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Sachsenwerk Olympia 502W
#1
Hallo zusammen,

mein erster Post in diesem Forum.

Ich habe auch einen Sachsenwerk Olympia 502W, den ich gerade repariere. Das Gerät hatte ich vor sehr vielen Jahren mal vom Sperrmüll mitgenommen. Es war im Inneren der Ladeelko entfernt und es hingen die Drähte lose im Gehäuse. Ich habe einen neuen Lade- und Siebelko eingebaut und eine Menge Papierkondensatoren getauscht. Das ist noch nicht ganz fertig, aber zu meiner Freude spielt das Radio jetzt erstmal wieder grundlegend. Die Inbetriebnahme hatte ich mit einer Vorschalt-Lampe zur Strombegrenzung und unter Beobachtung des Wattmeters vorgenommen - soweit keine Probleme.

Nun jedoch die Fragen. Mein Radio hat statt einer AZ11 einen Selengleichrichter eingebaut. Ich vermute, dass dies schon ab Werk so war. Auf dem Röhrenbestückungsplan ist die AZ11 rot überstempelt mit "Selengleichrichter", gefolgt von der Typenbezeichnung.

Das Problem ist die angegebene Spannung im Schaltplan. Ich erreiche nicht die 335 Volt am Ladeelko. Dieser Wert ist jedoch aus dem Schaltplan, in dem die AZ11 verzeichnet ist. Ob es einen Schaltplan mit eingezeichnetem Selengleichrichter gib, weiß ich nicht. Ich messe 285 Volt, allerdings mit der Trafo-Einstellung 240V. Die scheint auch nicht optimal zu sein, da die Heizspannung dann nur 6.05 Volt ist. Netzspannung messe ich bei mir 222 bis 225 Volt, das schwankt etwas. Wenn ich nun den Trafo auf 220 Volt stelle, komme ich auf eine Heizspannung von 6.5V und messe am Ladeelko 305 Volt.

Der Selengleichrichter wird im Betrieb ziemlich warm, jedoch nicht extrem heiß. Man kann nach einer halben Stunde Betrieb noch die Hand auflegen und liegen lassen.

Meine Fragen beziehen sich auf den Gleichrichter und die Netzspannung.

Wisst ihr, ob an einem Selengleichrichter grundsätzlich eine niedrigere gleichgerichtete Spannung raus kommt als aus einer Gleichrichter-Röhre? Ist eine relativ starke Erwärmung (jedoch nicht heiß, keine Geruchsbildung) ein Indikator dafür, dass man den Selengleichrichter wechseln sollte?

Welche Spannung stelle ich am Trafo sinnvollerweise ein? Überheizung der Röhre ist nicht gut (6.5V), Unterheizung aber auch nicht (6.05V).

Viele Grüße
Jens
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#2
Hallo Jens,

Du bist ja schon seit August hier in unserem RBF angemeldet. Nachträglich ein herzliches Willkommen. Schön, dass Du uns gleich mal den 1. Thread mit einer technischen Anfrage geschrieben hast. Ich möchte allerdings auf Deine sehr spezielle Anfrage keine Antwort geben. Aber spätestens im Laufe des Tages wirst Du eine Antwort von unseren hilfsbereiten Radiofreunden bekommen. Ich bin mir da ziemlich sicher.

Deinen 1. Thread habe ich übrigens vom ursprünglichen Thema getrennt. So ist das Ganze übersichtlicher. Ich hoffe, das ist in Deinem Sinne?!
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#3
Hallo Jens, willkommen im Forum,

bei der Heizspannung halte ich 6,5V noch vertretbar, ich habe zumindest bei den Geräten, die keine Einstellung auf 240V haben noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil, eine höhere Heispannung verbessert die Emmissionsfähigkeit von schlechten, fast verbrauchten Röhren noch etwas. Bei alten Fernsehern hat man deswegen früher auch häufig einen Zusatztrafo mit höherer Heizspannung für die Bildröhre installiert um noch mal nicht wenige Betriebsstunden mehr rauszuholen.

Selengleichrichter altern, das zeigt sich durch einen höheren Innenwiderstand und damit verbunden einer geringeren Spannung am Ausgang. Ich halte die 305V deshalb auch noch für soweit OK.
Eine handwarme Erwärmung des Gleichrichters bei Nennlast ist auch als normal zu betrachten.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst wäre ein Austausch gegen Siliziumdiode(n) 1n4007 und Vorwiderstand (Leistungswiderstand, Zementklotz) zum Senken der dann wahrscheinlich zu hohen Spannung möglich. Welchen Widerstand du brauchst, müsste man noch ermitteln.
Einen neuwertigen Selengleichrichter, der nicht durch die lange Lagerzeit auch "gealtert" ist, wirst du nicht bekommen.

Dass Radio ist ja außerdem durch seine reine AM-Funktionalität heutzutage kaum alltagstauglich höchstes wenn man eine externe Quelle in den TA-Eingang einspielt oder nachts im MW und KW-Band mit Langdraht lauscht. Für Ab- und Zubetrieb mache ich keine große Sanierung, sondern tausche nur das was akut große Probleme macht.
Ich habe den ähnlichen Sachsenwerk 503W mit AZ11, allerdings noch mit allen alten Kondensatoren, könnte in den nächsten Stunden oder Tagen trotzdem mal messen, ob der noch die Sollspannung wie angegeben erreicht. (ich habe zur Zeit aber mehrere andere Probleme um die Ohren und nicht wirklich Lust dazu)

Um das Radio mit seiner Nennspannung 220V oder 240V am Netzeingang zu versorgen, verweise ich auf die Selltrafos, die es in der früheren DDR für Fernseher wegen der Spannungsschwankungen im Stromnetz gab, z.b. den Feutron 1223. Damit kann man dann auch wieder 220V erzeugen. Solche Stelltrafos kriegt man u.a. noch auf Flohmärkten und im Internet, allerdings würde ich dafür kaum mehr als 10 Euro ausgeben wollen.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#4
Hallo Jens,

Das Sachsenwerk hat immer wieder gern die Trockengleichrichter verbaut, wenn es gerade mal wieder keine AZ11 gab... Schaltpläne für die Olympias sind m.E.n. keine bekannt, die statt der AZ11 die Trockengleichrichter drin haben. Daher beziehen sich die angegebenen Spannungswerte auf die AZ11 (einzige Ausnahme ist, glaube ich, der große 571W mit Ferritantenne - der hatte von Anfang an keine Gleichrichterröhre drin - da müsste ich nochmal nachschauen...).

Nun kannst Du folgendes machen:

a) auf AZ11 umbauen. Im Chassis müsste ja die Bohrung für die Fassung da sein und der Trafo müsste auch die 4V-Wicklung haben. Oder
b) den Strom messen, den das Radio zieht. Dann siehst Du anhand der Daten des Trockengleichrichters, was der an Strom so abkann - meistens 60mA maximal, wenn es einer der alten DDR-Typen ist - und Du hast einen Anhaltspunkt, in wieweit der Trockengleichrichter be- oder überlastet ist.

Ich würde den Netztrafo auf 240V laufen lassen. Die Unterheizung schadet nichts; Du musst Dir ja auch die Frage stellen, ob das Meßinstrument im Rahmen seiner Toleranzen richtig anzeigt.

Ich kann gern mal in meine (neu gezeichneten) Schaltpläne von dene 5xyW oder WM schauen, die mit ihren AZ11 laufen, was da so für Spannungen vorherrschen...

Gruß Michael
Penthode?
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#5
Danke an euch für das Willkommen und eure Meinungen.

Es ist richtig, dass das Radio nicht mehr viele Verwendungsmöglichkeiten hat. Aber ich möchte es ab- und an einschalten, abends über die Bänder kurbeln und einen kleinen AM-Modulator habe ich auch in Arbeit, mit dem ich von FM Sender umsetzen möchte, das werde ich hier an anderer Stelle vielleicht mal zeigen, wenn es fertig ist.

Ich entnehme den Zeilen, dass der Gleichrichter alterungsbedingt nicht mehr die volle Leistung hat, aber man ihn noch als akzeptabel betrachten kann und unter Beobachtung lässt. Ich könnte später ja auch noch jederzeit auf Si-Gleichrichter oder AZ11 umrüsten, sollte es nötig werden. Es ist richtig, dass im Chassis die Bohrung für die AZ11 vorhanden ist. Dort wurden die Selengleichrichter hochkant verschraubt.

Interessant, dass ihr beide gegenteilige Meinungen vertretet bezüglich der Netzspannung. Ich dachte mir schon, dass womöglich beide Varianten O.K. sind und lasse die Einstellung jetzt erstmal bei 240V. Hierzu muss ich auch erstmal noch beobachten, wie sich die Netzspannung tatsächlich verhält, ob das eher konstant ist oder Schwankungen unterliegt.

Strom am Gleichrichter messe ich morgen noch, die Gesamtleistungsaufnahme des Gerätes ist 37 Watt. Auf der Rückwand stehen "c.a. 55 Watt". Dieser Wert bezieht sich vermutlich auch auf die Bestückung mit AZ11 und es fehlt auch noch eine defekte Skalenlampe.

Wie macht ihr das mit dem Empfang? Habt ihr Langdraht oder Rahmenantenne zur Verfügung? Es ist bei mir (Leipzig, Sachsen) tagsüber auf Mittelwelle ein tschechischer Sender zu empfangen, sonst nichts.
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#6
Hallo Jens,

hat der 502W zwei Glühlampen oder eine? Mein 503W hat eine, Nennleistung 48 Watt und gemessen bei 240V-Einstellung rund 42 Watt. Völlig unsaniert mit AZ11.
Als Antenne leg ich mir je nach dem nen Draht in die Wohnung oder gehe an die Dachrinne (ist vom Boden mit Kunststoffrohren abgetrennt).
   
(der Eurostecker gehört zu einem Adapterkabel mit alter Kupplung, am Gerät ist Originalkabel mit Stecker wie ichs bekommen habe)

Freundliche Grüße,
Arnold
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#7
Hallo Jens,

habe ich dir das nicht prophezeit? Sehr schnell bekommst Du Antworten auf Deine Fragen.

Ich höre als AM-Bastler (Uraltgeräte) sehr oft die Mittelwelle. Interessant finde ich die oft bei ebay angebotenen alten Aktivantennen. Sie besitzen eine HF-Röhre zur Verstärkung. Die Dipole sind drehbar. So kann man sehr schön entfernte Sender anpeilen. Ich höre übrigens auch bei uns den Tschechen mit einer Aktivantenne eine feine Sache.

Oder Du kaufst Dir eine Wäscheleine mit Metallseele. Bananenstecker an die Seele. Die Wäscheleine provisorisch verlegt und gut.
Jedenfalls sind Abends viele europäische Sender hörbar. Ja, dann noch einen kleinen AM-Modulator und alles ist doch gut.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#8
Auf Kurzwelle gibts noch deutschsprachige Programme von Radio China International, Radio Rumänien International und anderen. Den Link zur Liste hab ich gerade nicht greifbar.

Andreas sagte ja bereits, dass Mittelwelle eigentlich nur nachts was empfangbar ist. Kurzwelle geht auch am Tag.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#9
Ich habe den 502 mit AZ11, dort steht auch drauf ca. 55 Watt.
Der Empfang ist bombastisch, vor allem am Abend, wenn der Abgleich richtig gemacht wurde.
Erst hatte ich ohne Abgleich mal reingehört, dann den Abgleich nach Plan gemacht. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Vorsicht mit dem Lautsprecher der mag keine Bass lastige Musik, die Membran ist zu leicht gefedert, ansonsten ist der Klang sehr gut.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#10
(17.10.2018, 20:24)Rhythmus S1264 schrieb: Den Link zur Liste hab ich gerade nicht greifbar.

Wie immer hilft hier die AD-DX mit ihrem aktuellen Hörfahrplan weiter: https://addx.de/Hfpdat/plaene.php (Häkchen bei Sat und Web entfernen!)
Unterstützt bitte die Arbeit, meldet Stationen und Veränderungen, werdet vielleicht mal ein Jahr Mitglied und lest die immer wieder spannende Monatszeitschrift https://addx.de/Heft/vorschau.php

73 + 55
Bernhard
Ansprechpartner für Umbau oder Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung. 
Unser Open-Source Softwarebaukasten für Internetradios gibt es auf der Github-Seite! Projekt: BM45/iRadio (Google "github BM45/iRadio")
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#11
Servus,
Ich  hörte hier gerade mit Einem von den 2 Grundig Mandellos auf MW mit der normalen Ferritantenne, bombastischer Empfang aus  Arabien, Nordafrika  und Südost Europa, auch weit entfernte Stationen kommen herein. Aus dem Norden allerdings recht herzlich nix. Da sind wohl die Alpen im Wege.
Aber dafür höre ich im Internet jetzt auch gerade AFN Vicenza.
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#12
@Andreas_P: Du solltest mit deiner Prophezeiung recht behalten und ich freue mich sehr über alle Wortmeldungen. Vor allem auch, dass es Leute gibt, die auch bei so einem "einfachen" Radio helfen und zur Tat schreiten.

Ich habe hier in der Wohnung einen Draht gespannt, um den Empfang zu testen. Das sind vielleicht so 6 Meter, mehr geht nicht. Die Idee mit der Wäscheleine ist ganz gut, die könnte ich nachts aus dem Fenster baumeln lassen, da komme ich auf etwas mehr Länge. Dritter Stock Altbau.

@Rhythmus S1264: Mein Olympia 502W hat zwei Skalenlampen, wovon eine defekt ist. 6.3V/0.3A, sie wird noch ersetzt. Die oben gemessene Leistungsaufnahme ist auch bei 240V Stellung des Trafos. Das sieht jetzt aus meiner Sicht erstmal günstig aus, die höhere Leistungsaufnahme bei dir resultiert ja aus der zusätzlichen Röhre und es zeigt sich, dass die Angabe auf der Rückwand womöglich etwas zu hoch ist, aus welchen Gründen auch immer.

@Morningstar: ZF-Abgleich ist ein gutes Stichwort. Ich muss zunächst die Werkzeuge dafür besorgen.... Der Lautsprecher des Radios klingt für meine Ohren auch sehr gut, insbesondere auch im Bass.

@Bernhard45: Danke dir für den interessanten Link!

@radio-volker: Du kannst vielleicht davon profitieren, dass in Südeuropa insgesamt noch mehr Sender im AM Bereich im Einsatz sind. Ich hatte hier vor Jahren (mit anderen Radios) auch auf Lang- und Mittelwelle tagsüber noch ausreichend Empfangsmöglichkeiten.
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#13
Hallo Jens,

wie spielt denn das Gerät jetzt mit Deiner Behelfsantenne? Abgleich.... Hast Du da Vorkenntnisse? Also da muss man sehr bedacht vorgehen. Erfahrungsgemäß arbeiten diese Geräte immer sehr gut und sind empfindlich.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#14
Hallo Andreas,

tagsüber auf Mittelwelle ein Sender. Die Genauigkeit der Skala habe ich noch nicht geprüft. Abends sind schon eine Menge Stationen aufzunehmen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es nach einem Abgleich noch besser wird. "Nach den Regeln der Kunst" habe ich noch keinen Abgleich gemacht. Bei einfachen Transistorradios manchmal nach Gehör die Filter nachgestellt. Einen DDS Generator und ein Oszilloskop habe ich da. Nach Abgleichanleitung werden die Kreise ja alle auf Maximum getrimmt, vom Gleichrichter rückwärts bis zum 1. ZF Filter.

Viele Grüße
Jens
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