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Das Taxi-Funkgerät
#1
Das Taxi-Funkgerät
Mobiltelefone sind bekanntermaßen erst rund 30 Jahre im Gebrauch.
Für bestimmte Anwendungen war es üblich Funktechnik zur Kommunikation einzusetzen.
Die rechtliche Seite möchte ich hier nicht auswalzen.
Zu Beginn der Anwendung waren noch nicht die erforderlich kleinen Bauteile verfügbar. Darum waren die Geräte noch etwas größer und nicht so leistungsfähig. Eben keine Mikroelektronik. Aber es sind keine Röhren, sondern schon Transistoren verbaut.

Mir ist so ein Gerät aus der Anfangszeit zugelaufen. Telefunken, Bedienteil Bosch, Mikrofon mit PTT
FTZ von 1969, Arbeitsfrequenz im 70 cm-Bereich.

   

   

   

   

   


Das Gerät hat Aluguss-Deckel und -Boden mit HF-Dichtung und einen stabilen Montagerahmen. Innen einen Modulaufbau nach Funktionsgruppen geordnet. Frequenzumschaltung gibt es nicht. Für Verwendung auf einer anderen Frequenz muss neu bequarzt und abgeglichen werden.
Ein 1-Kanal-Gerät. Für Senden und Empfang ist je ein Quarz vorhanden. Prägung 459930 auf beiden.

   

Schaltungsunterlagen habe ich für dieses Gerät nicht. Ich muss also alle Abschirmungen abnehmen und mal reingucken.

   

   

   

   

Ich konnte auch noch nicht ergründen ob AM oder FM verwendet wird. Sieht aber wie FM aus.
Prinzipiell funktionieren fast alle Geräte gleich:
-Betriebsspannung über Kabel und Sicherung aus dem Bordnetz
-Signalaufbereitung, Sprachsignal kommt vom Mikrofon auf einen NF-Verstärker, wird hier auf Pegel gebracht und im Frequenzbereich auf 300 bis 2500 Hz begrenzt. Dann wird damit ein HF-Signal frequenzmoduliert. Ein bequemer Bereich sind Frequenzen zwischen 12 und 28 MHz.
-Frequenzaufbereitung: Bei einfachen Geräten erzeugt ein Quarzoszillator eine Grundfrequenz mit hohem Oberwellenanteil. Die passende wird ausgefiltert und mit dem Signal aus der Signalaufbereitung gemischt. Über ein Filter wird das gewünschte Mischprodukt ausgesiebt, die unerwünschten unterdrückt. Bei moderneren Geräten erzeugt ein Referenzoszillator eine Referenzfrequenz und über einen Phasenregelkreis wird ein freilaufender Oszillator damit synchronisiert. Dadurch ist die Auswahl mehrerer Sendefrequenzen in einem zusammenhängenden Bereich möglich.
-Endstufe: Das von der Frequenzaufbereitung kommende Signal durchläuft ein Bandpassfilter, wird verstärkt und über die Antenne abgestrahlt.
-Empfangsbetrieb: Hier werden die Stufen in ihrer Richtung umgeschaltet, einzelne nicht mehr, dafür andere neu dazu verwendet.
Nach diesem Prinzip aufgebaute Geräte nennt man Sendeempfänger oder Tranceiver.
Antenne anschließen und PTT drücken bringt keine Punkte, weil rechtlich unzulässig und es ist auch keine Gegenstation vorhanden. Einen Frequenzzähler bis 1,3 GHz habe ich. Ein Dummy-Load ist auch vorhanden. Und ich habe einen HF-Pegel-Tester. Der ist Eigenbau, Detektor mit Spannungsverdopplung.
Sollte für einen Kurzzeit-Test reichen.
Die Endstufenleistung ist unbekannt.
Hat jemand Schaltungsunterlagen? Oder Hinweise auf Verfügbarkeit?
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#2
Hallo 

Scheint mir ein Bosch KF 450 zu sein ( 70cm) . 

https://www.radiomuseum.org/r/bosch_kf_450.html


Die Geräte gab es in verschiedenen Varianten , 4m ( KF80 ) , 2m ( KF160 ) , 70cm ( KF450 ) .
mit freundlichen Gruss

Uli

Erzähle es mir – und ich werde es vergessen.
Zeige es mir – und ich werde mich erinnern.
Lass es mich tun - und ich werde es behalten.

(Konfuzius)
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#3
Hallo Uli, danke für den Tip. Das scheint das Gerät zu sein.
Bei meinem hier sind die Quarze in einem kalten Thermostaten untergebracht. Steckbar auf Röhrenfassung.
Bei dem auf dem Foto gleich auf der Platine.
Werde mir alles laden und dann mal durcharbeiten.

Gruß Manfred
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#4
Hmmmm,

vorne Bosch, hinten Telefunken TELECAR TS 450?
Viele Grüße
Uwe
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#5
Hallo Uwe, so wie ich das Gerät bekommen habe, genauso habe ich die Fotos gemacht.
Das Bedienteil ist gesteckt und dann mit dem Grundgerät verschraubt.
Kann mir vorstellen es ist ein Zukaufteil und das Grundgerät Lizenzproduktion

Die Frequenzaufbereitung muss ich mir noch genauer ansehen.
Sieht eher aus wie 50,xx MHz-Quarz und dann x3 und noch mal x3.

Gruß Manfred
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#6
Heute habe ich mir die Zeit genommen und das Bedienteil demontiert.

Herausgekommen ist das hier:

   

Das Bedienteil ist nach dem Lösen von zwei Schrauben aus einer 26-poligen Steckverbindung abziehbar.
Dieses Konstruktonsmerkmal ist für abgesetzten Betrieb geeignet.
Bedienteil am Armaturenbrett, Kabelverbindung dazwischen, Grundgerät an bequemer Stelle im Kofferraum.

   

Im Bedienteil ist der Mikrofonanschluß , die Buchse für externen Lautsprecher und ein interner Lautsprecher untergebracht.
Der Platz für den Kanalschalter ist nicht bestückt.

Das muß ein Baukastensystem sein. Ach muß es ein gemeinsam genutztes Konzept mehrerer Hersteller sein.

Die zwei im Thermostaten verbauten Quarze sind deshalb notwendig, damit Senden und Empfangen auch auf verschiedenen Frequenzen möglich ist.
Bei Geräten mit Phasenregelkreis ist hier ein PROM verbaut, der gibt dann über Adressenumschaltung das jeweilige Bit-Muster aus.

Gruß Manfred
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#7
Für dieses Gerät wird sich wohl nur ein Platz im Regal finden nachdem die Funktion bestätigt ist.
Bei einem Gewicht von ca. 6 kg und 6 Watt Sendeleistung für ernsthafte Anwendung ungeeignet. Auch  ein Umbau auf den Amateurfunkbereich erscheint nicht sinnvoll, weil allein der Abgleichaufwand enorm ist.

Seht mal hier:

Modernere Geräte sind da schon wesentlich flexibler:
Hier ein Gerät mit dem Handelsnamen  Bosch KF Chip S
Der technische  Name ist KF 168 C-A-1-6-00
Kommt zuerst wieder der Hinweis: Sammlerstück für die Vitrine, nicht an der Antenne in Betrieb zu nehmen.

   

   

Das Gerät ist als Kompaktgerät in einem Aluguss-Montagerahmen aufgebaut. Die HF-Schirmung erfolgt durch Alu-Deckelbleche.
Es konnte einzeln im Fahrzeug eingebaut werden, Spannung direkt aus dem Bordnetz 12 Volt und Antenne über BNC-Buchse, Mikrofon über Stecker auf der Frontseite.
Genauso möglich war die Montage in einem Holster, so wie dieses hier. Im Holster verbaut sind NiCad-Akkus, die werden über externes Steckernetzteil nachgeladen. Am Holster gibt es einen Aufstellbügel für den Betrieb auf einem Pult, Schreibtisch oder ähnlichem.
Alle äußeren Elemente sind werkzeuglos demontierbar.

   

6 Watt Sendeleistung werden durch ein Kompaktmodul als Endstufe erzeugt.
Innen ist SMD-Technik verbaut.

   

   

Das Gerät arbeitet mit einem Phasenregelkreis. Sende- und Empfangsfrequenzen sind einzeln programmierbar.
Es gibt 2 Programmiermodi:
- für die Anwender und die nicht vertragsabhängigen Einstellungen
- für die Werkstätten für die frequenz- und vertragsabhängigen Werte
Abgelegt wird in einem EEPROM und ist jederzeit überschreibbar.

   

   

Dieses Gerät arbeitet im 2 Meter-Bereich bei 168 MHz in Frequenzmodulation.
Für die Verwendung als 2m-Amateurfunkgerät muss nachgeglichen werden.

Gruß Manfred
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#8
Hallo Manfred

Die Betriebsfunkgeräte von Grundig ( FK 105 / 460 ) liessen sich Prima umbauen für AFU-Zwecke , mit der 70cm Variante ging z.b. 9k6 richtig flott .

In der gleichen Zeit wurden auch viele Siemens C5 Telefone umgebaut , die gingen auch gut für Päckchenradio .

Ansonsten wurden die Geräte nur als OV-Telefon oder für Relaisfunk verwendet .

Lang Lang ists her .
mit freundlichen Gruss

Uli

Erzähle es mir – und ich werde es vergessen.
Zeige es mir – und ich werde mich erinnern.
Lass es mich tun - und ich werde es behalten.

(Konfuzius)
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#9
Hallo Uli, dieses Gerät hier ist ganz einfach neu zu programmieren:
Deckel runter, beim Einschalten einen Messpunkt an bekannter Stelle überbrücken schaltet den Werkstatt-Programmiermodus ein. Und dann über Tippel-Tappel-Tour mit den Knöpfchen am Bedienpaneel die gewünschten Werte einstellen. Dann hast Du die Frequenzen, auch Relaisablage usw, aber es muss von 168 MHz (oder wo es vorher verwendet wurde) auf 144-146 nachgeglichen werden.
Und hier überlasse ich das Feld dem Amateur mit der Lizenz und dem Messgerätepark.

Gruß Manfred
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