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Siemens 520W
#1
Hallo Freunde,

mich schrieb neulich unser Mitglied Wolfgang (Wolfer1952) an. Ich habe ein 30 er Jahre Radio. Das interessiert mich nicht. Ich will es Dir gerne schenken. Ich habe mich natürlich gefreut. Wolfgang schickte mir Bilder von dem Gerät. Es ist der Herr im Frack. Der Siemens 520W. Das Gerät ist ein Einkreiser mit einer RGN1064, einer AF7 und einer RES964. Wolfgang schickte mir das Gerät dann gut verpackt zu. Lieber Wolfgang, auch auf diesem Wege vielen Dank.  Zustand des Gerätes. Das Gehäuse ist aus Holz. Wie bei vielen dieser Geräte blättert der schwarze Lack ab. Die 2 mittleren Halter an der elfenbeinfarbigen Blende sind ab  gebrochen. Das Chassis und der Lautsprecher sind im guten Zustand. Vom Chassis muss dann der Flugrost entfernt werden.

Alles ist machbar. Wie bei allen Siemens-Geräten dieser Machart gibt es Probleme mit dem Ausbau des Chassis. Die Knöpfe erschweren den Ausbau enorm. Die Knöpfe sind schon brüchig (siehe Bild). Dann kommt erschwerend hinzu, dass die Madenschrauben sehr festgefressen sind. Resultat, die Schraubschlitze der Madenschrauben sind abgedreht und somit die Gewindebolzen nicht mehr zu bewegen.  Mit Gewalt abziehen ist hier nicht angeraten. Das würde die Gestänge im Chassis beschädigen. Ich bin hier so vorgegangen: Die weißen Knöpfe sind eh rissig. Mit einem kleinen Madenschraubenzieher lann man in die Risse gehen und vorsichtig die weißen Knöpfe sprengen. Hier war ich verwundert. Unter den weißen Gehäusen befinden sich runde Bakelitkörper. Ich könnte an so etwas schon wieder verzweifeln. Die runden Bakelitkörper besitzen eine Nut. Die weißen Knöpfe in ihren Gehäusen haben an dieser Stelle eine Strebe, die in die Nut greift.

Frage an die Feinmechaniker unter Euch: Ich will die Bakelitkörper nicht zerstören. Wie bekomme ich die denn nun am Besten ab? Ausbohren der Madenschrauben.... Nein, das bekomme ich nicht hin. Ich dachte mir, dass ich die beiden Dinger mit einem Dremel längs der Achsen einschneide. Das müßte doch den Druck auf die Madenschrauben etwas nehmen. Vielleicht kann man die beiden Dinger dann abziehen. Ich habe auch schon überlegt, Knöpfe mit identischen Durchmesser zu suchen und eine Nut in die Knöpfe zu schleifen.

Wäre man voreilig, würde man mit einer kleinen Dremel-Trennscheibe die braunen Körper einfach zerlegen. Ob es da noch eine andere Möglichkeit gibt?
Ihr wißt ja, ich habe zu allem Lösungsansätze. Aber das hier ärgert mich schon mal wieder gewaltig. Der hintere Knopf war mit Rödeldraht notdürftig geflickt. Er ginge flott von der Achse.

Hier noch mal Bilder vom Radio.

Das Gerät von vorne:

   

Auch von hinten sieht es doch brauchbar aus.

   

Hier die Knöppe. Der linke fehlt.

   

Tja und hier die übrig gebliebenen Rundkörper. wie macht man die schonend ab?

   
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#2
Hallo Andreas - nur eine Idee - knifflige Kiste - einen Versuch wäre es wert - wäre es mein Apparat könnte ich mir ein Vorgehen um die Bakelit-Zylinder von der Achse zu bekommen wie folgt vorstellen:
Eine Bohrung setzen - von vorne stirnseitig in den Bakelit-Zylinder sehr nahe an der Metallachse entlang genau bis zu der Stelle wo dann nach den paar mm die Bohrerspitze (1,0 bis 1,5 mm-möglichst neuer Bohrer) auf den "Kegel" der Madenschraube trifft, also auf den Punkt der die Spannung dort zwischen Bakelit-Zylinder und Metall-Achse darstellt.
Beim rechten Knopf (Bakelit-Zylinder) würde ich ebenso stirnseitig von etwas außerhalb der Mitte schräg auf das Ende der Madenschraube zubohren - weil hier das Ende der Metallachse und die Stirnseite des Bakelit-Kegels nicht bündig sind.
Das sollte dann jeweils die Spannung aufheben und der kleine Bakelit-Zylinder müsste sich nach vorne abziehen lassen - evt. auch drehend  abziehen lassen. Eine Verwendung von Öl (Feinmechaniker- / Fahrrad-Öl) kann hier auch hilfreich sein. Die Metall-Achse sollte keinen größeren Schaden dadurch nehmen und weiter verwendet werden können - sehen würde man ohnedies von der Operation nachher nichts.
Okay - absolut knifflig die Angelegenheit - aber mit bissele Dusel können die Bakelit-Zylinder heile bleiben und wieder verwendet werden - worst case zerbricht halt alles, weil alt und spröde - kann auch sein - dann wars dennoch den Versuch wert.
P.S.: Für einen Zahntechniker oder Uhrmacher (?) wäre es eine leichte Übung ( Späßlein )
Der Draht ist die Seele des Radios !
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#3
Ich sehe da nur eine Möglichkeit auf die Achse Kriechöl geben ein paar Tage einwirken lassen und dann mit einem kleinen passenden Abzieher versuchen die Teile abzuziehen wenn du sie unbedingt erhalten möchtest.
Nur wer hat so kleine Abzieher.
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#4
Zitat:"Nur wer hat so kleine Abzieher?"
Bei Bedarf - bitte melden.
(Spannweiten ca. 3 bis 36 mm)
   
Noch eine Möglichkeit wäre ein kleiner Links-Bolzen-Ausdreher passend zum Durchmesser der Maden-Schräublein mit entsprechenden Vorbohrungen - aber ebenso ziemlicher "Fieselkram".
Der Draht ist die Seele des Radios !
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#5
Hallo Richard und Karl-Heinz,

die Sache mit dem Abzieher finde ich am Besten. Das werde ich versuchen. Ich werde jeden Tag WD40 von oben in die Bakelitkörper sprühen. Ja, wenn der Karl-Heinz mir mal seinen Abzieher pumpen würde. Smile Karl-Heinz, ich schreibe Dir mal eine PN.
Dann muß ich mal den Frank (Moschti) fragen, ob ich die Bakelitkörper mal zu den beiden Zierleisten legen darf. Er kann sicherlich die Madenschraube ausbohren.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#6
Ganz ehrlich?
Ich hab nicht verstanden, warum Du die Bakelitdinger nicht zerdremelst!
Ob Du nun komplett neue Knöppe gießt oder die neuen um die Bakelit-Teile drumrum - wo ist der Unterschied Smiley57
Gruß,
Uli
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#7
Hallo Andreas - geht klar - PN=unterwegs - mach das mal so, wie Du denkst - gibt immer mehrere Wege zum Ziel.
Der Draht ist die Seele des Radios !
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#8
Solange wie die Madenschraube fest sitzt und klemmt, wird der beste Abzieher nichts nutzen.
Das schreibe ich aus Erfahrung.
Wenn sie zudem noch in einer Vertiefung sitzt (siehe linke Achse im letzten Bild) und sich nicht
lösen lässt, dann hilft nur die Zerstörung des Bakelitkörpers.
Grüße aus Wassenberg,
Norbert.
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#9
Norbert du hast vollkommen recht die Nut hatte ich übersehen da hilft nur die Dremel.
Die Madenschraube ausbohren wird nicht gehen da der Bohrer 100% ig verläuft.
Es ist viel einfacher die Teile neu herzustellen.
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#10
Na ja - Norbert und Richard - käme drauf an, ob auch am rechten Knopf, respektive auf der Achse dort eine Nut verläuft - muss man fast davon ausgehen, leider. Dann ist abziehen echt nicht möglich ohne Zerstörung. Dann käme wiederum die Vorgehensweise aus meinem #2 in Erwägung - wenn auch zugegebenermaßen echt knifflig.
Anderenfalls könnte ein ziemlich flach geschliffener Bohrer doch den oberen Teil der Maden-Schraube eben "fräsen" - mit wenig Druck arbeiten - und es verläuft Nix so sehr - und dann mit normal geschliffenem Bohrer weiter ausbohren.
Andreas - Du gibst uns bescheid wie Du verfahren möchtest (?) - ich warte dann mal noch ab.
Der Draht ist die Seele des Radios !
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#11
Hallo Andreas,

über den inneren Aufbau der Schatullenknöpfe und den Zweck der Bakeliteinsätze hatte ich hier schon etwas geschrieben.

Die Achsen der Schatullen haben teilweise eine Eindrehung in die die Madenschraube eingreift. Sieht man hier auf einem Bild der Chassis-Frontansicht des 53WL. Wenn man mit so einer Achse zu tun hat, nützt der Abzieher leider nichts. Da hilft nur, die Bakelit-Einsätze mit dem Dremel längs aufzusägen. Oder WD40 und viel Geduld...
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#12
Hallo Freunde,

eines habe ich ja im Laufe meiner vielen Basteljahre gelernt. Wenn die Fachleute sagen, das geht nicht, dann wird das auch nicht funktionieren. Mit diesem mechanischen Arbeiten stehe ich leider auf Kriegsfuß. Ich danke Euch sehr für Eure Meinungen und Tips. Ich bin jetzt weiter gegangen. Wie Harald schon empfahl habe ich die Körper mit dem Dremel längs aufgeschnitten. Und zwar habe ich das in den Nuten des Bakelitkörpers gemacht. In den jeweiligen Schnitt konnte ich dann eine breitere Schraubenzieherklinge stecken. Man konnte jetzt die Körper exakt in der Mitte trennen. Die Hälften sind glatt getrennt. Ich bin so auch an die Madenschrauben mit Muttern gekommen und konnte diese entfernen. Ich will eine Experiment wagen: Ich versuche die Bakelitkörper mit einem kräftigen 2k-Kleber zusammen zu kleben. Dann kommen in die aussparungen neue Vierkant- Muttern und Madenschrauben. Dann stecke ich die Dinger mal auf die Achsen und werde die Madenschrauben probeweise kräftig anziehen. Mal sehen, ob das hält.

Lieber Karl-heinz, danke für Dein Hilfsangebot. Aber das hat sich nun erledigt.

Bilder reiche ich Euch dann noch nach.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#13
Mit den Muttern musst du vorsichtig sein.

   

Wie auf diesem Bild zu sehen ist, sind die Madenschrauben-Muttern auf einer Seite abgerundet, damit der Druck auf die Bakelitoberfläche verteilt wird. Die Materialstärke des Bakeliteinsatzes ist bei den Muttern recht dünn, sodass bei Verwendung einer normalen (nicht gerundeten) Mutter das Bakelit beim Anziehen der Madenschraube garantiert ausbricht.

Alternativ könnte man sich überlegen, ob es nicht besser wäre, den Bakeliteinsatz dort mit einem neuen Gewindeloch zu versehen, wo man mehr Materialstärke zur Verfügung hat. Da bräuchte man nicht einmal eine Mutter.

PS: Ich sehe gerade, dass ich noch einen intakten Bakeliteinsatz habe. Wenn Du den möchtest, lasse ich ihn Dir zukommen.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#14
Ich hab das Problem IMMER noch nicht verstanden!
Ich dachte, die elfenbeinfarbigen Teile sind bei Andreas sowieso hin. Das bedeutet, er muss sich neue Knöpfe gießen, oder? Dann kann man die doch gleich "komplett" durchgehend hell machen und nach bewährter Art Madenschrauben rein machen. Warum braucht's unbedingt diese Einsätze?
Gruß,
Uli
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#15
Schon richtig, Uli, aber ich war davon ausgegangen, dass Andreas die beiden verbliebenen Knöpfe restaurieren möchte. Ist nämlich nicht so einfach, diesen Elfenbein-Farbton beim Nachguss richtig hinzubekommen.

Inzwischen habe ich festgestellt, dass ich noch einen kompletten Knopf habe - und zwar den kleinen auf der linken Seite, also den ohne die Bereichseinprägungen.

Also Kommando zurück: Ich habe keinen überschüssigen Bakeliteinsatz sondern diesen kompletten Knopf. Der Einsatz war lediglich aus diesem herausgefallen und die Umhüllung hatte ich zunächst nicht gesehen.

Hier sieht man, wie die Knöpfe aussehen sollten.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#16
Ja, die Einsätze erklären mir es auch nicht, warum man das so gemacht hatte.
Vielleicht gab es damals noch Probleme mit dem teuren Kunststoff. Bakelite gab es ja damals nicht in weis.
Nachgießen sollte aber trotzdem funktionieren. Es ist nicht ganz so einfach den Großen zu gießen, würde aber gehen.
Die Farbe, da muss man ein wenig experimentieren. Sollte aber Machbar sein.
Mir fehlt derzeit die Gießmasse und Abformmittel dazu.
Von der Zeit rede ich erst gar nicht, die muss man dafür nehmen. Haus, Hof, viel Kleinkram für andere und Motorrad Restauration für mein Ralph lassen da keinen Spielraum für die Werkstatt.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#17
Hallo Frank und Mitlesende,

warum hat unser Uli eigentlich immer das letzte Wort? Smile Smile Nachts habe ich wieder über die Knöpfe gegrübelt. Jetzt schreibst Du es auch noch. Ja, die Knöpf werden nach gegossen. Der Aufwand für die ollen, bröseligen Dinger ist zu groß. Gerade habe ich auch Harald darüber eine Mail geschrieben. Setze ich die Bakelitkörper in Stand und der 2K-Kleber gibt dann schließlich im Laufe der Zeit doch nach, weiten sich die Körper und zerbrechen mir die weißen Hüllen vollends. Also alles Andere ist Blödsinn. Die Dinger werden neu gegossen und gut. Einzig: Ich werde zumindest versuchen, den Mittelknopf zu erhalten. Das wäre nämlich schon aufwändiger. Und Du weißt doch - die Knöppe fertige ich mir selber. Wenn Du mir dann nur mal meine Zierleisten richten könntest...... Smiley61
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#18
Habe doch geantwortet, schick sie her und ich kümmere mich drum.
Beim Färben der Gussmasse aufpassen. Einen ganz klein wenig Gelb dazugeben, nur eine Stecknadelspitze voll.
dann erreichst du auch das gewünschte Weiß.
Schau hier, das waren nur rest Gießharz, das dann in irgend eine Form kommt, bevor ich es wegschmeiße.
Smile

   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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