Vorkriegsradios restauriere, habe ich diese sog. Kordelwiderstände als sehr tückisch kennen gelernt. Ich werfe die grundsätzlich raus. Was damals eine sehr zweckmäßige Lösung war, macht uns heute vielfach das Leben schwer.

Hier noch mal das Schaltbild vom ESWE 343WL

   
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#5
Hallo, Alfred,
ich lese gespannt Deinen Bericht, zumal es ist nicht lange her, als ich mein ESWE gemacht habe.
Du schreibst dass die Kondensatoren nicht beschriftet sind. Das ist bei mir auch so gewesen - mit Ausnahme der Elkos war keiner der Kondensatoren beschriftet. Das soll aber kein Problem sein, wenn man die Schaltung verfolgt.
Übrigens, bin gespannt wie der Spannungsregler in zu G2+G4 der RENS1234 in Deinem Gerät aussieht. Bei mir waren die 25k und 50k nicht wie in der Schaltung, sondern vertauscht. Da die alten Schaltungen fehlerhaft manchmal sind, möchte ich gerne wissen.
Ansonsten sieht eigentlich das Chassis sehr sauber aus. Die Potentiometer müssen nicht zwingend Drahtpotentiometer sein - hoffentlich hast Du Ersatz in der Bastelkiste.
Was Andreas schreibt über die HF Drossel war bei mir in der Tat so. Und hat mich ziemliche Zweifel eingejagt. Prüfe die Drossel, bitte, wie Du den Fehler beschreibst ist bei mir auch gewesen.
Ja, viel Erfolg mit diesem hübschen Radio!
Gruß!
Ivan
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#6
Hallo Ivan, bei mir sind die Widerstände identisch mit den Werten im Schaltplan. Die Drossel ist auch ok, sieht auch noch aus wie neu

.jpg   343-6.jpg (Größe: 18,96 KB / Downloads: 352)
Jetzt wurden auch die Elkos wieder dem Original nachempfunden, es fehlt nur noch die Hydra. Für ein neues Poti mit Schalter wurde ein Winkel gefertigt und jetzt sitzt das Netzfilter wieder am richtigen Platz. In der braunen Kondensatorhülle steckt ein 250pF ker Y2 für die Netzantenne. Jetzt "stören" nur noch die weißen X2 die Optik.
   
Interessantes Detail: die Buchsen für die Netzantenne ist mit der Antennenbuchse durch eine "Bananenbrücke" verbunden, ebenso ist auch der TA-Anschluß kurzgeschlossen

.jpg   343-7.jpg (Größe: 12,09 KB / Downloads: 348)
Die Skalenscheibe wurde etwas gesäubert und eine neue Abdeckung ist auch schon drauf, mir ist nur nicht ganz klar wo die alte die Brandlöcher her hatte.
   
Durch die fehlende Röhre ist jetzt erstmal Zwangspause.
Alfred
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#7
Hallo, Alfred,
Das hast Du schön gemacht, sogar die Schokoladenfarbe des Blocks sieht sehr authentisch aus.
Die von dir erwähnten Brücken, insbesondere die für den TA Anschluss sind für die Funktion lebenswichtig. Das kannst du vom Plan entnehmen.
Die Lichtantenne - ich habe die Schaltung komplett gekappt.
Gruß!
Ivan
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#8
Hallo Ivan,
die Lichtantenne belasse ich bei diesen alten Geräten immer. Das Gerät soll nur zur Demonstration genutzt werden. Warum sollte denn die Brücke am TA-Anschluß notwendig sein? Bei den Wellenbereichen wird ja der TA-Anschluß mit dem Kontakt 7 gebrückt, nur beim versehentlichen schalten auf TA hinge dann das Gitter in der Luft. Ein Widerstand 300k (?) parallel zu den Buchsen war aber wohl damals teurer als die Brücke. Ich würde mich freuen wenn Du mir ein Bild von der Rückwand schicken könntest, bei mir fehlt die nämlich. Dann noch eine Frage zum Anschluß eines externen Lautsprechers. Da sind 4 Buchsen wie auch im Schaltplan zu erkennen. Jedoch ist die Abdeckung drehbar und hat nur 2 Löcher. Also entweder Lautsprecher oder Feldspule, da werd ich nicht schlau draus.

Alfred
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#9
Alfred, eine Rückwand suche ich auch vergeblich.
Mit dem Kurzschluss an TA hast Du natürlich Recht - Parallel ist der Schalter.
Gruß!
Ivan
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#10
oje, jetzt ist schon fast wieder ein Jahr vergangen. Ich habe eindeutig zu viele Sachen gleichzeitig angefangen...
Noch eine Frage an die die schon mal so ein Gerät hatten:
An der Rückseite ist im Original eine Querstrebe aus Holz die irgendwie in Nuten im Gehäuse eingeschoben wird. Ich suche da ein gutes Bild von.

Alfred
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#11
(27.03.2018, 23:06)AlfredG schrieb: Jetzt konnte ich es nicht mehr erwarten und wollte das Gerät mal ausprobieren. Leider zeigte sich das der obere Anschluß der RENS 1234 nicht locker sondern ausgebrochen ist. Einen Ersatz habe ich leider nicht. Trotzdem sollte der NF-Teil erst mal funktionieren. Die Röhren heizten, aber es war kein Ton zu hören. Die Spannung nach dem Gleichrichter war da aber ansonsten war nichts zu messen. Ich hatte den 600 Ohm Widerstand zur Gerätemasse in Verdacht und musste lange danach suchen. Da war eigentlich nur ein dicker Draht und ich erinnerte mich schon mal was darüber gelesen zu haben. Nach dem Auslöten war dann auch ein Aufdruck mit dem Wert erkennbar. Jetzt rauschte es auch im Lautsprecher. Dann bin ich mit dem Tongenerator an TA-Buchse: kein Ton. Am Koppelkondensator den Ton eingespeist, alles bestens. Irgendwie funktionierte die RENS 1284 nicht. Am Kathodenelko waren 24 Volt. Nach dem Widerstand brauchte ich nicht mehr suchen, es war die gleiche Bauart mit 800 Ohm. Ich hatte zwar alle Widerstände durchgemessen, aber eben nur die die als solche zu erkennen waren. So sehen die Übeltäter aus:


Alfred


Beim Ausbau dieser Kordel- oder auch Spaghetti-Widerstände vorsichtig umgehen.
Nicht zu stark biegen oder gar brechen, da die Ummantelung asbesthaltig ist.
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#12
Hallo Alfred,

die Kordelwiderstände sind heute sehr unzuverlässig. Ich habe ja gerade ein Blaupunkt-Chassis überholt. Entweder hatten die keinen Durchgang oder waren hochohmig geworden. Ich würde die ausnahmslos durch normale Widerstände ersetzen. Das ist die Beste Wahl. So hast Du hier schon mal Fehler ausgeschlossen. Zur RENS1254 ist denn der obere Nippel nur abgerissen und die Röhre ansonsten intakt? Oder hat sie jetzt Luft gezogen? Im 1. Fall muß man den Glasnippel etwas herunter schleifen und einen neuen Draht an das frei gelegte Ende löten. Das mit dem Löten geht einfach. Den Nippel schleife ich mit einer Dreikantfeile, die benäßt wird, etwas an. Der abgebrochene Draht soll so ca 1 mm frei gelegt werden. Tja, wenn die Röhre allerdings undicht wurde, ist Feierabend.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#13
Hallo, Andreas,
Das ist richtig so mit den Kordelwiderständen, man soll aber berücksichtigen, die sind nict mit etwa 0,25 W zu tauschen. Oftmals wurden die dort eingesetzt wo kein Platz für einen Drahtwiderstand mit entsprechender Leistung/Wärmeentwicklung gab. In meinem EsWe waren die alle gut und ich habe die gelassen, glaube ich. Im Blaupunkt 4W55 dagegen, waren die meist hochohmig und mussten getauscht werden.
Manche behaupten auch, dass die Störungen in Empfang bringen. Mein Problem ist dazu dass die meistens Asbesthaltig sind. Das alles hat DiRu in RMOrg ausführlich beschrieben für diejenigen die mehr zum Thema wissen wollen.
Gruß!
Ivan
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#14
Jetzt habe ich mal alles zusammengebaut. Der Klangregler hat ein paar Kontaktprobleme, putzen hat da nicht wirklich geholfen. Interessanterweise arbeitet der Schleifer indirekt, d.h. er drückt auf einen Messingring der dann Kontakt zum Widerstandsdraht gibt. Da das Radio nicht oft spielen soll werde ich das so lassen und das recht seltene Original drinlassen.
Leider spiegelt das Gerät so stark das die Bilder nicht so toll geworden sind (und dabei ist es nur Hartöl). Jetzt warte ich noch auf die Gewindebuchsen für die Rückwand und ich muss noch die Leiste für die Rückwand basteln. Ich werde mir erstmal eine Rückwand selber machen, doch dazu muss es erstmal wärmer werden.
   
   

.jpg   343-13.jpg (Größe: 28,89 KB / Downloads: 148)

Alfred
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#15
Hallo Alfred,
das Gerät ist ja wieder sehr schön geworden. Meins wartet auch noch auf die Restaurierung. Ich werde morgen mal ein Bild von der Rückwand machen, und vieleicht ist die Strebe ja auch noch drinn.
Gruß Detlef

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#16
Hallo, Alfred,
Wie Detlef schon gesagt hat - alles prima gemacht - sieht toll aus!
Da ic auch keine Wand habe, bin ich gespannt wie Du das lösen w..
Gruß!
Ivan
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#17
Hallo Alfred,

ja, da hast Du aber wieder ein schönes Radio draus gemacht. Gratuliere!
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#18
So wie versprochen habe ich mal mein Gerät aus dem Regal geholt, und auch zum ersten mal auf geschraubt. Da erwartet mich auch noch einiges an Arbeit.

   

   

   

   

   

Ich hoffe die Bilder helfen weiter.
Gruß Detlef

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