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SABA Freiburg 125
#1
Hallo zusammen

Am vergangenen Mittwoch konnte ich einen ersteigerten Saba Freiburg 125 abholen. Mit ca. 25 kg ein ganz schöner Brocken. Der Lack hat zwar ein paar kleine Dellen, aber die fallen kaum auf. Ich glaube, wenn ich den Staub entfernt habe, wird das Teil erheblich leichter.
Hier mal die ersten Bilder vom Istzustand:
   
   
   
   
   

Nun die ersten Fragen an die Saba-Spezialisten unter Euch:

1. Wenn ich die vier Schrauben unter dem Gehäuse löse, kann ich dann das komplette Chassis, einschließlich der Höhen- und Tiefenregler nach hinten rausziehen?

2. Könnt Ihr mir ein paar Tipps geben, worauf ich besonders achten sollte, wie z. B. Dinge die an dem Gerät gerne mal schief gehen.

Danke im Voraus.

Grüße aus Bornheim
Werner
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#2
Hallo Werner,

diese Geräte sind sehr wartungsfreundlich. 4 Schrauben unterhalb des Gehäuses entfernen und schon kann man das Chassis komplett raus ziehen. Die Fronblende unten geht mit dem Chassis raus. Die runden Stecker auf dem Chassis mußt Du natürlich ziehen.

Es gibt da tatsächlich etwas, auf das man Obacht geben sollte. Bei wieder rein schieben des Chassis muß man auf die Wippe achten. Sie verbiet u. U. die Blende der Wippe. Also, viel Erfolg.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#3
Danke Andreas
Deine Hinweise helfen mir weiter.
Die separaten runden Stecker für die Lautsprecher find ich gut. Da hat sich ein Entwickler mal echt Gedanken über eventuelle Wartungsarbeiten gemacht, toll.
Das ist mir als Arbeitsschützer oft passiert, wenn wir bei der Begutachtung von Schienen- oder Spezialfahrzeugen die Frage nach der Zugänglichkeit von Bauteilen stellten. Dann haben wir meist in erstaunte Gesichter gesehen.

Schönen Abend
Werner
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#4
Hallo Werner,

das "Schwer und Söhne" kann man bei einigen Saba-Geräte mehrdeutig sehen Wink  .

wenn du im ausgebauten Zustand Lautsprecher an die Buchsen anschließt müsstest du Brücken auf die braune Buchse am Übertrager setzen, weil sonst die Zuleitung zur Buchse unterbrochen ist und die AÜs beschädigt werden können. Hier zu sehen am Freiburg 11 oben bei meiner letzten Reparatur, sollte bei deinem eigentlich gleich sein:
   

Nach dem Einbau habe ich festgestellt, dass das Chassis rechts tiefer liegt und man Befestigungsteile der Scheibe sieht, das liegt an eingedrückten Gummis zwischen Chassis und Holz. Das Gummi rechts vorne kann man etwas verdrehen, oder etwas unterlegen, damit das Chassis wieder einigermaßen gerade ist. (Hier Freiburg Studio A, den ich noch nicht ausgebaut hatte)
   

Ansonsten erwarten dich wahrscheinlich einige WIMA-Knallbonbons. Die Entstörkondensatoren am Netzeingang sind unbedingt zu wechseln, die sind bei meinem Freiburg 11 bereits vor etwa 25 Jahren explodiert. Diese sind jedoch nur bei AM-Empfang nötig.

Sofern die Fernbedienung vorhanden ist, wird wahrscheinlich die UK-M-Umschaltung und ggf. Sprache-Musik-Umschaltung nicht mehr arbeiten, dafür ist der 200µF-Elko neben dem AÜ zuständig.

Sollte der Stromstoßnetzschalter nicht mehr schalten, aber surren, ist das Gelenk zu etwas zu ölen, ich habe dafür Ballistol-Universalöl verwendet.

dann mal viel Erfolg mit der Revision deines Spitzengerätes, bei weiteren Problemen sehen wir weiter.

Freundliche Grüße,
Arnold
Eine ECC83 und zwei EL84 reichen vollkommen aus für einen gewaltigen Stereo-Röhrenverstärker Smiley34
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#5
Hallo Werner,

noch ein Hinweis zur Besonderheit Netzschalter, dass ist ein einpoliger elektromechanischer Schalter, also ein Stromstoßrelais, welches über einen kleinen Hilfstrafo versorgt wird.

Wenn man den stromlosen Freiburg langsam am Regeltrafo unter Spannung setzen will, sollte man diesen Schalter von Hand in die "Ein"-Position schalten oder überbrücken.

Mitte-Links Stromstroßrelais, oben der Schaltkontakt, am rechten Bildrand der Hilfstrafo:
   

Freundliche Grüße,
Arnold
Eine ECC83 und zwei EL84 reichen vollkommen aus für einen gewaltigen Stereo-Röhrenverstärker Smiley34
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#6
Hallo Arnold
Danke für Deine Hinweise.
Hab noch ein paar grundsätzliche Fragen.
Ich sende Dir eine PN
Freundliche Grüße Werner
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#7
Hallo zusammen

So der Staub ist weitestgehend entfernt. Man kann die Farben der meisten Kabel wieder erkennen.

Und schon tauchen die nächsten Fragen auf:

1. In der Stückliste des Saba sind bei den Kondensator-Bezeichnungen Angaben, wie z. B.
Kf, Kf-H, K-Kf
Was bedeuten die Kürzel?

2. Bei den Angaben der Werte steht z. B.:
C13 Kf 47/20/125 oder C15 K-Kf 4700/2,5/125
Ich nehme an das sind: pF / Toleranz / Spannungsfestigkeit. Ist das richtig?

3. Und was bedeuten bei ELKO Bz 5/70 oder Elko Bk 2/250 die Buchstaben?

Grüße aus Bornheim
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#8
Hallo Werner,

mein Tipp, geh nicht nach der Stückliste vor, sondern danach, was du tatsächlich im Gerät vorfindest. Kf usw. sind Bauarten, die aber auf heutige Typen nicht immer 1:1 übertragbar sind. Entscheide "am Objekt", was getauscht gehört (Papierwickel-Kondensatoren) gehört und was nicht (z.B. Styrflexkondensatoren).

Und noch was: Wenn du das Gerät noch nicht ausprobiert hast, also die Funktion unbekannt ist, tausch nicht gleich alles, was letzlich zu tauschen ist, sondern nur die wenigen ganz wichtigen Kondensatoren: Entstörkondensatoren im Netzteil (vorerst ersatzlos entfernen: C 126,127, 128), Koppel-C am g1 der Endstufe (C 92 und C112), ferner C 24, 27, 33, 50, 54. Wenn du dann das Gerät mit ausgeschalteter Automatik in Betrieb nimmst (am besten über Regeltrafo hochfahren), kann fast ncihts passieren.

Das Ganze gilt nicht, wenn das Gerät bereits (wenn auch schlecht) spielt. Aber auch dann sollte man nicht alles Tauschwürdige auf einmal tauschen, sondern schrittweise. Andernfalls handelst du dir schwierig auffindbare Fehler ein.

Gruß
Stefan
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#9
Hallo Stefan
Der Freiburg wurde bis vorige Woche regelmäßig benutzt.
Auch Dir Danke für die Tipps. Ich werde sie befolgen.
Jetzt werde ich aber zuerst das Gerät noch weiter reinigen und dann alle Röhren prüfen.

Grüße Werner
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#10
Schon wieder was Neues vom Saba Freiburg 125.
Während ich mit den Röhrenprüfungen dran war, fiel mir immer wieder die Duplex-Kupplung des Motorantriebs ins Auge. Ich bin sehr neugierig und will immer wissen, wie etwas funktioniert. Hab dann einiges im Netz gefunden und die Funktion danach verstanden, glaube ich wenigsten!?
Wenn ich auf MW schalte, bewegt sich die Kupplung nach links und bei FM nach rechts. Auf dem Bild ist die Kupplung nach rechts, also FM.
   
Die ventilförmigen Teile links und rechts, die nenne ich mal „Ventile“, haben zur Mitte hin eine Art Kupplungsbelag.
   
Wenn die Kupplung nach links war, also auf AM, dann hat das Teil das linke „Ventil“ mitgenommen und damit den AM-Suchlauf und den AM-Drehkondensator betätigt.
Aber leider war das bei FM nicht der Fall. Es gab keine kraftschlüssige Verbindung zum rechten „Ventil“. Das „Ventil" war einfach zu weit rechts für einen vernünftigen Kraftschluss. Außerdem rutschte die Kupplung beim Umschalten von FM auf AM nicht in die richtige Stellung und auch die FM-Taste vorne kam nicht hoch.
Wieder ins Netz und viel gelesen. Habe Seiten gefunden, auf denen die komplette Demontage der Duplex-Kupplung beschreiben war. Hierbei mussten dann auch noch die beiden Stahlseile zu den beiden Drehkondensatoren entfernt werden. Ich glaube das hätte ich nie wieder richtig zusammen bekommen.

Außerdem fand ich Bilder, auf denen die Zinkgussteile durch den bekannten Zinkfraß fast völlig zerstört waren. Ich bekam Schweißperlen auf der Stirn. Dann habe ich mutig die beiden schalenförmigen Teile in der Mitte entfernt, und siehe da, die Gussteile waren völlig in Takt.
   
Ich war der Überzeugung, dass das muss auch anders gehen, also ohne komplette Demontage. Ich habe mir überlegt, wie bekomme ich das rechte „Ventil“ etwas weiter nach links. Dann fielen mir Sprengringe ein.
   
Die Achse, auf denen sich die beiden Ventile bewegen, ist rechts in einer Hartpapierplatte gelagert und auf beiden Seiten durch Sprengringe axial fixiert. Das rechte „Ventil“ ließ sich ca. 5 mm axial nach links verschieben. Dann habe ich links von dem linken Sprengring am Hartpapier einfach zwei weitere Sprengringe auf die Achse aufgedrückt. Die sitzen zwar nicht in einer dafür üblichen Nut, sondern nur auf der Achse, halten aber. Nun sitzt das rechte „Ventil" 2 mm weiter nach links. Die zusätzlichen Sprengringe sind leider nicht wirklich zu erkennen.
   
Jetzt funktioniert alles wieder, wie es soll. Auch die FM-Taste springt beim Umschalten wieder ganz hoch und der FM-Drehkondensator wird vom Motorantrieb mit betätigt.
Ich bin begeistert.

Jetzt geht’s weiter mit Röhrenprüfungen und dem Reinigen des Chassis. Danach werden die Tipps von Stefan abgearbeitet.

Grüße aus Bornheim
Werner
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#11
Hallo zusammen
Lieber Werner, ich glaube nicht das diese Beläge defekt waren. Eher die Schmierung der Kupplung und sein Tastenmechanismus. Ich freue mich das es so funktioniert aber ob das auf Dauer so hält??
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#12
Ich hab darüber in der Funschau 1961 gelesen,

in diesem Beitrag, der diese Kupplung erklärt, stand dass diese Gummibeläge eigentlich "Kunststoffwarzen" aufweisen die die kraftschlüssige Verbindung herstellen.
Nach nunmehr 50 Jahren dürfte der Gummi hart wie Knochen sein...und die Warzen abrasiv behandelt.

Thommi
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#13
Hallo Thommi

Wenn Du den Artikel aus der Funkschau 1961 hast, würde ich mich freuen, wenn Du mir eine Kopie senden würdest. Danach habe ich nämlich schon ohne Erfolg gesucht.
Ich sende Dir eine PN mit meiner Mail.

Danke im Voraus.
Werner
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#14
Hallo Werner,

meinen Glückwunsch zu Deinem wunderschönen Schätzchen.

Irgendwann fällt mir auch ein SABA Automatik in die Hände....hoffentlich.

Viele Grüße

Peter
„Segelnd auf weindunklem Meer hin zu Menschen anderer Sprache“

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#15
Hallo Zusammen
Kann mir jemand von Euch beschreiben, wie ich am Besten die Tasten entfernen kann, um besser an die Tastenlämpchen zu kommen?
Schon jetzt danke für Eure Hilfestellung.

Gruß
Werner
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#16
Guck mal bitte Werner, an den Tasten sind kleine Federbügel drinn, die musst du entfernen mit einer Spitzzange, aber Obacht die flutschen gerne weg und sind dann unauffindbar. Sollten die auch noch geklebt sein hälst du an den Blechsteg den Lötkolben dran und du kannst die Locker abziehen
Wie war das noch mit den Lämpchen, da hatte ich mir aus der Hülle eines Gummikabels einen „rausdreher“ gebastelt.
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
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#17
Hallo Dietmar
Danke für die Tipps. Die hab ich verstanden. Nur werden die Taste von den Bauteilen der Automatiktasten darunter abgedeckt. Weiß Du, wie ich dieses Teil komplett abgenommen bekomme?
   
Hinter dem Klapperatismus steckt auch noch ein sehr verdächtiger Kondensator.
So, hab gerade die zwei versteckten Schrauben gefunden. Ich hoffe, ich bekomme nun die Tastenlämpchen gewechselt.
Gruß Werner
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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#18
Hallo

Der verdächtige Kondensator ist getauscht.

An die Tastenlämpchen komme ich jetzt auch dran. Hab ein Neues eingeschraubt, aber leider leuchtet das nur viel zu dunkel. Ich hab im Netz rauf und runter gesucht, ohne Erfolg.
Daher die nächste Frage an Euch.
Lampe nach Schaltplan: Fassung E5, 8,5V, 0,15A

Welche Ersatzlampe kann ich einsetzen und wo kann ich die Kaufen?

In einer Taste ist eine kleine Glassockellampe eingesetzt.

Für Eure Tipps bin ich sehr dankbar.

Fortsetzung folgt.
Die weiteren Beschreibungen setze ich in Reparaturen und Restaurierungen.

Gruß
Werner
Das größte Vorurteil ist der Glaube, man habe keine Vorurteile.
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