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SABA Sport WK
#21
Hallo Volker,

ach, nur die Ruhe, wir fangen doch gerade erst an. Leider sind diese HF-Probleme von einem nicht so geübten schwer in den Griff zu bekommen.

Ich möchte Dich bitten, mal zu prüfen, ob in dem Gerät der Oszillator überhaupt schwingt. Das ist die Grundlage, dass das Gerät überhaupt in der Lage ist eine Zwischenfrequenz zu verarbeiten.

Vorab: Der Oszillator arbeitet ca. 468 Khz über der zu empfangenden Frequenz. Wir müssen mit einem zweiten Radio prüfen, ob der Oszillator diese Hilfsfrequenz erzeugt.

Dazu stellst Du Deinen Patienten auf den MW-Bereich. Auf das Radio stellst Du am besten irgendein transportables Kofferradio. Jetzt stellst Du bei Deinem Patienten auf der Mittelwelle eine Frequenz zwischen 510 und ca. 1000 Khz ein. Wir nehmen jetzt mal die Frequenz 600 Khz. Du solltest jetzt in Deinem einwandfreien Gerät auf der Frequenz ca. 1068 Khz einen unmodulierten Träger hören. Wenn da etwas hörbar wird, kann man davon ausgehen, dass der Oszillator funktioniert. Du mußt natürlich auf dieser ca.-Frequenz etwas am einwandfreien Radio hin und her drehen. Es kann leichte Abweichungen geben. Ist hier nichts zu hören, dann ist der Oszillator ausgefallen. Dann schreibe ich dir, wie die weiteren Prüfungen erfolgen müssen. Um auszuschließen, dass hier irgendeine andere Sendeeinrichtung zu hören ist, solltest Du dann mal Deinen Prüfling probeweise verdrehen. Dann muß der Träger verschwinden.

Viel Erfolg.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#22
Hallo Leute.


Hatte etwas Zeit und habe mich wieder mit meinem SABA beschäftigt.

Die Drehkondensatoren wurden abgelötet und mit dem Kapazitätsmeßgerät durchgemessen.
Die Drehkondensatoren funktionieren einwandfrei.

Dann den Test mit dem Kofferadio durchgeführt um den Oszillator zu testen.
Habe alles so gemacht, wie es der Andreas beschrieben hat.

Auf der beschriebenen Frequenz habe ich dann nach etwas suchen ein leichtes Zischen
empfangen. Um sicher zu gehen, habe ich das Spiel mit verschiedenen Frequenzen wiederholt.
Konnte auf den verschiedenen eingestellten Frequenzen dann das leise Zischen  empfangen.
Funktioniert also der Oszillator ?

Wie geht es nun weiter ?

Vielen Dank für Eure Mühe und Tips.


Grüße aus dem sonnigen Karlsruhe, Volker
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#23
Du schreibst, dass Du auch C in den Alubechern getauscht hast. Waren das graue Scheiben mit einer stilisierten Tanne drauf?
Beste Grüsse

Thorsten


"Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet."

(Die fabelhafte Welt der Amelie)
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#24
Nein, das sollten neuere Ausführungen sein. Die sog. Hescho kondensatoren kamen dabei nicht mehr zum Einsatz.

Tja, der Oszillator funktioniert auch. Volker, noch folgendes: Nun hast Du ja dieses leise zischen gefunden. ja, das sollte schon der Oszillator sein. Wenn Du am Drehko von unserem Prüfling vorsichtig drehst, verändert sich das Zischen. Dabei da Kofferradio ruhig weit aufregeln.

Sollte diese Signal sich in der Tonlage leicht verändern, teilweise nur noch schwach hörbar sein, ist der Oszillator, zumindest im MW-Bereich schon mal i. O.

Zu Deinen Spannungsmessungen. Gehe bitte noch mal an die ECH 4 (beide). Bitte miß uns mal die Spannungen, die jeweils an den zusammen geschalteten (Intern) Gittern 2 und 4 anliegen.

Wie lang ist Deine Antenne? Einige Meter muss die haben. Tippe doch bitte mal mit dieser Antenne auf den Nippel (Steuergitter) der 1. ECH4. Da muss es zumindest laut knacken. Dazu den Lautstärkenregler weit aufdrehen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#25
Hallo Volker,

mir ist in der Nacht noch ein Gedanke zu Deinem Radioproblem gekommen.
Du schriebst ja, dass Du die Parallelkondensatoren der Schwingkreise mit ersetzt hast.

Bitte prüfe unbedingt noch mal die Anschlüsse der Gitterkappen der beiden ECH4. Vielleicht ist da ein Innendraht ab oder Du hast unbemerkt einen Kurzschluß zwischen Leiter und Schirmung. Ich komme immer mehr zu dem Schluß, dass der Fehler im ZF-Verstärker zu suchen ist.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#26
Hallo Leute.

Die Kondensatoren in den Alubechern waren schon die neuere Ausführung.

Die Spannung an  den Gittern 2+4 gemessen:
Röhre 1: 152 V
Röhre 2: 150 V

Die Antenne ist ca. 5m lang.

Das Steuergitter ist doch der Nippel oben an der Röhre, wo dann die Kappe aufgesteckt wird?
Habe die Kappe abgezogen und mit der Antenne dann drauf getippt.

Lautstärkeregler voll aufgedreht.
Es ist ein leises Brummen aus dem Lautsprecher zu hören , aber kein lautes Knacken. ( Bei beiden ECH 4).

Die Anschlüsse der Gitterkappen habe ich dann mit dem Prüfsummer getestet.
Keine Unterbrechung und keinen Kurzschluss auf Masse.


Grüße aus dem heuten nicht so sonnigen Karlsruhe,

Volker
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#27
Hallo Volker,

also die Spannungen der beiden Schirmgitter sind plausibel. Was mich stört, ist das fehlende Knacken. Diese Röhren sind ja in HF-Stufen. Wenn alles rund läuft, dann muss da ein lauteres Knacken zu hören sein.

Du schriebst, Du hast die Bandfilter-Kondensatoren ersetzt. Hast Du die exakten Werte eingehalten? Ich vermute nämlich, dass hier die Ursache im Ausfall des Gerätes liegt.

Wenn die Kondensatorwerte nicht 100 % ig stimmen, wird ein Nachabgleich der ZF erforderlich. Kannst Du bitte mal die eingesetzten Werte angeben? Ich weiß, das ist alles ein großer Aufwand, aber wir müssen ja irgendwo ansetzen. Das Problem ist der fehlende Meßsender.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#28
"Habe die Kappe abgezogen und mit der Antenne dann drauf getippt."

In diesem Fall hängt das Steuergitter "in der Luft", hat also keine Gleichstrom-Verbindung zur Masse. Die emittierten Elektronen sammeln sich auf dem Gitter, wodurch eine (hohe) negative Vorspannung entsteht, wodurch die Röhre sperrt.

Es kann also schon sein, daß dann kein Knacken mehr zu hören ist.

MfG DR
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#29
Hallo Freunde,

ich habe in diesem Thread gemerkt, dass der Volker hier mit der Fehlersuche an seinem SABA nicht so recht weiter kommt. Mich hatte die Angelegenheit natürlich sehr interessiert. Also bot ich ihm Hilfe an. Ende September kam dann das gut verpackte Chassis.

Lange mußte es nicht im Regal warten. Die Neugier war zu groß. Ich kenne diese Nachkries-Saba's. Die laufen an sich sehr gut. Also, dachte ich, wirst Du das Radio mal zwischendurch in Gang bringen. Dachte ich....

Wie der Volker schon schrieb, ist bis auf die NF-Verstärkung nichts weiter aus dem Gerät heraus zu holen. Ich hatte dann im gleichen Atemzug beschlossen, zunächst mal die Verdrahtung, bzw den Einbau der Kondensatoren zu prüfen. Der Volker hatte es hier gut gemeint und sämtliche Teerkondensatoren ersetzt. Das ist sehr gefährlich, man baut sich schnell Fehler ein.

Nach stundenlanger Suche wanderte das Gerät zunächst wieder ins Regal. Ich blieb zunächst ratlos zurück. Am Mittwoch Abend packte es mich erneut. Es wurde wieder gesucht. Natürlich ging die Suche am 2. ZF-Filter los. Man konnte Gitter 1 Kontakte berühren. Es war kein Knacken vernehmbar. Meßsender? Braunchte man gar nicht erst zu nehmen. Ich wandte mich den ersetzten Kondensatoren im Bandfilter 2 zu. Es wurden nur Teerkondensatoren ersetzt. Und - bingo!! Gefunden! Schaut mal auf das Lautstärkenpoti von 1 M.-Ohm. Dort ist ein Kondensator eingezeichnet mit einer Abschirmung.

Was wurde hier gemacht? Der Kondensator hatte sicherlich 3 Beine. Über diesen Kondensator läuft die Tonfrequenz (ehemalige Hochfrequenz - gleichgerichtet - NF). Sie geht über den Kondensator ans Lautstärkenpoti. Das tat sie aber nicht. Da ein 2 beiniger Kondensator verbaut wurde, hatte Volker diesen an Masse gelegt. D. h. die Tonfrequenz ging direkt auf Masse. Hat man am Wellenschalter auf TA geschaltet, wurde nur der TA-Anschluß an den Lautstärkenregler gelegt. Das Radio funktionierte also im TA-Bereich tadellos.

Ich hatte den Anschluß des Kondensators geändert, so wie es sein soll. Immer noch keine Reaktion. Nun tauschte ich die ECH4. Seitdem hat man im ZF-Bereich sofort das typische Knacken. Auch der Bandfilter 1 funktioniert bis zur Anode der Pentode. Nun funktioniert aber hier die ECH4 nicht.

Ich habe jetzt für das Radio von ebay eine mit gut geprüfte ECH4 bestellt. Der Oszillator funktioniert. Der ZF-Verstärker auch. Es bleibt nur die Röhre. Die Spannungsdaten sind auch richtig.

Jetzt, liebe Freunde, drückt mir mal die Daumen. Ich werde hier weiter berichten, wenn die Röhre da ist. Volker, es wird. Bitte nicht ungeduldig werden.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#30
Hallo Andreas!

Habe dieses Radio ebenfalls und bin der Meinung, dass es NFmässig etwas schlapp ist und sich die meiste Lautstärkeentwicklung erst im letzten Drittel des Potiwegs abspielt. Endröhre nebst Peripherie ist neu.

Ist das bei diesem Sport WK ebenso?

Vom Empfang her ist es mit entsprechender Antenne zufriedenstellend.
Beste Grüsse

Thorsten


"Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet."

(Die fabelhafte Welt der Amelie)
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#31
Hallo, Andreas,
Komisch, fast genau das gleiche Problem hatte ich Anfang der Woche gehabt. HF/ZF funktioniert, NF auch. Das Radio spielte trotzdem nicht. Schuld war die Triode an die EABC 80 - die Anode war mit der Kathode Röhrenintern kurzgeschlossen. Dadurch kam das Signal direkt auf Masse.
Gruß!
Ivan
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#32
Hallo Freunde,

ich konnte es nich lassen und habe mir mittels einer ECH81 eine ECH4 gebastelt. Was soll ich Euch sagen. Das Radio spielt wieder. Meine diagnose war also richtig. Ich werde allerdings noch mal den ZF-Verstärker mit dem Meßsender prüfen. Allerdings werde ich warten, bis die originale ECH4 da ist.

An sich hätte es da nun sein können. Aber nein. Beim durchschalten der Wellenbereiche funktioniert die Langwelle und auch die Kurzwelle funktioniert recht gut. Die Mittelwelle schweigt beharrlich. Da sind keine Störungen etc. feststellbar. Ich werde hier noch einmal den Oszillator prüfen. Ist dieser i O. dann kann es ja nur noch an der Eingangsstufe liegen. Naja, das wird sich jetzt auch noch finden.

Thorsten, ich würde Dich zur Leistung des Gerätes dann informieren, wenn ich mit den Arbeiten fertig bin.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#33
In der vergangenen woche wollte ich natürlich wissen, wie ist es überhaupt um die ZF-Kreise im SABA-Radio bestellt. Ich untersuchte zunächst das Filter 2 gründlich. Etwas zum Aufbau dieses Bandfilters. SABA hatte gerne 2 Bandfilterspulen von oben abgleichbar gemacht. Wie hat man das realisiert? Man hat einfach oben einen hohlen Abgleichkern verwendet. Mit einem recht dünnen Abgleichdreher aus Kunststoff konnte man durch das Loch im Abgleichkern dringen und den unteren Kern verdrehen. Naja, so weit so gut. Jetzt wurden aber der obere Kern und der untere gesichert. Nun kann man sich vorstellen, was passiert, geht man mit einem dünnen Abgleicher (ähnlich einer dünnen Schraubenzieher-Klinge) an den unteren Kern. Das Material ist recht weich und bricht gerne. Im günstigen Fall wird der untere Kern vom Verstellschlitz her überdreht. Oder aber, wenn genug Kraft auf den Kern wirkt, er bricht!

Meine Sichtkontrolle bestätigte mir das unten war nur noch ein Stummel im Spulenkörper. Der Rest lag versteckt in einer Bandfilterecke.

Wie geht man vor, wenn beide Kerne noch intakt sind? Der obere Kern wird zunächst mit Wärme gangbar gemacht. Dann nimmt man einen Schraubenzieher!, der exakt den Verstellschlitz ausführt. Nun wird vorsichtig und mit viel Gefühl der Kern nach oben heraus gedreht. Entnehmen! un paßt unser dickerer Schraubenzieher durch das Loch des oberen Spulenkörpers. Auch unten den Kern anwärmen und gefühlvoll den Kern heraus drehen. Das noch vorhandene Wachs entfernen. Der Kern soll nun wieder sehr leicht drehbar sein. Nun wieder rein damit. Oberen Kern ebenso. Jetzt sollten sich beide Kerne durch Kunststoff-Dreher betätigen lassen.

Ich wollte durch Lösen (Wärme) des oberen Kerns diesen gangbar bekommen. Das gelang auch. Aber der Kern war so brüchig - trotz Gangbarkeit splitterte er mir oben weg. Toll....

Nun hatte ich also 2 defekte Kerne. Es blieb nur, den kompletten Bandfilter zu zerlegen. Zunächst wollte ich den Schaden der unteren Spule inspizieren. Ich hatte versucht mittels Feuerzeug eine Schraubenzieher klinge so heiß zu machen, dass sie sich in den abgebrochenen Stummel drücken läßt. Jetz passierte etwas, was ich noch nie erlebt hatte. einmal drücken mit dem Schraubenzieher und der Rest des Kerns flog sofort in Stücken aus dem Spulenkörper. das Ding war völlig porös. Ich versuchte nun von einem alten SABA-Filter einen identischen Kern einzudrehen. Das funktionierte leider nicht.

Also nahm ich einen minimal kleineren Kern und setzte ihn mi einem Gummiband in das innere Gewinde. Perfekte Reparatur. Der Kern läßt sich drehen. Geht nach oben und nach unten. Der obere Kern erhielt an seinem intakten  Ende einen neuen Schlitz mit der Puk-Säge. Nun konnte der obere Spulenkörper wieder verbaut werden.

Nun wollte ich gerne wissen, wie jetzt der Abgleich klappt. Man beginnt vom vorderen Dreikreis Filter bis zu unserem Patienten. Leider läßt sich keiner der 2 Bandfilter auf ein Maximum bringen. Es gibt zwar Stellen, an denen der Meßsender kräftiger hörbar wird. Aber die Steigerungen der Empfindlichkeit an einer gewissen Stelle gibt es hier nicht. Nun möchte man mutmaßen, ist alles richtig verdrahtet? Ja, ich hatte mir die Mühe gemacht, die gesamte Schaltung nach Schaltbild zu überprüfen.

Ich kann mir nur vorstellen, dass das HF-Material im Laufe der vielen Jahre schlechter geworden ist. Insofern muss ich schon jetzt dem Thorsten (Gasherbrum) mit seiner Beobachtung Recht geben. Das Gerät empfängt zwar jetzt. Aber Empfindlichkeit und gute Trennschärfe ist etwas anderes. Ich kenne an sich die SABA-Radios als recht trennscharf und empfindlich, zumindest nach gründlicher Überholung.

Wie wird weiter verfahren? Ich werde mal die Lieferung der ECH4 abwarten, dann überprüfe ich ob die Funktion mit der gelieferten Röhre wieder gegeben ist und sich evtl.  am Abgleich noch etwas verbessern läßt. Dann wird das Radio an seinen Besitzer zurück geschickt. Mehr ist dann nicht möglich. Jetzt schon kann man sagen, dass die Kondensator-tauschaktion vom Volker gut gelaufen ist. Bis auf den Fehler mit dem abgeschirmten Kondensator und noch einer Kleinigkeit war alles ordnungsgemäß ausgeführt.    

Ich zeige Euch jetzt mal ein paar Situationsbilder:

Hier unser Bandfilter 2

   

Der gebrochene Abgleichkern. Es ragt nur noch ein Stummel heraus.

   

Der gebrochene obere Abgleichkern.

   

Der obere, ausgebaute Schwingkreis mit gebrochenem Kern.

   

Das teildemontierte Bandfilter mit unterem Spulenkern. Stummel entfernt.

   

Ja, hier sieht man wieder, wie sich eine Routinearbeit zum Problem erweitern kann.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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