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Nummernschalterprüfer
#1
Hallo,
angeregt durch diesen Thread, möchte ich hier meinen selbstgebauten Nummernschalterprüfer vorstellen.
Das Gerät war ein "Abfallprodukt" beim debuggen der Software für einen IWV-MFV Wahlumsetzer den ich hier
gelegentlich auch noch mal vorstellen kann.  

Im Gerät arbeitet ein Atmel Microcontroller, dieser zählt die vom Nummernschalter erzeugten Schleifenunterbrechungen
und misst die Zeit in Millisekunden. Ein Puls-Pause Zyklus soll 100ms dauern, +/-10% Abweichung sind zulässig. Bei
einer gewählten 0, sollten entsprechend 900-1100ms angezeigt werden.

Hier der Test eines, etwas zu langsamen, NS61 aus einen Telefon 611.
   

Und hier der Test des TWB eines DFeAp371 "Kiel" mit Sollwerten.

.jpg   IWV-Tester-Tel.jpg (Größe: 141,02 KB / Downloads: 356)

Gruß aus Kiel
Holger
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#2
Hallo Holger,
danke fürs vorstellen ein interessantes modernes Gerät zur Überprüfung alter Nummernschalter.
Ich stelle hier mal das alte Prüfgerät vor.
Gestern habe ich das Gerät das erste Mal geöffnet um die Schaltung zu erfassen und auch gleich eine kalte Lötstelle gefunden.

   

   

   

   

   

   

   
 
Holger nun der Unterschied zu deinem Gerät vieleicht kannst du da Schaltung und Software noch was ändern.

Dein Gerät erfasst nur die Ablaufgeschwindigkeit also 10 Impulse in einer Sekunde (10 Hz = 1000 ms) das entspricht beim alten Gerät dem Zungenfrequenzmesser.

Sehr wichtig ist aber noch das Impuls/Pausen Verhältnis ( 1: 1,6 ) was mit dem Analogen Zeigerinstrument realisiert wurde.
Siehe auch Bedienungsanleitung.

Dieses Impuls/Pausen Verhältnis wurde geprüft und war sehr wichtig um Falschwahlen zu verhindern.
Das ist auch der Grund warum das richtige Justieren eines Nummernschalters nicht so einfach ist.
Die Kontakte müssen die richtigen Abstand haben im Zusammenspiel mit der Ablaufgeschwindigkeit ( Einstellung des Fliehkraftregler) und dabei kommt auch noch der Kontaktdruck ins Spiel der sich auch noch auf die Ablaufgeschwindigkeit auswirkt.

Ab da wird es für den Bastler schwierig da er meistens nicht über das benötigte Werkzeug , Einstellvorschrift und Messmittel verfügt ganz abgesehen vom Wissen und Übung.

Ich habe es oftmals in der Ausbildung erlebt wie Lehrlinge an einem Nummernschalter verzweifelt sind.
So auf die Frage des Meisters ob er fertig sei die Antwort kam "Ja mit den Nerven".
Das Prüfgerät war für den Kundendienst um eine um eine Grobprüfung vorzunehmen.

Jeder Messplatz bei der Post hatte eine Art Oszilloskop mit einer Tollerranzmaske - Maske auf dem Bildschirm wo auf einen Blick sichtbar war ob das Impuls/Pausen Verhältnis und die Ablaufgeschwindigkeit innerhalb der Tollerranzgrenzen ist.

Hier noch was interessantes zum nachlesen in Bezug auf Nummernschalter.
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#3
Hallo Richard,
klar könnte ich leicht das Timing für jeden einzelnen Zyklus, z.B. über eine
serielle Schnittstelle ausgeben. Das hatte ich am Anfang zum Testen, da
kann man dann auch sehen, ob der Schalter gleichmäßig läuft.
Mit der hier gewählten LED Anzeige könnte man vielleicht ein Puls-Pause Verhältnis
im Wechsel mit der Ablaufzeit anzeigen. Das habe ich aber dann, ebenso wie die
serielle Schnittstelle, nicht implementiert.

In der Praxis habe ich auch festgestellt, wenn bei einem Nummernschalter
die Ablaufgeschwindigkeit stimmt, funktioniert das Ding normalerweise auch.
Das Puls-Pause Verhältnis ist ja durch die Mechanik fix vorgegeben und so ohne
weiteres nicht justierbar. Der Kontaktdruck spielt sicher eine gewisse Rolle,
ich hatte damit aber bisher noch nie ein Problem.

Gruß aus Kiel
Holger
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#4
Hallo Holger,
im Zusammenspiel des mechanischen Nummernschalters mit einem IWF/MFV- Umsetzer mag das Impuls- Pausen- Verhältnis "Wurscht" sein. Aber in den damaligen elektromechanischen Wählanlagen war das korrekte Verhältnis sehr wichtig. Die Wahlimpulse haben ja die Wähler, Hebdrehwähler, und was es noch so im Fernmeldeamt gab, weitergeschaltet. Diese Wähler waren ja vom Prinzip her elektromechanische Zähler, also Fortschaltrelais. Kam der Stromimpuls, zog der Anker an, und über eine kleine Klinke wurde ein Zahnsegment weiter geschaltet, an dem der Rotor mit den Kontaktsätzen hingen. Hörte der Stromimpuls auf, dann fiel der Anker ab und die Fortschaltklinke schnappte in den nächsten Zahn, bereit, beim nächsten Impuld den Rotor weiter zu drehen. Dazu brauchte es aber eine gewisse Zeit, da ja auch Massen und Federkräfte zum Rückschalten zu überwinden waren. Und diese Zeit mußte länger als die Impulszeit sein, da das mechanische Rückschalten eben ohne elektromagnetische Unterstützung erfolgte.
Wenn man berücksichtigt, dass für die Weiterschalt- und Rückschaltbewegung nur 1/10s zur Verfügung standen, ist das ein ziemlicher mechanischer Balanceakt.
Durch die Spannung der Aufzugsfeder konnte man die Ablaufzeit justieren und mit dem Kontaktabstand wurde eben dieses Impuls- Pausen- Verhältnis eingestellt. Der Kontaktandruck wurde auf minimales Kontaktprellen eingestellt, damit nicht zu viele Impulse rauskamen.

Edit: Für das Beurteilen des richtigen Ablaufens eines Nummernschalters ist heutzutage eigentlich nur eine Spannungsquelle und ein Widerstand nötig, alles in Reihe geschaltet, damit ein Strom von 50mA fließen kann. Dann ein Digital- Speicheroszi auf "one shot" Funktion stellen und beim Ablaufen des Nummernschalters die Spannung über dem Widerstand darstellen. Selbst bei preiswerten Geräten kann man dann die einzelnen Eckdaten der in der Kurve gespeicherten Impulse in aller Ruhe auswerten.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#5
Hallo Holger,
ich habe hier mal absichtlich die Problematik des Nummernschalters an alter Vermittlungstechnik beschrieben.
Nun wir haben es aber heute mit Digitaltechnik an neuen und älteren Telefonanlagen zu tun.
du hast ja schon an der Software eines IWV-MFV Wahlumsetzer gespielt oder gedreht und somit ist dir auch bekannt welche Information für die korrekte Umsetzung dein Kontroller am Eingang erwartet.
Ich vermute mal den interessier kein Puls/Pausen Verhältnis die Software erwartet in einer gewissen Zeit die dazu definierte Impulsanzahl der Rest ist egal daher ergeben sich auch nie Probleme wenn das Verhältnis nicht stimmt.
Was machen aber ältere Telefonanlagen wie zu Beispiel Eumex oder AVM die sich ja auf Impulswahl noch einstellen lassen.
Ich habe es noch nicht getestet ob diese Softwahre das Impuls/Pausen Verhältnis überwachen was ich mir aber gut vorstellen kann da die Telekom schon ein Mitspracherecht bei der Software Erstellung hatte dass es Normgerecht zugeht.
Tatsache ist auch dass man mit alten Nummernschalter nur ein Reinigungsproblem hat so lange kein begnadeter Bastler durch verbiegen von Federn einen Reparaturversuch unternommen hat.
Habe eben gelesen dass unser Skotty eine weitere super Erklärung geschrieben hat.
Die 50 mA sind auch nicht so einfach aus der Luft gegriffen da dieses der original Betriebsstrom war.
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#6
Hallo Richard,
hallo Wolfram,
der Nummernschalterprüfer prüft schon auch das Timing, Impulse < 30ms und Pausen
< 50ms bzw. > 80ms führen zur Anzeige von 4 Dezimalpunkten = Falschwahl.
Für Relais gesteuerte Wählsysteme kann das aber vielleicht nicht genau genug sein.
 
Die 50mA scheinen mir zu viel, die meisten Telefone die ich kenne, benötigen einen
Schleifenstrom von ca. 20mA.

Gruß aus Kiel
Holger
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#7
Holger rein rechnerisch sieht das folgendermaßen aus 60 V / 600 Ohm = 0,1 A das ist Fakt bei alten Wählervermittlungsstellen.
Die 50 mA waren der Prüfstrom wo der Nummernschalter noch zuverlässig funktionieren musste
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#8
Hallo, ein spannendes Thema.
 
In unserer GWN am FH Leipzig Mockau arbeitete der kleine Prüfschrank 50.

Er gestattete u. a.  auch die Kontrolle der Nummernschalter.

In der GWN m MAB Schkeuditz hatten die Entstörer schon einen Tester, welcher einen Kontrollausdruck erstellte.

Die Anlage hatte wohl über 300 Nebenstellen.

Das waren sauber arbeitende Nummernschalter wohl wichtig.
Gruß vom Jürgen

Kaum macht man es richtig, schon gehts.

P.S.
für Dateiaustausch bitte an  jermel[at]gmx.net senden.
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#9
Hallo Richard,
ich kenne das noch aus EMD Zeiten, da rechnete sich das so:

60V / (2*500Ohm A-Relais in der TS + TAL + 600Ohm Apparatewiderstand)

Also ohne TAL max. 60V/1600Ohm = 37,5mA

Hinzu kommt die TAL mit z.B 1000Ohm (4500m DA 0,4mm Cu), das sind dann:

60V/2600Ohm = 22mA

Gruß aus Kiel
Holger
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#10
Das alte Gossen Gerät besticht natürlich durch seinen einfachen Aufbau. Aber ich denke es wird schwierig sein so einen Zungenfrequnzmesser heute noch zu finden. Das Gerät von Holger gefällt mir auch gut. Ich möchte nach Möglichkeit so ein fertiges Gerät haben. Natürlich könnte ich mir auch ein Oszilloskop für den Laptop kaufen. Fragt sich was besser zu handhaben ist.
Gruß aus Bremen

Enno
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#11
Holger,
Deine Rechnung stimmt, bis auf einen kleinen Umstand bzgl. des Nummernschalters. Im Moment des Aufziehens und des Ablaufens des Schalters schließt dessen nsa- Kontakt die gesamte Teilnehmerschaltung des Telefons komplett kurz. Dadurch erfolgt eine Stromanhebung in der Teilnehmerschleife und die Wahlimpulse werden durch das induktive Innenleben des Telefons, wie Gabeltrafo oder Gabelschaltung, nicht verschliffen.

@ Enno, ich würde ein PC- Oszi bevorzugen, wenn Du mehr auf sauberes Beurteilen des Prüflings, als auf Meßgerätenostalgie aus bist. Die Prüfschaltung aus einem Widerstand und einer beliebigen Spannungsquelle ist ja sehr einfach zu bauen. Die Spannung ist uninteressant, es muß nur der Widerstand, über dem gemessen wird, so groß sein, dass 50mA Schleifenstrom über den Nummernschalter fließen. Siehe Gossen- Gerät, da wird vor dem Prüfen auch ein Strom von 50mA aus einer 3V 'Spannungsquelle kalibriert.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#12
Man nehme einen 100 Ω 1 Watt Widerstand 5 V Netzteil und einen Oszi und habe fertig.
Gruß Richard


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Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#13
Hallo Wolfram,
stimmt, den NSA Kontakt hatte ich nicht bedacht.

Dann könnten theoretisch sogar (60V/1000Ohm) 60mA Schleifenstrom fließen.
Allerdings ohne TAL.

Gruß aus Kiel
Holger
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#14
(29.10.2018, 09:46)scotty schrieb: @ Enno, ich würde ein PC- Oszi bevorzugen, wenn Du mehr auf sauberes Beurteilen des Prüflings, als auf Meßgerätenostalgie aus bist. Die Prüfschaltung aus einem Widerstand und einer beliebigen Spannungsquelle ist ja sehr einfach zu bauen. Die Spannung ist uninteressant, es muß nur der Widerstand, über dem gemessen wird, so groß sein, dass 50mA Schleifenstrom über den Nummernschalter fließen. Siehe Gossen- Gerät, da wird vor dem Prüfen auch ein Strom von 50mA aus einer 3V 'Spannungsquelle kalibriert.
Wie wäre es mit diesem hier? Wenn das den Zweck erfüllt, würde ich es kaufen.
Gruß aus Bremen

Enno
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#15
Hallo Enno,
10MHz würden auch für viele andere Radiobelange völlig ausreichen. Leider findet man im Angebot nichts über die Eigenschaften der Kanäle, die Betriebsarten und die Meßfunktionen. Abder das dürfte heutzutage bei den modernen Geräten stimmen.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#16
Gut, dann werde ich das Oszilloskop mal beschaffen und mit der vorgestellten Spannungsquelle versuchen einen aussagekräftigens Messergebnis zu erzielen.
Gruß aus Bremen

Enno
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#17
Enno das ist eine sehr gute Wahl etwas teurer als der Rest was so angeboten wird dafür aber auch mit kostenlosen Software - Upgrades.
Hier mal ein paar Daten von Reichelt.
PicoScope 2204A
  • Produktbeschreibung
  • Technische Daten
  • Allgemeines
·          
    • Typ
    • USB-Oszilloskop
    • Ausführung
    • 2 Kanäle + AWG
    • Aufbau
    • 10 MHz
    • Farbe
    • schwarz
  • Sonstiges
·          
    • Spezifikation
    • Samplerate 100 MS/s
  • Anschlüsse / Schnittstellen
·          
    • Anschluss
    • USB Schnittstelle
  • Verpackung
·          
    • Verpackung
    • Einzelverpackung
  • Spannungsversorgung
·          
    • Ausgangsspannung
    • 5 V DC
    • Ausgangsspannung, Anschluss
    • USB Typ B
Die Leistung eines Tisch-Geräts im Westentaschen-Format.

Die PC-USB-Oszilloskope der PicoScope 2200A Serie sind die kleine, leichte, moderne Alternative zu sperrigen Tisch-Geräten. Ein komplettes Oszilloskop passt hier einfach mit in Ihre Laptop-Tasche! Damit eignen sie sich besonders auch für Techniker im mobilen Einsatz, in Entwicklung, Ausbildung, Service, Wartung, Fehlersuche und Reparatur.

2 Kanäle
10 MHz Bandbreite, 100 MS/s Sampling-Rate
Funktions-Generator (Sinus, Rechteck, Dreieck, DC Spannung, Rampe, Sinc, Gauss, Halb-Sinus); DC...100 kHz
Arbiträr-Waveform-Generator 12 bit, 2 MS/s, >100 kHz, Puffer-Größe 8 kS
Spektrum-Analysator
Erweiterte Digital-Trigger
USB 2.0 Anschluss (kompatibel zu USB 1.1 und 3.0), Versorgung über USB
Kostenfreie Software-Upgrades
Masken-Grenzwert-Test
Serielles Bus-Decoding, Protokolle: CAN, LIN, I2C, UART/RS232, SPI, I2S, FlexRay

Lieferumfang: PicoScope 2200A Oszilloskop, USB Kabel, zwei x1/x10 passive Tastköpfe, Quick-Start-Guide.

 
 
Hersteller : PICO
Artikelnummer des Herstellers : PP906

 
Siehe auch hier  und hier
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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