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Goldstar OS-9020A
#1
Hallo,

habe letztens in der Bucht ein solches Oszilloskop an Land gezogen. Obwohl ich es nicht brauche...  Smiley26
(Ebay-Link, falls es jemand interessiert)

Der Verkäufer gab an, dass er am CRT-Bias gedreht hatte und danach vergessen hatte, P606 wieder anzustecken. Danach zeigte das Gerät nur noch Mist an. Bei dem P606 handelt es sich um das Kabel, welches zum Focus-Poti geht.

Was ich dann noch festgestellt habe, als ich das Gerät bekam, war so einiges...

1. Intensität nicht regelbar
2. Spannungen 5V, 140V und 195V teilweise viel zu hoch(weiteres unten)
3. defekte Dioden (MA185) ersetzt durch BAV21 (D645-D647)
4. defekter Transistor 2SA968 (lt. Schaltbild 2SB861C)

Punkt 3 ist erledigt, ansonsten, leider nichts...

Als allererstes möchte ich das Problem mit dem Netzteil lösen. Erst dachte ich, der defekte Transistor Q909(4.) ist der Übeltäter. Also 2 neue (2SA968) bestellt und einen eingesetzt. 

Ende vom Lied: Der neue war danach genauso tot, wie sein originaler Vorgänger... Hatte ihn extra vorher nochmal durchgemessen...

Danach habe ich mal mit (neuem) defekten Transistor Spannungen gemessen und ins Schaltbild eingetragen (Stecker P905 abgezogen). 
Mir sieht es sehr nach einem defekten Opamp (U902) aus. Bin mir aber nicht sicher und frage hier lieber vorher, bevor ich noch weitere Teile grille...

Hier mal ein Schaltplanausschnitt:
   

Ich weiß halt auch nicht, wo genau ich was messen kann/soll. Mit Opamps habe ich noch nicht soviel zu tun gehabt.

Danke schonmal für eure Hilfe.  Smiley20
MfG Christopher

"Baden-Baden, Beromünster, Paris, Rom... 
Eine ganze Welt ist auf der Skala des SABA-Empfängers vereint."
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#2
Hallo Christopher,
prüfe mal den R912 am Minus Pin des Brückengleichrichters oben im Schaltbild rechte Seite
Das Symbol aber für diesen Widerstand, weil R benannt, ist mir unbekannt
Deine rot bezeichneten Spannungen sind wohl aufgrund fehlender Belastung so hoch, vermutlich wird da mehr defekt sein.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#3
Hi Christopher,

wenn die geregelten +12V und -12V Spannungen des Netzteils halbwegs stimmen, aber die mit U902 geregelte 5V Spannung mit ca. 8V viel zu hoch ist, dann ist U902 1/2 oder der damit verbundene Längsregel-Transistor Q911 defekt. Ich würde auf eine defekten U902 tippen, weil U902 2/2 ja für die Reglung der +140V mitverantwortlich ist und die auch viel zu hoch ist. Warum da dann der Transistor Q909 sofort durchbrennt, erschließt sich mir nicht.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#4
@......Warum da dann der Transistor Q909 sofort durchbrennt, erschließt sich mir nicht.

Weil er vermutlich die Gesamtlast Minusseitig tragen muss, weil der R912....was der auch immer ist, evtl. unterbrochen ist.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#5
hallo Kuli,

du kannst von mir für weitere drei Euro ein Zweitgerät bekommen, dann hast du Dual Beam :-)
aber nicht zum plündern ! Bei zwei Geräten gibts zudem die Option der Vergleichsmessung, so erwischt man versteckte Fehler besser.

Bei Oszis wird sehr oft eine Referenzspannung von einem anderen Zweig des Netzteils geholt, so ist es auch bei diesem.
Der korrekte Weg das zu reparieren ist, zuerst den defekten Teil wegzuklemmen (zB Brücke auslöten) und dann die anderen Spannungen zu prüfen, wenn die nicht stimmen stimmt garnichtsmehr.

lG Martin
wenn die Welt untergeht sieht man es zuerst auf dem Oszilloskop
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#6
Tausch erstmal OPV aus. Anhand Pin-Belegung von OPV, da kannst du wohl TL072, und so ähnlich verbauen.


OPV= Operationsverstärker, das wird solchere IC mit Dreiecksymbol genannt.
Gleichzeitig müsste du aber kaputte Transistor erneuern.

Wenn OPV nicht ihm ansteuert und dann bricht Spannung zusammen. UCE-Grenzwert (nur 150V ) von Transistor wird deutlich übergeschrittet und Transistor vereckt daran. Dann haste du wieder Überspannung.

Grüss
Matt
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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#7
Hallo Christopher,

bist du denn sicher, dass du minus! 280V und minus! 180V gemessen hast? Wenn dem so ist, wäre bereits in der Gleichrichtung etwas oberfaul! Da bestände auch Explosionsgefahr für die betroffenen Elkos. Das könnte auch für Q909 schmerzhaft werden. --- Vielleicht solltest du diesen Bereich etwas näher ableuchten. Sind denn die -12V korrekt vorhanden - sie werden als Referenzspannung auch für die 5V Spannungsregelung verwendet; dies weil du anstelle von 5V 8,6V misst.
Freundliche Grüße, Peter R.
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#8
Hallo an alle,

Vielen Dank für eure Antworten.
Ich werde die Antworten einfach mal durcharbeiten:

@harry: R912 ist eine Glimmlampe NE-98. Mit gezogenem Q909 leuchtet diese auch. Vielleicht sollte ich in dem Zustand auch mal Spannungen messen?? Für das Durchbrennen des Q's glaube ich eher an Matts Vermutung. Die Spannungen sind auch mit angeschlossenem Horizontalboard so hoch! Deshalb habe ich den Stecker P905 sicherhaltshalber abgesteckt.

@Kalle: Der Q911 ist i.O. Wie du vermutest, denke auch ich, dass der Q902 tot ist. Die mögliche Ursache für das Durchbrennen von Q909 hat ja Matt später noch geschrieben.

@martin: Danke für das Angebot. Ich versuche es erstmal so und bei Bedarf melde ich mich.

@Matt: Du bist ein Fuchs, im Schaltbild und in der Stückliste ist tatsächlich ein TL072 gelistet! Deine Erklärung klingt für mich logisch.

@Peter: Das soll kein Minus sein, sondern eine "~". Die soll für  "ca." stehen. Die beiden nicht angegeben Spannungen, also 12V und -12V stimmen auf 0,05V genau. Daran liegt es dann nicht...

Zusammenfassung des Ganzen: Neuen TL072 für Q902 rein und mal sehen. Gut, den muss ich erst bestellen. Ich melde mich, wenn ich neue Erkenntnisse habe.
MfG Christopher

"Baden-Baden, Beromünster, Paris, Rom... 
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#9
So, hatte eben noch einmal bisschen Zeit zum Messen. Für Q909 habe ich einen der beiden defekten genommen. Folgende Werte konnte ich ermitteln:

.jpg   0002.jpg (Größe: 35,9 KB / Downloads: 415)
Dabei hatte ich immer B vom Q909 getrennt, d.h. Ausgangsspannung des Op-Amps U902 2/2 war (nahezu) lastfrei.
 
Demnach kann es nur der U902 2/2 sein, da die Spannung ja bei abgeklemmten Q909 an der 5V-Schiene ziemlich genau stimmt.

Vielleicht eine Interferenz zwischen den einzelnen Op-Amps im TL072?
MfG Christopher

"Baden-Baden, Beromünster, Paris, Rom... 
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#10
Sicher, dass es an Pin 1 von OPV - 6,7V liefert? Trotz dass Transistor NPN (Emitterfolger) für 5V ist. (Es sollte eher PLUS 5,7V sein )
Wenn es wirklich so ist, ist es nicht mehr unwarscheinlich dass TL072 kaputt ist.

Fall mit abgetrennte Basis für beide Transistor, da ist Spannung für Pin 7 auch falsch, in diese Fall sollte auch Ausgangspannung von OPV's Pin 7 auf knapp 12V hochlaufen.
Es sieht als ob du Messewerte von beide OPV vertauscht hast.


Grüss
Matt
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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#11
Hallo Matt,

ja, habe eben nochmals gemessen und in der letzten Zeile hab ich wirklich was vertauscht...

Hier die neue richtige Tabelle:

.jpg   0002.jpg (Größe: 35,22 KB / Downloads: 379)

Demnach scheint es tatsächlich so, als wäre der Op-Amp tot...

Und nochmal zum Verständnis: Es war nur die Basis von T909 abgeklemmt, da der ja Vollschluss hat.

Nachtrag zur Tabelle: Die Messwerte bei gezogenem Q911, aber gestecktem Q909 sind identisch mit denen in der ersten Tabellenspalte.
MfG Christopher

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#12
Gut, die alle 3 Messwerte spricht, dass OPV regelungstechnisch einwandfrei funktioniert.


ABER ! Deren (Pin 7) Ausgang liefert sollte fast -12V liefern, was hier nicht gegeben ist.
Nochmals Aber ! Diese Ausgang treibt 2 Widerstand, 270Ohm udn 100 Ohm in Reihe, an. (Datenblatt sagt nur dass bei 2kOhm Last nur noch +-10V schafft, bei +-15V Betriebsspannung)
Ich bin mittweile an Stelle angekommt, dir zu sagen, dass OPV wohl in Ordnung ist.

Grüss
matt
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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#13
Hallo Matt,

habe eben mal den Op-Amp ausgelötet und festgestellt, es handelt sich um einen KA4558, nicht um einen TL072, was aber laut Datenblatt kein nennenswerter Unterschied sein sollte(abgesehen von der Eingangsstufe).

Dass der Op-Amp regelungstechnisch i.O. ist, denke ich auch, aber mich wundert, dass der eine Teil den anderen (scheinbar) beeinflusst.

Ich gehe in diese Richtung, weil ja der eine Teil(1/2) ordentlich regelt, solange der andere(2/2) nicht versucht, runter zu regeln.

Hätte zum Testen leider nur NJM062D hier. Pinbelegung ist identisch, nur elektrisch etwas anders.

Das Merkwürdige ist ja, dass alles Andere messtechnisch passt...

Elektrisch(Datenblattwerte und Kennlinien) liegen KA4558 und NJM062 doch nicht so weit voneinander weg.
MfG Christopher

"Baden-Baden, Beromünster, Paris, Rom... 
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#14
Hallo, in die Runde,

dieses Oszilloskop landete schlussendlich bei mir. Nachdem ich die 5V Versorgung provisorisch auf einen Festspannungsregler umgebaut habe, und die Regelung der +145V ebenfalls extern bewerkstelligt hatte, konnte ich die weitere Fehlersuche durchführen.

Das ganze war langwierig, und förderte einige weitere defekte Halbleiter zutage, insbesondere in den Ablenkstufen, wo insgesamt 6 Transistoren defekt waren.

nachdem das alles soweit repariert war, erwartete ich ein vernünftiges Bild auf dem Bildschirm, es erschien jedoch nur für wenige Sekunden eine Art Wolke, die dann schnell verschwand.

Nachdem alles andere auszuschliessen war, blieb noch die Röhre selbst ( eine D14-363 ) als Ursache übrig. Um das eindeutig zu klären, habe ich die Röhre ausgebaut, und in fliegender Verdrahtung an ein anderes Oszilloskop mit gleicher Hochspannung und sehr ähnlichen Röhrendaten angeschlossen.

Hier zeigte sich die gleiche Wolke, und sonst nichts.

Der Defekt hatte also offensichtlich in der Röhre seinen Ursprung genommen, und durch Überschläge zu den Ablenkplatten dann die Ablenkendstufen, und nach deren Kurzschluss dann die Stromversorgung für die Ablenkung zerstört.

An dieser Stelle werde ich also leider das Scope aufgeben müssen.

Einzige Rettung wäre eine andere Röhre. Die ist so selten nicht, und kommt in einigen Siemens, Grundig, Voltcraft und anderen Goldstar Oszilloskopen vor.

Vielleicht läuft mir ja eine über den Weg.

VG Henning
Schlau ist, wer weiß, wo er nachlesen kann, was er nicht weiß.
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#15
hallo Henning,
falls du Lust drauf hast schick ich dir einen rüber.
Er ist bei Vollgas etwas dunkel, ansonsten scheint alles dazusein.
für lau :-)

lG Martin
wenn die Welt untergeht sieht man es zuerst auf dem Oszilloskop
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#16
Hallo, Zusammen,

es gibt Fortschritte, an denen ich zumindest die Meßtechnikliebhaber teilhaben lassen möchte.

Von Matt bekam ich eine ähnliche Röhre, vermutlich die Vorgängertype. Sie hat gleiche mechanische Abmessungen, gleiche Hochspannung, gleichen Sockel, 
benötigt jedoch 0,3A Heizstrom gegenüber 0,1A der Originalröhre, und einige Spannungen weichen geringfügig ab.
Ich habe die Röhre eingebaut, angeschlossen, und ganz mutig eingeschaltet > es erschien ein Bild, wie erwartet, das war auch nicht gleich wieder weg.

Das Rechtecksignal des eingebauten Rechteckgenerators läßt sich bereits darstellen. Die Bildschärfe läßt sich von ganz unscharf bis etwas unscharf einstellen, da sind noch Korrekturen nötig, und die Helligkeitsregelung funktioniert noch nicht.

Aber ein großer Schritt ist getan, und ich freue mich, daß ich das Scope nicht verschrotten muß, auch wenn es nur ein 20MhZ Standardscope ist.

Viele Grüße aus Berlin, und Vielen Dank an Matt für die Röhre!

Henning
Schlau ist, wer weiß, wo er nachlesen kann, was er nicht weiß.
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#17
Ich habe ihm  D14-362GH/93  gegeben, wo ich damals  den geschenkt bekam.

Wirkliche Unterschiede zwischen D14-363 und D14-362GH/93 ist  Heizstrom  und  Fokus-Spannung, sonst passt.

Grüss
Matt
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
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