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Reparatur Philettina
#1
Servus,
Das kleine Radio spielt wieder wunderbar, eine Anpassung auf 230V war nicht notwendig, da mit einem Vorwiderstand von 22-47 Ohm in der Netzzuleitung die Ua Spannungen zwar immer noch 10-12% höher blieben als im Schaltplan angegeben, aber die Heizspannungen viel zu niedrig wurden, das bewegte sich bei den E-Röhren bis hinunter auf 5,85 V und bei der UL84 bis unter 42 V. Bei genau eingestellten 220V waren die dann 6,25V und 44,9 V, bei 230V Netz sind sie 6,35 und 45,8 V. Das geht aber problemlos. Die Ua Spannungen blieben aber immer zu hoch, Abhilfe schaffte nur der Einbau eines 47 Ohm 7W vor der Anode der UY85, die Spannungen sind jetzt nur noch ca.5% höher als im Schaltplan angegeben. Der dortige 22 Ohm war eh defekt, bei den Proben knisterte es im Bereich der UY und es gab Betriebsaussetzer. Der Grund war die lose Kappe des 22 Ohm Widerstandes. Das Bild zeigt den Zustand des Gerätes vor dem Eingriff: der senkrechte dicke Kathodenwiderstand war im Wert falsch, anstatt 180 Ohm baute man 150 Ohm ein. Der da drunter liegende Gitterko 10nf Keramik war wahrscheinlich beim Tausch des Widerstandes beschädigt worden und hatte Kurzschluss (nach dem Ausbau stellte ich einen Riss im Keramikkörper fest). Im Bild und im Schaltplan habe ich alle gewechselten Teile angegeben. Es gab 2 Papierkondensatoren im Gerät, die natürlich defekt waren. Einer (der Anodenko an der Endröhre) wurde durch eine 10nf Keramikscheibe 2KV ausgetauscht, der geschirmte 10nf zum Gitter der UABC neu angefertigt, das ist der im Schrumpfschlauch. Der Gitterko zur UL wurde durch eine Keramikscheibe 10nF 1000V ersetzt. Ratioelko und Kathodenelko waren absolut tot mit uf-Restwerten. Ebenso der Netzteilelko, bei dem mir eine Malheur geschah, beim Ausbohren der alten Elektrolyten auf der Drehbank kollabierte das Elkogehäuse und zerriss. Also musste ich die beiden Elko neu bauen, das wurden dann Bauteile, denen man das Prädikat "Künstlerisch besonders wertvoll" vergeben könnte. Mehr davon in der Fortsetzung.

   

   
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

Wer mehr über meine Basteleien wissen möchte, kann meine Web Seite besuchen.


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#2
Servus,
Hier die Fortsetzung der Reparatur:

   

Neuer Kathodenwiderstand 180 Ohm, Gitterko, Anodenko der UL, Kathodenelko der UL und im Schrumpfschlauch der neue geschirmte Gitterko der UABC. Im Hintergrund die neuen Netzteilelkos.

   

Die neuen Netzteilekos im Schrumpfschlauch, eingebaut wurden huckepack (Kopf an Kopf) jeweils 2 x 47uf 250V, die hatte ich noch.

   

Weitere Ansicht der getauschten Teile, beim Löten auf der alten Pertinaxplatine muss man sehr aufpassen, das muss ruckzuck gehen, sonst lösen sich die Leiterbahnen ab.

   

Hier sieht man schön den neuen geschirmten Gitterko der UABC im Schrumpfschlauch.

   

Unten rechts im Bild der neue Ratioelko 3,2uf 63V, gebaut aus 1uf und 2,2uf  parallel geschaltet.

   

Gesamtansicht des reparierten Chassis.

   

Die gereingten Kontakte des Wellenbereichsumschalter.

   

Der kleine Mini UKW Tuner, mein Lieblingstuner. Philips baute den für 100Mhz bis 108Mhz, einfach auszubauen und einfach und unkritisch zu reparieren.

Fortsetzung folgt.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#3
Servus,
Fortsetzung:
Es ging ans Gehäuse und an den Stecker des Netzkabels. Auf dem Gehäuse waren ausser ein paar Kratzern rostbraune Flecken. Ich dachte schon drüber nach es neu zu lackieren, aber das Radio hat eben seine Geschichte, also wurde ein Versuch unternommen. Die Flecken waren keine alten Farbspritzer, sondern das waren vor Jahrzehnten zerquetschte Insekten und Fliegenschiss. Zum Glück! So konnte das Genäuse mit viel warmen Wasser, Schwamm und essighaltigem Reiniger gesäubert werden. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden und die paar Kratzer gehören eben zum Leben des Radios.
Der alte schwarze und klobige Schukostecker liess sich nicht öffnen, der war verpresst/verklebt. Schnipp, Kabel ab und einen neuen China Stecker montiert für 2-polige Ital-Norm. Diese Stecker hat hier nur der Chinese, produziert werden die in Frankreich. Leider gibt es sie nur in weiss. Aber dafür kosten sie auch nur 80 cents. Der alte Schukostecker war einfach unästhetisch, also ab in die Tonne, da er sich eh nicht öffnen liess.

   

Neuer Netzstecker.

   

Hier der neue Vorwiderstand an der Anode der UY85, dieser setzt jetzt die Ua auf einen fast genauen Wert, davor der defekte 22 Ohm Kappen-Widerstand. Da der Widerstand im Betrieb warm wird, weitert sich mit den Jahren auch die Messingkappe und wird dann nur noch vom Lack gehalten, bis zum bitteren Ende.

   

Gesäubertes Gehäuse, Frontgrill und grosses Abstimmrad.

   

Gehäuse, die paar kleinen Kratzer lasse ich, gehören zum Lebensweg des Gerätes.

   

Gereinigter Frontgrill.

Morgen geht es an den Zusammenbau. Die Frau hat das kleine Gerät schon beschlagnahmt, sie will es für ihr Studio.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#4
Hallo Volker, warum setzt Du die Netzspannung nicht mit einem Deiner kleinen Netztrafos herunter, wie Du es sonst immer machst?
Gruß aus Bremen

Enno
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#5
Servus,
Das habe ich am Ende auch probiert, hat aber den gleichen Effekt, die Heizspannungen werden zu niedrig, die Anodenspannungen ändern sich wenig oer garnicht.
Inzwischen habe ich die Philetta fast fertig. Es fehlt eine Rückwand, die schneide ich heute noch und eine kleine Messing Kappe für den kleinen Drehknopf. Auch die wird sich finden. Zur Not gehe ich in einen Modeshop und hole mir so einen goldfarbenen Pajettenbeutel. Die Frauen unter euch wissen was das ist.

   

Ohne Zusatzlicht, schöne Skalenbeleuchtung.

   

Mit Zusatzlicht, die Front ist komplett erhalten, fehlt die Kappe auf dem kleinen Drehknopf.

   

Rückseite mit geputzten Röhren.

   

Letztes Bild.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#6
Sehr schön Volker, da wird sich die Nonna aber freuen.
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#7
Mich schaudert es immer wenn ich so eine Philips zu reparieren habe. Da ist immer alles übereinander geschichtet. Eine mit Leiterplatte hatte ich bis jetzt so noch nie.
Was für mich am änlichsten kommt ist ein Grundig küchenradio was ich mal gemacht habe und die zwei AEG bimbinette
Mit Leiterplatten lässt sich natürlich fiel einfacher alles zuordnen.

Apropo Fliegenmist. Das Radio stammt nicht zufällig aus dem Paese?
Der Askar von meinem Schwiegerfater hat immer auf einem regal im Dorf gestanden.
Hoch oben wo keine Kinderhände drann können. Wohl aber die Fliegen die es in diesem dorf immer noch zu haufen gibt (intensive züchtung von Shafen) Flegengitter gab es damals so gut wie nicht.
Dafür aber die Makaroni ketten vor den tühren. Ist wie ein vorhang, last personen und wind durch, aber die fliegen nicht. Hier in Valencia sind sie fast immer grün in der farbe.

An das chassis musste ich mit verdünnung ran um den dreck + der Fettflecken der ausgelaufenen Kondensatoren Herr zu warden.
Printed on recycled Data
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#8
Servus,
Die Krux ist diese Pertinax Leiterplatte. Heute nachmittag verstummte das Radio schlagartig. Also wieder alles ausbauen, was war es? Ein Kabel von der UY85 zur Leiterplatte, der Lötpunkt auf der Platte war einfach abgerissen. Reparatur in 3 Minuten, aber danach wieder alles zusammenbauen. Das ist nervig. Jetzt werde ich einmal die Rückfront herstellen, irgendwo liegt noch Lochpresspappe im Stall.
Jedenfalls nochmals dank an Martin für die Überlassung dieses Radio Bausatzes!
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#9
Hallo Volker,
bei meiner Philettina, die ich letzten Monat repariert habe,
suche ich auch noch die Messing Kappe für den Senderwahl - Knopf.
Die Kappe vom Lautstärke - Knopf hat die selbe Größe.
   

Viele Grüße aus Peine

Detlef
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#10
Servus,
Sowas gibt es hier evt. in Modegeschäften oder Strick- und Nähzubehör. Ich werd die demnächst mal abklappern.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#11
Bei Leiterplatten knipse ich die alten Bauteile knapp ab und löte die neue Teile an die Beinchen.
Beste Grüsse

Thorsten


"Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet."

(Die fabelhafte Welt der Amelie)
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#12
Hallo Volker,

freut mich, dass das kleine Radio wieder eine Verwendung hat!

Bei mir wäre es nur im Regal verstaubt, ich habe ohnehin zu viele kleine Radios.


Viele Grüße

Martin
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#13
Servus,
Das mit den Beinchen habe ich zuerst auch versucht, nur beim Einlöten der neuen Teile löteten sich dann auch die Lötpunkte auf der Platine aus.
@Martin:
Bin sehr zufrieden mit dem Radio!
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#14
Hallo,

ich kann bei solchen Leiterplatten zum Auslöten der Bauteile Entlötlitze empfehlen.
Bei meiner Philettina hat sich beim Austauschen der Bauteile nicht ein
Lötauge gelöst.

Viele Grüße aus Peine

Detlef
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#15
Servus,
Hmmh, werde ich mir mal besorgen!
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#16
Hallo Volker,
Glückwunsch zur Wiederbelebung der "Philettina".
Diese kleinen "Philipse" sind recht empfangsstark und ein Ablageplatz ist meistens auch recht schnell gefunden,
mir gefallen diese Geräte jedenfalls sehr gut....

Viele Grüße,
Rolf
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#17
Hallo Detlef,
besorge Dir doch dieses Käppchen:

https://atr-shop.de/sonstiges/sonstiges/...-16mm?c=11

Gruß,
Rolf
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#18
Schöner Bericht, der später auch anderen helfen dürfte, die das Modell auf den Tisch kriegen. Man sollte aber auch warnen, dass dies eine furchtbare Billigkonstruktion ist, allein der Chassiseinbau kann einen mit den Hebelschalterchen zur Weißßglut bringen. Ich würde übrigens auch noch die Vitrohm-Widerstände misstrauisch prüfen, z.B. den 4,7 MOhm an der UABC.

VG Stefan
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#19
Servus,
Womit du Recht hast, diese Vitrohm habe ich punktuell geprüft, auch den an der UABC, er war werthaltig. Der Einbau der Schalter von unten geht mit Trick, beim Einschieben von unten muss man das Chassis leicht zurückziehen und die Feder der Toneinstellung mit einem langen feinen Schraubenzieher nach unten drücken, dabei den Schalter in der oberen Stellung halten und dann das Chassis nach vorne schieben, so dass die Feder unter den inneren Nocken des Schalters klick macht. Danach befestigt man das Chassis mit der Schraube an der Frontwand des Gehäuses. So bleibt die Platine blockiert. Dann schiebt man die andere Seite der Platine ganz leicht zurück (Trafoseite) und drückt den Schalter von unten über den Stahlbügel des Wellenbereichsumschalters, bis es klack macht und er eingerastet ist. Danach drückt man das Chassis wieder in Richtung Frontwand. Achtung! Das Chassis auf der Trafoseite wird durch keine Schraube gehalten, sondern nur durch die nach unten einrastende Rückwand.
Billigkonstruktion ist richtig, aber der Tuner ist sehr gut.

@Hallo Rolf, der Tip mit dem Abdeckplättchen ist sehr gut, danke!
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#20
Servus,
Ich hatte leider nur noch ein kleines Stück Loch Presspappe. Habe das aber trotzdem montiert, da die Rückwand das Chassis trafoseitig in Position hält, das ist nämlich nirgendwo befestigt im Gehäuse in diesem Bereich. Das Chassis wird nur ganz rechts mit einer Schraube beim Poti von innen befestigt.
Also, drückt man auf das Abstimmrad, besteht die Gefahr, das das Chassis nach hinten rutscht und dann fällt die Taste aus dem Gehäuse. Das Chassis liegt direkt an der Rückwand an und ist damit in richtiger Einschubposition. Dieser Typ Philetta ist ein absoluter Spartyp des Global Player Philips. Obwohl der Empfang sehr gut ist auf UKW mit der Zimmer-Wurfantenne. Das liegt aber auch an unserer UKW/DAB Versorgung, fast alle nationalen und lokalen Stationen senden hier von den Handy Masten mit kleinen Sendern, die nur 300-400m weit entfernt sind. Nur wenige Stationen sind hier 3km Luftlinie entfernt auf einem Hauptmasten mit grottenschlechter Leistung.

   
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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