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Russisches Radio, Pionier aus Minsk 1941
#1
bin heute an einer Trödelhalle vorbeigekommen und, typisch für mich, nicht mit leeren Händen rausgekommen.

Keine Ahnung was das ist, vor allem die östlichen Sammlerfreunde sind gefragt:

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   
Gruß,
Jupp
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wenn man nur den Hammer kennt, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel
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Zensur findet im Endgerät statt (CCC)
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#2
Hallo

Das ist ein Russisches Radio, Pionier aus Minsk.
Vorbild war das Radiogerät Elektrit" aus Polen Modell Herold
https://www.radiomuseum.org/r/minsk_radi...ionie.html


Gruß Helmut
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#3
Helmut hats lesen können, " Pionier " Smile
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#4
super, danke! Dann kann der post eigentlich in eine Gerätevorstellung verschoben werden.
Gruß,
Jupp
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wenn man nur den Hammer kennt, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel
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#5
Hallo Jupp,

Das Herstellerwerk in Minsk hatte den Namen "Molotow" (so steht es jedenfalls auf der Rückwand). Ich glaube aber nicht, dass die etwas mit den gleichnamigen Coctails zu tun hatten :-)
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Gruß Matthias
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#6
Eigentlich ist richtig sowjetisches Radio, weil es in Weißrussland produziert wurde. Minsk ist die Hauptstadt.
Und, Matthias, doch sowohl das Molotow Werke, die nicht nur Radios sondern auch Autos produzierten (ZIM) als auch das Molotow Cokctail tragen den Namens des engsten Vertrauten Stalins, der UdSsR Außenminister, der den Molotow-Ribbentrop Nichtangrifspakt mit unterschrieben hat.

Sonst, schönes kleines Radio, Jupp. Congrats!
Gruß!
Ivan
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#7
You can read slightly more about those sets at http://www.elektrit.eu/elektrit_epilog.html via Google translate.

Regards
Piotr
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#8
Der Pionier aus Weißrussland wurde wohl schon frühzeitig auf französische (Blech)- Röhrentechnik umgerüstet: 6E8MG Dario, 6Q7(MG) Philips, 5Y3GB Mazda,
es fehlt die Endröhre 6Ф6С (= 6F6G / GT).

Dies ist die eigentliche Version, jedenfalls die nächst mögliche.

Grüße,
Jacob
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#9
Heute die große Überraschung! Mein russisches Pioner ist ein Saarfranzose!

   

Formieren der Elkos:

   

   

Inbetriebnahme in geschützter Umgebung:

   

Gruß,
Jupp
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wenn man nur den Hammer kennt, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel
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#10
Perfekt! Gratuliere!
Das ist ein Hammer - Vorkriegs Exportgut aus CCCP - gab es damals noch nicht Sanktionen?
Gruß!
Ivan
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#11
Uhh, der ist hübsch!
Ein russisches Radio brauch ich auch noch in der Sammlung...
Viele Grüße, Mark

Radioten aller Länder, vereinigt euch!
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#12
Hallo Jupp,
schön dass das Gerät wieder empfängt.
Vielleicht ist das Radio erbeutet und dann weiterverkauft worden...
Viele Grüße,
Rolf
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#13
Halo
In Beitrag #7 fügte Kollege Piotr einen Link an , in dem etwas über die Geschichte des Herstellerwerkes zu lesen ist.
Wenn ich es richtig verstanden habe wurde das Werk "Elektrit" als reaktion auf die Besetzung Polens durch unsere vorfahren teilweise nach Minsk verlegt.Dort entstand wohl dieses Gerät.
Dort sind auch einige weitere Modelle zu sehen die mir gut gefallen, insbesondere einige schöne Schallwandbespannungen.
Ich hatte von dieser Marke bisher keine Kenntnis und danke Piotr für den Link!
Cris
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#14
(18.07.2018, 22:12)saarfranzose schrieb: Heute die große Überraschung! Mein russisches Pioner ist ein Saarfranzose!

Sicherlich ein sehr interessanter Mosaikstein in der Geschichte des Radios. Der Straßenname auf dem Händlerschildchen wirkt für mich ungewöhnlich -> läßt sich darüber der Zeitraum eingrenzen, wann dieser Aufkleber eingepappt wurde?



Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#15
Hallo zusammen,
in der Tat ein insgesamt sehr interessanter Bericht  Thumbs_up
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Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet...Dirk
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#16
(19.07.2018, 07:12)klausw schrieb:
(18.07.2018, 22:12)saarfranzose schrieb: Heute die große Überraschung! Mein russisches Pioner ist ein Saarfranzose!

Sicherlich ein sehr interessanter Mosaikstein in der Geschichte des Radios. Der Straßenname auf dem Händlerschildchen wirkt für mich ungewöhnlich -> läßt sich darüber der Zeitraum eingrenzen, wann dieser Aufkleber eingepappt wurde?



Gruß
k.

Dies geschah sehr wahrscheinlich vor 1945 !

Am 13. Januar 1935 war im Saarland die Volksabstimmung, bei der 90 % der Saarländer für den Anschluss an Nazi-Deutschland gestimmt hatten.

In vielen Orten des Saarlandes wurden daraufhin Straßen und Plätze nach diesem Datum benannt, - die nach 1945 alle wieder umbenannt wurden.

Nach der Angliederung des Saarlandes an die BRD wurde jedoch 1957 in Saarbrücken eine Straße wieder in „Straße des 13. Januar“ zurück benannt, möglicherweise auf betreiben von Altnazis.

Siehe auch: http://www.saar-nostalgie.de/ → Land → Straßennamen


Übrigens schön dass Pionier wieder so schön spielt, außer den Saar- französischen Röhren auch mit den guten französischen S.I.C.- Elkos, die sich nach so vielen Jahren wieder erfolgreich formieren ließen.

Die Herkunft dieses Radios war wohl weniger schön, vermutlich Kriegsbeute.


M. f. G.
J. R.
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#17
Hallo,

Jupp ein tolles Teil und spannend finde ich, dass man, wenn auch ansatzweise etwas über die Geschichte erfährt.

"Kampftechnik" made in CCCP ist mir hinreichend vertraut, nur Geräte aus der Unterhaltungselektronik von < 1945 überhaupt nicht.

Herrlich dieses Gerät und der Bericht, danke dafür.
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#18
hier ist der genaue link zum Strassennamen-Artikel von Rainer Freyer:

Mehrfache Straßenumbenennungen an der Saar

die Straße des 13. Januar in Saarbrücken war mir schon früh ein Begriff. Dort befand sich die Grundig Vertretung und ich weilte dort oft in den Ende 70er, Anfang 80er Jahren zum Modultausch und zur Ersatzteilbeschaffung.

Einen weiteren schönen Artikel über Strassenbennungen hab ich hier gefunden:

Der 13. Januar: Der Tag als die Saarländer ziemlich dumm waren

Dort ist auch zu erfahren wie "meine eigene" Straße (Saarstrasse) zu ihrem Namen kam :-)

Aber zurück zum Radio. Ich frage mich: wie kam es als Kriegsbeute wieder in den Einzelhandel? Ein regulärer Import, wie man es später mit z.B. DDR-Radios oder Schweizer Modellen machte, scheidet wohl aus.

Die Firma Radio Karl Weinel existierte noch bis ca. Ende des letzten Jahrtausend. Vor ca. 2 Jahren war ich noch bei der Famile und konnte ein paar Eigenbaugeräte aufkaufen, welche viele Jahre als Leihgabe beim SR standen und von daher der Geschäftsauflösung entgangen sind.

Jakob, danke auch für den Hinweis daß ich die Elkos belassen kann. Das Radio wird auf jeden Fall gereinigt. Ob ich es komplett revidiere weis ich noch nicht.
Gruß,
Jupp
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#19
Sehr schöner, lesenswerter Bericht Jupp.

Noch besser, wenn man die Geschichte zu den Geräten kennt.
Wenn so ein Gerät erzählen könnte, was es alles gehört, gesehen, gerochen und erlebt hat....
Wo es gekauft wurde, wie liebevoll die Menschen es in ihrem Wohnzimmer aufgestellt und dem Rundfunk gelauscht haben.

Als Oldtimerfreak interessiert mich immer auch die Historie eines Gegenstandes.
Hier zwei  Bilder unserer Luise, ein Mercedes-Benz, W109, 300SEL 3.5 von 1970.
Gehört irgendwie hier auch rein.

   

   

Die nette Dame auf dem Beifahrersitz ist meine Holde.

Laut Mercedes-Benz Datenkarte war der Wagen erstmalig auf einen Fabikbesitzer in Bayern zugelassen. Der damalige Gegenwert des Fahrzeugs waren 7 VW Käfer.

Die Firma gibt es heute noch und ich habe mich per Mail als jetziger Besitzer des Fahrzeugs geoutet, ihnen Bilder geschickt und angefragt, ob Interesse an einem Gedankenaustausch besteht.

Leider habe ich keine Antwort bekommen.

Gruß

Peter
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#20
ein starkes Auto, Peter!

ich frage mich grade ob der Weinel-Aufkleber nicht auch einfach nur ein Reparaturaufkleber sein kann? Dann hätte jemand vielleicht das Radio aus Russland mitgebracht und es wurde lediglich mal bei Weinel instand gesetzt?
Gruß,
Jupp
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