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Schalenkern für Grundig AS-6031
#21
Tja, jetzt kommt die spannende Frage: Welchen Al-Wert hat der originale Schalenkern? Da ja der Anodenstrom durch die 144mH Induktivität fließt, könnte es ein Schalenkern mit (kleinem ) Luftspalt und damit niedrigem Al-Wert sein. Das bekommt man nur mit der Windungsanzahl zu einer gemessenen Induktivität heraus.

Ist der noch intakte Original Übertrager zerstörungsfrei zerlegbar, also nicht verklebt??? Dann könnte man einen „provisorischen“ Wickelkörper mit bekannter Windungszahl bewickeln und dann die zugehörige Induktivität mit Schalenkern messen. Die Originalwicklungen müssten dann nicht abgewickelt werden, falls das überhaupt „zerstörungsfrei“ möglich sein sollte.

Der oben von mir angeführte Schalenkern mit einem Al von 3100nH/W^2 wird höchstwahrscheinlich keinen Luftspalt haben.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#22
So sieht er aus, der funktionstüchtige Tr. 2.

   

Tatsächlich so verbaut. Einfach mit der Messingschraube am Chassis befestigt. Keinerlei Aufschrift.
So wie es sich mir darstellt, wird es wohl verklebt sein. Auch nach Lösen der Schraube kann ich ohne Gewalt die Schalenhälften nicht trennen.

Wie kann ich bei dieser Bauform den so genannten Luftspalt erkennen ?

Besten Gruß
Mario
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#23
Servus,
Die wird wohl durch die Klebefläche zwischen den Halbschalen dargestellt.
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#24
Hallo,

ich habe einmal aus einem Siemens Buch "Ferrite und Zubehör" 1990/91 die Daten und Variationen eines P22x13 Kernes kopiert. Man sieht, trotzdem man jetzt alles weiss, weiss man immer noch nichts. Der Luftspalt wird durch Abschleifen des "Innenteils" erreicht -das sollte auf er folgenden Buchseite erkennbar sein. Die äußeren Flächen liegen "nahtlos" aneinender. Man konnte Kerne mit Luftspalt auch abgleichen, indem man eine Gewindehülse mit  Abgleichkern in das Mittelloch einbrachte.
   
Die unterschiedlichen Masse des Aussenmantels und des Innendurchmessers deuten darauf hin, dass es sich wohl eher um keinen Siemens-, sondern möglicherweise um einen Valvo-Schalenkern handelt. Die Messingschraube, welche zur Befestigung des Kernes verwendet wurde, könnte darauf hinweisen, dass der originale Kern keinen Luftspalt hat. Das kann man aber auch feststellen, indem man ein Haarlineal über eine Kernhälfte legt und schaut ob das Mittelteil bündig anliegt - ansonsten ist der Abstand, welchen man mit einer Fühllehre ermitteln kann das Mass für den halben Luftspalt.

Aber auch das bringt uns in diesem Fall nicht weiter, weil wir das Kernmaterial nicht kennen. Man müsste wirklich, wie bereits erwähnt wurde, eine Probewicklung auf dem Kern der intakten Spule aufbringen, sofern er sich zerlegen liesse... Wenn man dazu jedoch zu viel Kraft aufwenden muss, hat man am Ende evtl. zwei unbrauchbare Spulen. - Hast du denn schon versucht den zerbrochenen Kern zu kleben? Z.B. mit Zweikomponenten-Kleber oder ist er restlos zersplittert? Ist die Spule denn noch heil?

Selbst wenn man jetzt den beschriebenen Siemens Kern hätte, würde dein Spulenkörper nicht einmal probeweise auf den dicken "Mittelzapfen" passen, um die sich ergebende Induktivität zu messen. Da kann man nur sagen: wie schön, dass alles (nicht) genormt ist...
Freundliche Grüße, Peter R.
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#25
Hallo Peter,
vielen Dank für deinen Beitrag.

Eine Schalenhälfte ist zwar mittig gebrochen aber noch soweit intakt, sodass ich feststellen kann, dass es wohl keinen Luftspalt gibt.
Die andere Schalenhälfte besteht aus mehreren Teilen. Wobei erschwerend hinzukommt, dass diese ganz sicher aus zwei Schalenhälften zusammengepusselt wurde.
Das alles mehr oder weiger (eher weniger) schön mit Heißkleber zusammengehalten.

Ich werde sicher keinen Ersatz für diesen Schalenkern bekommen.

Liese sich denn an Hand der Schaltung und den nun schon bekannten Werten eine ein neuer Trafo berechnen und dann herstellen ?
Es sind doch nun schon so viele Parameter zusammen.

Beste Grüße
Mario
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#26
Guten Abend Mario,

alles halb so schlimm, wie es den Anschein hat, auch wenn der Original-Übertrager nicht zerlegbar ist.

Schreib mal, wie voll bewickelt der Spulenkörper des zerbröselten Übertragers ist!!! Drahtstäke hast du ja mit etwa 0,11mm gemessen. Induktivitäten der beiden Wicklungen haben wir mit 144mH und 6mH auch und wissen, dass das Wicklungsverhältnis 5:1 ist. Die gesamte Windungszahl beider Wicklungen ist also das 1,2 fache der 144mH Wicklung und die resultierende Gesamtinduktivität einer solchen Wicklung wäre dann 1,2x1,2x144mH=207mH. Wenn man den benutzen Wickelraum des Originals in etwa kennt, kann man auch in etwa die Windungsanzahl abschätzen und damit auch in etwa grob den Al-Wert des Original-Schalenkerns bestimmen. Einen ähnlichen P22/13 Schalenkern findet man dann schon und kann dann für den die notwendigen Wickeldaten berechnen.

Das wird dann nur eine grobe Entsprechung zum Original sein, aber für den Oszillator wird das ausreichend sein, wenn die Induktivitäten und das Windungszahlverhältnis mit dem Original übereinstimmen.

Eigentlich könnte man auch blind versuchen, für ein paar noch verfügbare Schalenkerne das an Hand des dann verfügbaren Wickelraums zu rechnen, ob sich das wickeln lässt. Ein vielleicht passender Schalenkern könnte der

https://www.ebay.de/itm/1-Satz-Philips-S...2215260972

sein und kostet selbst mit Versand nicht die Welt.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#27
Es besteht also weiter Hoffnung. Deshalb gleich mal weiter...

Hier die Daten von dem originalen Spulenkörper:

Außendurchmesser der Spule: 15,5 mm
Außendurchmesser des Spulenkörpers: 13,2 mm
Innendurchmesser der Spule: 7,2 mm
Innendurchmesser des Spulenkörpers: 8,2 mm
Länge des Spulenkörpers: 8 mm
Länge der Spule 6,7 mm

Ergibt:

Mittlerer Spulendurchmesser: 10,7 mm
Wickelquerschnitt: 17 qmm
Anzahl der Windungen, ca.: 784
Drahtlänge: 26,4 m

Richtig ?

Beste Grüße aus Hattersheim
Mario
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#28
Bei Anwendung der bisher bekannten Werte, eräbe sich ein Al-Wert von ca. 330nH/Wdgn^2. Bevor du jetzt fertige Schalenkernspulen orderst, von denen man auch nicht weiss ob man sie gewaltlos zerlegen kann (sind meistens geklebt) würde ich empfehlen einen der angebotenen Philips Schalenkerne zu ordern. Auf diesem könntest du dann eine Probewicklung aufbringen, um so den aktuellen Al-Wert zu ermitteln. Leider wird da wahrscheinlich deine fertige Spule nicht passen, denn er wird die gleichen Abmessungen wie das Siemens Exemplar haben.

Falls der Kern keinen Luftspalt hat, könnte man diesen durch Zwischenlegen dünnen Seidenpapiers erzwingen. Ist zwar nicht so wie es der Hersteller ürsprünglich vorgesehen hat, aber es erfüllt den Zweck der Verringerung des Al-Wertes und der Vormagnetisierung durch den Anodenstrom. Ein wenig experimentieren wird dir dabei nicht erspart bleiben.
Freundliche Grüße, Peter R.
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#29
Auch wenn manch einer sagt, das geht sowieso nicht.
Hier habe ich mal zwei, in einer knappen Stunde, rausgesucht.

   

Versuch mach kluch, oder nicht ?
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#30
Hallo Frank und auch an die weiteren Mitstreiter, ich möchte euch Danken für die Mühe die ihr euch mit dem Thema macht.

Frank, bei deinen herausgesuchten Beispielen sieht es ja so aus als ob in den 18'ner Kern die vorhandene Spule passt.
Das ist gut zu wissen...

Ich habe mir die vielen verschiedenen Schalenkerne die den heutigen Normen entsprechen natürlich auch schon angesehen.
Allerdings war ich bisher immer darauf aus den defekten Kern zu ersetzen. Da es diese Bauform nicht mehr gibt und mir der AL-Wert nicht bekannt ist, wird es darauf hinauslaufen einen neuen Kern mit heutigen Materialien zu berechnen und herzustellen.

Es sind aber noch immer einige "Unbekannte" die es zu benennen gilt.

Was konkret ist nun der nächste Schritt um zu einer Lösung zu kommen.

Lohnt es sich die Mühe zu machen die im Moment vorliegenden Windungszahlen zu ermitteln. Also abwickeln und zählen ?
Dann hätte man doch auch nur die Werte für einen unbekannten Kern. Oder sehe ich das falsch ?

Ist es nicht das Ziel mit einem neuen Kern und einer neuen Spule möglichst die Werte des noch vorhandenen und funktionierenden Trafos zu erreichen ?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhin bei der Lösung zu Seite steht.

Beste Grüße aus Hessen
Mario
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#31
(24.11.2018, 13:38)Kaiser-Spezial schrieb: ...
Ist es nicht das Ziel mit einem neuen Kern und einer neuen Spule möglichst die Werte des noch vorhandenen und funktionierenden Trafos zu erreichen ?

...

Hi Mario,

genau das wäre das zu erreichende Ziel. Die praktisch wichtigen Werte wie Induktivität, Windungszahlverhältnis und auch ohmscher Widerstand und Drahtdurchmesser der beiden Wicklungen hast du ja bestimmt. Zum Rechnen mit der Gesamtinduktivität von ca. 207mH beider Wicklungen kann man gut das

https://www.electronicdeveloper.de/Induk...LALNR.aspx

verwenden. Wickelraum sollte nicht vollständig ausgenutzt werden, weil ja eine Lagenisolierung zwischen beiden Wicklungen hinzukommt.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#32
Hallo Kalle,
nun habe ich mal auf der genannten Seite (die sehr hilfreich ist) unsere ermittelten Daten eingetragen.
Als Kern habe ich einen P 18 x 11 B65651 mit einem AL-Wert von 315nH vorgesehen.
Allerdings hadere ich mit den errechneten Widerstand der Wicklung. Hier sind es 53,3 Ohm und sollten doch 82 sein.
Sicher ist da noch ein Denkfehler, der meiner Ahnungslosigkeit geschuldet ist.


.png   berechnung_grundig_as-6031.png (Größe: 36,66 KB / Downloads: 129)

Gruß Mario
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#33
Hi Mario,

der Rechner rechnet eigentlich ziemlich genau richtig. Der ohmsche Wicklungswiderstand sollte bei der Schaltung gar keine große Bedeutung haben, solange die Größenordnung stimmt. Vielleicht hast du dich auch vermessen und der Drahtdurchmesser ist eigentlich nur 0,1mm oder noch kleiner bzw. die mittlere Wickellänge größer???

Eigentlich also alles egal, solange die notwendige Induktivität mit dem gewählten Drahtdurchmesser und dem vorhandenen Wickelraum realisierbar ist. Beachte die notwendige Zwischenisolation zwischen den zwei Wicklungen, die auch etwas Wickelraum benötigt, wie auch das Abbinden der Wicklungsenden usw.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#34
Hallo Bastel-Freunde,
ist da draußen jemand, der einen wüsste, solch eine kleinen Trafo zu wickeln ?

Ja, das sollte man eigentlich schon selbst machen...

Jedoch müsste ich neben dem Schalenkern und dem Wickelkörper auch alles Andere erst anschaffen.
Also auch den Draht und eigentlich auch eine, wenn auch noch so einfache, Wickelmaschine.
Von den Fertigkeiten mal ganz zu schweigen.

Gibt es da Firmen oder auch Privatpersonen, an die man sich mit solchem Kleinkram wenden kann ?

Beste Grüße
Mario
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#35
Ich hätte ja die Originalspule vorrätig, allerdings ist da ein kompletter funktionierender AS 2 drumherum. Interesse?

Gruß
Stefan
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