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Ein Internetradio Bausatz von PIMORONI
#1
Hallo Radiobastler,
 
heute will ich Euch einen Bausatz für ein Internetradio vorstellen. Es stammt von der Firma PIMORONI und wird in diversen Quellen im Internet zu Preisen um die 40 Euro angeboten.
Ziel war es, einen kleinen Radiobausatz zu finden, der an einem Nachmittag im Rahmen eines OV-Treffs (für Jung und Alt!) ohne Zeitdruck zusammengebaut werden kann. An den Erbauer werden keine Programmierkenntnisse gestellt! Der Bausatz eignet sich auch wunderbar zum Aufrüsten alter Radios oder zum Bau eigener Digitalradios, mehr dazu später. Zunächst ein paar Impressionen vom Bausatz.

   

   

Alle benötigten Bauteile für ein einfaches Internetradio kommen in dieser transparenten Plastikbox daher, die wohl auch als Brotzeitbox/Tupperware-Box nach dem Projekt herhalten kann.
 
Was ist alles darin enthalten?

   

Ein Modul mit dem Namen „PHATBEAT“.
Dieses Modul besitzt einen Digital-Analog-Wandler, einen Stereo NF-Verstärker und
eine Aussteueranzeige für den linken und rechten Audiokanal.
Zusätzlich finden wir ein paar Kabel und Steckverbinder die später im Aufbau eingelötet werden müssen, sowie ein 5Watt/4Ohm Lautsprecher.

   

   

Das „Gehäuse“ wird durch Laser-geschnittene Acrylglas und Kunststoffteile zusammengesetzt. Sicher eine ausreichende Sache für einen Bausatz in dieser niedrigen Preisklasse, denn schließlich soll der Erbauer dazu ermutigt werden, das Radio später zu erweitern und ein „richtiges“ Gehäuse aufzubauen.
 
Schauen wir uns die elektronischen Bauteile einmal näher an.
 
Zunächst erstmal die „denkende“ Einheit, zu sehen im folgenden Bild.

   

Dieses als Pi Zero W (W=Wireless) bezeichnete Bord ist ein universell einsetzbares Microcontrollerbord mit einer CPU der Firma Broadcom, Modell BCM 2835. Die CPU hat eine ARM-Architektur (genauer ARM11), mit „nur“ einem Prozessorkern der mit 1 GHz getaktet wird, dafür aber eine geringe Stromaufnahme hat und sich somit auch für Batterie-gespeiste Anwendungen eignet.
Auf dem Bord befinden sich noch 512 MB (richtig MB nicht kB) Arbeitsspeicher, ein Wireless LAN-Chip (Typ: BCM43438) der zudem auch gleich noch Bluetooth in der Version 4.1 bietet.
 
Wenn man meine anderen Internetradio-Basteleien mit dem ESP8266 (max. 160MHz und 64kB RAM) oder ESP32 (240 MHz, 520kB RAM) zum Vergleich heranzieht, eine gar fürstliche Ausstattung mit der man mehrere Jahre Spaß haben kann.
Zu „Demodulation“ der verschiedenen Audioformate wird auch kein zusätzlicher DSP wie VS1053 benötigt, hier kann alles ganz einfach in Software realisiert werden.
 
Wie üblich auf dem Pi Zero (W), wird als Unterbau ein kleiner Linux-Kernel genutzt, der von sich aus bereits alle Treiber für die Chips, die sich auf dem Bord befinden, mitbringt. Das erleichtert spätere Erweiterungen oder Modernisierungen des Radios, denn falls mal ein moderneres Audioformat auf den Markt kommt, reicht ein Softwareupdate der auf dem Prozessor laufenden Programme aus. Es ist also kein Dilemma wie bei DAB (ohne +)  zu erwarten. Die Software (Linux) und alle benutzten Softwarepakete dieses Radios liegen auf einer einfachen SD Speicherkarte, weshalb sich auf dem Modul auch ein SD-Kartenschlitz befindet. Zusätzlich hat das Microcontrollerbord zwei Mini-USB-Schnittstellen, eine davon dient als Anschluss für die Stromversorgung, einen Mini-HDMI Anschluss für einen Monitor.
Die auf dem Bord verbaute Grafikeinheit reicht sogar für HD-Videos aus, nur falls mal jemand einen Mini-TV bauen möchte. ;-)
 
Was gibt es noch in der Box?

   

Das oben bereits erwähnte PHAT-BEAT Modul. Auf der einen Seite der Platine des PHAT-BEAT findet man einen zweikanaligen Digital-Analog-Wandler mit einem eingebauten Klasse D Audioverstärker (MAX98357A), der bis zu 3 Watt pro Kanal liefern kann. Die vom Zero Pi dekodierten Audiodaten werden dabei in digitaler Form über die I2S-Schnittstelle zum PHAT-BEAT Modul übertragen. Neben einen kleinen Schalter, mit dem man festlegen kann, ob das Modul im Mono oder Stereo-Betrieb arbeiten soll, findet man auch noch die beiden Klemmanschlüsse für die/den Lautsprecher.
Auf der anderen Seite des PHAT-BEAT sind dann noch zwei Reihen mit RGB-LEDs verbaut. Diese dienen später als Aussteuerungsanzeige / VU-Meter.

   

Vom Bausatzhersteller gibt es, wenn man später Programmieren möchte, eine Softwarebibliothek um mit den RGB-LEDs auch noch andere Sachen zu machen.
 
Auf der Modulseite sind noch die Taster vorhanden, mit der das Radio dann im Betrieb bedient wird. Standardmäßig ist das Leiser/Lauter, nächstes oder vorheriges Programm aus der Programmliste und Mute bzw. Halt und Weiter.
 
Hier noch mal ein Blick auf alle mitgelieferten Gehäuseteile aus Acrylglas und Kunststoff.

   

Montagematerial (M3 und M2.5 Schrauben und Muttern) und ein kleiner Bogen mit Aufklebern zur „Verhübschung“ sind auch noch dabei.
 
Was benötigt man zum Aufbau des Bausatzes? Der Hersteller sagt dazu 30 Minuten Zeit, realistischer sind wohl eher 1 bis 1.5 Stunden. Einen Lötkolben, denn es sind 80 Lötpunkte zu bearbeiten. Eine Tastatur, Maus und Monitor für die Ersteinrichtung (es geht auch ohne!),
eine SD-Karte (diese liegt dem Bausatz nicht bei) für das Betriebssystem und die Radiosoftware. Ein 5V Netzteil mit Micro-USB-Stecker oder eine Powerbank für den Batteriebetrieb.

Der Aufbau!
 
Ich habe die englischsprachige Aufbauanleitung, die man von der Herstellerseite bezieht, mal in Bildausschnitten versucht zu dokumentieren.
 
Man startet zunächst mit dem Gehäuseaufbau. Dazu werden die auf dem Bild zu sehenden Bauteile für die Lautsprecherhalterung benötigt.

   

Zusammengesetzt sollte es dann so aussehen.

   

Damit die ganze Sache nicht auseinanderfällt und Stabilität bekommt, werden die Gehäusebauteile noch mit vier M3 Schrauben und Muttern miteinander verbunden.

   

Im nächsten Schritt setzt man den Lautsprecher in die Halterung ein, setzt das Acrylglas davor und verbindet alles ebenfalls mit vier M3 Schrauben und Muttern. Achtung:  Die Schrauben und Mutter sind auf Kunststoff, entsprechend gilt: Nach fest kommt nicht fester, sondern ab! Also alles nur handwarm anziehen, denn das genügt absolut.

   

Das Ergebnis mit dem Lautsprecher und der Frontblende sieht dann so aus.

   

Und von hinten betrachtet so:

   

Im nächsten Schritt müssen wir Löten und die beiden Stecker- und Buchsenleiste auf dem PHAT BEAT und dem Zero befestigen. Hier empfiehlt sich der Einsatz eines solchen Platinenhalters, den es schon für wenig Geld im Versandhandel gibt. Wahrscheinlich haben die meisten Bastler so ein Ding sowieso.

   

   

Eine dritte Hand würde ich hier nicht empfehlen, da die Gefahr doch relativ groß ist, mit den Krokoklemmenhaltern einer solchen Löthilfe, die feinen Leiterbahnen auf der Platine (gerade am Zero-Mikrocontrollerbord) zu beschädigen.
 
Eine Lupenbrille mit heller Lichtquelle erleichtert die Arbeit ungemein. Idealerweise ist ein feiner Lötdraht der Stärke 0.5 mm zu verwenden. Größere Durchmesser des Lötdrahtes sind eher unvorteilhaft und bei noch kleineren Stärken kommt man mit dem Nachschieben des Lötzinns kaum hinterher.

   

Das fertig belötete PHAT BEAT-Modul wird dann mit Abstandhaltern und den M2.5 Schrauben auf dem Acrylglas befestigt. Der Lautsprecher wird an die Klemmanschlüsse des linken Kanals angeschlossen. Das Ergebnis sollte alsbald so aussehen:

   

   

   

Nun muss die Stiftleiste auf dem Zero Pi verlötet werden, das Prozessorbord wird danach einfach auf das PHAT BEAT Modul mit dem Digital-Analog-Wandler gesteckt.

   

Und aufgesteckt:

   

Jetzt ist es Zeit für eine kleine Verbesserung des Bausatzes. Betrachtet man das Platinen-Sandwich von der Seite, sieht man, dass das Microcontrollerbord nur durch die Steckverbindung gehalten wird. Es sitzt zwar fest, da jedoch an einer der USB -Buchsen ein Kabel für die Stromversorgung eingesteckt wird, habe ich durch zusätzliche Distanzstücke die möglichen Zugkräfte auf die Steckleiste und die Platine etwas verteilt.

   
Ohne Distanzstücke.

   
Und hier mit Distanzstücke.
                 
Geschafft, der Aufbau des Radios ist damit abgeschlossen, jetzt müssen wir uns die Software kümmern. Ich habe ja gesagt dass keine einzige Zeile programmiert werden muss und so ist es auch.
 
Zunächst besorgt man sich ein passendes Linux für das Radio bzw. den Pi Zero.
Hier eignet sich zum Beispiel RASPBIAN, man kann es unter folgender URL downloaden.
 
https://www.raspberrypi.org/downloads/raspbian/
 
Ich empfehle (wie der Hersteller auch) die abgespeckte Version  (LITE) zu nehmen. Warum? Nun dieses Minimalsystem kommt ohne eine Desktopumgebung daher, wir brauchen ja auch keine bei diesem Radio. Zudem benötigt die LITE-Version weniger Ressourcen auf dem Pi Zero und das Radio ist nach einem Kaltstart schneller einsatzbereit da einfach nicht benötigte Sachen von Beginn an weggelassen wurden.

Das Betriebssystemimage lässt sich nach dem Herunterladen mit Programmen wie Win32DiskImager (es gibt auch viele andere Programme) bitgenau 1:1 auf einer SD-Karte installieren. Der Rest erfolgt analog der Herstellerseite:
 
https://learn.pimoroni.com/tutorial/sand...rate-radio
 
Also Booten, WLAN-Zugangsdaten angeben, das Ersteinrichtungsscript starten, eigene Senderliste anlegen und Radio hören.
 
Anmerkung;
Ein großer Vorteil dieses Bausatzes ist, das im Gegensatz zu vielen kommerziellen Geräten, ein Bearbeiten der Senderliste per Hand und direkt am Gerät möglich ist. Diese Liste kann also nicht veralten. Ein zentraler Programmlistenserver der beim Hersteller steht und die Programmliste aktualisiert ist nicht nötig, somit kann der Hersteller durch das Abschalten des zentralen Programmlistenservers auch die Geräte nicht außer Betrieb setzen. Ein „Kill-Switch“ von Herstellerseiten hat das Radio somit nicht. Siehe dazu auch meine Warnungen vor Internetradios mit Chipsätzen von Frontier Silicon hier und im WGF Forum!
 
 
Nach einem Neustart spielt dann das Internetradio ganz von alleine an und kann über die Taster an der Seite gesteuert werden. Auch das Internetradio bietet ein Webinterface zur Steuerung und Verwaltung an. Dazu gibt man in einen Webbrowser in die Adresszeile einfach
die IP des Radios an, gefolgt von der Portnummer 8080, also so.
 
http://IP_DES_RADIOS:8080


   

Ein kleines Demovideo, leider nur mit einem alten Mobiltelefon aufgenommen, daher bitte ich die Qualität zu entschuldigen.






Der Hersteller bietet für dieses Radio noch einen zweiten Lautsprecher in gleicher Optik an, damit wäre dann auch der Stereobetrieb möglich. https://shop.pimoroni.com/products/suppl...henanigans
Da die Software für das Radio komplett offen liegt sind auch Erweiterungen leicht möglich. So könnte man die Aussteuerungsanzeige nach dem Umschalten kurz als Programmnummernanzeige missbrauchen oder an den noch freien Anschlüssen des Pi Zero einen Infrarotempfänger anbringen und so das Radio über eine Fernsteuerung bedienen. Auch ein Drehencoder zur Programmumschaltung ist denkbar oder Stationsspeichertasten. Der Einbau einer kleinen Powerbank macht das Radio zudem mobil um es zum Beispiel auf der Terrasse oder unterwegs zu benutzen. Ganz klar, auch ein richtiges Gehäuse, vielleicht noch mit einem LCD oder OLED Display oder der Einbau in ein altes Radio wären denkbar. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Auf der Herstellerseite wird auch beschrieben wie man das Radio zu einem Apple AirPlay einrichtet oder wie Dienste wie Spotify genutzt werden können.
 
Ich hoffe dieser Bausatz wird Euch genauso viel Spaß machen wie mir. Vielleicht versucht sich ja der ein oder andere Forennutzer mal an einem eigenen Internetradio auf Basis eines Pi Zero W (den gibt es an jeder Straßenecke einzeln für 10-15 Euro) oder auf der Basis dieses kleinen Bausatzes.

Fragen zum Aufbau, Betrieb, ... können gern gestellt werden, ich versuche alles zu beantworten.

Viele Grüße
Bernhard45
Bei Fragen zum Umbau oder zur Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung oder einfach nur Kontakt- bitte Email unter: mbernhard1945(at)gmail(dot)com

mein PGP-Key unter: https://pgp.mit.edu  Keyword: mbernhard1945
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#2
Servus,
Gefällt mir und genau so einen Bausatz müsste es auch für DAB+ geben aber schon programmiert. Einschalten und funzt wie das Autoradio in meinem Panda. Suchlauf, speichern, klick, Station wählen und hören.
Mal sehen, was da in Zukunft passiert.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

Wer mehr über meine Basteleien wissen möchte, kann meine Web Seite besuchen.


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#3
danke Bernhard, auf sowas hat die Welt gewartet! Der Preis ist auch super. Um die Tastensteuerung durch einen Drehencoder zu ersetzen bietet sich meine Tastensimulation an. Dann muss an dem Empfängerbaustein nichts verändert werden.
Gruß,
Jupp
-----------------------------

Ziel der vollkommenen Sammlung ist es, unseren unruhigen und abschweifenden Geist zu kontrollieren.
(Buddhistische Weisheit)
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#4
die Bestellung ist raus. Mein unbekanntes Franzosenradio wird in absehbarer Zeit über den TA-Eingang zu einem Internetradio.
Gruß,
Jupp
-----------------------------

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#5
Hallo Bernhard45,

klasse! Das Radio spielt also tatsächlich wireless, d.h. das einzige, auf dem Foto zu sehende Kabel ist die Stromversorgung über USB, richtig?
Gibt es Dropouts oder so? In welchem Abstand von der Antenne des WLAN-Routers steht es?

Gruß Michael
Penthode?
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#6
(13.09.2018, 13:06)radio-volker schrieb: Servus,
Gefällt mir und genau so einen Bausatz müsste es auch für DAB+ geben aber schon programmiert. Einschalten und funzt wie das Autoradio in meinem Panda. Suchlauf, speichern, klick, Station wählen und hören.
Mal sehen, was da in Zukunft passiert.

So ein DAB+ Eigenbauradio habe ich hier bereits rumstehen. Der zusätzlich benötigte DAB+ Empfänger sieht dabei so aus.

   

Gibst Du mir das passende Geld für eine Serienproduktion? Dann könnte es so ein Radiobausatz auch für DAB+ geben.
Software ist auch fertig. Wird das Gerät angeschaltet wird innerhalb weniger Sekunden das komplette DAB+ Band nach
Sendern gescannt, eine Liste angelegt und die erste Radiostation wiedergegeben. Da der Prozessor leistungsstark genug ist, wäre auch ein zusätzliches
Internetradio (siehe oben) möglich.

(13.09.2018, 13:49)saarfranzose schrieb: danke Bernhard, auf sowas hat die Welt gewartet! Der Preis ist auch super. Um die Tastensteuerung durch einen Drehencoder zu ersetzen bietet sich meine Tastensimulation an. Dann muss an dem Empfängerbaustein nichts verändert werden.

Ja das geht, Du kannst aber auch einfach den Drehencoder an die noch freien GPIO Pins des Pi Zero hängen, dein C Programm für die Drehencoderroutine anpassen und durch den Compiler jagen. Dann fällt dein zusätzlicher Atmel-Prozessor weg, er ist gar nicht nötig, denn der Zero macht das mit seinen 1 GHz Taktfrequenz mal im Halbschlaf so nebenbei.

(13.09.2018, 14:28)MichaelM schrieb: Hallo Bernhard45,

klasse! Das Radio spielt also tatsächlich wireless, d.h. das einzige, auf dem Foto zu sehende Kabel ist die Stromversorgung über USB, richtig?
Gibt es Dropouts oder so? In welchem Abstand von der Antenne des WLAN-Routers steht es?

Gruß Michael

Ja das ist richtig, es läuft über den Wifi-Chip des Zero W. Achtung beim Nachbau: Es gibt auch einen Zero ohne W, der hat kein WLAN! Im Bausatz sollte aber immer ein Zero W enthalten sein.
Zero W = Wifi + Bluetooth
Zero WH = Zero W aber mit bereits eingelöteter Stiftleiste (Header), also W=Wifi und H=Header

Ausfälle habe ich noch keine erlebt, der Ringpuffer fürs das Streaming ist bei 512 MB RAM aber auch sehr großzügig. Als Player wird auf dem Linux die Konsolenversion von vlc benutzt. Die aktuelle Entfernung zum Router beträgt ungefähr 20 Meter, aber das war auch für den ESP8266 und ESP32 bisher kein Hindernis mit den ich Reichweiten ja um die 200m erziehlt habe. Reichweitenversuche mit dem Zero W habe ich noch nicht gemacht.

Gruß
Bernhard45
Bei Fragen zum Umbau oder zur Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung oder einfach nur Kontakt- bitte Email unter: mbernhard1945(at)gmail(dot)com

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#7
Ich glaube den gönn ich mir mal, Danke fürs zeigen.....
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#8
Nun habe ich meine DAB+ Software aus einem anderen Projekt auf den Zero W geschleppt, Software von der Stange funktioniert hier leider nicht mehr. Der Empfänger wurde (etwas unschön) auf den Zero W gepappt. Das Microcontrollerbord hat zum Glück größere Testpunkte an der man eine schnelle USB-Schnittstelle abgreifen kann. Durch die günstige Lage reicht ein kleines Antennerl für Bundes- und Landesmux aus.


.jpg   extUSB.jpg (Größe: 70,99 KB / Downloads: 286)

       

Die Software funktioniert auf dem kleinen PIMORONI so. Nach dem Booten des Kernels inklusive aller Treibermodule startet ein Sendersuchlauf über VHF-Band III. Deshalb dauert der Kaltstart auch ein paar Sekunden länger als im reinen Internetradiobetrieb. Wird eine Belegung eines Kanals entdeckt wird versucht die Muxx-Parameter zu ermitteln. Ist das erfolgreich wird eine kleine Programmliste im RAM angelegt. Nach Erreichen des Bandendes springt die Software an den Anfang der Programmliste (Sender 1) und holt sich den Stream aus dem Multiplex und reicht nach Dekodierung das digitale Audiosignal an das Audiosubsystem von Linux weiter. Dort wird es ganz normal verabreitet und im Phatbeat analogisiert. Da die Sache über Linux läuft, hat das VU-Meter-Plugin auch kein Problem auszusteuern. Lediglich die Tastenabfrage die hier über ein Pytonscript realisiert wird ist noch nicht DAB+ tauglich, deshalb  sage ich dem Radio per SSH-Konsole das es Umschalten soll. Wird noch gefixed, dauert sicher keine Stunde. Smile 

Hier erstmal ein kleines Testvideo vom DAB+ Empfang.






Wird Zeit für ein ordentliches Gehäuse, damit der Klang stimmt, siehe akustischer Kurzschluß usw.


Best DX und erfolgreiches Basteln
Bernhard
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#9
Hier ein Tip wie man die weitere Bedienung des Internetradios vereinfacht. Speziell geht es um die Änderung der Zugangsdaten für das WLAN. Soetwas soll ja mal vorkommen. Laut Hersteller gibt es folgende Möglichkeit der Einrichtung/Änderung des WLAN-Zugangs.

   

Da im Auslieferungszustand des Betriebssystems kein Remote-Zugang installiert ist, bleibt für Windows-Nutzer die keinen Linuxrechner rumstehen haben, nur die Möglichkeit einen Monitor per HDMI und eine USB-Tastatur an das Radio anzuschließen und nach obiger Anleitung vorzugehen. Nachdem man sich mit dem Zugang (Standardnutzer: pi /Passwort: raspberry) eingeloggt hat (ACHTUNG: falls der Pi Zero mit englischem Tastaturlayout bootet: y und z sind vertauscht), muss man mit einem Editor (hier "nano") die Datei wpa_supplicant.conf mit den Zugangsdaten anlegen (siehe Herstelleranleitung).

Nutzer mit einem Linuxrechner haben es da einfacher. Sie brauchen keinen Monitor/Tastatur an das Radio anschließen. Sie können die SD-Karte im Vorfeld einfach mit einem Lesegerät an einem bestehenden Linuxrechner öffnen und die o.g. Datei mit den Zugangsdaten direkt anlegen, denn es werden zwei Dateisysteme von der SD-Karte gemounted:

1. eine FAT32-Partition mit dem Namen /boot (das kann ein Windowsrechner auch sehen)
2. eine größere native Linuxpartition (ID: 83) auf der das Linux-Dateisystem des Radios und damit auch die Datei wpa_supplicant.conf liegt.

Partition 2 kann ein Windowsnutzer im Gegensatz zu einem Linux oder Mac-Nutzer ohne weitere Mittel nicht öffnen, Windows erkennt die SD-Karte nämlich so:

   

Die Boot-Partition (FAT32) wird normal erkannt und mit einem Laufwerksbuchstaben versehen, die zweite (wichtigere!) Partition hat ein für Windows unbekanntes Dateisystem (ext3) und kann von Windows somit nicht verarbeitet werden. Der Windows-Nutzer hat also eine "A...."-Karte und muss den umständlichen Weg mit Monitor/Tastatur am Radio gehen wenn er keinen Remote-Zugang zum Radio hat und sich die WLAN-Zugangsdaten ändern.

Eigentlich ganz blöd gelöst meine ich! Die Entwickler des Radios haben zwar dran gedacht, dass man eine Senderliste ganz einfach in das Radio kopieren kann, ohne einen Monitor bzw. Tastatur am Radio zu benötigen, aber nicht die Zugangsdaten für das WLAN. 
Es reicht nämlich aus eine Playlist mit allen Radiostationen einfach auf /Boot (FAT32) abzulegen, was mit jedem Rechner, also auch Windows geht. Aber eine Datei mit eventuellen neuen Zugangsdaten für das WLAN kann man da nicht hinterlegen! 

Ich habe das mal durch einfaches Hinzufügen dreier Codezeilen in das Script des vlc-Daemon abgeändert (siehe Bild, der markierte Teil).

.jpg   vlcd_modifikation.jpg (Größe: 70,28 KB / Downloads: 227)

Jetzt schaut das Radio bei jedem Neustart nach, ob es auf der Boot-Partition (die auch für Windowsysteme les-/beschreibbar ist) eine 
neue Programmliste und(!) auch neue Zugangsdaten für das WLAN gibt. Ist das der Fall, werden die Dateien automatisch richtig ins 
Linuxsystem eingefügt und alles läuft viel einfacher ab. So spart sich ein Windowsnutzer bei Änderung der WLAN-Zugangsdaten den umständlichen Weg über einen Monitor/Tastatur am Radio.

Das zu verändernde Script "vlcd" liegt in ~/Pimoroni/phatbeat/projects/vlc-radio/vlcd/usr/bin 
Nach der Änderung muss noch das Shellscript setup.sh aus dem Verzeichnis  ~/Pimoroni/phatbeat/projects/vlc-radio einmalig aufgerufen werden.

Für alle denen die Änderungen zu komplex sind, ich kann ein vollständiges Raspbian-Image mit allen meinen Änderungen und bereits allen oben nach Herstellerangaben zu installierenden Paketen zur Verfügung stellen. Der Nutzer braucht dann nur noch das Image auf Karte zu kopieren, die beiden Dateien "playlist.m3u" für die Senderliste und "wpa_supplicant.conf" für WiFi mit einen beliebigem PC erstellen und auf /boot abzulegen. Den Rest erledigt das Radio dann beim nächsten Neustart automatisch.
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#10
du bist wieder so schnell, Bernhard. Ich hab jetzt erst mal das Raspbian gebootet und hänge am login fest.

   

Die Plastikschrauben sind echt Müll. Ich hab alles mit 3mm Messing verschraubt.

ich hoffe man läßt mich morgen weitermachen.
Gruß,
Jupp
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(Buddhistische Weisheit)
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#11
okay, pi und raspberry (Achtung, amerikanische Tastatur)
Gruß,
Jupp
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#12
(16.09.2018, 22:20)saarfranzose schrieb: und hänge am login fest.

Was lässt Dich denn fest hängen? Der Defaultnutzer ist "pi", Passwort "raspberry".

Bei engl. Layout dann "raspberrz"!

PS: Wenn Du zum Installieren kommst, dann installiere zum Schluß noch openssh. Damit kannst Du dann von anderen Rechnern auf das Radio zugreifen und brauchst keinen Monitor/Tastatur an das Radio anschließen. Du willst ja wahrscheinlich wie ich eigene Programme drauf laufen lassen und den Bausatz für andere Sachen verwenden, da macht sich so ein SSH-Zugang ganz gut.
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#13
was auch schrottig ist neben den Plastikschrauben sind die Lautsprecherklemmen. Ich hab die Kabel dann angelötet.

Im Moment läuft das script für vlcradio. Das dauert einige Zeit.
Gruß,
Jupp
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#14
ja mach ich, Bernhard. Putty portable hab ich noch auf dem PC.
Gruß,
Jupp
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#15
Ja der Installer braucht etwas Zeit. Meinst du die Lautsprcherklemmen am Phatbeat? Da saß ich auch 5 Minuten dran und hab die Kabel erst nicht festbekommen. Dann nochmal mit einem kleinen Schraubendreher und etwas Kraft die Ösen runtergedrückt und dann das Kabel eingeschoben. Hält jetzt so fest das ich denke ich bekomme die LS Verkabelung da nicht mehr raus. Generell würde ich das LS-Kabel noch etwas kürzen, ist für das Gehäuse viel zu lang. Die Plastikschrauben, na ja was man hat von den Dingern so erwarten kann, sie lassen sich handwarm anziehen so das alles hält. Nicht zu viel Kraft aufwenden, das würden die Schrauben wahrscheinlich nicht verkraften.
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#16
an der Stelle muss ich für heute abbrechen, das script muß ohne mich weiterlaufen. Gute Nacht Deutschland!
Gruß,
Jupp
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#17
Gute Nacht Jupp und bis morgen.
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#18
Wegen einer Anfrage zum Passwort und dem Webinterface hier nochmal ein Beitrag: 

Das PIMORONI-Internetradio erhält vom Router per DHCP eine IP. Unter dieser IP stellt das Radio (genauer das Wiedergabeprogramm vlc) ein Webinterface zur Fernsteuerung zur Verfügung. Man erreicht dieses Webinterface in dem man an einem Rechner im LAN einen Webbrowser öffnet. In die Adresszeile gibt man 
dann die IP- des Radios ein, gefolgt von ":8080", das ist die Portnummer auf der das Radio nach Anfragen lauscht. 

Beispiel: in meinem Fall hat das Radio die IP = 192.168.1.48 zugeteilt bekommen, das Webinterface erreiche ich also unter 192.168.1.48:8080

Nun sollte noch im Webbrowser eine Passwortabfrage erscheinen. Frage 1: Welche Zugangsdaten sind einzugeben? Standardmäßig bleibt der Nutzername leer, das 
Passwort lautet "raspberry".

Danach erhält man eine Weboberfläche wie nachfolgend gezeigt:

   

Über das Webinterface kann man zwischen den Programmen umschalten, Laustärke verändern oder die Playlist (also die Senderliste) verändern.

Frage 2: Wie kann man die Zugangsdaten ändern?

Es reicht nicht aus dem Standardbenutzer (pi/raspberry) einfach ein neues Passwort zu geben. Das Passwort für den 
Webzugang wird ganz wo anderst geregelt, nämlich in der Datei ~/Pimoroni/phatbeat/projects/vlc-radio/vlcd/usr/bin/vlcd
Man öffnet die Datei zum Beispiel über einen Remotezugang und dem Editor "nano".
Fast ganz unten (siehe Markierung im Bild) sieht man die Option --http-password raspberry

   

Genau hier wird das Passwort für den Webzugang festgelegt. Ändern man das Passwort hier, speichert die Datei ab und ruft danach 
das Script ~/Pimoroni/phatbeat/projects/vlc-radio/setup.sh auf, wird das neue Passwort nach einem Reboot des Radios wirksam.


Viele Grüße Bernhard
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#19
mein Radio läuft inzwischen gut. Am Anfang hatte es sich unmittelbar nach Einsetzen des Tones immer resettet. Das Problem lag an der Stromversorgung. Ein einfaches USB-Ladegerät war zu schwach, und die meisten PowerBanks haben so ihr Eigenleben und schalten sich bei Lastwechsel einfach aus. Jetzt hab ich ein Ladenetzteil für ein IPad eingesteckt, und damit läuft das Radio stabil.

Diese Sender sind voreingestellt. Radio Caroline Flashback kann man sich noch anhören, die anderen sind nicht so mein Geschmack:

   

Bin mal gespannt ob noch Vorschläge für die playlist kommen :-)
Gruß,
Jupp
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#20
Hallo Jupp,

die mitgelieferte Senderliste wird nur genutzt wenn man noch keine eigene in das Radio eingespielt hat. Du bist also nicht auf die voreingestellten Sender angewiesen! Lege einfach deine eigene Programmliste an und spiele eine Kopie davon auf die /boot - Partition. Nach einem Neustart wird deine Liste dann automatisch übernommen.

Hier (https://www.mediayou.net/web/) gibt es ein schönes Portal mit einer Senderübersicht und der Möglichkeit des Probehörens. Gefällt die Station, kann man sich die URL dann über die Senderhomepage holen, diese ist ja unten im Player verlinkt.

Gruß
B45
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