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GRUNDIG Videorecorder VS 960
#1
Hallo Radiofreunde,

Vorstehender Videorecorder von Grundig steht bei mir jetzt schon eine geraume Zeit herum; bekommen habe ich das gute Stück noch in der alten Wohnung und auch dort begonnen, das Gerät zu öffnen und zu zerlegen. Das Schaltnetzteil war ausgebaut, sodaß offenbar ein Fehler in der Stromversorgung vorlag. Aber was und wie geschweige warum hatte ich bereits schon wieder vergessen. Vielleicht ja doch Alzheimer?

Also den Plan geholt und sodann nach dem Fehler gesucht. Zur Anwendung kommt in beiden Geräten dasselbe Netzteil mit derselben bzw nahezu der gleichen Schaltung. Primärseitig kommt hier ein frei schwingender Sperrwandler zum Einsatz. Darin übernimmt der IC 1615 (=TDA 4605) die Ansteuerung und Überwachung des MOS Leistungsschalters T 1635 (BUK 455-600). Auch die Regelung übernimmt der TDA 4605 und die Überwachung der Ausgangsspannung erfolgt mittels eines Optokopplers CNY 17. Sekundärseitig ist das Netzteil netzgetrennt, daher auch der Optokoppler.
Die Anlaufspannung für den TDA 4605 erfolgt während einer Halbwelle aus dem Netz über die beiden Widerstände R 1647 und R 1648 (= beide jeweils 18 kOhm). Nach dem Anschwingen des Netzteiles erfolgt die Stromversorgung für den TDA 4605 aus der Primärwicklung 10 und 16 des Wandlertrafos, über die Diode 1628 (= BYT 52 D) und C 1626 an Pin 6 des TDA 4605. Der Elko 1626 ist ein 47µF /25 Volt Typ mit 105°C , also ein Elko für Schaltnetzteilanwendungen. Äquivalent dazu wird der Optokoppler ebenfalls aus der Primärwicklung 10 und 16 des Wandlertrafos betrieben, allerdings über die Diode 1607 (BYT 52 D) und den Elko 1625. Der Elko 1625 hat eine Kapazität von 1µF / 100 V mit 105°C und ist ebenfalls für Schaltnetzteile konzipiert. In meinem Plan habe ich einmal die relevantesten Teile gelb unterlegt, welche fast immer bei einem Ausfall von so einem Netzteil verantwortlich sind. Diese Bauteile besonders eingehend zu prüfen, ist immer eine gute Idee.
Im vorliegenden Fall lief das Netzteil wieder nach Wechsel der beiden Elkos C1625 und C 1626. Der Recorder dürfte aus der Zeit Ende 1989 bis Anfang 1990iger Jahre stammen, also, rechnet man ab 1990 bis heute, mithin nun 29 Jahre alt sein. So lange haben diese Elkos nicht gehalten. Solange so ein Gerät mit so einem langsam austrocknenden Elko am Netz ist, fällt das zunächst gar nicht auf.  Erst dann, wenn die Netzspannung einmal weg ist und danach wiederkehrt, fällt das Netzteil aus. Das Display ist dann dunkel.

   

   

   

   

Noch ein paar Worte zum Laufwerk dieses Gerätes:


Als Laufwerk kommt in beiden Geräten das bekannte G-Laufwerk von Panasonic zum Einsatz. Dieses Laufwerk ist ein sehr zuverlässiges und robustes Laufwerk, welches zwar so seine kleinen Macken hat, aber dennoch im Großen und Ganzen sehr zuverlässig gewesen ist. Das Hauptproblem bei diesem Laufwerk sind die Kunststoffzahnräder (ich meine, es seien 13 gewesen), die, wenn sie denn einmal überratscht sind (= beispielsweise, wenn da jemand eine Kassette während dem Einzugsvorgang gewaltsam wieder herausgezogen hatte), dann mußten die zwingend alle erneuert werden. Das war dann ein gewisser Aufwand. Hierfür hat es aber Servicesets gegeben, in welchen alle erforderlichen zu wechselnden Teile enthalten waren. Diese Sets sind heute entweder kaum noch bis überhaupt nicht mehr verfügbar, was Reparaturen an so einem Laufwerk dann doch erheblich erschwert.

   


Der VS 660 hat einen Tonfehler; d.h. bei Wiedergabe einer Kassette (Stereo oder Mono) fehlt immer ein Kanal. Ob das jetzt der rechte oder der linke kanal ist, weiß ich jetzt auch nicht mehr, ist schon zu lange her. Ich werde aber auch von diesem Gerät noch berichten, wenn es soweit ist.  Ursprünglich sollte aus 2 Geräten ein funktionierendes Gerät gemacht werden; da aber beide Geräte sowohl äußerlich und auch von innen in noch erstaunlich gutem Zustand sind, konnte ich mich nicht entschließen, welches der beiden Geräte ich jetzt als Ersatzteillager mißbrauchen sollte. Also werden jetzt beide Geräte versucht, wieder gangbar zu machen.

Der VS 960 hat zusätzlich noch eine Archiv-Funktion; d.h. man konnte (und kann vielleicht auch wieder) die Titel und Nummern der Kassetten, die man bespielt hat, in einem Speicher im Gerät ablegen und bei Bedarf wieder auslesen. Sowas kann man doch nicht "schlachten", sowas muß erhalten bleiben.


Noch ein Bild vom VS 660:

   

   

Ganz unten am Bildrand sieht man die B&O 5000 Master mitsamt der Fernbedieneung Mastercontrol 5000. Dazwischen steht noch eine Grundig R 3000 in bronze. Das werden die nächsten Projekte werden, nach den beiden Videorecordern.
Die R 3000 ist schon gelaufen, dann aber wieder ausgefallen. Kein Plan, warum. Spielte und urplötzlich ohne Vorwarnung kein Ton mehr. Die silberne R 3000 spielt aber noch, wenn auch im moment nur mit Kopfhörer in Ermangelung von ordentlichen Lautsprecherboxen. Aber dieses nur nebenbei.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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