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Die Crosley Buchradio Serie JM-8 Teil 1
#1
Servus,
Heute stelle ich euch die Buchradios (bookradio)  der Serie JM-8 der Fa. Crosley vor. Die Fa. Crosley Radio and Television Company, Toronto-Ontario, war die erste und einzige Firma, die bereits 1954 in das Transistorgeschäft einstieg und im gleichen Jahr ein mit Transistor bestücktes Kleinradio auf den Markt brachte. Es war ein Hybridradio mit drei Miniaturröhren (1AJ5, 1AH4 und 1V6 Mischer) und einer transformatorgekoppelten Transistorendstufe mit 2 Stück 2N109 in Gegentakt, die immerhin 100mW Power am Lautsprecher ablieferten. Die Stromversorgung erfolgte mit einer 45V Batterie und einer 4 Volt Spezialbatterie, die es heute nicht mehr gibt und die ich in meinen Radios durch 3 Stück AAA Zellen ersetzt habe. Die Anodenbatterie besteht aus 4 Stück kleinen12V Batterien, die ewig halten, da die Ua Stromaufnahme des Radios sehr gering ist. Das Radio wurde als Geschenkidee (gift) geboren und in Form eines aufklappbaren Buches als Gehäuse auf den Markt gebracht. Die aus sieben Buchtiteln bestehende Edition kostete als Einführungspreis 50 US Dollar und hatte die ca. Abmessungen 175x50x110 mm. In langen Jahren habe ich davon 4 Buchtitel zusammen gesammelt, dann aber aufgegeben wegen der absolut prohibitiven Preise dieser Geräte und den Transportkosten aus den USA. Diese kleinen und wie ich meine hübschen Radio sind in den USA sehr gesucht bei Sammlern und im guten Zustand, vor allem des Gehäuses und funktionierender Transistorendstufe, kosten die auch schon mal  200 US-Dollar. Dabei sind nicht die Transistoren das Problem, auch nicht die Röhren, die sind auch bis heute problemlos beschaffbar, sondern die beiden Mikro-NF Transformatoren mit ihren sehr speziellen Impedanzen. Der uralte und sehr empfindliche Germanium PNP Transistor 2N109 stellt sich da sehr zickig an und beantwortet Fehlanpassungen sofort mit wirksamen Verzerrungen. Glücklicherweise funktionieren bei mir in allen 4 Radios die Endstufen! Für die damalige Zeit(1954) revolutionär, wurden die Radios bereits auf einer geätzten Schaltplatine (PCB) bestückt und mit einer effektiven Ferritantenne ausgestattet. Der Winzling 1V6 als Mischröhre (Triode-Pentode) werkelt in dem Radio ausgezeichnet, Empfangsbereich ist natürlich nur MW (broadcast). damals konnte man noch nicht kostengünstig HF- taugliche Transistoren herstellen, obwohl die dann auch wenig später eingeführt wurden. Crosely hatte mt diesen Radios einen grossen Marketing-Wurf gemacht und sie verkauften sich lange Zeit sehr gut. Es waren die Gadget, die in keinem Buchregal fehlen durften oder beim Picknik auf der Decke lagen und vor sich hin tröteten.


.jpg   crosleyad.jpg (Größe: 85,72 KB / Downloads: 213)

Crosely Werbung für die Radioserie


.jpg   CrosleyBooks.jpg (Größe: 49,24 KB / Downloads: 214)

Die komplette Buchradio Serie:

The World of Music, Treasure Island, As you like it, Musical Memories, Fantasy, Enchantment und Magic Mood.

   

Hier meine 4 kleinen Radios

Natürlich gibt es problemlos dazu Serviceunterlagen und Schaltbild, wie immer bei Sam's photofact:

   

   

   

   

Fortsetzung folgt!
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

Wer mehr über meine Basteleien wissen möchte, kann meine Web Seite besuchen.


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#2
Hi Volker,
richtige Exoten hierzulande. Sehr interessant und danke fuers zeigen und die nette Beschreibung (-;

Gruß
Oliver
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#3
Servus,
Hier die Forstsetzung. Ich stelle ein paar Fotos ein von dem Gerät, am Beispiel des Crosley Fantasy.


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Die Fotos habe ich während der Reparatrarbeiten gemacht. Bei den verschiedenen Geräteserien gibt es kleine Unterschiede, die den Ein-Ausschlter der Geräte betreffen, zuerst verwendete man eine Druckschalter, der beim Schliessen des Buchdeckels das Radio ausschaltete, der Buchdeckel hatte einen Druckknopf, der das "Buch" geschlossen hielt, der aber schnell ausleierte. Dadurch besztand die Gefahr, das das Radio im Regal weiterspielte und bald darauf die Batterien leer waren. Man baute dann ein Poti mit Ein- Ausschalter ein, was natürlich sicher war. Bei allen Geräten sollte man komplett die Wachskondensatoren und den Elko tauschen.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

Wer mehr über meine Basteleien wissen möchte, kann meine Web Seite besuchen.


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#4
Sehr originell! Obwohl ich auch einige US-amerikanische Radios habe, kannte ich diese Buchradios nicht. Schön finde ich auch, dass man denen sogar Titel von real existierenden Büchern gegeben hat ..... brauchte Crosley dazu eine Lizenz?

Danke fürs Zeigen!!
Grüße aus dem Odenwald,

Werner


Lesen gefährdet die Dummheit!
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#5
Hallo Volker,

interessante Vorstellung, die Transistorendstufe ist schon eine Besonderheit.
Warum aber haben die Erbauer damals keine Röhre benutzt, wäre der Stromverbrauch zu hoch gewesen!?
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.
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#6
(11.08.2018, 08:25)Werner schrieb: Sehr originell! Obwohl ich auch einige US-amerikanische Radios habe, kannte ich diese Buchradios nicht. Schön finde ich auch, dass man denen sogar Titel von real existierenden Büchern gegeben hat ..... brauchte Crosley dazu eine Lizenz?

Danke fürs Zeigen!!

Servus,
Wahrscheinlich wohl, die aber auch whl wenig kostete, immerhin machte ja Crosley so Werbung für die Bücher.
Wie gesagt, die Amis waren damnals schon gross im Marketing!
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#7
(11.08.2018, 10:49)Opa.Wolle schrieb: Hallo Volker,

interessante Vorstellung, die Transistorendstufe ist schon eine Besonderheit.
Warum aber haben die Erbauer damals keine Röhre benutzt, wäre der Stromverbrauch zu hoch gewesen!?

Servus,
Crosley wettete damals schon auf die Transistoren und lag damit nicht fasch!  Es war halt ein Hit ein Radio mit Transistorendstufe auf den Markt zu bringen, und es war ja auch das Erste!
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#8
Da es hier um ausgefallene amerikanische Radios geht: Vor ganz, ganz langer Zeit habe ich mal ein amerikanisches Radio in Kombination mit einer "Bar" gesehen. Es gab einen Platz für die Flasche mit Hochprozentigem und Fächer für vier Gläser. Der Besitzer wollte es damals nicht verkaufen und ich habe es hier in Europa nie wieder gesehen. Falls jemand mal so etwas sieht .... sofort kassieren und bei mir abliefern.
Grüße aus dem Odenwald,

Werner


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