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Netzteil aus der Sowjetunion
#1
Hallo zusammen,

ich nahm vorhin mal dieses regelbare Netzgerät aus sozialistischer Produktion vom Flohmarkt mit, weil mir insbesondere die Wechselspanungsausgänge 6,3V, 12,6V und 36V (hinten) gefallen haben.
   

Beim Einschalten musste ich feststellen, dass der regelbare Teil nicht arbeitet, d.h. zu hohe Spannung anliegt und nichts regelbar ist. Das Problem kennt man ja auch von Netzteilen nichtsozialistischer Produktion, da ist dann ein Transistor für verantwortlich. Den abgebildeten n214B hier habe ich durchgemessen und für defekt befunden.
   

Was wäre ein passender Ersatz/Komplementärtyp dafür? Ich habe kein Datenblatt gefunden.

Danke und Freundliche Grüße,
Arnold
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#2
Hi Arnold,

kannst Du auf NPN oder PNP eingrenzen?

Hab in meiner Datenbank VRTWIN

http://www.ecadata.de

leider auch nix gefunden.

Aber das heißt nix, die ich, so finde ich, nicht besonders gut.

Ich vermute mal so ausm Bauch raus 2N3055.

Viele Grüße

Peter
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#3
nee, der ist physisch halb so groß wie der 2n3055, die dicken Transistoren sind noch auf einem gesonderten Kühlkörper

ich habe keine Schaltplan, gar nichts, google verweist mich auf einen Distanzsensor.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#4
Arnold, schaue mal hier: https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_p214.html
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#5
ah danke harry, ja, das mit den kyrillischen buchstaben werde ich nie lernen.

Im Moment habe ich festgestellt, dass mein Transitorchecker doch plausible Anzeigen in Stellung PNP anzeigt, also ist der soweit OK.

da sind noch zwei kleinere Transitoren drin, mal schauen was die machen.

Kann aber dauern, habe gleich noch einen termin
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#6
(31.08.2018, 15:52)Rhythmus S1264 schrieb: ... Im Moment habe ich festgestellt, dass mein Transitorchecker doch plausible Anzeigen in Stellung PNP anzeigt, also ist der soweit OK.

da sind noch zwei kleinere Transitoren drin, mal schauen was die machen...

Der oder die Ausgangstransistoren werden auf den größeren Kühlkörpern sitzen.

Das Datenblatt zum abgebildeten П214 gibt's hier:
https://alltransistors.com/pdfview.php?d...re=_russia

Viel Erfolg
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#7
Hallo zusammen,

mittlerweile habe ich festgestellt, dass die Dioden auf der Regelplatine alle keinen Durchgang haben, es handelt sich dabei um d814A (diesmal richtig):
https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_d814.html
und d226b
https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_d226.html

Bei letzterer würde ich fast sagen, 1n4005 oder ne Leistungsklasse höher rein und schauen obs geht, und für die Zenerdioden wird sich auch was finden.

Andere Vorschläge?

Die Leistungsdioden scheinen in Ordnung, immerhin kommt ja Spannung am Ausgang an.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#8
Hallo

Hier die Unterlagen zu dem Gerät.



.pdf   Universalspeisequelle.pdf (Größe: 490,88 KB / Downloads: 246)
Gruß Helmut
----------------

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#9
Danke sehr Helmut,

dieses Wochenende kommt ich damit auf jeden Fall nicht mehr weiter, könnte zwar 1n4007 testweise einbauen, aber Z-Dioden hab ich nicht.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#10
hallo zusammen,

mittlerweile habe ich festgestellt, dass die Drähte der Dioden schlecht leitend waren und meine Messpitzen nichts messen konnten. Nach mehreren Versuchen konnte ich jedoch die "Sperrschicht" mit anderen Messclipsen durchbrechen und feststellen, dass sie doch OK sind.

Damit komme ich wieder zurück zu den Transitoren auf der Steuerplatine, bleiben ein MP37b (nicht 6 wie im Schaltplan) und ein KT203AM.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#11
Ich schau mal nach, ich könnte die originalen da haben. Wird aber erst kommende Woche.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#12
haaalt, erstmal nicht, so weit bin ich noch nicht fertig mit der Fehlersuche...

Folgendes habe ich jetzt festgestellt, an der Basis von VT2 liegen rund -10V an und ändern sich nur um 0,2 Volt, wenn ich den Regler betätige. Ganz gering ist auch eine Veränderung am Voltmeter vorne. Somit würde ich den Fehler auf VT1 (KT203AM) eingrenzen.

Die Basis von VT1 hat jedenfalls die positive Regelspannung vom Poti, bei Voreinstellung 0-15 Volt kommen +26 Volt (Linksanschlag) bis 0 Volt (Rechtsanschlag) an.

Ich habe hier eigentlich viele Transistoren liegen, mir würde schon die Angabe einer ggf. stärkeren Ersatztype reichen.

Übrigens habe ich paar russische P216 und P217 gefunden.

Danke und freundliche Grüße,
Arnold
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#13
es wird immer lustiger, wenn ich die Netzspannung auf unter 220Volt verringere kann ich die Regelung bis zu den VT4 und VT5 an der Basis messen, hier kommen dann +7 bis 0Volt an.

Aber der Ausgang bleibt unreguliert bei nun ca 24 Volt (Einstellung 0-15V)

Ein Belastungstest mit zwei 12V-Halogenlampen in Reihe am Ausgang ergibt einen Spannungsabfall auf 19V bei 1,5A

Freundliche Grüße,
Arnold
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#14
So, habe jetzt die beiden VT4 und VT5 gemessen Kollektor-Ermitter haben Durchgang.
Beide Transistoren komplett abgeklemmt, kurz probiert, Regelung scheint zu funktionieren.

Das sind keine ähnlich 2n3055, sondern PNP-Tansistoren, der P210b:
https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_p210_russ.html

ich habe hier KT808bM (russisch/kyrillisch?) und keine Datenblätter gefunden.

Die anderen westlichen T-03-Typen hier muss ich noch vergleichen.

Ansonsten hab ich noch zwei 2955 in anderem Gehäuse rumliegen, das sind die PNP-Gegenstücke zum 2n3055

Normal kenn ich das anders rum, Regelung funtioniert, Spannung bricht ein, Längstransitoren defekt oder Regelung funktioniert nicht, zu viel Spannung am Ausgang, kleiner Transistor defekt.

aber das russische Ding krieg ich schon irgenwie hin.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#15
Die Transistoren sind frühe übliche Standardteile der UdSSR

VT1 (KT203AM, pnp) entspricht BC557
VT2 (MP376, npn) entspricht BC547
VT3 (P214, pnp) entspricht BD138
VT4 (P210, pnp) entspricht MJ2955
VT5 = VT4

Die heutigen Ersatztypen sind in allen Eigeschaften besser als diese frühen Transistoren. Höhere Verstärkung kann dabei allerdings die Schwingneigung steigern. Auf die Anschlussbelegung habe ich jetzt nicht geschaut.

Bei VT4 und 5 kann man auch kleinere Typen als TO-3 nehmen, hier ist die mechanische Anpassung an den Kühlkörper sehr wichtig.

Die Schaltung wurde vermutlich mit Germanium-Transistoren entwickelt (oder von einem älteren Entwickler), es werden überwigend pnp-Transistoren verwendet.

Die gesamte Schaltung scheint relativ unkritisch bezgl. Bauteiltoleranzen zu sein. Wenn du andere Transistoren zum Ausprobieren nimmst, wird die Schaltung auch funktionieren. Wichtig sind ausreichende Spannungsfestigkeit und Kühlung.

Wenn am Ausgang ständig zu hohe Spannung anliegt, ist vermutlich VT4 oder VT5 oder beide durch Überhitzung defekt. Das ist nach meiner Erfahrung der häufigste Fehler bei solchen Netzteilen.

Bei Überhitzung von Halbleiter-Transistoren entsteht eine dauerhafte leitfähige Verbindung zwischen Emitter und Kollektor (Kurzschluss). Die Basis-Emitter-Diode kann dabei sogar noch funktionieren.

Auch wenn die Ansteuerung (über VT3 in Darlingtonschatung mit VT4 und VT5) gar keinen Strom mehr liefert, liegt dann am Ausgang die volle Spannung an, die der Gleichrichter liefert.
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#16
Danke Bernhard,

Die MJ2955 hab ich als TIP2955 hier. Ansonsten hab ich gerade einen AD143 gefunden, vielleicht hab ich noch in ner anderen Kiste einen zweiten.

Die anderen hab ich sicherlich auch da, wenn nicht, hab noch nen Händler, den ich nächste Woche aufsuchen kann.

Es geht voran, danke nochmal.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#17
AD143 ist ein Germaniumtransistor. Der würde in dieser Schaltung sogar auch funktionieren. Allerdings sperrt er nur mind. 40 V, das ist hier vielleicht etwas knapp.
Außerdem: Germaniumtransistoren vertragen Wärme schlechter als Siliziumtransistoren, man müsste mehr kühlen.

Tipp zur Suche nach Datenblättern russischer Transistoren:
Die Suche mit kyrillischen Buchstaben und russischen Wörtern liefert bei mir mehr qualifizierte Fundstellen, also beispielsweise
"П210 транзистор" statt "P210 Transistor".
Anschließend kann man die Internet-Adresse der russischen Seite ins Textfeld von Google Translator eingeben und dann damit in deutscher Übersetzung weitersurfen.
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#18
So, die TIP2955 sind testweise angeschlossen, das Netzteil arbeitet, der Überlastungschutz kommt schon bei 0,5 A im 15V-Bereich und bei 1A im 30V-Bereich. Reicht für kleinere Experimente und schwache Verbraucher.

VT1-3 verbleiben erstmal, aber ich leg nen Zettel mit den Ersatztypen bei, falls doch was ist,

Morgen mach ich dann alles wieder zu.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#19
Liebe Genossen,

ich habe nun das Qualitäts-Erzeugnis unserer Freunde in der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken mit Hilfe von Bauteilen aus dem kapitalistisch-imperialistischen  Ausland instandgesetzt.

Die Universalspeisequelle eignet sich wegen seiner drei unterschiedlichen, leistungsfähigen Wechselspannungausgänge 6,3V, 12,6 V und 36V hervorragend für Röhrenexperimente und Tests mit P-Röhren.

Die Universalspeisequelle eignet sich auch für die Versorgung kleiner Schaltungen, Verstärker, Mikroelektronik und Erzeugnisse aus dem nichtsozialistischen Ausland. Entgegen der Bedienungsanleitung ist jedoch festzuhalten, dass die Leistungsfähigkeit dieses Erzeugnisses nicht ausreicht um Amateurfunkgeräte zu betreiben.

Die praktischen Erfahrungen nichtsozialistischer Ausländer haben zudem ergeben, dass dieses Erzeugnis einen schlechten Wirkleistungfaktor hat, bei einem cosinus phi von 0,39 beträgt die Leistungsaufnahme im unbelasteten Zustand in Watt rund 6W, aber in VA schon rund 15VA

Das Erzeungis wird bei mir trotzdem in Dienst gestellt und darf wegen der einzigartigen Austattung einige Aufgaben übernehmen.
   

Freundliche Grüße,
Arnold
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#20
Na ist doch super, dann brauche ich nicht mehr in meinen 100 Schachteln nach Ersatz zu suchen.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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