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Der Hochspannungsgenerator
#1
Aus gegebenem Anlass möchte ich hier ein Gerät für Prüfarbeiten mit Hochspannung vorstellen.
Das Gerät stammt aus der Mitte der 80-ger Jahre.

   

   

Es gibt 2 unverwechselbare Prüfkabel mit unterschiedlicher Isolierstärke.
Ich habe nur das für die kleine Prüfspannung bis 4 kV

   

Wir erinnern uns:
Bauelemente und Baugruppen müssen für einen sicheren Betrieb Mindestparameter einhalten.
Der Nachweis der Spannungsfestigkeit kann durch eine Prüfung mit Wechsel- oder Gleichspannung vorgenommen werden.
Das hier vorgestellte Gerät erzeugt Gleichspannung bis 25 kV!
Bei Fehlanwendung bleibt da kein Auge trocken.
Deshalb darf so ein Gerät auch nicht selbst starten und muss aus der Nullstellung hochgefahren werden.
Zuerst die Masseverbindung schaffen, dann Drehknopf voll auf Linksanschlag und dann nach Anzeige auf den Wert der erforderlichen Prüfspannung einregeln.

Interessant ist die Erzeugung der Gleichspannung. Seht selbst:

   
   
   
   
   
   

Ein Netzteil, Gleichrichtung, Siebung.
Dann ein Generator aus Schalttransistoren, einem Zeilentrafo aus einem Fernsehgerät,
eine Hochspannungskaskade, ebenfalls aus einem Fernsehgerät
und statt des Innen- und Außenbelags einer Bildröhre 2 in Reihe geschaltete Hochspannungskondensatoren.

Noch nicht untersucht habe ich wie die Anzeige der Prüfspannung generiert wird.
Durch echte Messung eher nicht, mehr durch Abgriff und Umsetzung aus der Steuerspannung.
Was da in dem Video unter "Bildröhre schlachten" gezeigt wurde ist abweichend von den Regeln und nicht zur Nachahmung geeignet.
Nach einem Prüfvorgang ist der Prüfling ordnungsgemäß zu erden und kurzzuschließen.

Gruß Manfred
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#2
Hallo

das ist ja hochinteressant, exakt dieses Gerät plane ich schon seit langem als Selbstbau, ich möchte bitte, daß derjenige, der meinen Plan verraten hat, sich freiwillig meldet...

Das ist mit ziemlicher Sicherheit der separate Hochspannungsgenerator aus den Fernsehgeräten CHROMAT, NOVAMAT Und entsprechenden -LUX-Geräten. Der "Zeilentrafo" HT107 ist nur ein Hochspannungsübertrager, der über eine steuerbare Gegentaktendstufe mit 2x KT805...808 (ähnlich 2N3055) angesteuert wird, die Betriebsspannung ist 42V=

In den Farbgeräten wird über einen Schwingkreis ein zeilenfrequenter Ansteuer-Sinus geformt, der über eine rel. simple, aber gut funktionierende Regelschaltung die Hochspannung regelt. Gemessen wird dabei die Fokussierspannung (5...8kV), die von der Kaskade und dem Fokussierteiler abgenommen wird.

Es dürfte ein Leichtes sein, die Ansteuerung mit einem 15kHz-Sinusgenerator und Amplitudensteuerung nachzubauen und das ist sicher auch in diesem Gerät so gemacht worden.

Der Hochspannungstrafo erzeugt noch die Rohspannung für die Videoendstufen u.a. Bildröhrenspannungen, es gibt also eine Wicklung für die 160V Gleichspannung (nach Glr.) und 600V Gleichspannung (Ug2, im Zusammenwirken mit der 160V noch als Strahlstrombegrenzung wirksam), sicher ist hier irgendwo das Meßinstrument angeschaltet, diese Spannungen sind natürlich eng mit der entstehenden Hochspannung verkoppelt. Die ist dann aber doch weicher als die Anzeige, weil nicht die 25kV, sondern die 8kV an der Kaskade die Messgröße stellen... vielleicht in diesem Gerät auch über Bleeder die 25 kV ? Unterlagen wären interessant...

Kann man also gut für TV-Experimente verwenden, die Hochspannung ist nicht sehr gefährlich, der Kurzschlußstrom liegt unter 5mA und damit gelten nicht so strenge Sicherheitsvorschriften.... ich würd mir trotzdem keinen Schlag holen wollen, hab das einmal durch, mit angeschlossener Farbbildröhre natürlich, wenn schon denn schon...

*

Ansonsten sind die Methoden im Video von Meister Jambo bei richtiger Anwendung ungefährlich, auch das Belüften von Bildröhen ist so wie gezeigt üblich gewesen, sicherheitshalber sollte man die Bildröhre vorher ausbauen und in eine stabile Kiste mit Abdeckung des Kolbens durch dicke Tücher (mir schweben da flache Sandsäcke grad vor) legen. Im Betrieb hat das "nie" jemand gemacht, die BiRös wurden immer schon im Gehäuse belüftet, es ist kein einziger (!) Unfall bekannt geworden, weder in der Fertigung, noch in der Ausbildung...Entwicklung, sonst hätte man die Vorschriften rigoros durchgesetzt, ich kann mich an die strengen Regeln, die sonst galten, noch gut erinnern.

Gruß Ingo

...ich seh grad, die Bauteile in dem Glasrohr könnten der 25kV-Bleeder sein !
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#3
Hallo Ingo, ich hatte jetzt einen Aufschrei und einen Sturm der Entrüstung als Reaktion
auf diese Veröffentlichung erwartet.
Etwa so: "Schnee von gestern, kennen wir alles, alter Hut, hatten wir schon im Buddelkasten"

Dies ist kein Prüfgerät!

Es ist ein Unterrichtsmittel, gehörte zum Physikunterricht an jeder POS!
Also bei den Hobbyfreunden 40+ aus dem Osten müsste es bekannt sein.

Hergestellt wurde es von einer Firma in Leipzig.
Die Seriennummer 89255 ist wohl weniger die Stückzahl
und besser so zu deuten: "Das 255zigste Gerät 1989"

Bei 25 KV Maximum ist bei 2-stelliger Anzeige die Einerstelle 1000Volt.
Kann sein 001 V oder 999 V.

Damit kann ich eine Kathodenstrahlröhre zum Leuchten zwingen. Mehr auch nicht.
Oder einige Tesla-Spässe machen.

Gruß Manfred
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#4
Ich habe das Gerät noch einmal geöffnet. Hier der Blick hinter die Frontplatte:

   

Ein C520 realisiert die Analog/Digital-Umwandlung, ein D346 erledigt die BCD zu 7-Segment-Umsetzung.
Zwei Leiterplatten arbeiten wohl zur Ansteuerung und Regelung des HT 107
Mit dem Mikrotaster wird per Linksanschlag Reglerpoti der Generator gestartet.

Diese beiden Platinen sind wohl für die Ansteuerung des HT 107 zuständig.

   

   


Und auf den Kühlkörpern arbeiten KT 808 AM 8701

Vom Hochspannungswickel des HT 107 führt eine stark isolierte Leitung über die beiden in Reihe geschalteten 51kOhm-Widerstände direkt auf die 4KV-Buchse. Wechselspannung???
Vom gleichen Anschluss am HT 107 führt eine ebenfalls stark isolierte Leitung zur Hochspannungskaskade.
Am Ausgang der Kaskade ist die 25 kV-Buchse angeschlossen und das Glasrohr mit den beiden in Reihe geschalteten Kondensatoren nach Masse. Gleichspannung???
Vom Zeilentrafo führt noch eine schwach isolierte Leitung zu einem weiteren Anschluss an der Kaskade.
Da ist dann die Schutzfunkenstrecke angeschlossen.

Gruß Manfred
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