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Kuba-Imperial Vollstereo-Grosssuper 864
#1
hallo zusammen,

ALTER SCHWEDE, was habe ich mir da wieder für ein Mitte-60er- Schlachtschiff eines Hersteller aus Wolfenbüttel/Osterrode geholt.
Die Röhrenbestückung des Tuners ist mit ECC85, ECH81 und EAF801 ja noch normal für solche Geräte, aber der Verstärker hats in sich, VIER ECL86, also pro Kanal zwei ECL86 in Gegentaktschaltung, darunter befinden sich noch zwei EF86 im Vorverstärker.
Es gibt anscheinend unterschiedliche Geräteauführungen und unterschiedliche "Marken"-Namen im Skalenglas, u.a. "Stereon" statt "Imperial", muss das nochmal ergründen.

So denn, Zustand bei Ankunft, noch ungeprüft:
   

Rückwand, leicht verbogen:
   

Innenansicht, rechts hinter den AÜs sind drei ECL86 zu sehen, die vierte verbirgt sich dahinter und die EF86 darunter.
   

Erster Eindruck:
relativ sauber, unter dem Netzteilelko befinden sich zwei orange Elkos, vielleicht war schon mal jemand dran. Stereo-Taste löst nicht aus. Röhren teilweise von Billigmarken (Ultron), aber auch ne TFK gesichtet, vielleicht schon mal getauscht worden?

Jetzt lass ich das Teil erstmal etwas klimatisieren und probiere nachher, ob sich was tut.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#2
Servus,
Ja Bums macht der, schade das nur ein Mittelklasse Empfangsteil verbaut wurde, ist der Decoder schon Transistor?
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

Wer mehr über meine Basteleien wissen möchte, kann meine Web Seite besuchen.


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#3
Nachtrag:
die vier ECL86 sind ein gut gemachter Umbau auf nem fest angeschraubten Blech, als Ersatz für ECLL800. Das konnte ich nun beim näheren hinsehen und mittels Vergleichsbildern feststellen, denn die Verstärkerplatine hat zwei Röhrenfassungen.
Damit passt dann auch die Angabe der Bestückung in RM.org:
https://www.radiomuseum.org/r/kuba_hi_fi...e_864.html
(Das dort abgebildete Radio ist auch ein Umbau, Lautsprecher an den Seiten gibt es nicht)

der Decoder ist transistorbestückt

Freundliche Grüße,
Arnold
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#4
So, weiter gehts.....

Die Röhrenfassungen für die vier ECL86 wurden auf dem Blech sogar eingenietet, das Blech ist auch fest am Chassis vernietet. da hat sich jemand offensichtlich richtig Mühe gegeben.
   

Ich gehe davon aus, dass das Gerät irgendwann mal revidiert wurde und alle Problemkondensatoren getauscht wurden. Kommen wir also nun zu einer ersten Inbetriebnahme, die leider viele Probleme offenbarte.
- Die Tastenkontakte ließen sich nur mit Oszillin t6 überreden die Wellenbereiche zu schalten und funktionieren noch nicht störungsfrei.
- Die EM84 zeigt nichts an, nur ein schwaches grünes leuchten. AM-FM-Empfang und Stereo geht aber.
- Der Netzbrumm ist ungewöhnlich hoch und stört, trotz der offensichtlich neueren Elkos unterm Chassis.
- Die Glühlampen flackern einzeln, spontan in unregelmäßigen Abständen.
Ist also Arbeit dran zu machen. Hat jemand einen Schaltplan?
   

Ich sags mal so, das Radio hat anscheinend mal jemand vor vielleicht 20-30 Jahren fast schon professionell gemacht, dann in die Ecke gestellt und es dannach nicht mehr beachtet.

Ist eigentlich was gegen den ECLL800-Umbau auf ECL86 einzuwenden, außer dass vermutlich bei zwei Röhren die Trioden inaktiv sind? Habe ich da ne Altenative entdeckt, nach der schon viele gesucht haben?

Freundliche Grüße,
Arnold
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#5
Zur EM84:
Am Steuer-Eingang derselben habe ich -2,4Volt DC gemessen, am Ratioelko -5,9Volt DC, das erscheint mir doch zu niedrig. Der Ratioelko 15µF/250V von WIMA wurde anscheinend nicht getauscht, was ich aber bald machen werde.

Ich sehe leider auch Grünspan an einigen Bauteilen/Drähten, dass Radio stand demnach nicht ganz trocken in den Jahren. Einige Vitrohm-Kohlemasse-Widerstände sind auch auf der Tunerplatine zu sehen.

Meinen Recherchen zur Folge wurde das Gerät auch für Quelle unter dem Namen "Stereon" vertrieben.

Den Schaltplan habe ich mittlerweile in den Weiten des WWW in den Niederlanden gefunden.

Edit: Die Ersatz-Netzteilelkos sind zu dem alten Elko parallel geschaltet worden und haben einen Datumsaufdruck, 11.79, sind also nach 1979 dort eingebaut worden. Auch das werde ich ändern und die neuen Elkos prüfen. Nicht dass der alte Elko nich undcht wird.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#6
Servus,
Ob heute im Jahre 2018 4 ECL86 zu 2 ECLL800 eine echte Alternative darstellen, wage ich zu bezweifeln, das ist so als wenn man den Teufel mit dem Belzebub austreibt. Ich würde dort  4 EL90 einsetzen und würde noch eine ECC83 dazu bauen, jeweils 1 System zur Phasenumkehr, da ja die EF86 schon die Vorverstärkung des NF Signales übernehmen. Nach deiner Beschreibung ist das Gerät aber zu überholen, das sollte man als Erstes in Angriff nehmen.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#7
Hallo Arnold,

Ich mag mich irren, aber der Ratioelko hat laut Schaltplan 5 µF.
Ist im Schaltbild vom GFGF schlecht zu erkennen, aber es müsste der C 65 sein.
Im Schaltbild vom Imperial 664 ist es der C 76.


Viele Grüße,

Axel  Smile
Womit fährt der Norweger zur Mittagspause?
...Na mit einem Fjord Siesta!
 Wink
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#8
hallo Axel,

ich habe keinen Layoutplan und muss raten, da der Ratioelko bekanntlich der Einzige ist, der am Minuspol eine negative Spannung aufweist habe ich den Elko getauscht, der in der Nähe des letzten ZF-Filter war und damit am plausibelsten vorkam, der war eh defekt.
hat aber nichts gebracht, die Ratiospannung ist immernoch zu niedrig und die EM84 reagiert nicht, auch bei AM am Langdraht nicht. Werde mal die Widerstände und Spannungen messen, aber heute nicht mehr, habe hunger.
Edit: das war der falsche Elko.

sind vielleicht die Dioden im Ratiofilter hin? UKW-Stereoempfang geht wie gesagt.

An einen Umbau des Verstärkers habe ich noch nicht gedacht, eher steck ich da zwei Originale ECLL800 rein. Der weist auch einen Fehler auf, Kanäle sind unterschiedlich stark. Sowas habe ich jedoch mehr oder weniger bei fast allen Stereo-Röhrenradios und die Ursache dafür habe ich noch nie gefunden.

......Und ich dachte bis vor paar Stunden noch, des wird einfach.....

Freundliche Grüße,
Arnold
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#9
Servus,
Die unterschiedliche Kanalstärke auf Stereo habe ich noch nie vorgefunden in Keinem meiner Radios. Ich würde mal die Ausgangsspannungen der Kanäle am Decoder messen, sind die schon unterschiedlich, kann es am Decoder liegen oder bereits vorher am Ratiodetektor (Funktion/Abgleich).
Als bei einem Philips Radio ein Kanal wesentlich schwächer war und auch verzerrte, lag es am Transistordecoder bei dem im Ausgang eines Kanales ein Styroflex Kondensator kaputt war. Festgestellt habe ich das, indem ich den Originaldecoder mit einem Chipdecoder "bygepasst" habe, sofort waren die Kanäle gleich und zerrfrei. Insgesamt hatte ich diesen gleichen Fehler bereits 4-mal bei den Philips Decodern, es waren immer die Styroflexe im Ausgang. Wie auch immer, mache erstmal das Radio fertig, interessant ist, das du bei -5,9V am Ratio  Stereoempfang hast, für gute und rauschfreie Kanaltrennung braucht es in der Regel am Ratioausgang wesentlich mehr.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#10
ich habe mal die ECL86 untereinander getauscht, jetzt sind die Kanäle gleich stark.

das größte Problem bei einem ECLL800-Ersatz ist die Triode, alle mir bekannten Versuche mit EC92 oder EC90 führten nicht zum ergebnis, dass beide Pentoden gleich angesteuert werden.

Was den Ratioelko betrifft, das war der falsche, ich habe die Zahl 15/250 überkopf gelesen, also umgekehrt, 250µF/15V, das war der C134 oder C135, wobei dann bei letzterem auch die Spannung nicht stimmen würde.

Wo ist nun der Ratioelko und damit der Messpunkt, der ist laut Plan außerhalb des Filters?

Freundliche Grüße,
Arnold
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#11
Hallo Arnold,

Ratioelko 250 µF...?

Hier mal ein Schaltplanauszug vom 864:

   

Der Pfeil zeigt auf den Ratioelko. Ist bissel schlecht zu erkennen, sind aber 5 µF.
Die Messpunkte sind auch gut zu erkennen, MP3/MP4.
Wie man sieht, befindet er sich nicht im Filtergehäuse.
Der Ratioelko muss nicht zwingend in der Nähe des Filters sein, mitunter sitzt er gar direkt an der Messleiste/Messpunkten.

Ach ja, meinen Glückwunsch zu dem "Dampfer". Ein Röhrensteuergerät könnte mir auch noch gefallen...  Heart


Viele Grüße,

Axel  Smile
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 Wink
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#12
Hallo Axel,

Stereo-Röhrensteuergeräte sind schon ganz nett, ich habe mittlerweile sechs von verschiedenen Herstellern. Mal überlegen, ob ich da was abgeben möchte. Den Kuba-Imperial hier würde ich ggf zum Kuba-Museum nach Wolfenbüttel geben, wenn die ihn haben wollen.

Im Schaltplan habe ich den Ratioelko natürlich schon gefunden, nur im Gerät nicht und damit auch nicht die Messpunkte im Gerät. Natürlich hat der Ratio nicht 250µF, habe angenommen, dass der Elko, den ich fand bereits gegen 15µF/250V getauscht wurde.

In der Realität sieht das so aus, rechts der Stereodecoder, links davon der Ratiofilter. Darüber in Richtung Tastensatz habe ich mittlerweile auch noch einen stehend eingebauten Elko ausgemacht, der war allerdings schwer zu erkennen, weil er in einer Art Plastikummantelung steckt und man gerade so das Plus-Zeichen sieht. Links daneben geht ein grüner Draht ab, das ist die negative Steuerspannung zur EM84, dort habe ich auch zu wenig gemessen.
   

Sorry für das Fluten mit Oszillin t6, aber die Tastenkontakte machten massive Probleme. ggf. Dusche ich das Chassis mal ab. Die Staubschicht ist jedenfalls älter als der Umbau auf ECL86.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#13
So, der Elko, der da oben zwischen Tastensatz und Ratiofilter ist, hat 5µF/70V und ist in Ordnung, ein Tausch brachte nichts. Zwischen Messpunkt 3 und 4 liegen rund -6V DC an, zu wenig. Ich schließe diesmal einen Fehler aus, weil die Leiterbahnn unten vom Ratiofilter zu den beiden kleinen 8,2k Widerständen gehen und von da an den Elko. Diese Widerstände liegen an der anderen Seite an Masse wie im Plan und haben auch den Wert, den sie haben sollen.

Der FM-Empfang ist in Stereo ohne rauschen....

Freundliche Grüße,
Arnold
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#14
Moin,

Das Radio ist irgendwie ein Kuriosum, die neueren nachträglich untergebauten Netzteilelkos von 1979 sind messtechnisch im Sollwert, jeweils 47µF und der alte Becher-Elko hat zwar nur noch 30/66µF statt 50/100µF, liegt aber mit den neuen zusammen über Schaltplan-Soll und es brummt trotzdem.

Die EM84 zeigt natürlich bei den weiter o.g. Werten nichts an, funktioniert aber in einem anderen Gerät. Es sind auch Verbrauchspuren in der Schicht zu sehen, die auf eine längere Benutzung hindeuten, es wurde aber anscheinend nie voll ausgesteuert. Das wundert mich im Prinzip nicht, denn bei der Schaltung am Ratioelko ergibt sich am magischen Band etwa der halbe Wert von dem an MP3 und MP4 gemessenen Wert, da der Ratioelko keinen Massebezug wie bei vielen anderen Radios hat.

Ich stelle das Gerät somit erst mal zurück, bis mir was besseres einfällt.

Freundliche Grüße,
Arnold
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#15
Hast du auch mal die 4,7nf Kondensatoren die nach Masse gehen überprüft. Zumindest die, die mit dem Leiterzügen verbunden sind. Wenn da einer nicht ganz sauber ist ( Feinschluss gibt es auch bei Folien und Keramik Kondensatoren ), zieht er die Spannung nach unten. Da sind ja genug eingebaut. Den Fehler hatte ich bereits schon öfters in den RFT Radios. Geraden diesen kleinen Piko und Nano Kondensatoren traut man es nicht zu.
Ursache kann auch die Anzeigeröhre sein, auch wenn diese noch ein schönes Leuchtbild hat.
Habe ich bereist auch schon zwei mal so festgestellt.  Hast du da mal eine andere Verwendet ? Meist ist an deren Röhrenfassung ein Widerstand und ein kleiner Kondensator mit verbaut, die sollten auch geprüft werden.

Das sind jetzt nur mal meine Erfahrungswerte die ich selbst gemacht habe. Deshalb schaue ich bei solchen Fehlern immer zuerst dort mit nach.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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