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Alibi Nota Anrufbeantworter
#1
Hallo zusammen,

ich möchte euch heute mal einen der ersten,damals von der Post zugelassenen Anrufbeantworter von 1968 vorstellen.
Anfangs der 70er Jahre war ein Anrufbeantworter noch eine Seltenheit und viele Anrufer legten erschreckt auf,wenn sich am anderen Ende der Leitung ein Anrufbeantworter meldete.

Auch die Post reagierte damals mit überpedantischen Regulierungen,die die Fa. Zettler irgendwie offiziell zu umgehen suchte.
Die strengen Vorschriften erlaubten es privaten Nutzern nicht,Steuersignale jeglicher Art über das öffentliche Telefonnetz zu senden.

Mein Alibi Nota stand bis jetzt etliche Jahre im Keller und wurde früher in einer Molkerei zur Bestellungsaufnahme außerhalb der Öffnungszeiten eingesetzt.
Ich hatte jetzt endlich mal Zeit,mir das Gerät einmal genauer anzusehen.
Nachdem die Tastatur wieder gangbar gemacht wurde (Verharzung und Kontaktprobleme),kam der erste Probelauf.
Das Gerät funktionierte auf Anhieb und ich konnte ein altes Band von 1975 wieder abhören.
Nur bei der Kassette mit der Endlosschleife des Meldetextes klappte es nicht.
Scheinbar muß das Ganze mit einer Telefonanlage verbunden sein.

Leider habe ich weder einen Schaltplan noch eine Bed.-Anleitung und im Netz ist auch so gut wie nichts zu finden.
Daher würde ich mich über etwaige Unterlagen sehr freuen.

Vom Aufbau her ist der Anrufbeantworter wie für die Ewigkeit gemacht (massive Blechteile,aber alles leicht zugänglich,mit 16kg aber sehr schwer).
Das Gerät ist vorwiegend noch mit alter Relais-und Transistor-Technik aufgebaut (22 Relais).
Die 2 Bandteller besitzen je einen eigenen Motor und ein dritter Motor treibt die Meldetext-Kassette an.

Ab 1972 gab es auch noch einen Alibinota FL mit Fernabfrage und Fernlöschung.

Hier noch ein paar Daten und Bilder:

Hersteller: Alois Zettler G.m.b.H. München
Typ: Anrufbeantworter
Modell: Alibinota
Baujahr: 1968
Fabr.Nr.: 1466
Stromversorgung: 220V 50Hz
Gehäuse: Metall
Abmessungen: 400x160x300
Gewicht: 16kg
Lautsprecher: PDyn
Stromverbrauch: Bereitschaft/Betrieb 10/50Watt
Aufnahmekapazität: je nach Band 3-6h
Meldetext: je nach Kassette 30-60s
Bandgeschwindigkeit: 2,4cm/s
Anschlüsse: Meldetext-Mikrofon,Diktier-Mikrofon,Fußschalter,Kopfhörer
Preis: 1600DM
Sonstiges: mit sprachgesteuerter Aufzeichnung d.h. der Anrufer kann sprechen solange er will.
                         Die Sprechzeit für den Anrufer läßt sich jedoch auch begrenzen (enstellbar zw. 20s und 6min).
                         Das Gerät kann auch als Nur-Beantworter,Diktiergerät oder zum Mitschneiden von Telefongesprächen verwendet werden.


   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

Herzliche Grüße
Robert
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#2
Spulenmotoren: Sind das Pabst-Motoren ? ---> a la Revox/Studer
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#3
Hallo Tom,

Du hast mit Deiner Annahme recht.
Wie dem Bild zu entnehmen ist,sind die beiden Motoren nach dem 'System Pabst'.

   

Herzliche Grüße
Robert
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#4
Hallo Robert,

sehr interessantes und schönes Gerät, welches Du uns hier vorstellst.

1984 hatte ich den Anrufbeantworter 386SC von Compur in Verbindung mit dem Swissphone Eurosignal RE-280/4.

http://www.oebl.de/Eurosignal/Geraete/Co...UR386.html

http://www.oebl.de/Eurosignal/Geraete/Sw...RE280.html

Der Anrufbeantworter kostete damals schlappe 3.300.-DM und musste auf das Eurosignal von der Deutschen Bundespost programmiert werden.

Das Eurosignal musste ebenfalls von der Deutschen Bundespost freigeschaltet werden. Hierzu wurde es geöffnet und ein zuvor programmierter Chip eingesetzt.

Für das Eurosignal zahlte ich damals mal eben 2.200.-DM
Dazu gab es dann von der Post eine Lizenz für das Eurosignal.

War ich als Techniker unterwegs und ein Kunde sprach in meiner Werkstatt auf den AB, so wählte dieser anschliessend mein Eurosignal an.


Mit dem Autotelefon (C-Netz) konnte ich mittels der Fernabfrage mein Band abhören und den Kunden direkt anfahren, ohne erst wieder in meine Werkstatt zu müssen.

Ein sehr teurer Spaß, aber sparte mir über Jahre hinweg unglaublich viel Zeit und Geld.
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#5
Hallo zusammen,

da ich mit den Telekommunikations-Anschlüßen nicht so vertraut bin,aber den Meldetext doch gerne mal abhören möchte,hier mal das Anschlußkabel mit den Farben (weiß,braun,grün,gelb).
Weiß jemand zufällig,wie man sowas realisieren könnte ohne in postalische Anschlüße einzugreifen.

Wenn ich auf die Adern weiß (La1) und braun (Lb1) eine Spannung von ca.30V gebe,startet die Meldetext-Kassette, bleibt in Selbsthaltung und stoppt auch nach den angegebenen 30s.
Soweit funktioniert auch alles,nur wie kann ich,wenn überhaupt,den Text abhören?

Hier ein Bild vom Anschlußkabel.

   

Herzliche Grüße
Robert
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#6
Hallo,
klar kann man den Ansagetext abhören, sogar aufnehmen kann man ihn (wie käme er sonst darauf?).
Ich hab lange Jahre einen Alibicord benutzt, mit Cassette zur Nachrichtenaufzeichnung, da gab es eine Stellung "Ansagetext", und dann eine Taste gedrückt, und der Text lief; ganz ohne Telefonanschluß.
Hier eventuell Taste 8 ?
Eine Anleitung und Service-Unterlagen gibt es hier:
https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/An...3%B6schung

Viele Grüße Michael
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#7
Hallo Michael,

vielen Dank für den Link zu den Unterlagen.
Der war mir schon bekannt,bloß sind mir 42€ + Versand doch etwas zuviel.
Die verschiedenen Tastenkombinationen habe ich,leider ohne Erfolg,schon ausprobiert.
Die von Dir genannte Taste 8 startet mit den Tasten 1+4 nur die Wiedergabe des Aufzeichnungsbandes.
Eine Tastenstellung 'Ansagetext' gibt es bei dem Alibinota nicht.

Herzliche Grüße
Robert
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#8
Hallo Robert,

"irgendwie" muß die Wiedergabe (und auch die Aufnahme) des Ansagebandes möglich sein; also eine Tastfunktion, die das Ansageband startet, bis es am Ende wieder abschaltet (Kontakt über ein eingestanztes "Loch" im Ansageband). Wiedergabe über den eingebauten Lautsprecher.
Mein Alibicord hatte dieselbe Art von Cassette, die hat auch die Aufzeichnungsdauer gesteuert. Am Ende war sogar eine Absage möglich ("Sprechzeit zu Ende, wir schalten nun ab, auf Wiedersehen" hatte ich aufgesprochen).

Viele Grüße Michael
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#9
So,mittlerweile habe ich herausgefunden,wie das Abhören des Meldetextes funktioniert.
Zuerst muß das Mikrofon angeschlossen sein.
Dann werden die Tasten 1,4+7 gedrückt.
Mit der oben auf dem Mikrofon befindlichen 'Sprechtaste' wird das Meldetext-Band gestartet,und man kann den Text über den Lautsprecher abhören.
Nach 30s schaltet sich die Kassette,wie angegeben,wieder aus.

   

Herzliche Grüße
Robert
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#10
Der Vollständigkeit halber,hier noch das Diktier-Micro,dass ich vor kurzem für kleines Geld bei Ebay fand.
Wenn man sich das alles so im nachhinein betrachtet,wurde damals schon ein gewaltiger Aufwand betrieben.

   
   

Herzliche Grüße
Robert
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#11
Hallo zusammen,

hier noch ein paar ergänzende Fakten zu dem Alibi-Nota.
Mittlerweile besitze ich auch die Bed.-Anleitung und mußte feststellen,dass ich das falsche Diktiermikrofon habe (es gehört zu einem anderen Zettler-Gerät).
Wie es der Zufall so will,wurde gerade das lt. Bed.-Anleitung richtige Mikro bei E...y günstig angeboten und ersteigert.
Somit ist der Alibi-Nota auch wieder als Diktiergerät nutzbar.

Weiter kann man mit dem 'alten Kasten' zwar nicht mehr viel anfangen, aber es freut mich doch ihn wieder vollständig komplettiert und zum Laufen gebracht zu haben.
Außerdem hat mich immer noch die alte,robuste Technik fasziniert.

Hier noch zwei Bilder aus der Bed.-Anleitung und das richtige Diktat-Mikro.

   
   

Herzliche Grüße
Robert
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#12
Hallo zusammen,

um das Gerät zu komplettieren,noch ein kleiner Nachtrag zur Tastenverriegelung.
Da der Original-Schlüssel abgebrochen war und nur noch ein kleiner Teil vom Bart im Schloss steckte,hatte ich zuerst das Arretierungsblech ausgebaut.

Trotzdem mußte eine Lösung her.
Die hieß entweder irgendwie ein neues Schloss,oder das abgebrochene Stück aus dem Zylinder herauszufriemeln und evtl. von einem Schlüsseldienst einen neuen Schlüssel anfertigen zu lassen.

Kurz und gut,ich habe das abgebrochene Stück nach langem hin und her herausbekommen und mir von einem Schlüsseldienst (Baumarkt) zwei Neue anfertigen lassen.
Wobei ich dem Mechaniker ein großes Lob aussprechen muß,denn er hat tatsächlich nach etlichen Versuchen und auch noch für kleines Geld mit Hilfe des abgebrochenen Reststücks das Ganze hinbekommen.

Nun noch schnell zur Funktion des Schlosses.
Es ist eine ganz einfache mech. Verriegelung d.h. ein Blech wird durch die Lasche am Schloss von unten an die Tasten gedrückt,so dass alle Tasten blockiert sind.

   
   
   
   
   

Herzliche Grüße
Robert
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