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Phonoschrank August Peter
#1
Bei diesem Gerät war die Sache etwas verzwickt, aber der Reihe nach.

Ich hatte das Gerät bei den Ebay - Kleinanzeigen gefunden und hatte eigentlich den Motor für meine Tannhäuser - Truhe als Deckelmotor verwenden wollen. Dann beschloß ich, den Wechsler doch nicht zum Haufen Schrott zu machen und wollte eigentlich die Finger von dem Geschäft lassen, dachte aber: guggste ihn dir mal an.

Dann fand ich das Teil aber so nett, und ein Stück seltene Geschichte meines Wohngebietes, dass ich das Ding gekauft habe.
Ein Grund waren die kompletten Papiere, die ich euch zuerst einmal zeigen möchte, bevor es um das endgültige Gerät geht.

                       
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#2
Der Wechsler sieht spannend aus....
Gruß,
Uli
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#3
Gut das du den Wechsler aufgehoben hast. Der ist doch recht selten. Ganz wichtig auch die Unterlagen dazu.
Da gibt es auch nicht viele Unterlagen im Netz. Ich habe da einen ähnlichen als Prototype, wo es keine Unterlagen im Netz zu finden sind. Mich würde da mal die Mechanik interessieren, der dürfte ja ähnlich aufgebaut sein.
Allerdings ist dieser Plattenspieler nur für Shellackplatten.
Sehr interessant ist die Tatsache, das man früher die alten Platten beim Händler zurückgeben sollte und dann noch Geld dafür bekam, das wusste ich nicht. Kannst du die Betriebsanleitung und Zusatzzettel gut abscannen und mir zukommen lassen?

Schau mal hier nach, ob das deinem Laufwerk ähnelt.

https://radio-bastler.de/forum/showthrea...ht=Ludewig
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#4
Sehr schön.... ein Stück Zeitgeschichte. Bin Gepannt

Gruß aus Bingen, Peter
Zwischen Antenne und Erde passiert eine Menge...
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#5
So, habe das Maschinchen aus dem Auto gewuchtet und zeige euch erstmal den Ist-Zustand. Wie man auf der Rückseite sieht, gibt es bisher noch keine weitere Bezeichnung, die ich dem Titel hätte geben können.

Demnächst gibt es auch bessere Fotos - als nächstes werde ich den Wechsler herausnehmen und nach dem Fotografieren aufarbeiten. Das System soll gemäß VK noch spielen, deswegen habe ich es schon vorher nach oben in Sicherheit gebracht.

Sobald die Truhe Strom bekommt fängt der Wechsler an zu drehen, denn der Druckschalter ist defekt und es sollte auch ein Kippschalter sein.

Thommi

                   
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#6
Hallo, Thommi,
Eigentlich super Zustand von außen - kleine Macken die einfach zu reparieren sind. Ein Wechsler ist immer eine feine Sache. Und alles aus frühe DDR Produktion. Wenn ich Platz hätte, wäre ich auch neidisch gewesen. Jetzt nur Gratulation.
Aber Du hattest sicherlich über Problem zu berichten oder habe n ich den ersten Post falsch verstanden?
Gruß!
Ivan
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#7
Hallo Ivan,

ob sich Probleme ergeben kann ich nicht sagen - mir geht es vor allem darum dieses seltene Gerät und damit meine ich vor allem den Wechsler in seinen Einzelheiten vorzustellen - es gibt fast keine Informationen über das Gerät und auch nichts über den Hersteller.
Ich weiß auch nicht, ob ich das Gerät dann weiter behalte - der Wechsler an sich wäre kein Problem, aber als Schrankgerät...

Thommi
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#8
Hallo Thommi,

ja das ist doch eine interessante Truhe. Leider braucht man für so etwas immer Platz. Da kannst Du auch sehr schön lernen, wie man welliges Furnier wieder plan bekommt. Wenn du das machen willst, frage ruhig hier, ich würde Dir das dann ausführlich beschreiben. Danke für's Vorstellen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#9
So ich habe heute zur Digicam gegriffen und coole Fotos gemacht und auch etwas weiter gearbeitet.

Die Verkabelung erfolgt wie oft in solchen Geräten fast ausschließlich per Lüsterklemme - sowohl für Netz als auch für Signal. Um das Chassis herauszunehmen muss man also die Kabel lösen und 2 Schrauben, von denen eine untzer dem Teller liegt, nur ging der Teller nicht über die Achse ab.
Das scharfe Auge erspähte dann, dass die Achse aus 2 Teilen besteht, nur ging der obere trotzdem nicht ab. Nach vielem Rütteln ging das Ding dann doch ab. Es hat wie man sieht eine kleine Führungsnase, damit die Achse wieder richtig eingesetzt wird.

Sehr spannend ist die praktische Offenverdrahtung des Netzschalters.

Die weiteren Fotos zeigen die Mechanik einmal auf "Wiederholen" und einmal auf "Wechseln" - die Gerätenummer ist schwach erkennbar: 000602
Das ganze Chassis ist wohl Alu-Guss.

                                   
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#10
Aja, eine völlig andere Mechanik, als bei mein Ludewig Wechsler. Dachte das es ähnlich ist, da die Umschaltknöpfe genau so angeordnet wurden. Mit dem Motor hast wohl Glück gehabt, das die Bremsscheibe noch nicht von der Zinkpest befallen ist.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#11
Moin,

ich glaube jetzt bräuchte ich Hilfe: soweit ich sehen kann funktioniert diese grobe Mechanik noch erstaunlich gut. Ich würde daher das Gerät nicht bis auf die letzte Schraube zerlegen, sondern mir die Lagerung des Tonarms ansehen und evtl. ölen und die Motorlager.

Gibt es noch was, was besonders zu beachten wäre?

Thommi
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#12
Der Tonarm selber müsste Spitzen gelagert sein, also nicht ölen. den hebebolzen der muss gereinigt und geölt werden.
Die Motorlager solltest du reinigen und ölen. Dazu must du den Motor zerlegen. Aufpassen vorn oder Hinten ist eine kleine Kugel drin, das die nicht verloren geht. Die Welle vom Schiebestück des Reglers solltest du richtig säubern. Am Besten mit Stahlwolle die Welle reinigen, kein Sandpapier oder ähnliches verwenden.
Der Motor muss sehr leichtgängig laufen. Den Schneckenantrieb sollte man ein wenig harzfreies Fett nehmen.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#13
Also denn,

nach der Weihnachtslangeweile dachte ich: machste mal an dem Gerät weiter. Zuerst nehm ich mir den Motor vor.
Diese braune Mutter ist eine Kontermutter für die Lage der Stapelachse, da diese geschwungen ist - die muss ich nun ggf. also neu einstellen.

Auf das Zerlegen des Motors habe ich verzichtet. Es gibt vorne und hinten rot markierte Öl-Einlässe die habe ich gut versorgt und der Motor schnurrt wieder. Auch die Hohlachse, die den Teller antreibt, hat einen Schluss bekommen.


.jpg   Motor oben.jpg (Größe: 77,36 KB / Downloads: 41)
.jpg   Motor Seite.jpg (Größe: 83,16 KB / Downloads: 41)
.jpg   Motor drehung einst.jpg (Größe: 72,99 KB / Downloads: 41)

Als nächstes war der vorschriftsmäßig verdrahtete aber sich nicht mehr bewegende Druckschalter zu wechseln gegen einen Kippschalter - denn dort wo der hingehört ist, unter dem Loch für den Schalter, zum Bediener hin eingeschlagen "AUS". Alle Löcher sind übrigens händisch da rein gemacht worden, wie man sieht.


.jpg   Anschluss Netz.jpg (Größe: 88,65 KB / Downloads: 41)
.jpg   chasis oben.jpg (Größe: 70,57 KB / Downloads: 41)    

Als nächstes interessant die Zunge, die die Platten herunterschubst und der Hebebolzen.


.jpg   schleckzunge.jpg (Größe: 110,19 KB / Downloads: 41)
.jpg   Hebebolzen in.jpg (Größe: 76,04 KB / Downloads: 41)
.jpg   Hebebolzen out.jpg (Größe: 40,16 KB / Downloads: 41)

Nun zur Funktionsweise, je nachdem der Drehknopf oder der Tonarm (1) löst die Kopplung K aus, Hebel 2 klackt das Zahnradsegment ein und das Pertinaxzahnrad dreht sich. Der große Hebel 3 hebt den Hebebolzen an und schiebt mit Bolzen B1 den Tonarm aus dem Gefahrenbereich. Das Rad dreht sich weiter und der Bolzen 4 in dem Rad drückt die senkrecht laufende Metallstange weg, die die Zunge bedient - die Platte fällt. Währenddessen hat der Bolzen oberhab von 4 die Kopplung K wieder eingehakt. Das Zahnrad und Hebel 3 sind nun auf dem Rückweg B2 bewegt den Tonarm Richtung Einlaufrille, Hebel 3 senkt den Tonarm ab das Zahnrad befindet sich wieder an der Zahnlücke.

Bei weitem nicht so ausgefuchst wie die Dual-Wechsler der Zeit, aber dennoch respektabel.


.jpg   Chassis unten beschr.jpg (Größe: 327,88 KB / Downloads: 41)
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