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Verblassende LCD-Displays
#1
Seit einigen Jahren hatte ich einen Digital-Wecker mit LCD-Display. In den letzten Monaten wurde dieses immer blasser, bis man nichts mehr erkennen konnte.

Daher suchte ich in meinem Elektronik-Sammelsurium nach Ersatz und freute mich, einen Funkuhr-Modul SC77M zu finden, auch mit LCD-Display.
Entsprechend dem Datenblatt schloss ich eine 1,5V- Zelle an und es wurden sofort Sekunden-Impulse angezeigt, nach gut 2 Minuten waren komplett Datum und Uhrzeit da.


.jpg   SC77M1.jpg (Größe: 12,24 KB / Downloads: 560)

.jpg   SC77M2.jpg (Größe: 8,22 KB / Downloads: 560)

Die Freude hielt nicht lange, denn schon gestern verblasste das Display zeitweise, manchmal war es nur von schräg oben zu erkennen, dann überhaupt nicht mehr, wie jetzt auch. Drückt man auf das Display drauf, kann man noch teilweise einige Zeichen erahnen.

Gibt es irgend eine Möglichkeit, wie man dieses Display kurieren könnte ?

Grüße,
Jacob
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#2
Hallo Jacob,
oft sind die LCD-Display's mittels einem Streifen Leitgummi kontaktiert, diesen und die Kontaktstellen mal mit Isopropanol reinigen dann sollte es wieder anzeigen
M.f.G.
harry


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- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#3
Display zerlegen, Kontaktflächen und Kontaktgummi mit Alkohol reinigen und wieder montieren.
Wenn der Kontakt schlecht ist, rundum etwas (Wollfaden; Schaumgummi o.ä.) beilegen, um den Kontaktdruck etwas zu erhöhen.

Bernd
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#4
Hallo Harry,

danke für den Tipp ! Smiley14 Geht auch Spiritus ? Den habe ich gerade da, Nitro-Verdünnung auch, ist aber vielleicht zu gefährlich ?

Dann hätte ich ja den alten Digital-Wecker zu unrecht verschrottet ? Smiley26

Grüße,
Jacob
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#5
Ich könnte mir vorstellen, daß an diesen Ausfällen die Leitgummileisten unter dem oberen und unteren waagerechten Rand des betreffenden Displays schuld sind. Ich hatte so einen Effekt einmal bei einem Bausatz für ein Digitalmultimeter; hier waren diese Leitgummis leicht gekrümmt und hatten somit keinen Kontakt mehr zu dem Display. Abhilfe schaffte damals nur das komplette Auswechseln dieser Leitgummis, was damals kein Problem war, weil es den Bausatz noch gab bzw dieser noch gefertigt wurde. Allerdings dürften auch diese Leitgummis nun dasselbe Problem aufweisen wie die Tastaturmatten von Fernbedienungen; deren Kontaktflächen verlieren mit der Zeit (von allein durch Umwelteinflüsse beispielsweise) ihre Leitfähigkeit und dann hilft auch Drücken mit dem dicken Daumen nicht mehr,- die Funktion der betreffenden Taste ist weg. Auch hier hilft nur der Komplettwechsel der gesamten Tastaturmatte, sofern es diese noch im Neuzustand gibt. Das Display selbst dürfte keinen Fehler aufweisen, sofern nicht die Glasscheiben einen Riß haben.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#6
Ja, Jacob, Spiritus sollte auch gehen.
M.f.G.
harry


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#7
Danke an alle für die vielen Tipps !

Die Platine ließ sich mittels lösen einiger Mini-Schrauben herausnehmen.
 
Die Leitgummileiste blieb zunächst am LCD-Display haften, daher reinigte ich nur die Fläche zur Platine und die Kontaktfläche der Platine selbst, Erfolg = 0. Smiley21
Dann löste ich auch die Leitgummileiste vom Display und reinigte auch diese Flächen, Erfolg auch hier = 0 ! Smiley21

Wahrscheinlich auch hier ein Fall für die Tonne, obwohl es so schön anfing ! Es sei denn, diese Leitgummileisten gibt es als Massenware in genau den richtigen Maßen.

Grüße,
Jacob
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#8
Das wird es nicht geben. Diese Leitgummileisten sind eine sehr fragile Geschichte; die Kontaktierungen sind sehr präzise und plan gearbeitet. Die Kontaktflächen sind die Ober - und die Unterkante der Leitgummileiste und die Kontaktfläche auf der Leiterplatine des Treiber-ICs und dann die (sehr empfindlichen) aufgedampften Kontaktflächen auf der Unterseite der unteren Glasplatte des LCD- Displays.
In meinem damaligen Bausatz stand als Text zu der Montage dieses Displays, daß sich dieses Display nur einmal montieren läßt. Bei einer wiederholten Montage sei die Leitgummileiste bereits soweit verzogen, daß bestenfalls nicht mehr alle Segmente der Anzeige funktionieren würden. Dieses würde sich so darstellen, daß die fehlenden Segmente nur bei bestimmtem Druck an einer oder (schlechtestenfalls) mehreren Stellen des Displays erscheinen würden.
Ich bin daher stets mit gemischten Gefühlen an diese solchermaßen kontaktierten Displays ran gegangen. Also auch mit einem nigelnugelnagelneuen Leitgummi sind die Chancen 50:50, daß das Display wieder so funktioniert, wie es soll. Mit einem Leitgummi aus beispielsweise einem gebrauchten Display dürften die Erfolgschancen dann dementsprechend schlechter sein. Mit diesen Displays bzw deren Kontaktierungen kommt man ganz leicht und schnell an die Grenzen des Reparierbaren bzw des Machbaren.

Spätere LCD Displays hatten dann lötbare Drahtanschlüße. Damit fiel zwar die fragile Leitgummikontaktierung weg, aber jetzt mußte gelötet werden, und dabei wurde sowohl die Löttemparatur als auch die Lötzeit vom Displayhersteller vorgegeben. Hat man das Brateisen also zu lange an die Lötstelle gehalten, oder war die Löttemparatur zu hoch, dann war das Display erledigt. Ich habe daher diese Dinger dann immer mit Lötpaste eingelötet wegen der zum einen deutlich niedrigeren Schmelztemparatur des Lots und wegen der andererseits deutlich niedrigeren Lötzeit selbst,- es ging auch einfach schneller.
Aus diesen Gründen sind mir LED-Anzeigen einfach sympatischer, obgleich auch die nicht ohne sind.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#9
Sprich die einzige Lösung für Nachhaltigkeit ist ein Nixie Wecker - finde ich auch am hübschesten.
Mein Metrahit 18s ist ja auch nicht mehr taufrisch - wenn dem sowas passiert muß ich glaub weinen.....
Gruß,
Uli
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#10
Sämtliche Versuche sind fehlgeschlagen, das Ding ist tot. An der Leitgummileiste kann ich hochohmig Durchgang messen. An der Kontaktfläche am Display sind nur feine Riefen im Glas zu erkennen, aber nichts, das wie eine leitfähige Beschichtung aussieht. Vielleicht hat diese sich aufgelöst, bzw. deren Reste habe ich beim reinigen endgültig entfernt ?

Merkwürdig ist das Verhalten dieses Gerätes. Nach vielleicht 15 und mehr Jahren herumliegen, lebte es nach Zufuhr von Spannung sofort wieder auf, um sich dann nach wenigen Stunden für immer zu verabschieden.

Der eigentliche DCF77- Empfänger ist als Subprint auf der Hauptplatine aufgesteckt, merkwürdig ist auch hier, dass ich an keinem der Pins die Sekundenimpulse des DCF77 erkennen kann.

Grüße,
Jacob
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#11
Hallo Jacob,

hast Du es auch mal mir einer neuen Batterie versucht?
Ein Verblassen des Displays innerhalb (relativ) kurzer Zeit deutet eher auf eine nachlassende Spannung hin, während sich Kontaktprobleme eher darin zeigen, dass einzelne Segmente komplett ausfallen, aber nicht verblassen.

Gruß,
Bernd
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#12
Richtig Bernd, selbiges vergaß ich zu schreiben.
M.f.G.
harry


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- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#13
Laut BA soll das Funkuhr-Modul von 1,2 bis 3V laufen. Als es verblasste, war die Spannung 1,44 V.
Vielleicht sind die 1,2V zu optimistisch, ich werde es dann mal mit 3V versuchen.

Grüße,
Jacob
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#14
Gestern Abend hatte ich noch einen Versuch gemacht mit 2 Zellen in Reihe und damit 2,95V.


.jpg   SC77M6.jpg (Größe: 63,65 KB / Downloads: 270)
Das Funkuhr-Modul SC77M lebte noch einmal kurz auf, um sich dann nach wenigen Minuten für immer zu verabschieden !  Smiley21  

Wenigstens konnte damit der Beweis erbracht werden, dass die Reinigung der Leitgummileiste nicht geschadet hat ! Smiley14  

Heute Vormittag hatte ich noch eine Elko- Kur gemacht, auch ohne Erfolg ! Smiley21
Also nun wohl endgültig ein Fall für die Tonne !  Smiley21  

Grüße,
Jacob
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#15
Ich hab auf der Arbeit ein PH-Messgerät mit LCD-Anzeige zur Reparatur bekommen. das Teil müsste ca. 20-30 Jahre alt sein. Bestückt ist das Messgerät mit einem 3 1/2 Digit- LC-Display.
Der Fehler ist, dass die unteren Segmente aller Ziffern nicht mehr funktionieren.
Das Display ist bedrahtet und eingelötet. Die Lötstellen sind in Ordnung, Beschädigungen durch Feuchtigkeit oder Chemie im Gerät ist nicht zu sehen.

Ich vermute mal , dass das Display defekt ist. Das Messgerät arbeitet übrigens mit dem Allerwelts-IC ICL7126 oder so ähnlich, der für Messgeräteschaltungen mit LCDs verwendet wird.


Ironischerweise hatte ich vor ein paar Wochen eine aus irgendeinem Gerät ausgeschlachtete Platine mit drei dieser ICs und drei dazu passenden Displays entsorgt - "die brauch ich eh nie wieder..."
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#16
In diesem Thread vom 22.7.2017 habe ich mein Keithley 132 C beschrieben und auch die Probleme, die dieses Digitalmultimeter seit einiger Zeit schlagartig aufweist. Der Thread:

http://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=8911

Hier beschreibt WiKi die Funktionsweise solcher Flüssigkristallanzeigen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigkristallanzeige

Da etwas reparieren zu wollen ist schon eine sehr filigrane Bastelei. Alerdings habe ich den Verdacht, daß diese Flüssigkristallanzeigen mit den Jahren alterungs - und umweltbedingt mehr oder weniger alle ausfallen. Die beiden Glasscheiben sind ja nicht hermetisch dicht, sodaß Schadstoffe und Umwelteinflüsse auch zwischen diese beiden Scheiben mit der Zeit eindringen können und dann ist die Anzeige dahin. Man kann diese Anzeigen auch nicht so einfach gegen eine andere ,- vielleicht ähnliche, - Anzeige tauschen. Das ging bei den LED Anzeigen schon sehr viel einfacher, doch LCD ? Kaum eine Chance ..

Zu überlegen wäre aber beispielsweise, ob man diese Anzeigen nicht auf (spasseshalber) LED Anzeigen umbauen könnte; allerdings hat es bei den Multimetern den Chip ICL 7106 und ICL 7107 gegeben. Der 7106 war für LCD, der 7107 war für LED designed. Ansonsten waren die beiden ziemlich ähnlich. Nur war der Anzeigentreiber ICL 7106 vom Ausgangsstrom her für die LCD Segmentanzeigen deutlich schwächer und daher für LED ungeeignet, während der ICL 7107 eine LED Anzeige direkt ansteuern konnte; der Ausgangsstrom des 7107 reichte dafür gut aus. Das hat sich natürlich im Strombedarf dann niedergeschlagen: Multimeter mit LED Anzeige und Batteriebetrieb waren nach 50 bis 100 Stunden Betrieb (je nach verwendeter Batterietype) leer, während die LCD Anzeige selbst mit einer 9 V Blockbatterie wochenlang im täglichen Werkstatteinsatz aushielt, bis die Batterie gewechselt werden mußte.

Ein Beispiel für solche Schaltungen/Anwendungen findet man hier:

http://www.ic-anwendungen.net/cms/cms.php/366.html

Nachbauen würde ich sowas aber heute nicht mehr; die Preise für die einzelnen Teile wären höchstwahrscheinlich so hoch, daß man sich dafür ohne zum Lötkolben greifen zu müssen ein sehr gutes Multimeter (aus fernöstlicher Fertigung) kaufen kann; - man muß ja nun auch nicht Eulen nach Athen tragen ..
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#17
Hallo

Ich weis nun nicht , ob jedes  Display verblasste , ich habe noch meine alte Ruhla Uhr, da ist zwar das Plastikfenster gerissen, aber die Uhrzeit ist noch gut sichtbar und das nach über 30 Jahren.


.jpg   IMG_0868.JPG (Größe: 147,46 KB / Downloads: 138)

MfG. Dietmar
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#18
Hallo zusammen,

eine LCD Anzeige kann man auch durch eine zu hohe Taktfrequenz oder zu hohe Spannung vorzeitig erledigen.
Diese Anzeigen haben zusätzlich zu den Segnentanschlüssen eine Backplane als gemeinsame Elektrode.
Zwischen den Segmentanschlüssen und der Backplane wechselt die Polarität in der Regel mit 200 Hz.
Das ist auch der Grund warum man, vom wesentlich höheren Strombedarf der LED´s mal abgesehen, nicht
mal eben eine LED- Anzeige anklemmen kann.
Die Anschlüsse der Segmente bei den Displays mit Leitgummi sind aus dem selben aufgedampften Material
wie die Segmente selber. Man kann das durch schräghalten gerade noch erkennen.Ob das aufgedampfte
Material durch Alkohol abgelöst wird... Dann währe noch die Qualität der Abdichtung ein Kriterium für die
Lebensdauer. Letztendlich hat der "Füssigkristall" auch keine endlose Lebensdauer.

Der CD4543 ist ein 7-Segmenttreiber für LED´s mit gemeinsamer Kathode, gemeinsamer Anode oder
LCD-Anzeigen.

Gruß,
RE 084
RE 084 heisst Hans und kommt aus 41844 Wegberg
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#19
Meine Geigerzähler  hat zerlaufene  LCD Display, es ist noch lesbar.
kurze Google ergibt dass nicht wenige russische Geigerzähler solchere Krankheit hat.


Grüss
Matt


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Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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