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Kassettengerät Philips EL3302
#1
Hallo,

ich möchte hier ein sehr frühes Kassettengerät von Philips vorstellen. Es handelt sich um ein vergleichsweise schweres Gerät mit Ganzmetallchassis, schwerer Schwungmasse und bereits elektronisch geregeltem Gleichstrommotor. Löschung und Vormagnetisierung erfolgen mit Hochfrequenz (im Gegensatz zu späteren Billigkassettengeräten, die mit Permagnentmagnet gelöscht und/oder mit Gleichstrom gelöscht und vormagnetisiert haben). Die Aussteuerung erfolgt ausschließlich manuell. Es ist ausschließlich für Normalbandkassetten (Typ I - FE2O3) geeignet.
Ich habe das Gerät in einem vergleichsweise guten Zustand bekommen, die in Teer übergegegangene Antriebspese weggewaschen, die Mechanik gereinigt, wo nötig geölt, die Rutschkupplung für den Aufwickeldorn durch leichtes Aufrauhen einer Kunststoffläche so eingestellt, daß die Aufwickelkraft laut Meßkassette genau der Norm entspricht. Das Gerät ist technisch in perfektem Zustand.
   
   
   
   
   

... wird fortgesetzt ...
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#2
Das Gerät wird mit einem einzigen Hebel bedient. Wird er nach links oder rechts betätigt, spult das Band, nach vorn geschoben wird wiedergegeben oder aufgenommen (bei gleichzeitig gedrückter Aufnahmetaste) und Zurückziehen stoppt die Wiedergabe/Aufnahme.
   
Mein Hauptproblem ist, daß die Tasche aus Kunstleder (?) völlig verhärtet ist und beginnt an manchen Stellen zu brechen. Ich habe es (nach Empfehlung durch einen Freund) mit Glyzerin versucht, das Material weich zu bekommen - leider ohne Erfolg. Für jeden Tip bin ich dankbar. Im folgenden Bild ist das gut zu sehen:
   
Ansonsten mag ich diese einfachen, solide konstruierten Geräte sehr.

Fehlen tut mir noch, wie oben zu sehen ist, das Typenschildchen von Philips. Wenn ich keines bekommme, versuche ich es vielleicht (erstmal) mit einem Ausdruck auf festem Papier, das man ggf. später wieder entfernen kann.

Viele Grüße

Ingo.
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#3
Moin moin,
zumindest die Mechanik dieses Philips, d.h. die mechanische Bedienung stand wohl Pate beim ersten DDR/RFT_Kassettenrecorder KT 100
Siehe hier: https://www.radiomuseum.org/r/stern_sonn...t_100.html
Und die ersten, wohl nur wenige tausend Geräte hatte eine gegenläufige zweite Schwungmasse, wodurch der Gleichlauf exzellent war.
Ich kann mich da nur an einen KT100 mit doppeltem Schwungrad erinnern, der Rest war dann wie üblich, in der unteren Preisklasse, mit nur einem Schwungrad verbaut.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#4
Hallo Harry,

ja ein KT100 wartet bei mir auch noch auf Aufarbeitung. Als ich vor vielen Jahren mal eines repariert habe, habe ich gestaunt über den Aufwand, den man beim ersten DDR-Kassettengerät gemacht hat. Da lief der Schieber, auf dem die Köpfe und die Andruckrolle sitzen auf Kügelchen auf dem darunterliegenden Blech des stabilen Chasis. Ich freue mich schon auf dieses Gerät.

Gruß

Ingo
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#5
Hallo, Ingo,
Das ist mein erster Kassetenrekorder, den ich 1971 geschenkt bekommen habe. Wie viele Male habe ich den Hebel gelötet,erinnere mich nicht mehr. Das erste Lied das ich mit ihm aufgenommen habe war Nights in White Satin von Moody Blues. Ich erinnere mich als es gestern war.
Irgendwann wollte er nicht mehr. Heute habe ich als Erinnerung nur einen der Knöpfe. Finde es auf Flohmarkt, werde es kaufen - mit d e m Alter wird man nostalgischer, leider Smile
Danke fürs Zeigen.
Gruß!
Ivan
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#6
Hallo Ivan,

ich habe dieses Gerät irgendwann mal bekommen - weiß nicht mehr von wem. Es landete im Lager und vor einem Jahr habe ich dann entdeckt, was ich da für einen kleinen Schatz (aus meiner Sicht) habe. Seit ich als Kind den "Tonmeister", ein frühes 2-Spur-Tonbandgerät mit 19,05 cm/s, von meinem Vater bekommen habe, hat mich Tonaufzeichnungstechnik fasziniert. Mein erstes Kassettengerät habe ich von einem Freund bekommen. Es handelte sich um ein sehr einfaches, tastenbedientes Gerät mit Gleichstromlöschung und -vormagnetisierung. Ich habe es später auf HF-Vormagnetisierung umgebaut und damit die Aufzeichnung hoher Frequenzen und das Rauschverhalten erheblich verbessert.
Jetzt besitze ich einige sehr einfache Kassettengeräte ebenso wie hochwertige und noch etwa 10 Tonbandgeräte, von denen längerfristig einige abgegeben werden müssen, um Platz zu schaffen.

Gruß Ingo.
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#7
Ja, Ingo,
Es waren Zeiten... ich habe immer noch meinen Unitra ZK245 - Grundig Lizenz zu Hause. Und meine Frau hat mir als “Mitgift“ einen russischen Jupiter gebracht, der war modern, weil stehend, ich habe ihn nie gemocht. War viel zu schwer und irgend wie dachte ich war der Unitra klanglich besser. Die beiden Geräte habe ich noch, der Philips leider nicht.
Gruß!
Ivan
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#8
Hallo Ingo,
dieses Teil habe ich auch noch und das in einem Top-Zustand,
natürlich bis auf den Antriebsriemen.
Der klebte am Schwungrad.
Wo bekommt man denn einen neuen her?

Viele Grüße,
Rolf
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#9
Hallo Ingo,

diese Rekorder waren in den 70er und 80er Jahren der ganze Stolz eines jeden Kindes und Jugendlichen, alles andere war ja auch nicht erschwinglich.
Sie wurden gehütet wie sonst was und Samstags wurden Leerkassetten eingelegt, denn da gab es auf Radio Luxemburg die Hitparade und es wurde fleißig mitgeschnitten.

Blöd war immer nur, wenn der Moderator in die Musik hinein quaselte, dann hieß es, auf Anfang zurückspulen und auf das nächste Stück warten.
„Segelnd auf weindunklem Meer hin zu Menschen anderer Sprache“

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#10
Hallo Rolf,

Antriebsriemen für diesen Kassettenrecorder gab es bei Amazon. Dort sind sie momentan ausverkauft. Ansonsten gibt es sie für etwa 10 bis 15 Euro bei verschiedenen Ebayanbietern.

Gruß Ingo.
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#11
Danke Ingo,
da werde ich mal schauen...

Gruß,
Rolf
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#12
(14.03.2019, 10:36)Pitterchen schrieb: Sie wurden gehütet wie sonst was und Samstags wurden Leerkassetten eingelegt, denn da gab es auf Radio Luxemburg die Hitparade und es wurde fleißig mitgeschnitten.
Genau so war es!
Gruß!
Ivan
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#13
Hallo

Vorn links unterm Chassis ist ein kleines Trimmpoti.Da kann man die Geschwindigkeit nachregeln.Falls mal nötig.

Gruß
Roman
Auf das uns UKW noch lange erhalten bleibt Angel .
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#14
Hallo Ingo,

ja solch einen ähnlichen Recorder hatte ich damals auch zur Konfirmation bekommen. Im Gegensatz zu den damals erhältlichen Radiorecordern mit Aufnahmeautomatic, hatten diese Teile hier eine manuelle Aussteuerung. Man mußte mit dem Lautstärkenregler die Aufnahme aussteuern. Der rote Zeiger durfte das grüne Feld möglichst nicht verlassen. Nur bei sprunghaft lauten Stellen durfte er kurzfristig mal ins Rote kommen. Das Schöne an der Aussteuerung war, man konnte die Aufnahme am Ende ausblenden. Bei den Automaticgeräten waren die Musiken ohne Pause hintereinander gespielt.

Ich hatte mir damals meinen ersten UKW-Sender daran gebaut. Das war ein Prüfsendermodul von Arlt in Berlin. Das Ding kam schon einige Häuser weit.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#15
Meiner hatte einen roten und einen schwarzen Regler.Einer für die Aussteuerung und einer für die Lautstärke.

Grüße
Roman
Auf das uns UKW noch lange erhalten bleibt Angel .
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