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VHF/UHF-TV-Tunerbaugruppe gesucht
#1
Gesucht wird ein TV-Empfangstuner aus der Analogära für die
alten Bänder I/III/IV/V, welcher nicht PLL-gesteuert ist, also noch
mit potentiometergesteuerten Stationstasten arbeitet.
Desweiteren sollte der UHF-Teil nicht mehr mit Leitungskreisen,
sondern schon (Ende der 80er gabs das dann) mit Spulen
bestückt sein.

Ein Schaltplan muss zumindest recherchierbar sein, da ein
Umabgleich erfolgen mussl.

Der (umgebaute) Tuner soll vorwiegend dazu genutzt werden,
ein SAT-ZF-Signal von ca 700 MHz vom OSCAR 100 auf einen
KW-SDR umsetzen zu können.

VG Micha
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#2
Hallo Micha,

aus meiner Sicht erfüllen z.B. die letzten C-Diodentuner (ca. ab 1987) von RFT die gestellten Bedingungen !
Dort wurden auch recht hochwertige Transistoren verbaut.

Aber warum keine Leitungskreise verwenden ?

Ich würde mich auch an UHF-Konverter-Bauanleitungen halten. Du schreibst etwas von KW-Band ? Wenn die Umsetzungsfrequenz zu klein ist, könnte ein doppeltes Herabmischen sinnvoll sein, viell. erst auch 40 MHz und dann auf das gewünschte Band.

Gruß Ingo
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#3
(09.06.2019, 23:43)hardware.bas schrieb: , welcher nicht PLL-gesteuert ist, also noch
mit potentiometergesteuerten Stationstasten arbeitet.


Der (umgebaute) Tuner soll vorwiegend dazu genutzt werden,
ein SAT-ZF-Signal von ca 700 MHz vom OSCAR 100 auf einen
KW-SDR umsetzen zu können.

VG Micha

Die Frequenzstabilität solcher Tuner dürfte für Schmalbandanwendungen (CW, SSB) im Satellitenfunk
unzureichend sein. Ein solcher Tuner arbeitet im Fernsehbereich bei einem relativ
breitem Signal ohne Probleme. Bereits einige Hz Drift, die beim TV-Empfang 
keine Probleme sind, machen aber CW, SSB Empfang nahezu unmöglich.

Gruß Bernhard
Bei Fragen zum Umbau oder zur Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung oder einfach nur Kontakt- bitte Email unter: mbernhard1945(at)gmail(dot)com

mein PGP-Key unter: https://pgp.mit.edu  Keyword: mbernhard1945
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#4
Hallo Micha,

das hört sich nach einem interessanten Projekt an. Wie Bernhard45 schon geschrieben hat word es vermutlich schwierig sie Frequenz des Oszillators im Tuner soweit konstant zu halten, dass ein Empfang von SSB Spaß macht 100Hz bei einer Frequenz von 600MHz sind schnell passiert und das ist bei SSB schon sehr viel. Ich würde wenn dann lieber einen Tuner mit PLL verwenden und die Vorkreise

a) Schmalbandiger machen und

b) Nachtstimmen, dass die Frequenz passt. Die PLL im Tuner erzeugt ja nur eine Steuerspannung die den Oszillator steuert. Die anderen Kreise laufen quasi mit. Ein Beispiel:

Wenn Du 700 MHz auf 20MHz herunter mischen möchtest und die Frequenzlage erhalten werden soll sprich höhere Eingangsfrequenz ergibt auch höhere Ausgangsfrequenz, dann  müsste der Oszillator bei 680MHz schwingen. Das lässt sich sicher mit der PLL einstellen. Ein Arduino oder PIC Prozessor geht da vermutlich um die SCL und SDA Daten zu erzeugen.

Nun muss noch der Durchlassbereich des Eingangsverstärkers mit seinen Filtern um ca. 60MHz nach oben verschoben werden. Bei TV Tunern liegt die Empfangsfrequenz unter der Oszillatorfrequenz, das hat z.B. zur Folge, dass die Ton ZF 33,4MHz ist bei einer Bild ZF von 38,9MHz obwohl ja der Tonträger vom Sender her 5,5MHz über dem Bildträger liegt. Im unmodifizierten Tuner liegt also die Empfangsfrequenz 40MHz unter der Oszillatorfrequenz. Um das zu ändern müssen die Eingangskreise entsprechend verändert werden. Das sollte aber gehen wenn man etwas an den Werten der Kapazitäten in den Schwing- bzw. Leitungskreisen spielt. Eine Verringerung der Bandbreite durch kleinere Koppelkondensatoren hilft hier auch um die Mittenfrequenz nach oben zu bekommen.

Ein anderer Weg wäre den Oszillator einfach "tiefer zu legen". Das ginge indem Du am unteren Ende der Kapazitätsdiode im Oszillator das meist gleichspannungsmäßig auf Masse liegt eine Spannung von 2-3V anlegst. Dadurch verringert sich die gesamte an der Diode anliegende Spannung und die PLL gleicht das aus indem sie die Steuerspannung aller Kapazitätsdioden nach oben verändert - schon haben wir den gewünschten Effekt und das ganz ohne Frickelei an den Schwingkreisen. Bei dieser Methode würde ich die Hilfsspannung einstellbar machen und so das Maximum an Empfindlichkeit durch Probieren suchen.

Weiter musst Du noch folgendes bedenken:

- Wenn Du z.B. auf 20MHz herunter mischst hast Du zwei Frequenzen die der Tuner dann umsetzt. Das ist einmal die gewollten 700MHz da 700-680=20 ist. Aber es gibt auch eine Spiegelfrequenz 680-660=20 Der Tuner sollte also bei 660MHz in diesem Beispiel nicht mehr viel durchlassen, deshalb habe ich vorgeschlagen die Eingangskreise loser zu koppeln um deren Bandbreite zu verringern. Ich weiß natürlich nicht ob von der Sat ZF her überhaupt bei 660MHz in diesem Fall etwas an Signal vorhanden ist.

- Durch die schmalbandigen Signale wird das Phasenrauschen ein wichtiger Faktor der beachtet werden muss. Jede PLL hat einen gewissen Jitter also eine Unruhe um die die Frequenz des Oszillators pendelt das wirkt sich als ungewollte Phasen- bzw. Frequenzmodulation aus. Es ist deshalb ratsam die Zeitkonstanten des PLL Tiefpasses zu überprüfen und das Schleifenfilter ggf. langsamer zu machen. Im TV muss ja ein relativ großer Frequenzbereich beim Abstimmen schnell durchlaufen werden, das bedingt eine PLL die schnell reagiert sprich eine kleinere Zeitkonstante des Tiefpasses im Schleifenfilter. Bei deiner Anwendung geht es um beste "Frequenzruhe" dafür ist eine größere Zeitkonstante besser.

Nur so ein paar Überlegungen...
Viele Grüße
Semir
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"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer der wußte das nicht, und hat es gemacht."
(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#5
Danke für die bisherigen Antworten,

die späten RFT-Tuner und sicherlich auch die aus dem sogenannten NSW
basierten auf Spulen und SI-Transistoren. Gegen Leitungskreisen ist ja nix
einzuwenden, jedoch wer kann sowas einfach nachvollziehen oder gar
berechnen. Der Tuner muss eh anders abgeglichen werden und auf
Grund der geforderten Frequenzstabilität soll eine neue PLL aufgebaut
werden, denn die "alten" PLL-Schaltungen sind bekanntlich in enge
Grenzen gefasst.

UHF Konverter, durchstimmbar oder als Festfrequenz habe ich auch in
Erwägung gezogen, jedoch das Problem mit den Leitungskreisen und
GE-Transistoren hat mich bisher abgeschreckt.

Leider konnte ich die Innenschaltung eines sogenannten ASTRA-D-Konverters
aus den 1990ern bisher nicht finden, und weiss auch nicht, ob man diese
entsprechend umbauen kann.

Auch will ich versuchen, auf doppelte Umsetzung zu verzichten, und die
resultierende ZF im Bereich 15-16 MHz auszukoppeln.

VG Micha
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