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VHS-Kassetten reparieren?
#1
Hallo zusammen,
ich habe mal eine Frage. Zur Zeit bin (oder besser war) ich dabei, einige uralte selbstgefilmte VHS-Kassetten zu digitalisieren. Ein paar davon hat mein alter Sony auch noch ohne Murren hinbekommen, danach hat er mir aber zwei Kassetten gnadenlos mit Bandsalat zerstört. Die Kassetten waren nur noch durch pure Gewalt zu entfernen. Dabei ist bei einer das Band sehr verknittert und bei der zweiten sogar das Band gerissen.
Ich habe früher Musikkassetten (MC) erfolgreich mit Papierklebestifte geflickt. Das hält bis heute! Würde das eventuell auch bei den VHS Kassetten funktionieren? Die Fehler sind ja jeweils am Anfang der Bänder, ich würde also, wenn ich das zerknitterte rausschneide, nur ein paar Minuten verlieren.

Gruß... Hotte
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#2
Wenn Du den Bandanfang komplett herausschneidest, dann kannst das Band doch auch einfach mit Tesafilm auf die Rolle kleben? Ansonsten - mit ein wenig Glück zeigen auch die zerknitterten Stellen noch ein (zerknittertes) Bild. Also die ungerissene Kassette würde ich einfach so nochmal probieren - evtl aber nicht mehr mit diesem Sony Rekorder?
Gruß,
Uli
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#3
Hallo Hotte,

ich habe diese verknitterten Stellen früher rausgeschnitten, die Enden schräg geschnitten und mit einem Streifen Tesafilm wieder verwunden. Der Tesastreifen natürlich auf der Innenseite. Die zwei Enden können gerne 1 mm überlappen. Wenn das Band zu sehr zerknittert ist besteht die Gefahr, dass das Band sich an der Kopftrommel verfängt und die Köpfe dabei beschädigt werden.

Gruß
Oliver
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#4
Guten Abend 

Früher gab es doch Klebeband ( Hersteller war glaube ich Dual ) extra für Tonbandkassetten , das war eine ziemlich dünne weisse Folie , evtl. funktioniert das ja auch bei VHS-Kassetten ?
mit freundlichen Gruss

Uli

Erzähle es mir – und ich werde es vergessen.
Zeige es mir – und ich werde mich erinnern.
Lass es mich tun - und ich werde es behalten.

(Konfuzius)
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#5
Hotte, meld dich mal bei Hardy, der ist da Spezialist in Sachen Rekorder
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#6
Hallo

Unbedingt die durchsichtigen Bandanfangs und Endfolien im Wickel lassen und das Magnetband mit Tesa dort ankleben. Die meisten Videorecorder haben Lichtschranken und stoppen dadurch am Bandanfang/Bandende.
Irgendwo in der Mitte sollte man das Band nicht zusammenkleben, da die rotierenden Köpfe beschädigt werden können. Besser ist es eine unbedeutende Kassette zu opfern um eine 2. Kassette mit den wichtigen Aufnahmen zu machen.

MfG. Dietmar
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#7
(19.03.2019, 20:34)Hotte schrieb: Die Kassetten waren nur noch durch pure Gewalt zu entfernen.
Das verstehe ich nicht - schon garnicht bei einer zweiten Kassette, wenn schon eine beschädigt wurde. ... tut mir fast körperlich weh, wenn ich das lese ...
Rohe Gewalt habe ich noch nie gebraucht um eine Kassette aus einem Viedeorecorder zu entfernen. Wenn man sich mit der Mechanik des Gerätes beschäftigt, ist das nicht nötig.

Gruß Ingo.
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#8
Mohoin,

die kannst du kleben, aber streng auf Stoß - sonst reißt es die Videoköpfe ab. Es kann allerdings passieren, dass dass der Recorder vor und nach der Stelle einfach stehenbleibt und einen Fehler meldet - das muss wohl was mit dem 25Hz Cue Signal zu tun haben. Dann musst du bis ran spielen - die Stelle per Hand weiterspulen und dann den Schluss abspielen.

Es ist sicher auch nicht verkehrt die Kassette nach dem Kleben zurückzuspulen, und so 1-2 Tage liegen zu lassen, damit der Wickel selbst die Stelle wieder etwas glatter macht. 

Auf jeden Fall würde ich irgend ne alte Schraddelkassette nehmen und erstmal nen Test machen. Wenn die Mechanik nicht mehr wie vorgesehen arbeitet, werden so keine weiteren Aufnahmen zerstört. Gerade wenn du mit Gewalt das Band rausgerissen hast kann / wird die Mechanik nicht mehr in der vorgesehenen Lage sein.

Thommi
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#9
(19.03.2019, 23:15)ingo schrieb:
(19.03.2019, 20:34)Hotte schrieb: Die Kassetten waren nur noch durch pure Gewalt zu entfernen.
Das verstehe ich nicht - schon garnicht bei einer zweiten Kassette, wenn schon eine beschädigt wurde. ... tut mir fast körperlich weh, wenn ich das lese ...

Bei der ersten Kassette wusste ich ja noch nichts vom Defekt des Rekorders. Ich bin davon ausgegangen das einfach die Kassette nach über 20 Jahren Ihren Dienst verweigert hat. Vorher hat der Rekorder ja einige perfekt abgespielt, also kein Hinweis auf "Rekorder defekt".
Durch den Bandsalat kam die Kassette aber auch nicht mehr ganz raus, es fehlten ein paar Millimeter. Mit sanfter Gewalt konnte ich sie dann doch entnehmen. Wie gesagt, ich ging von einem Kassettenfehler aus, der Rekorder hatte ja bisher einwandfrei funktioniert!
Erst nach dem Einlegen der nächsten Kassette war es klar: Beim Einlegen ein lautes Knirschen, ein Klacken und die Kassette kam wieder halb heraus. Diese war dann dann nur durch pure Gewalt zu entfernen. Das Band war schon gerissen und hatte sich im Rekorder mehrfach verheddert.

Von einem Bekannten weiß ich nun mittlerweile das es bei meinem Sony-Modell einen Standardfehler gibt. Ein Plastikteil der Bandführung wird irgendwann brüchig und dann passiert genau das! Das defekte Teil habe ich mittlerweile auch gefunden, es lag irgendwo unter dem Laufwerk.

Aber ich bekomme ja von unserem Frikkler einen anderen Rekorder. Somit wird alles gut und ich kann auch noch die restlichen selbst gefilmten Kassetten digitalisieren.

Gruß... Hotte
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#10
(20.03.2019, 15:32)Thommi schrieb: die kannst du kleben, aber streng auf Stoß - sonst reißt es die Videoköpfe ab. Es kann allerdings passieren, dass dass der Recorder vor und nach der Stelle einfach stehenbleibt und einen Fehler meldet - das muss wohl was mit dem 25Hz Cue Signal zu tun haben. Dann musst du bis ran spielen - die Stelle per Hand weiterspulen und dann den Schluss abspielen.

Du meinst echt auf Stoß und mit Thesafilm? Irgendwie sträubt sich bei "Thesafilm" etwas in mir..... mag ein Vorurteil sein, aber ich halte das nicht für flexibel genug.
Mein Plan war eher folgender (auf Basis der erfolgreich geklebten MC´s!):
Ich beachte die Rotationsrichtung der Kopftrommel. Das Band würde ich also leicht überlappend kleben, und zwar so, das der "untere" Teil entgegen der Rotationsrichtung läuft. .......... Bißchen blöde zu beschreiben was ich meine. :-) Eigentlich halt so, das die rotierende Kopftrommel nicht auf ein "oben" aufliegendes geklebtes etwas stößt. Pf... Ich hätte nie gedacht das mir für so etwas mal die erklärenden Worte fehlen. :-)

Gruß... Hotte
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#11
Hallo Leute,
bevor noch weitere "russische" Lösungsvorschläge für das Kleben von VHS- Videobändern, und Magnetbändern allgemein hier eintrudeln, möchte ich euch ein Klebeset vorstellen, das es mal zu VHS- Hochzeiten im Fachhandel gab. Ich nutze es noch heute, wenn mal ein Malheur beim Digitalisieren passiert. Zur Zeit wüßte ich nicht, wo es das noch zu kaufen gibt, aber vielleicht taucht es mal in den einschlägigen Onlineportalen auf, oder man erhält die Bestandteile in einschlägigen Fachshops einzeln.
Hier das komplette Set:

   

Eines der wichtigsten Utensilien sind die Baumwollhandschuhe. Sie verhindern vor allem ein Verbringen von Fingerfett auf das Band. Ein Fingerabdruck, oder ein sonstiger fettiger Film bewirkt sofort ein Kleben des Bandes auf der sich schnell drehenden Videokopftrommel und deren augenblicklicher Anschmutzung. Also niemals ein Videoband mit bloßen Fingern anfassen! Auch sollte man peinlichst darauf achten, dass sich auf den miteinander zu verklebenden Bandteilen kein Fett oder Öl vom Recorderlaufwerk befindet. Irgendwelches Abwischen mit Alkohol o.ä. bewirkt nicht viel, also immer abschneiden, um wenigstens den Rest des Bandes noch zu retten. 2,41cm Band entsprechen bei VHS SP (Standardplay) lediglich 1s Aufzeichnungszeit, meist kann man den Verlust verschmerzen.

   

Des Weiteren beinhaltet das Set eine Klebelade mit durchsichtigem Oberteil aus Polystyrol. Beide Teile sind deswegen aus Kunststoff, damit das zu klebende Magnetband sich statisch auflädt und in der Bandführung "kleben" bleibt. Der Moosgummi im Oberteil verhindern beim Schneiden, dass die Bandenden verrutschen. Der Cut- Winkel ist etwa 30°. Mit einer Rasierklinge oder einem dünnen Skalpell werden nun beide Bandenden, die reichlich überlappt bis zum "gesunden" Material in die Lade eingelegt wurden, gleichzeitig abgeschnitten. Mit dem beiliegenden, nur 15µm dicken und 1/2" breiten Klebeband werden die Bandenden auf Stoß (!) auf der Trägerseite, also der Seite, die zur Kassette hin zeigt, miteinander verklebt. Die Kleberschicht ist bei diesem Spezialklebeband so dünn, dass sich selbst bei einem kleinen Stoßzwischenraum zwischen den Bandenden kein Kleber auf die Kopftrommel verirrt.
TESA- Film eignet sich nicht zum Kleben von Videobändern. Er ist, wie schon mehrfach geschrieben, zu dick. Da es wahrscheinlich nie exakt gelingt, diesen Film so in seiner Breite abzuschneiden, dass kein klebender Film über die Bandkante hinausragt, ist das Kleben des Bandes auf der Kopftrommel an dieser Stelle schon vorprogrammiert.

Edit: Noch eine Ergänzung. Eine Überlappung der Bandenden muß unbedingt vermieden werden, da entweder bei "CUE" oder "REVIEW", also Bandsuchlauf mit Bild, die Videoköpfe gegen das Bandende hakeln!
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#12
Hallo Hotte und Wolfram,

es schein ein ähnliches Kit noch zu geben. Wenn es einem mit Porto knapp 26 Euro wert ist, könnte man hier zuschlagen.

Es ist halt die Frage, ob der Kleber des beiliegenden Klebebandes noch nicht eingetrocknet ist...

Gruß Ingo.
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#13
Hallo Ingo,
26€ incl. Porto sind ein guter Preis dafür, dass man sonst unwiederbringliche Schätzchen verliert. Ich habe mein Set ca. 1995 gekauft und der Kleber ist immer noch aktiv. Ich habe es gerade mal ausprobiert.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#14
(21.03.2019, 11:13)scotty schrieb: 26€ incl. Porto sind ein guter Preis dafür, dass man sonst unwiederbringliche Schätzchen verliert.

Hallo Ingo und Scotty,
ich habe mir jetzt das Reparaturset aus dem Link vom Ingo bestellt. Vielen Dank dafür, lieber Ingo!
Scotty hat natürlich Recht. Die Aufnahmen sind nicht zu ersetzen. Es handelt sich dabei ausschließlich um selbst gefilmte Familiengeschichten. Es ist schon ein tolles Gefühl wenn man den Enkeln die Taufe der Eltern zeigen kann. Ich hätte halt nur viel früher mit dem digitalisieren anfangen müssen, dann hätte ich jetzt nicht das Problem gehabt. Smiley19 Mit dem weiteren digitalisieren warte ich bis ich den Reorder vom Frikkler übernommen habe. Ich habe zwar das Plastikteil wieder in meinem Sony eingeklebt und er funktioniert auch, aber ich traue dem Teil nicht mehr über den Weg. :-)

Gruß aus Duisburg... Hotte
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#15
Soweit ich das noch in Erinnerung habe, soll man auf keinen Fall Knitterbänder einlegen, weil es dann statische Aufladungen gibt, wenn das Band am Kopf vorbei rauscht.
„Segelnd auf weindunklem Meer hin zu Menschen anderer Sprache“

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#16
Vielleicht kann man mit Wärme das Band wieder glatt bügeln, in dem man die Stellen zwischen zwei Lagen Papier legt und mit dem Bügeleisen drüber fährt. Dabei vielleicht mit der Temperatur von unten nach oben herantasten.
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#17
Zerknitterte Bandabschnitte sind absolut unbrauchbar. Das "Glattbügeln", mit welchen Mitteln auch immer, funktioniert bei diesen Bändern von nur wenigen µm dicke NICHT!!! Die Knitter bewirken, dass der Kontakt zwischen Band und rotierendem Videokopf verloren geht. Die Signale vieler Zeilen, die ja schräg auf das Band geschrieben werden, sind unlesbar, sodaß Störstreifen auftreten und ganze Bilder bei fehlerhafter Synchronisation in sich zusammen fallen. Lieber auf wenige Sekunden verzichten, als immer längere Bandabscnitte in die Tonne zu kloppen.

@ Pitterchen,
die Knitterbänder laden sich nicht mehr als intakte Bandabschnitte auf, aber durch geringste Spuren von Schmutz, Öl, Fett, u.ä. aus dem Laufwerk von außerhalb der Bandführungen neigen die Knitterlinge sofort zum Kleben an der rotierenden Kopftrommel und dann wird's erst richtig heftig mit dem Knitterlametta.

Übrigens, mir tun solche "verlorenen" Bänder auch leid. Ich verwalte und digitalisiere das Videoarchiv unseres von 1991 bis 2015 tätigen Ortsfernsehstudios, wenn Anfragen nach bestimmten Mitschnitten und Ereignissen an mich heran getragen werden.
Das Bandarchiv umfaßt ca. 120 Stück Professional S-VHS- Archivbänder mit je 120min und 240min Aufzeichnungsdauer, ca. 200 Mini- DV Kamera- Kassetten mit je 60min, 20 Standard- DV Archivkassetten mit je 184min, sowie 25 Kamerakassetten Betacam-SP mit je 30 min Aufzeichnungsdauer.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#18
@ Scotty,

danke für die Aufklärung.
Wieder ein Ammenmärchen ad acta gelegt.
„Segelnd auf weindunklem Meer hin zu Menschen anderer Sprache“

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