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unbekanntes Gerät mit Röhren vom Sperrmüll
#1
Hallo, im Sperrmüll eines schon sehr lange geschlossenem Elektrohandwerksbetrieb habe ich das nachfolgende 
Gerät gefunden.

Es hat mein Interesse geweckt und ich habe es mitgenommen.
Seht selbst:

   

   

   

   

   

   

   

Bestückt mit Röhren  EZ12,  EF12,  EL12

und  Glimmröhrenstabilisatoren  STR150/40Z   und  STV 100/40Z

Eine Heizgerätesteckdose wie früher an Bügeleisen oder Kochplatten sorgt für die Versorgung mit Netzspannung.
Die Kappe vom Sicherungshalter fehlt.
Eine Glimmlampe zeigt die Netzspannung an.
Ein Netzschalter ist vorhanden.

Ein stämmiger Trafo sorgt für Zweiweg-Spannung am Gleichrichter und Heizspannung für die Röhren.
Nach meinem Ermessen kann der 150 Watt.

In der Frontplatte ist die Achse eines Potis nach außen durchgeführt.

Eingänge für Eingangssignale sind nicht vorhanden.

Die Laborbuchsen rechts liegen an Anzapfungen der Sekundärseite des Anodentrafos der EL 12 und 
dienen wohl der Anpassung an unterschiedliche Lastwiderstände.
Der Kipphebel eines Schalters neben diesen Buchsen ist abgebrochen.

Alles sieht nach professionellem Aufbau aus. Neben den Fassungen ist ins Blech die Bezeichnung der jeweiligen Röhre eingeprägt.

Ein Gehäuse ist nicht vorhanden, das hatte wohl schon einen Besitzer gefunden.

Aus der Leistung der EL 12 und dem übrigen Zubehör halte ich dieses Gerät für einen NF-Generator,
- entweder als Trassensuchgenerator in der Kabelsuche
- oder als  Tongenerator für eine Induktionsschleife
  zur Personenbenachrichtigung in Krankenhäusern, Werksgeländen oder ählich.

Aus dem Material schätze ich das Alter auf Ende der 50-ger bis  Mitte der 60-ger Jahre.

Was meint Ihr dazu? Wer weis was? Wem ist sowas schon mal untergekommen?

Gruß Manfred
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#2
Moin Manfred,

das geht wohl in diese Richtung.

https://www.radiomuseum.org/r/funkwe_erf...yp_26.html

Beste Grüße
Peter
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#3
Hallo Peter,
Volltreffer!
Die Bestückung der Frontplatte ist identisch.
Mein Gerät ist wohl auch nur das Innenleben, die eigentliche Frontblende fehlt.
Hier muß noch eine Zierblende gewesen sein.
Jedenfalls sind die Löcher für die Griffbügel an der selben Stelle wie auf dem Foto.
Die Glimmröhren-Stabi's sind vom Typ her anders, aber sonst passt es.
Trassensuchgenerator der frühen DDR-Produktion.

3,5 Watt sind etwas dürftig für Kabelsuche. Und ich bin aus dem Alter raus.
Was kann man mit dem Teil anstellen? Schlachten?

Gruß Manfred
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#4
Beispielhafte Anwendung sind doch erwähnt

Zitat:Weiterhin ist der Kabelsuchgenerator eine Wechselstromquelle mit fester Frequenz (800 Hz) und hoher Leistung. 
Da der Klirrfaktor des Generators zwischen 2 mW und 2 W unter 5% liegt, kann er als Spannungsquelle bei Klirrfaktormessungen an Vierpolen und überall dort eingesetzt werden, wo durch den Oberwellengehalt der Spannungsquelle Meßwertverfälschungen eintreten könnten, also z.B. bei Spitzenspannungsmessern.
Weitere Anwendugnsmöglichkeiten sind: Meßstromquelle für Brückenschaltungen, Modulationsspannungsquelle für Sender, Pegeltongenerator für Musik- und Sprachübertragungsanlagen.
Die Ausgangsleistung ist bis etwa 3,5 Watt regelbar. 

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#5
Hallo (Reflex-)Kalle,
mit Kabelsuchgeräten kenne ich mich aus, habe einen Generator mit 1 und 10 kHz und 100 Watt Leistung im Besitz.
Da sind 4 x EL 34 drin.
Und bei der zugehörigen Empfängertechnik sind schmahlbandige Filter drin +-20Hz, da liegen 800 Hz weit daneben.

Ich habe dieses Gerät ja beschrieben, noch nicht hergerichtet und nicht auf Funktion geprüft.
Wenn einer Bedarf hat, dann bitte sagen, Postadresse usw.
Sonst würde ich den wieder Richtung Wertstoffhof in Marsch setzen. Eventuell die Röhren zupfen.
Und dran denken: Kein Gehäuse!

Gruß Manfred
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#6
(14.01.2019, 19:32)Grießgram schrieb: Was kann man mit dem Teil anstellen? Schlachten?

Hätte ich noch vor dem Vorstellen gemacht Smiley34
Gruß,
Uli
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#7
Hallo Uli,
ich bin in der Zeit groß geworden als es noch nicht üblich war volle Materialboxen zu nutzen.
Mein erster 0-V-1 war ein Chassis von einem VE 301, Spulen geändert auf Steckspulen Sockel Europaröhren
und Drehko verkürzt durch Festkapazitäten parallel und in Reihe.
80m-Band war was tolles und AM war Standard.
Darum habe ich Respekt vor der Leistung der Vorväter und schlachte nicht so schnell ein Gerät.
Und selbst für dieses hier wurde Interesse bekundet.
Darum wird es nicht geschlachtet sondern wird verschenkt.
Eine Materialreserve stellt das Gerät schon dar, stammt es doch aus der Zeit ab 1954 und hätte als Organspender für Bedürftige dienen können.
So ist ihm eventuell ein verlängertes Leben möglich.
Gruß Manfred
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#8
Ist doch okay! Ich musste auch noch jeden Morgen die 2km zum Brunnen..
Nee, natürlich Unsinn!
Wenn das Ding wirklich noch jemanden glücklich macht: Perfekt!
Hätte dann auch ich lieber hergegeben als geschlachtet - die Teile würden ohnehin in einer Kiste landen, in der schon mehr ist, als ich im Leben werde verbasteln können oder wollen. Und DAS Teil, das man gerade sucht, das hat man ohnehin nicht. Bzw in der Vorwoche in den Müll gegeben....
Insofern: Alles richtig gemacht Smiley20
Gruß,
Uli
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#9
Hallo Manfred,

ich kann dir nur beipflichten. Was haben wir in jungen Jahren für unsere Bedürfnisse für Ersatzteile gesucht. Was hätte ich mich seinerzeit über dieses Gerät als z. B. Netzteil für meine ersten Sendeversuche gefreut. Auch ich habe letzte Nacht sinniert, kannst Du das evtl. gebrauchen. Ich hatte mich aber anders entschieden, weil ich auch alles aufhebe. Ich konnte schon vielen Radiofreunden mit gehorteten Ersatzteilen weiter helfen.

Insofern - gut gemacht mit der Weitergabe. Dem Uli, übrigens habe ich auch mal ein riesiges und schweres Verstärkerteil mit ins Saarland geschafft.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#10
Ich sehe mich noch als Kind/Jugendlicher alles öffnen, was irgendwie technisch war.
Fernseher usw, die am Strassenrand auf die Müllabfuhr warteten, wurden entweder vor Ort der Rückwand beraubt und Röhren, aber auch Das Chassis entnommen. Später dann sind wir mit mehreren Jungs Richtung Müllkippe gewandert und haben dort Platinen aus Geräten mitgenommen, Widerstände etc. dann zuhause abgepitscht, noch später besaßen wir den ersten Lötkolben und haben die Bauteile der Platinen "fachgerecht" ausgelötet. Alles wurde penibel sortiert, Widerstände landeten komplett alle in eine Kiste, Dioden etc. ebenfalls. Es gab also je eine Kiste, meist war es ein Schuhkarton, für Widerstände, Dioden, Kondensatoren usw.

Wurde ein Widerstand benötigt, kippten wir die ganze Kiste auf den Tisch und suchten die Farbringe ab.
Begleitet wurde das Ganze mit dem ELV-Journal.
Meinen ersten Bausatz kaufte ich damals bei ELV und war stolz wie Oskar.

Elektronik ist, wenn es pfeift, hupt und leuchtet.
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#11
Sowas eher Seltenes schlachtet man nicht oder überlässt es den Entsorgern, wenn man wenigstens noch den Platz zum Einlagern hat. Wenn nicht, dann findet sich vielleicht ein passendes Museum, was sowas gerne gut als Zeitzeuge aufbewahrt. Gerade von seltener RFT bzw. DDR Technik ist nach der Wende sehr vieles unwiederbringlich und unüberlegt vernichtet worden.

Nichtmal rm.org hat bisher authentische Bilder eines real existierenden Gerätes davon (gefunden).

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#12
Hallo,

ein seltener Fund in der Tat ,

echt zu schade es zu entsorgen, schlachten...
Vielleicht gibt es einen Sammler dafür, denn es ist immerhin ein Zeitzeuge.

In meiner alten Wirkungsstätte in Leipzig hätte ich dem Teil Asyl gewährt.
Dort waren u. a. Klirrfaktormessbrücke, AM Generator 139, SO 86 usw.
Hier wollte ich gar nicht mehr, aber dank diesem feinen Forum kommt wieder etwas Gier auf.

In Grenzen komme ich wieder gut klar.
Gruß vom Jürgen

Kaum macht man es richtig, schon gehts.

P.S.
für Dateiaustausch bitte an  jermel[at]gmx.net senden.
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#13
Hallo, mit dem Rollator noch mal am Fundort gewesen. Smiley57

Alles durchsucht was noch da war. Die Jungs sind ungemein schnell.
Kein Gehäuse zu sehen gewesen. 
Und die Entkerner / Beräumer haben mir glaubhaft versichert kein Gehäuse gesehen zu haben.

Schrottcontainer durchwühlt, fündig geworden, aber nur zum Teil.

Die Frontplatte war noch da, aber schon geplündert. Alle kleinen Schildchen ab.
Kleine Schrauben, M2, das macht kein Bauarbeiter. Das war schon vorher.

Ich schließe daraus: Es hat schon früher jemand ein Gehäuse gebraucht.

   

Gruß Manfred
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#14
(15.01.2019, 10:13)Andreas_P schrieb: Insofern - gut gemacht mit der Weitergabe. Dem Uli, übrigens habe ich auch mal ein riesiges und schweres Verstärkerteil mit ins Saarland geschafft.

Ja sag ich doch, alles richtig gemacht. Und das mit dem alles zerlegen, Widerstände auslöten und beim basteln aus der "Kruschtkiste" suchen war bis vor ein paar Jahren noch aktuell...

Der ELA Verstärker, richtig! Das Chassis steht hier auch noch rum und ist mir nach ein paar Versuchen und Gedanken viel zu riesig und sperrig - und letztendlich auch unbrauchbar im Sinne von "benutzen/einsetzen". Der war ja - warum auch immer - noch in eine riesen Eisenkiste eingebaut, die ist mittlerweile weg.
Aber wenn jemand (ein Selbstabholer!!!) das Ding als Ersatzteilspender haben möchte, dann biete ich das hiermit an! Vom Bild her müsste es der ELA V311 sein. Nur Chassis, Gehäuse hat gefehlt, viele Anschlüsse wurden nach aussen verlegt und enden jetzt leer usw.
Also wirklich reiner Ersatzteilträger oder evtl Basis für eine eigene Bastelei (dafür war er geplant, wurde aber von mir als "wahnsinnig" verworfen)
Gruß,
Uli
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#15
Hi Uli,

schöne Teilebasis (zumindest Netztrafo und Ausgangsübertrager) für einen Gegentakt-Verstärker mit preiswerten GU-72 statt der teuren EL156!!!

Ne, will ich nicht haben, hätte ich nur gerne. Aber bringt vielleicht andere auf den richtigen Weg.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#16
BEDINGT richtig, Kalle.
Kommt natürlich erschwerend dazu, daß das ein 100V AÜ ist, sprich, man muss da auch wieder weiter transformieren...
Plus: Mit 20 fand ich 100W Röhrenamps furchtbar spannend - jetzt weiß ich, daß 2x 2 EL84 für alles, was ich in diesem Leben noch vor habe, mehr als ausreichend sind Wink
Gruß,
Uli
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#17
(14.01.2019, 22:42)Grießgram schrieb: Hallo (Reflex-)Kalle,
mit Kabelsuchgeräten kenne ich mich aus, habe einen Generator mit 1 und 10 kHz und 100 Watt Leistung im Besitz.
Da sind 4 x EL 34 drin.
Und bei der zugehörigen Empfängertechnik sind schmahlbandige Filter drin +-20Hz, da liegen 800 Hz weit daneben.

Ich habe dieses Gerät ja beschrieben, noch nicht hergerichtet und nicht auf Funktion geprüft.
Wenn einer Bedarf hat, dann bitte sagen, Postadresse usw.
Sonst würde ich den wieder Richtung Wertstoffhof in Marsch setzen. Eventuell die Röhren zupfen.
Und dran denken: Kein Gehäuse!

Gruß Manfred

Hallo Manfred,

ich würde mal Interesse an melden! Weißt du, wie viel der Versand in etwa kosten würde?

Gruß Micha
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#18
@Micha, das Gerät hat gleich nach seiner Vorstellung hier im Forum einen neuen Besitzer gefunden und ist von der Post auch schon zugestellt worden.

Ich glaube wir können hier abschließen. Ich habe das Gerät nicht weiter auf Funktion geprüft.
Eventuell geben wir dem neuen Besitzer etwas Zeit und es kommt doch noch ein Beitrag.

Gruß Manfred
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