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Telefunken 1000
#81
Hier mal 2 Bilder der einen Buchse, an der die Federn des Fliehkraftreglers angeschraubt sind. Kein erfreulicher Anblick.

Zur Erinnerung: die Gewindelöcher sind M2!

       
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#82
Dieses Zinkspritzgußteil sieht aus wie meine Kupplung aus meinem Saba Meersburg; da ist das Material genauso duch Feuchtigkeit beschädigt und somit unbrauchbar, jedenfalls für den Betrieb des Radios. Als Muster zum Nachbau kann das Teil aber durchaus noch wertvolle Dienste leisten.

Zum Nachbau würde ich Messing verwenden, das läßt sich schön verarbeiten und ist von der Festigkeit her diesem Zinkspritzguß ebenbürdig. Lediglich beim Gewindeschneiden muß man aufpassen und auch nur Gewindebohrer speziell für Messing verwenden, sonst kann's beim Gewindeschneiden den Gewindebohrer abscheren. Aber das werdet ihr ja selbst wissen.
Grüße aus BL

Peter

Röhrenradios: das Gute daran ist das Gute darin
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#83
Ja das sieht übel aus, so kenne ich es auch. Habe ja für meine Ludewig Schatulle diese komplett nachfertigen müssen. Ich habe allerdings Aluminium verwendet.
bei Interesse kann hier nochmal nachgeschaut werden.
http://radio-bastler.de/forum/showthread...ht=Ludewig
Ist allerdings etwas Arbeit sowas herzustellen.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#84
Im Moment habe ich mal sehr dünnflüssigen Sekundenkleber in die Risse laufen lassen. Hat diese offenbar auch schön gefüllt und macht einen sehr stabilen Eindruck. Ist halt mal ein Versuch. Ob das so viel Stabilität gibt, daß ich die Buchse (mit dem einen hierfür vorgesehenen Schräubchen, an das Frank "hier lösen" geschrieben hat) auf der Achse fixieren kann, ist fraglich. Aber das Teil neu anzufertigen, kann man ja niemand zumuten. Wenn man eine Drehbank besitzt und das für sich selbst macht, so wie der Frank, ist das eine andere Sache.

Bei der gegenüberliegenden Buchse (der linken im Bild) mit dem großen Bremskragen hat man das Problem des Fixierens ja glücklicherweise nicht, da diese auf der Achse je nach Regulator-Expansion hin- und hergleitet.

Heute hatte ich mal die Gelegenheit, die 2 verbleibenen Regulatorgewichte auf einer Analysenwaage zu wiegen. Dieses kleine Wunderwerk der Technik steht in einer großen Glasvitrine mit Schiebetüren, und zeigt noch 0,1 mg Stellen genau an.  Während der Messung müssen die Schiebetüren geschlossen sein, weil jeder Luftzug die Anzeige ändert. Jedenfalls war ich über das Ergebnis doch einigermassen überrascht.

Gewicht 1: 17,99 g
Gewicht 2: 17,89 g

   

Nun heisst es ja immer, dass die Gewichte "genau" gleich sein müssen. Aber wie genau ist "genau"? Das Wägeergebnis  zeigt, dass ein Gewichtsunterschied von 100 mg offenbar noch tolerierbar ist.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#85
Na Harald, mach erst mal in Ruhe mit den Teilen von Anton. Dann werden wir weiter sehen, der Winter kommt und wird bestimmt lang.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#86
(04.10.2016, 22:17)radioljub01 schrieb: Im Moment habe ich mal sehr dünnflüssigen Sekundenkleber in die Risse laufen lassen. Hat diese offenbar auch schön gefüllt und macht einen sehr stabilen Eindruck. Ist halt mal ein Versuch. Ob das so viel Stabilität gibt, daß ich die Buchse (mit dem einen hierfür vorgesehenen Schräubchen, an das Frank "hier lösen" geschrieben hat) auf der Achse fixieren kann, ist fraglich. Aber das Teil neu anzufertigen, kann man ja niemand zumuten.

Ich lese den Bericht mit großem Interesse, Harald.  Es gereicht Dir zur Ehre, wie akribisch Du hier vorgehst. Höchste Anerkennung meinerseits; genauso hatte ich mir zur Anfang Deiner Vorstellung des Arcofar das Ganze vorgestellt. Thumbs_up
Dennoch muss ich jetzt mal eine Anmerkung loswerden.
Grammophone sammle ich zwar nicht mit Vorzug, dennoch besitze ich 3 davon (Handaufzug) sowie verschiedene eingelagerte elektrische Motoren mit Fliehkraftgewichten, sowie einige eingelagerte, teils ebenfalls spritzgussgeplagte Handaufzugwerke. Insofern ist mir die "Fliehkraftthematik" vertraut, ebenso wie die "Spritzgussproblematik".

Lange Rede, kurzer Sinn, auch wenn's brutal klingt:
Schmeiß' das Spritzgusszeug raus, Du wirst auf Dauer keine Freude damit haben!  Ich habe auch Laufwerke, an denen ich die Spritzgussteile mittels Lackfluten oder Sekundenkleber wieder habe festigen wollen. Auf Dauer Murks. Man verleidet sich die Freude am Gerät, vergleiche den Beitrag hier zum Blaupunkt4W6.

Bleiben 2 Wege:
1) die Geschwindigkeitsbremse neu fertigen (Messing, zur Not Alu), dann kann man auch gleich 3 neue (gleichschwere) Gewichte fertigen

2) passende Teile (also Bremsteller, 3 Fliehkraftgewichte plus Federbleche sowie das Achsbefestigungsteil) eines anderen Grammophons nehmen, natürlich keine aus Spritzguss, die in ihrer Dimensionierung für die vorhandene Schneckenachse passend gemacht werden (Ausbuchsen oder Bohrung vergrößern) und auch optisch sehr ähnlich sind. Diese können ja von einem Handaufzugswerk stammen. Diese Lösung wäre, wenn Drehbank und Neufertigung keine Option, mein Favorit.

Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#87
Hallo Harald,

wenn Du möchtest, kann Ich Dir drei neue Gewichte und das Spritzgussteil kurzfristig anfertigen, nur mit dem Federblech kann ich nicht helfen.
Dazu müsstest Du mir ein Gewicht und das Gussteil als Muster zusenden, die Teile bekommst dann komplett zurück.

Gruß
Bernd
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#88
Hallo Bernd,

vielen Dank für das großzügige Angebot! Ich schaue jetzt mal, wie ich mit den Teilen vom Anton zurechtkomme. Falls das nicht klappt, komme ich auf Dein Angebot zurück.

@Klaus: Danke für Deine Einschätzung. Natürlich ist die Methode des Rissfüllens mit LOCTITE nichts Solides. War mir schon klar. Ich wollte bloß mal schauen, wie die rissige Struktur dadurch verfestigt wird. Das lief unter dem Motto: "Jugend forscht".

Freut mich, dass Du Gefallen an der Lektüre meines Arcofar-Traktats findest. Das Problem ist folgendes: Es gibt nicht mehr viele Leute, die sich wirklich in die Geräte vertiefen, sie zerlegen und versuchen die Hintergründe zu verstehen. Aber ist es nicht das Motto: " Rerum Cognoscere Causas ", das uns bewegt. Glücklicherweise gibt es im RBF noch einige Leute unseres Schlages wie Andreas_P, Radionar, Dietmar, Morningstar, Anton und ein paar andere, die viel Zeit in unser Hobby investieren und sich bemühen, ihre Erkenntnisse weiter zu vermitteln. Das sucht man in diesem Detaillierungsgrad in anderen Foren vergeblich. Einzige Ausnahme: RM.org, wo einige kompetente Leute Artikel mit wissenschaftlichem Tiefgang schreiben.

Wirklich dürftig wird es im Internet, wenn es um sehr seltene, kostspielige Geräte wie z.B. den Arcofar geht. Die Besitzer haben häufig Angst, dass ihnen beim Zerlegen und/oder der Wiedermontage ein Fehler unterläuft, oder der Wert dadurch gemindert wird, dass sie Reparaturarbeiten vorgenommen haben und das Gerät nicht mehr als "unberührt" veräussern können. Je teurer die Geräte, desto dürftiger die Informationen. Dagegen muss man etwas tun!

Wie sagt der DiRu immer: "Harald, wenn wir's nicht aufschreiben, dann tut's gar keiner mehr". In diesem Sinne wünsche ich weiterhin viel Vergnügen bei der Lektüre.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#89
So, Fliehkraftreglerwelle samt Federn, Gewichten und Befestigung ist jetzt auf dem Postweg zur Dir Harald. Die komplette Welle wird wohl doch nicht verwendet werden können, weil bei diesem Modell am Ende eine Metallscheibe angeflanscht ist, die mit dem Rotor des Motors verbunden war (verschraubt). Diese scheibe ist wohl auf der Welle verpresst. Glaube nicht, dass man die ohne Schäden an der Welle von Selbiger runterbekommt. Aber Bremsscheibe mit Gewindelöchern für die Federn und der Ring mit Schraublöchern für das andere Ende der Federn ist noch in Ordnung, keine Schäden. Wenn Deine Welle den gleichen Durchmesser hat, sollte ein kompletter Austausch gut möglich sein. Leider fehlt eine, dieser Minischräubchen mit welchen die Federn angeschraubt werden. Aber vielleicht passt da eine von Deinen Schrauben.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#90
Hallo Kollegen,

inzwischen sind die Regulatorteile vom Anton bei mir eingetroffen und ich möchte über den Fortgang der Arbeiten am ARCOFAR Grammophon berichten.

Drehteller und -achse

Ich hatte ja erwähnt, dass die Drehtellerachse, vermutlich dadurch, dass schon zu viele versucht hatten, den Plattenteller schräg herunter zu ziehen, einen starken Seitenschlag hatte. Aber wie richten, und wie nach dem Richten den Konus verlängern. Das war eine komplizierte Geschichte. So sah die ausgebaute Plattentellerachse aus:

   

Da die Absicht bestand, nach dem Richten der Achse den Hartgummikonus so weit zu verlängern, dass die Spitze weit genug aus dem Plattenteller herausschaut, um eine Schallplatte zentriert aufzulegen, wurde zunächst der Konus etwas gekürzt. So schaute die Achse um ca. 6 mm aus dem Konus heraus. Man sieht das abgesägte Stück Hartgummi und die schon früher ungleichmäßig abgebrochene Spitze:

   

Nun wurde die Achse auf einer Drehbank durch leichte Schläge mit einem Plastikhammer auf den herausschauenden Achsstummel gerichtet. Das gelang, bis der mit einer µm-Uhr gemessene Schlag auf der halben Höhe des Hartgummikonus nur noch bei 4/100 mm lag. Wer denkt, das sei wenig, der irrt! Dazu später mehr.
Danach wurden von der Stirnseite her vier auf den Umfang verteilte 1mm Löcher in den Hartgummikonus gebohrt und dort vier kurze Stücke 1mm Schweißdraht eingeschoben. Die standen nun wie ein vierzinkiger Besen aus der Stirnfläche des Konus heraus und diente als Armierung für den folgenden Arbeitsschritt.
Nun wurde ein Stück passender Silikonschlauch über den Konus gezogen. dessen Länge wurde etwas größer gewählt, als die ursprüngliche Länge der Tellerachse. Ich wusste ja durch die abgebrochene Spitze, wie lang sie einmal war. Dann wurde der Silikonschlauch mit Zweikomponenten Gießharz ausgegossen und bei ca. 50°C ausgehärtet.

   

Nun musste der Konuswinkel auf dem angegossenen Teil weitergeführt werden. Den erforderlichen Winkel konnte man anhand der Durchmesser an den beiden Enden des Hartgummistumpfes und dessen Länge leicht ausrechnen: ~2,8°. Der Dreher hat mich angeschaut, als hätte ich nun endgültig den Verstand verloren. Aber hat den Support auf knapp unter 3° gedreht und siehe da, er hat geschafft, den richtigen Konus auf das Epoxidharz zu drehen. Abschließend  wurde noch das vorderste Ende zylindisch gedreht und abgerundet. Fertig war die Drehtellerachse.

   

Nun hatte die Tellerachse also wieder die origiinale Form und Länge und in ihrem Innern eine Armierung von vier 1mm Drähten. Hält bombenfest!

Die Komponenten des Getriebes wurden mit ARALUBE HL3 gefettet, alles wieder zusammengebaut, und der Plattenteller aufgesetzt. Große Spannung: Der Rand des Plattentellers zeigte bei der Rotation eine Höhenschwankung von knapp 1,5mm. Hier die minimale und die maximale Höhe des Tellerrandes über dem Hebel zur Geschwindigkeitsregelung.

         

Na logisch! Wenn der Hartgummikonus bei einem mittleren Durchmesser von ca. 9 mm um 4/100 mm schwankte, dann wackelt der Telleraußenrand natürlich mit dem Durchmesserverhältnis skaliert entsprechend mehr.
Weiß jemand zufällig, wieviel Höhenschwankung ein Plattenteller am Außenrand haben darf, ohne daß sich das bei der Wiedergabe deutlich bemerkbar macht? Was sieht man denn noch so als "normal" an?

Getriebe

Wie Anton schon geschrieben hatte, unterscheidet sich der Aufbau seines Regulators deutlich von dem des ARCOFAR. ( Hier wurden die Fliehkraftgewichte bereits demontiert.)

   

Der Achsdurchmesser ist zwar identisch, jedoch ist die Länge der Blattfedern und der Abstand zwischen dem Bremsteller und dem Gegenlager der Blattfedern zu kurz. Bei Verwendung von Antons Regulator stiess daher entweder der Bremsteller oder die Fliehkraftgewichte an den Hebel zur Geschwindigkeitsregulierung an. Schade. Hier sieht man noch einmal die Unterschiede - die Gewichte von Antons Regulator wurden hier bereits auf den ARCOFAR umgesetzt.

   

Nun hatte ich mittlerweile folgende Federn und Gewichte.

2 Blattfedern Länge: 54 mm Breite: 6  mm  Stärke: 0.15 mm (Original)
3 Blattfedern Länge: 54 mm Breite: 4,5mm Stärke: 0.16 mm (gekauft von Allotria)
3 Blattfedern Länge: 51 mm Breite: 5  mm  Stärke: 2x 0,105 mm => 0,21 mm (Anton)

2 Gewichte à 18g (Original)
3 Gewichte à 16g (Anton)

Antons Blattfedern sind ein wenig zu kurz, also habe ich die (teuren) von Allotria gekauft. Diese sind zwar deutlich schmaler, haben aber die richtige Länge und sind ein wenig stärker als das Original. Antons Gewichte sind zwar ein wenig leichter als das Original, aber immerhin ist es ein kompletter Satz und sie passen gut zu den Allotria Blattfedern. Woher ich das weiss? Ich habe alles zusammengebaut, und beobachtet, dass bei ganz leichtem Schleifen des Bremspads an der Bremsscheibe der Plattenteller mit 78U/min läuft. Nun stimmt zwar vermutlich die Eichung am Geschwindigkeitsregler nicht (andere Blattfedern und andere Gewichte), aber das stört mich im Moment wenig.

So sieht der Regulator im Moment aus:

     

Man sieht an der Breite der Auflageflächen, dass die jetzt verwendeten Blattfedern viel schmaler sind als die Originale. Natürlich könnte ich an Stelle des geklebten Spritzguss-Gegenlagers der Blattfedern (rechts im Bild) das von Anton verwenden. Es ist aus vernickeltem Messing gefertigt ud würde passen. Andererseits tut es mir leid, seinen Regulator endgültig zu kannibalisieren. Sonst würden nur die Gewichte fehlen - und die könnte man ersetzen, womit sein Regulator wieder komplett wäre. Mal sehen, wie lange der geklebte Spritzguss hält.

Auflagegewicht

Nun kam der Moment der Wahrheit: Es wurde eine alte verhudelte Schellackplatte aufgelegt (Unter Palmen am Meer). Eine Nadel Typ "mittellaut" eingespannt und auf die Platte gesetzt. Der Drehteller lief noch einen Moment mit Sollgeschwindigkeit, dann jaulte er nur noch. Daraufhin wurde das Auflagegewicht mir einer Federwaage gemessen und das ergab fast 1,4 Newton. Donnerwetter - das war aber schwer. Dann habe ich den Tonarm mit der Federwaage ein wenig angehoben und die Platte lief normal und klang auch akzeptabel.

Was ist hier falsch? Normalerweise hat doch der Tonarm eine Vorrichtung, mit der das Auflagegewicht verringert wird. So etwas gibt es hier aber nicht. Nur einen Bügel, der am hinteren Ende des Tonarm angeschraubt ist, und der verhindert, dass sich die Nadel beim Absetzen desselben neben der Platte ins Gehäuse bohrt.
Hier zwei Bilder des Haltebügels. Zunächst in der Absetzposition neben dem Plattenteller. Der Bügel ruht auf der Montageplatte des Tonarms:

   

Nun die Position des Bügel beim Abspielen einer Platte. Er schwebt etwas über der Montageplatte.

   

Könnte es vielleicht sein, dass die Nadel zu weit aus dem Kopf herausschaut? Im vorliegenden Fall habe ich 11 mm gemessen.

   

Würde sie weiter hineinrutschen, läge der Bügel auch beim Abspielen einer Schallplatte auf der Montageplatte des Tonarms auf und würde je nach Justierung den übermäßigen Nadeldruck auf der Platte mindern.

Man sieht übrigens im letzten Bild auch, dass die Nadel etwas schief aus dem Abnehmersystem herausragt. Das ahnte man schon beim Bild des geöffneten Systems, in dem alles etwas schief zu sitzen scheint:

   

Steckt da zufällig eine abgebrochene Nadel zwischen den Magnetschuhen (roter Pfeil)? Ich habe keine Ahnung, wie das an dieser Stelle normalerweise aussieht.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#91
Das Auflagegewicht erscheint mir durchaus im normalen Rahmen eines (Elektro)Grammophons, Harald!
Ich bin ziemlich sicher, daß da niemals etwas abgefangen oder abgefedert worden ist. Ich hab selbst schon über 200g erlebt und das kommt einem, wenn man den Tonarm hoch hebt, natürlich brutal schwer vor.
Wenn Du allerdings etwas unauffälliges basteln kannst, um das Gewicht zu reduzieren - ich bin ziemlich sicher, daß 50g, evtl auch weniger, völlig reichen würden. Macht vielleicht ein besseres Gefühl, wenn man mal Platten abspielt, an denen das Herz hängt Wink
Gruß,
Uli
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#92
Sieht für mich nicht ungewöhnlich aus, dass die Nadel soweit aus dem Tonkopf herausschaut. Wenn Du eine neue Nadel verwendet hat, wovon ich ausgehe, dann dürfte der Teller nicht so merklich weniger Energie haben. Dann hat der Motor nicht genügend Kraft, oder eines der mitwirkenden Bauteil "verschlingt" zu viel Energie für den Vorschub. Filz und Bremscheibe sind reichlich gefettet? Die 78 rpm sollten im Mittel der Justierbarkeit des Bremshebels erreicht werden (unter Last). Wenn nicht, kannst Du den Bremshebel entsprechend nachbiegen.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#93
(10.10.2016, 23:41)radioljub01 schrieb:
Na logisch! Wenn der Hartgummikonus bei einem mittleren Durchmesser von ca. 9 mm um 4/100 mm schwankte, dann wackelt der Telleraußenrand natürlich mit dem Durchmesserverhältnis skaliert entsprechend mehr.
Weiß jemand zufällig, wieviel Höhenschwankung ein Plattenteller am Außenrand haben darf, ohne daß sich das bei der Wiedergabe deutlich bemerkbar macht? Was sieht man denn noch so als "normal" an?

(...)
Der Achsdurchmesser ist zwar identisch, jedoch ist die Länge der Blattfedern und der Abstand zwischen dem Bremsteller und dem Gegenlager der Blattfedern zu kurz. Bei Verwendung von Antons Regulator stiess daher entweder der Bremsteller oder die Fliehkraftgewichte an den Hebel zur Geschwindigkeitsregulierung an.

(...)

Auflagegewicht
Nun kam der Moment der Wahrheit: Es wurde eine alte verhudelte Schellackplatte aufgelegt (Unter Palmen am Meer). Eine Nadel Typ "mittellaut" eingespannt und auf die Platte gesetzt. Der Drehteller lief noch einen Moment mit Sollgeschwindigkeit, dann jaulte er nur noch. Daraufhin wurde das Auflagegewicht mir einer Federwaage gemessen und das ergab fast 1,4 Newton. Donnerwetter - das war aber schwer. Dann habe ich den Tonarm mit der Federwaage ein wenig angehoben und die Platte lief normal und klang auch akzeptabel.

Was ist hier falsch? Normalerweise hat doch der Tonarm eine Vorrichtung, mit der das Auflagegewicht verringert wird. So etwas gibt es hier aber nicht. (...)
Könnte es vielleicht sein, dass die Nadel zu weit aus dem Kopf herausschaut? Im vorliegenden Fall habe ich 11 mm gemessen.
(...)

Steckt da zufällig eine abgebrochene Nadel zwischen den Magnetschuhen (roter Pfeil)? Ich habe keine Ahnung, wie das an dieser Stelle normalerweise aussieht.



Hallo Harald,

ich antworte mal relativ knapp, um den Thread nicht unlesbar zu machen, und gehe auf die von mir oben herausgepickten Textschnipsel ein:

"Höhenschwankung":
1,5 mm erachte ich als ok. Je weniger, desto besser, aber bei dem gewaltigen Gewicht der Tonköpfe von Grammophonen (ich beziehe hier die nicht-elektrischen Köpfe uralter Handaufzuggrammophone mit ein), macht das nichts. Da springt nichts und da jault auch nichts.
Allerdings: ich schließe nicht aus, dass neben der Achse auch der Plattenteller einen leichten Schlag haben könnte. Kannst Du das prüfen?

"Blattfedern, Gewichte, Teilemix":
Ich plädiere nach wie vor dafür, alle Spritzgussteile zu entfernen: Geht nicht die Kombination aus Anton's Teilen, aber den von Dir zugekauften Blattfedern? Das schiene mir sinnvoll.

"Nadellänge":
Die ist hauptsächlich relevant für den Aufsetzwinkel, d.h. den Verschleiß an Platte und Nadel. Auch für den Klang. Natürlich darf der Kopf nicht klemmen, wenn er aufliegt. Jault die Platte also trotzdem, dann liegt zu wenig Kraft an (kantet die Antriebswelle, wenn die Gewichte an ihr zerren?), oder die Bremse bremst bereits zu stark. Den Bremsfilz fette ich übrigens nicht (da mit der Zeit klebrig), sondern öle ihn. Philosophiefrage des Nutzers.

"Abgebrochene Nadel":
Nein, das sieht für mich aus, wie der Anker, der zwischen den Polschuhen schwingt. Funktioniert im Prinzip, wie ein Freischwingerlautsprecher. Ich glaube auch nicht, dass jemand eine Nadel im Kopf abbrechen könnte. Der Nadelhalter ist bei diesen "elektrischen" Köpfen in der Regel in Gummi gelagert (TIPP: das dürfte hier übrigens steinhart geworden sein), also flexibel, da bricht man so leicht keine Nadel ab. Wenn die Feststellschraube die neue Nadel ordnungsgemäß hält, steckt da auch nichts drin, so meine ich.


Gruß
k.
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Gruß
klaus

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#94
Hallo Kollegen,

inzwischen habe ich Grammophon-Motor und -Getriebe noch einmal zerlegt, alles gereinigt, nun mit Molykote gefettet (weniger viskos, als das Fett, das ich ursprünglich verwendete) und jetzt funktioniert er schon besser.

Darüber wil ich heute nicht berichten, sondern über die Fortschritte am Radioteil.

Man sollte es nicht glauben, aber ein freundlicher Sammlerkollege von RM.org hatte doch tatsächlich den bei meinem Gerät kannibalisierten Spitzguss-Frontrahmen in seinem Fundus und mir überlassen.

Hier Bilder meiner Fronteinheit und des kompletten Spritzguss-Montagerahmens:

               

Dann war der Sammlerkollege auch noch so freundlich, die Frontplatte seines ARCOFAR abzuschrauben, damit ich einen Blick in das originale Innenleben werfen konnte. Ehrlich gesagt, ohne diese Hilfe hätte ich nie geahnt, wie die Sachen so zusammengehören und wo der Wellenbereichsschalter saß. Zunächst einmal die Skalenscheibe, die bei mir zwar noch vorhanden war, bei der aber einige Teile fehlten.

   

Der Abstimmdrehko hat eine lange Achse mit Front-Innengewinde - da wird der Abstimmknopf angeschraubt. Die Skalenscheibe hat eine zentrale Führungsbuchse mit 6mm Bohrung, die über die Drehkoachse geschoben und mit einem Splint gesichert wird. Der Abstimmknopf hat auf der Rückseite 2 Einkerbungen die über diesen Splint greifen. Die Schraubbefestigung alleine würde nicht reichen, da mit der Skalenscheibe auch der schwergängige Wellenbereichsschalter betätigt wird

Die Skalenscheibe ist mit zwei Schleppzeigern ausgestattet, die zwecks Markierung eines bestimmten Senders in einer gewünschten Position festgehalten werden können, indem man eine Arretiernadel im Skalenfenster niederdrückt, wenn einer der Zeiger genau nach oben schaut. Man hält die Nadel danach gedrückt und verstellt die Abstimmung bis zum gewünschten Sender. Dann lässt man die Arretiernadel los und der Zeiger bleibt auf der Skalenposition des "programmierten" Senders stehen.

   

Auf der Rückseite der Skalenscheibe sieht man einen Schaltnocken, der den Wellenbereichsschalter betätigt.

   

Nimmt man nun die Skalenscheibe ab, so sieht man, wie der Abstimmdrehko aufgebaut ist und wo der Wellenschalter sitzt und wie er funktioniert:

   

Abstimmdrehko:

           

Es handelt sich um einen Differenzialdrehko mit fast 360° Drehwinkel, dessen Wert in der Telefunken-Dokumentation mit 720 pF angegeben ist. Nun fragt sich, ob damit gemeint ist, dass der Drehko 2 identische Statorpakete zu jeweils 720pF hat, oder 2 Pakete zu jeweils 360 pF.

Aufgrund des großen Drehwinkels hat man bevorzugt, die Rotorkontaktierung nicht über eine Kontaktspirale. sondern über einen Schleifer vorzunehmen.

Wellenschalter und Spulensatz:

Viel kniffliger ist ist der Aufbau des Wellenschalters. Die Wellenschalterachse sitzt direkt über dem dreistufigen Betriebsartenschalter (Netz Aus - Radio - Grammophon), und seine Achse ist in genau solchen Böcken geführt wie dieser:

       

Jeweils unten im Bild die 6x6mm Vierkantachse des Betriebsartenschalters. Die im 2.Bild horizontal stehende Schaltwippe mit 2 Raststellungen trägt links zwei Stehbolzen, in die der Schaltnocken der Skalenscheibe eingreift. Nach einem Schwenkwinkel von 180° wird der Wellenschalter umgeworfen und ein anderer Spulensatz aktiviert.

Die Schaltzungen des Wellenschalters sehen ganz ähnlich aus wie die des Betriebsartenschalters.

   

So wie der Betriebsartenschalter hat auch der Wellenschalter eine Vierkantachse, jedoch endet diese zur Front hin in einem 4mm Zapfen, während sie auf der Rückseite durch eine angespitzte Madenschraube zentriert wird. Auch die Schleifkontakte der beiden Schalter ähneln sich - so habe ich die Hoffnung, dass ich die des überschüssigen Betriebsartenschalters umfunktionieren kann.

Interessant wird es auf der Oberseite des Wellenschalters.

       

Man erkennt eine von oben auf die Lagerböcke aufgeschraubte Pertinax-Montageplatte, durch die von unten her die Schaltzungen des Wellenschalters hindurchragen.
Weiterhin sieht man eine mit grober (MW) und eine mit feiner (LW) Litze gewickelte Luftspule.

Jetzt kommt das, was ich nicht verstehe:
In der Telefunken Dokumentation steht, dass es sich bei der Spule "3" (mit 2 Anzapfungen) um die MW-Spule handelt, bei Spule "4" (mit 1 Anzapfung) um die LW-Spule. Hier noch einmal ein Auszug aus dem Original Tfk-Schaltbild (links). Besser erkennt man die Umschaltung auf dem ART-Schaltbild (rechts).

       

 Nun frage ich mich, wie denn die Rückkopplung funktionieren soll?

Ich hatte angenommen (so sieht es ja im ART-Schaltbild aus), dass die mit mehr Windungen gezeichnete Spule 3 (rechts bei ART) die eigentliche Schwingkreisspule sei, und dass bei MW-Betrieb der untere Teil nach Masse kurz geschlossen wird.

Weiterhin hatte ich bisjetzt geglaubt, dass die mit weniger Windungen gezeichnete Spule die Rückkopplungsspule sei, und dass auch hier bei MW der untere Teil des Wickels nach Masse kurz geschlossen wird.

Wenn aber TFK Recht hat, hat nur die LW Spule "4" Verbindung zum Rückkopplungsdrehko. Woher bekommt denn dann die MW-Spule ihre Rückkopplung - abgesehen vom Streufeld der senkrecht zueinander angeordneten Luftspulen.

Irgendetwas verstehe ich da offensichtlich nicht. Wer erleuchtet mich?

Hat zufällig jemand so eine Spulenplatte oder solche Spulen in seinen Vorräten? Ich werde noch eine entsprechende Suchanzeige aufgeben.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#95
Hallo Harald
Das nenn ich Glück haben! Solche Beziehungen sind doch Goldwert! Nun mit dem Frontrahmen bekommt das Gesicht. Mit großen Interesse verfolge ich nun diesen Bericht und ahne, welche Arbeit in diesem Radio steckt.
Das Problem , woher die Mw-Spule ihre Rückkopplung bezieht kann ich Simpel jedoch nicht erklären, außer das ich evtl. auf die Anordnung der Spulen tippen würde. Vieleicht beeinflußen sie sich durch ihre Stellung zueinander
Radiogrüße Detlef

Wer nicht mit dem zufrieden ist was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem was er hätte, wenn er es haben würde.
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#96
Das ist wirklich ein großes Glück, nochmal so einen Rahmen zu bekommen. Wer ein solches Gerät besitzt, hat es wohl meist eher nicht in Teilen herumstehen. So bist Du doch schon wieder einen großen Schritt weiter. Viel Erfolg weiterhin!
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#97
Klasse, einen solchen Glückstreffer wie den originalen Rahmen hat man selten.
Wäre es nicht der Fall gewesen, so wäre zusätzliche Arbeit entstanden, aber ehrlich gesagt hatte ich befürchtet, dass dort mehr Material abgesägt worden wäre.

Auch der Blick in den Original-Arcofar bezüglich der Skalenzeiger ist hier die einzig mögliche Alternative, um so etwas wieder hinzubekommen. Aber das wird wieder was mit dem Radio !


Was die Spulen anbetrifft: irgendwie erinnern mich die beiden im Bild gezeigten Spulen an eine auseinandergesägte DKE-Spule. War Telefunken hier wirklich schon so fortschrittlich, 1930 solche Kreuzwickel-Litzenspulen zu verbauen?


Gruß
k.
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Gruß
klaus

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#98
Nach einer Zwangspause während der die mechanische Werkstatt meines ehemaligen Institutes  einige Teile nachgefertigt hat, bin ich nun mit meinem ARCOFAR etwas weiter gekommen.

Wellenbereichsschalter

Der Wellenbereichsschalter fehlte bei mir ja ursprünglich total, aber an dem Spritzgussteil, das ich kürzlich vom Kollegen Zylka bekommen hatte, waren immerhin die Halteböcke vorhanden und die Fotos, die ich bei ihm am geöffneten Gerät machen durfte, waren aufschlussreich genug, um die Teile nachzufertigen.

Wie auch beim Betriebsartenschalter wird für den Wellenbereichsschalter eine quadratische 6x6 mm Achse verwendet. Da im meinem ursprünglichen, demolierten Frontrahmen die Bereichsschalterachse noch vorhanden war, liess ich diese entsprechend umarbeiten:

   

Ein Problem bestand nun darin, dass auch die Rastplatte mit den Stehbolzen nachgefertigt werden musste. Der Betriebsartenschalter hat 3 Raststellungen, der Wellenbereichsschalter aber nur 2.

   

Die Lösung war relativ einfach: Die Rastplatte des Betriebsartenschalters wurde so abgesägt, dass sie nur noch zwei Raststellungen hatte. Die den "Zähnen" gegenüberliegende Seite war leider abgerundet.

   

Hier wurde mit der Laubsäge aus 2mm starkem Ms-Blech ein passendes Teil ausgesägt und an die Rundung der auf 2 Zähne reduzierten Rastplatte angelötet.

In das angesetzte Stück Ms-Blech wurden Gewindelöcher gebohrt. Nun fehlten doch die Stehbolzen, in die der Schaltnocken der Skalenscheibe eingreift. Da habe ich bei meinen Relais noch 2 alte Postrelais mit 4 mm Führungsstiften gefunden. Die konnte man leicht anpassen.

So sieht die fertige Wellenschalterachse aus. Man sieht so etwas die gelötete Stelle:

       

und so im eingebauten Zustand:

       

Zur Vervollständigung des Wellenschalters fehlen nun noch die Schaltkontakte. Auch hier werde ich die Kontakte des Betriebsartenschalters verwenden. So sehen sie aus:

   

Natürlich müssen sie entsprechend dem Schließschema des Wellenschalters umgearbeitet werden.


Skalenscheibe

Weniger kompliziert gestaltete sich die Komplettierung der Skalenscheibe. An Herrn Zylkas ARCOFAR wurden die Fehlteile ausgemessen, eine Werkstattzeichnung angefertigt und ab zum Dreher.

       


So sehen die nachgefertigten Führungsbuchsen der Skalenscheibe aus.

       

Im Originalzustand sind sie zusammengenietet - jetzt werden sie mit M2 Gewindeschrauben zusammengehalten.

       

Den Schaltnocken habe ich aus einem Stück Vierkantmessing gefeilt - macht keinen Spaß. Auch für dessen Befestigung an der Skalenscheibe werden jetzt M2 Schräubchen verwendet.

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Nun eine Bilderreihe zum Verständnis der Umschaltung des Wellenschalters.

Schwarze Zahlen auf der Skalenscheibe -> Mittelwelle; Rote Zahlen auf der Skalenscheibe -> Langwelle.

Ausgangspunkt: Skalenscheibe Linksanschlag (Mittelwelle):


       

Skalenscheibe kurz vor dem Umwerfen der Schaltwippe des Wellenschalters:

       

Skalenscheibe kurz nach dem Umwerfen der Schaltwippe des Wellenschalters:

       

Skalenscheibe auf Rechtsanschlag
 
       

Natürlich fehlt hier noch der Abstimm - Drehkondensator. Und da sind wir bei einem interessanten Thema. Warum hat Telefunken eigentlich einen Differentialdrehko 2 x 720pF verwendet und beim Umschlalten von MW auf LW nicht nur die Bereichsspulen sondern auch von einem Statorpaket des Drehkos zum anderen umgeschaltet??? Schließlich dreht man die Skalenscheibe beim DKE ja auch um 360° und schaltet nach 180° lediglich die MW-Spule parallel zur LW-Spule?

Die Antwort: Beim DKE läuft die Skala bei MW und LW frequenzmäßig gegensinnig. Dreht man über den Umschaltpunkt hinweg, läuft die Kapazitätsänderung bei gleichem Drehsinn des Rändelrades in die Gegenrichtung. Das empfand Telefunken offensichtlich als unästhetisch, und daher verwendete man einen Differentialdrehko.

Wenn einen diese Feinheit nicht stört, kann man also im Prinzip an Stelle des 2 x 720 pF Abstimmdrehkos genauso gut den Rückkopplungsdrehko (wenn man einen übrig hat) verwenden. Der hat nämlich fast dieselbe Kapazität. Nur hat man dann wie beim DKE gegenläufige Skalen.

Weiterhin fehlen auch noch die Schleppzeiger, die auf dem 21 mm Durchmesser Bund der vorderen Führungsbuchse sitzen. Auf den Frontaufnahmen sieht man den für die 2 Zeiger und eine Wellenscheibe vorgesehenen Hohlraum.

Wie man an den Bildern sieht, bin ich z.Zt. dabei, die Spulenträgerplatte nachzuempfinden. Versuchsspulen aus VE und DKE habe ich von Dietmar (DiRu) und Andreas_P bekommen. VIELEN DANK!!! Da muss ich noch ein wenig mit der Laubsäge arbeiten.

Übrigens werde ich auch für die an der Spulenträgerplatte sitzenden Wellenschalter - Schaltfedern die des Betriebsartenschalter wiederverwenden. Hier kommt nichts um!

Darüber wird dann später berichtet.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#99
Hallo Harald,

da bist Du ja wieder mal dabei eine Meisterleistung zu vollbringen.
Ich glaube jeder andere,vielleicht Andreas ausgenommen,hätte hier das Handtuch geworfen.
Ein prima und vor allem im Detail hervorragend bebildeter Bericht.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und Vollendung.

Herzliche Grüße
Robert
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Beeindruckend! Die Messingarbeiten sind sehr gut gelungen. Das wird wahrhaftig ein Meisterstück Smiley20
Radiogrüße Detlef

Wer nicht mit dem zufrieden ist was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem was er hätte, wenn er es haben würde.
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