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SMD Elkos wie auslöten???
#1
Hallo liebe Bastelfreunde,

wie lötet man als Bastler am besten defekte SMD Elkos (die zylindrischen Aluminium-Elkos, nicht die rechteckigen Tantal-Elkos) aus??? Deren Anschlüsse und die zugehörigen Lötpads liegen ja großteils unterhalb des Bauteils, so dass man eigentlich zwei Lötkolben und viele Hände haben müsste, um beide  Anschlüsse gleichzeitig erhitzen und dann das Bauteil abheben zu können.

Andere Möglichkeit, die ich sehe, wäre das vorsichtig zerstören des defekten Bauteils, um dann die übriggebliebenen Anschlussreste einzeln ablöten zu können. Wie zerstört man dann am besten die SMD Elkos, ohne dass die Leiterplatte und deren Lötpads mitzerstört werden???

Da ich mit SMD-Löten keinerlei Erfahrung habe und schon gar nicht mit dem Entlöten, frag ich mal nach euren Erfahrungen damit.

Jeder Tipp ist willkommen und wird dankbar angenommen!!!

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#2
Soetwas löte ich nur mit Heißluftstation und passender Düse, das reicht um den Elko kraftlos von der LP abheben zu können.
Bei Fragen zum Umbau oder zur Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung oder einfach nur Kontakt- bitte Email unter: mbernhard1945(at)gmail(dot)com

mein PGP-Key unter: https://pgp.mit.edu  Keyword: mbernhard1945
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#3
Hab ich nicht, weiß aber, dass es damit gut geht. Anschaffung lohnt aber für den einen Fall auch nicht. Trotzdem recht herzlichen Dank für den Hinweis.
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#4
Moin!
Mit der Kombizange von oben greifen, plattdrücken und abdrehen.
Danach die Drahtreste ablöten.
Klappte bei Modulen für eine Grundig Satumsetzeranlage ganz gut.
Normale radiale Elkos mit passend abgebogenen und gekürzten Drähten sind bei Reparaturen leichter einzubauen als SMD-Elkos.
Achja, vorher an einer Schrottplatine üben.
Gruß Gerrit
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#5
Hallo,

einfach mit dem Lötkolben beide Seiten erhitzen und mit einer Pinzette abheben.
Gruß Helmut
----------------

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#6
Mit gute Seitenschneider (Elektronik)    Elko  an 1/3tel  Höhe  ansetzen und abschneiden,  dann kann man leicht rauspicken& entlöten.

Allerdings beim harte Fall names Tektronix TDS520 mit Elkopest hab ich einfach den von Platine abgekratzt, da Lötzinn wegen Elektrolyt korrodiert und bröselig ist.

   

Grüss
Matt
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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#7
Vielen Dank für die Bestätigung meiner Idee, die Elkos zu zerstören und dann die Reste abzulöten, und wie ihr das macht. Hab ich am Wochende eine nette Beschäftigung, 10 Elkos nach 12 Jahren Dauerbetrieb einer ISDN-Telefonanlage zu ersetzen.

Scönen Feiertag (Christi Himmelfahrt/Tag des Herren/Vatertag, je nach Auffassung) heute

(Reflex-)Kalle
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#8
Hallo Kalle,
das mit der Telefonanlage riecht mir verdammt nach Kondensatorwechselorgie! Ich habe seit 1996 eine EURACOM182- ISDN- Telefonanlage. Die hat mittlerweile die dritte Elkobestückung, aber nur im Schaltnetzteil! Dort werkelt der UC3543, ein achtbeiniges IC, das auch in vielen Sat- Receivern, Set-Top- Boxen, IT- Zubehör, wie Repeatern und Access- Points anzutreffen ist. Es ist lediglich nötig, den meist 47µF/35V- großen Startelko, den Primärglättungselko (47µF/450V) und je nach Bedarf die sekundären Glättungselkos der 12V-, 24V- und 5V- Schiene zu wechseln. Und das sind eigentlich immer normale bedrahtete Bauelemente.
Diese stückzahlmäßig sehr begrenzte Kondensatorkur habe ich auch schon öfter bei den o.g. Geräten durchgeführt und war völlig ausreichend, die Funktion wieder 100%ig herzustellen.
Ich handle eben nach der alten Technikerdevise: "Nur so viel wie nötig, nicht so viel wie möglich!" Meist wird bei solchen Wechsel- Wutausbrüchen mehr "versaut", als in Ordnung gebracht.
Lediglich in zwei Fällen mußte ich die beschriebenen Alu- SMD- Elkos wechseln, und das war einmal bei einer Auerswald- Telefonanlage zwei Stück aus der Peripherie des seriellen Treiber- IC's für die RS-232- Schnittstelle, zum anderen waren es 4 Elkos aus dem Meßverstärker des Überwachungsgerätes der Sicherheitsstromversorgungsanlage (über Trenntrafo vollisoliertes 230V- IT- Netz) einer Intensivstation im Krankenhaus. In beiden Fallen konnte ich die 10µF- Alu- SMD- Elkos durch ungepolte X7R- Vielschichtkondensatoren mit gleicher Kapazität und Spannung ersetzen. Seitdem ist dort Ruhe!
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#9
Die Elkos einfach abreißen würde ich keinesfalls, zu groß die Gefahr, da noch mehr oder weniger viel Leiterbahn mit abzureißen. Oft haben die Elkos kleine Lötfahnen, die nach innen umgebogen sind. Die kann man auf einer Seite warm machen mit dem Lötkolben und mit etwas dünnem leicht anheben. Dann andere Seite und weg. Aber alles ohne Gewalt.

@Scotty: Gutes Beispiel fürs neu machen müssen ist der Sony ICF-SW1. Und da würde ich dann auch gleich alle Elkos ersetzen (6 afair), ehe ich den in 2 Wochen nochmal auseinanderfummeln muss....
Gruß,
Uli
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#10
Meine bescheidene Meinung: Bei Geräten die im 24/7 Betrieb sind gehen bei mir alle Elkos raus und neue Low-ESR 125°-Typen rein. Danach hatte ich nie wieder Probleme oder Ausfälle. Auch was das Abreißen von Elkos angeht, sehe  ich  das wie Uli. Kann gut gehen aber die filigranen Leiterbahnen moderner Platinen sind einfach nicht für größere Krafteinwirkung ausgelegt und ist die Bahn erstmal ab, dann ist flicken vergleichsweise fummliger als einen BGA Chip mit Hobbymitteln zu löten. 

Kalle schau doch mal nach einer geeigneten Lötstation mit passenden Düsen. Brauchbare fürs Hobby gibt es schon für weniger als 100 Euro und das rentiert sich doch bei den vielen Geräten die heute "geplant" verrecken müssen, dürfen. Will ja keinem Hersteller etwas unterstellen.
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#11
Hallo,

hab dann mal vorsichtig die Reparatur der ISDN-Telefonanlage mit Erfolg vorgenommen.

Vor der Reparatur

   

ein "Massengrab" von Elkos und ein paar sehr verdächtig leicht aufgeblähte SMD-Elkos

   

Der eigentliche "Übeltäter" ist erstmal der 47µF/35V Elko, der der Erzeugung der Versorgungsspannung/Startspannung des TL7525B dient. Zum Start wird der Elko über die beiden in Reihe geschalteten 220k Widerstände mit der gleichgerichteten Netzspannung aufgeladen und zum Start des Schalspannungswandlers mit dem TL7525B muss die Spannung am Elko wenigsten ca. 10V betragen. Auf Grund des Alters des Elkos erreicht man aber nur ca. 9,93V, was nicht ausreichend ist/war. 

Mutig, wie ich bin, hab ich testweise einen der 220k Widerstände mit einer Messleitung überbrückt und siehe da, die Spannung am Elko steigt langsam, bis der TL7525B startet. Danach funktioniert die ISDN-Telefonanlage, auch wenn man die Überbrückung des 220k Widerstandes wieder entfernt und nicht die Netzspannung fehlt.

Entfernt hab ich den Elko und die anderen markierten, in dem ich mit einer kleinen Zange den Elko vorsichtig bewegt (gekippt und gedreht) habe. Schon dabei hat man das Gefühl, dass der/die Elko/s nicht (mehr) so fest angelötet sind, dass man die SMD-Lötpads ablösen würde, wenn man da etwas mehr Kraft walten lässt. Die SMD-Elkos ließen sich recht leicht so entfernen. Entweder lösten sich die angelöteten Anschlussdrähtchen vollkommen von den Lötpads (oberer Anschluss des 47µF/35V Elkos) oder rissen kurz vorher ab (unterer Anschluss des 47µF/35V Elkos).

   

Die noch intakten SMD-Lötpads dann neu verzinnt

   

und man kann ganz einfach normale, bedrahtete Elkos als Ersatz (Platz für die größere Bauhöhe vorausgesetz) bei entsprechend zurechtgebogenen und gekürzten Anschlussdrähten dann einlöten.

Hat mit aller Vorsicht keine halbe Stunde gedauert und jetzt funktioniert die ISDN-Telefonanlage wieder vollkommen richtig. Wieder Eine Erfahrung mehr und weniger "Angst" vor SMD-Bauteilen.

Nochmals vielen Dank für die netten Hinweise.

Schönen (Rest-)Sonntag

(Reflex-)Kalle

P.S.: Das abschließende Foto mit den neuen Elkos muss ich leider schuldig bleiben. Hab ich vor aller Freude einfach vergessen zu machen und die ISDN-Telefonanlage ist schon längst wieder beim Besitzer in Betrieb.
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