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Einfaches Gerät zur Kondensatorprüfung
#1
Hallo,

ich kann die Aussage von Frank zu den goldfarbenen Kondensatoren nur feurig bestätigen !
Die wurden wohl so Mitte...Ende der 60-er eingeführt (? nur empirische Aussage aus verschiedenen Geräten dieser Zeit) und sollten wohl die SItuation verbessern (Gewaplast, die noch viel schlimmer sind).

Das gute Aussehen täuscht gewaltig ! Das sind Papierkondensatoren mit etwas besserer Gießharzvergußmasse, die aber auch nicht verghindern kann, daß Feuchtigkeit eindringt. Diese Kondensatoren sind bei mir AUSNAHMSLOS fehlerbehaftet, wobei sich das je nach Anwendung mehr oder weniger in der Schaltung äußert.
Kurzschluß oder echte Niederohmigkeit haben die selten, aber die typischen Probleme feuchter Papierkondensatoren, Leckstrom, Quellenspannung und Erhöhung der Kapazität. Bei mir betrifft das ALLE Kondensatoren, die ich dazu in den Händen hatte und auf diese Probleme geprüft hatte.

(Ich hab mir aus Komplementärtransistoren einen Durchgangsprüfer gebaut, der kann so ca. 50nA oder sogar pA  Strom über eine LED anzeigen, d.h. auch Verschiebeströme, sehr interessant... ! Das bedeutet, daß ein 0,1µF Kondensator sich in einigen Sekunden auflädt, lustig, sieht aus, als wäre es ein "Elko". Dieses kleine Teil zeigt die Probleme mit Kondensatoren wahnsinnig eindrucksvoll: Während die LED bei ordentlichen Kondensatoren nach 10...20 Sekunden verlöscht (man könnte auch die Ladekurve aufzeichnen, optisch "sieht" man die e-Funktion, weils keine Konstantstromladung ist), leuchtet sie bei schlechten praktisch erstmal dauerhaft ! Mit dem normalen Ohmmeter sieht man das Problem nicht, ebensowenig mit C-Testern, die höchsten vielzuviel C anzeigen)

Die roten KOWEG danach hatten das Problem der Papier-C's nicht mehr, logisch, waren Kunstfolie-Cs, aber dafür manchmal Kontaltschwierigkeiten, da hatte Frank auch mal was geschrieben mit Bild...)

Also ich empfehle den Austausch aller dieser "Goldies", höchstens im Klangregler oder an unbedeutender Stelle wie Abblock-Cs kann man die erstmal drinlassen. Als g1-Kondensatoren definitiv nicht.

Gruß Ingo
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#2
Hallo Ingo,

da wäre es doch schön, wenn Du uns Deinen Tester zeigst und den Schaltplan dazu her einstellst.
So haben alle etwas davon.

Viele Grüße

Peter
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#3
Hallo Peter,

die Schaltung kann ich sfort liefern, die kleine Platine hab ich z.Z. irgendwo versiebt (Chaos-Messie-Werkstatt^^)...
Die Schaltung ist wirklich sehr einfach, eventuell mit günstigen Transistortypen spielen:

   

Das "Geheimnis" ist die rel. hohe Stromverstärkung moderner Transistoren bei sehr geringem Reststrom, die Komplementärtechnik und eine Superhelle LED als Anzeige, die bekanntlich schon sehr geringe Ströme anzeigen kann, entsprechend gering kann der Strom am Eingang sein, um eine Anzeige zu bewirken.

Ich hab das mal zum Testen gebaut und dann bei Langeweile ein bischen damit rumgespielt. Interessant sind auch die Verschiebestromspielereien, also wenn man eine große Fläche (Kühlblech) anschließt und die Lage zur Schaltung (Bezugspotential) ändert, führt das schon zum kurzzeitigen Aufleuchten.

Die 200nA als Mindeststrom zum sichtbaren Aufleuchten hatte ich mal mit einem Multimeter gemessen.

Die verdächtigen Papierkondensatoren kann man nun anstelle des "Prüflings" anschließen. Vergleichsobjekt ist ein WIMA oder sonstiger "Bad-Ass"-Kondensator (hochwertiger) Styroflex-C aus heutiger Fertigung, der sehr schön die e-Funktion der Aufladung anzeigt. Der Prüfling wird dann entweder auch die "Verlöschcharakteristik" zeigen oder bei einer mittleren Helligkeit hängenbleiben, wenn nicht die max. Helligkeit bestehenbleibt.
Funktioniert ziemlich gut für den üblichen Bereich einiger 10 nF bis 1µF, also genau der Bereich kritischer Problemkondensatoren.

Vielleicht kann man das ja noch optimieren, wollte nur mal vorstellen, was man mit einfachen Mitteln tun (ist ja eh eine Spezialität von mir..) kann und ich finde das Ergebnis super.
Die Transistoren lagen einfach in einer Sammelkiste herum, auch hier kann man ausprobieren, welche am Besten tuntun.

(Der shango 066 (siehe youtube) hat z.B. ein Prüfgerät aus der Militärtechnik, das mit Schwingkreisprinzip oder Meßbrückenprinzip arbeitet und zwar auch sehr hochohmig und mit 6E5-Auge...)

Ich messe solche Kondensatoren garnicht mehr, ich wechsle die Kondensatoren unter Beobachtung des Ergebnisses kategorisch aus, einfach aus der Erfahrung heraus... Heb aber die alten auf und sehe regelmäßig in einer Mußestunde, daß die Vorgehensweise richtig ist.

Wenn ich die aufgebaute Schaltung finde, stell ich nochmal ein Foto der Messung ein, ich halt das aber für rel. überflüssig, weil jeder rel. kurzfristig sich vom Ergebnis selbst überzeugen kann.

(o.T. warum ich nach 1/2h grad zu "faul" zum Weitersuchen der Platine bin: Hab grad ein "paar Stunden" Urlaub und passe gerade eine Farbbildröhre A59EAK01X01, also eine typische Rechteckröhre der 90-er, an die RFT-Fernsehchassis 3000 und 4000 (jeweils COLORETT...COLORTRON) an, hat nach einigem Herumprobieren wunderbar geklappt, wenn es interessant ist, mach ich Beitrag auf... So kann man sich ein Versuchsanordnung für die entspr. Chassis bauen oder ein gerät auf RFT-Chassis umbauen... ja, ich weiß, alles ziemlich anachronistisch und speziell ^^)

Gruß Ingo
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#4
Hallo Ingo,

Die Schaltung finde ich toll. So einfach kann es manchmal sein etwas sinnvolles zu machen. Die werde ich Mal nachbauen wenn ich von meiner derzeitigen Dienstreise zurück bin. Danke für die Vorstellung.
Viele Grüße
Semir
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"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer der wußte das nicht, und hat es gemacht."
(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#5
Danke Semir für Deine Antwort, ich baus auch nochmal auf, find die Schaltung nicht ^^
Gruß Ingo

23:30: Habs nochmal fliegend aufgebaut, mit BC557C und BC547C, eine superhelle rote LED ... Das Ding arbeitet besser als die erste Schaltung, die ich immernoch suche.
Bei einem sehr guten = "bad ass"-Kondensator 100nF dauert es mehr als eine Minute ... fast zwei Minuten, bis die LED verloschen ist ! Goldies habe alle Leckstrom und bleiben auf einer bestimmten Helligkeit hängen und (ich schrieb es bestimmt schonmal woanders), einer der Goldies (auch im Foto unten zu sehen) 0,1µF 1000V hat eine Quellenspannung von über 1V. auch wenn er monatelang in der Tüte liegt !! Die bricht beim Messen mit Mulitimeter zusammen, baut sich aber wieder auf !

nach 10s:
   

nach 45s:
   

nach 2min (!):
   

nach über 3...4min ist dann die superhelle LED Zappenduster.
Ein 0,1µF-Kondi braucht also über 2 min zum Aufladen. Schlechte Cs bleiben in der Mitte hängen, weil der Leckstrom die C-Aufladung überdeckt. Funktioniert also auch mit 9V, man braucht zum Nachweis keine hohen Spannungen (dachte ich vorher auch immer).

...vielleicht sollten wir einen separaten Beitrag aufmachen, wie man Kondensatoren einfach testen kann... man kann mit zwei Fingern (ca. 2...3 MOhm) gegen Plus und Masse den Kondensator beliebig laden und entladen und mit etwas Erfahrung "sieht" man das Zeitverhalten ordentlicher Kondensatoren. Bei den schlechten dauerts wesentlich länger und das entspricht ja auch der Erfahrung, daß die Kapazitäten dramatisch ansteigen, womöglich durch das Epsilon des Wassers (ca 80). Zudem verlieren schlechte C's schneller die Ladung, d.h. die LED wird wieder heller mach dem künstlichen Aufladen über den Fingerwiderstand.

Man erkennt auch, daß ich mit den Widerstandswerten bissel gespielt hab, das ist alles ziemlich unerheblich fürs Ergebnis, man muß nur Aufpassen, daß die Basen nicht zu viel Strom sehen.

Gruß Ingo

kleine Ergänzung noch, dann is Schluß für heute ! Ich hab nun auch noch herausgefunden, warum das Laden bis die LED dunkel ist, so lange dauert. Es ist so, daß von der ANfangshelligkeit innerhalb weniger Sekunden ein gewisser "Haltepunkt" erreicht wird, von dem ab es dann nur noch sehr langsam dunkler wird: Wenn sich der Kondensator soweit aufgeladen hat, daß die BE-Spannung des ersten PNP-Transistors 0,6V unterschritten wird (Emitter liegt ja an Plus), geht der Transistor ja aus dem Bereich "aktiv normaler Betrieb" raus, d.h. die BE-Diode sieht weniger als die Flußspannung. Damit reduziert sich der weitere Ladestrom nochmal drastisch, da die Diode unterhalb der Knickspannung arbeitet. Das ist gut für die Kondensatorprüfung, denn jetzt zeigt sich, wie die Leckagesituation aussieht... den dann fließenden Strom könnte man ja mal messen, ich schätze der wird einstellige nA oder noch kleiner.
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#6
Vielen Dank Ingo für das Vorstellen der Schaltung und Deine Erklärung hierzu.
Auch ich werde das Teilchen nachbauen.

Viele Grüße

Peter
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#7
Hallo Frank,

das stimmt schon was Du sagst, deshalb müssen echte Isolationsfehler auch bei Nennspannung des Kondensators...Bauteils geprüft werden. Allerding betrifft das sehr wenige Einzelfälle ! Denn solche Prüflinge müßten ja bei niedrigen Spannungen intakt und bei ...nach der Prüfung defekt sein (Durchschlag irreversibel), Ausnahme: MP-Kondensatoren mit Selbstheilung, die gibts aber in Röhrengeräten eher nicht (Es gibt sie schon, z.B. als Phasenschieber an Tonbandmotoren oder so...). Das ist also garnicht Thema.

Die Fehlerkategorie Nr 1 bei den Problemkondensatoren ist aber nicht der rel. eindeutige Durchschlagmechanismus infolge feldmäßiger Überlastung des Dielektrikums (auch infolge Alterung), sondern die negativen Eigenschaften von alten Papierkondensatoren nach Eindringen von Feuchtigkeit. Die machen sich ja auch im Gerät bei durchaus niedrigen Spannungen bemerkbar (Vertikalablenkung...) aber g1-Kondensatorn sind natürlich mit voller Anodenspannung baufschlagt. Die negativen Eigenschaften (hohe teils U-nichtlineare Kapazität, Leckstrom, Quellenspannung..) sind aber, wie die Versuche zeigen, auch bei niedrigen Spannungen voll präsent, man darfs halt nicht mit der Spannungsfestigkeit verwechseln.

Die Militärmeßbrücke aus den shango066-Videos ist natürlich besser, da wahrscheinlich ein Resonanzkreis verwendet wird, der nur dann einen eindeutigen "Dip" am mag. Auge ergibt, wenn C und GÜte und keine Dreckeffekte vorhanden sind.

Meine einfache Lösung kann die Kondis mit Dreckeffekten aber auch rel. eindeutig "messen" eher prüfen, wobei hier die Schwierigkeit besteht, daß das ganze etwas Erfahrung und Referenz-Bauteile benötigt. Und darf an der 9V-Batterie verbleiben, der Ruhestrom ohne LED ist vernachlässigbar.
Bestimmte Kondis sind auch im Neuzustand einfach so schlecht, daß die das empfindliche Prüfverfahren "überbewerten" kann, z.B. rote russische 47n Kerkos, die haben nach Jahrzehnten Lagerung (oder schon neu?) auch so viel Leckstrom, daß die LED nicht wirklich verlöscht. Erhitzt man sie leicht mit dem Lötkolben (Strahlung über 1cm reicht) , verlöscht die LED, interessante Spielchen... (weil die Kapazität auf 30% des Nennwertes sinkt und damit Ladungsausgleich zum Anstieg der Spannung über dem C führt.).

Probierts einfach selbst aus ^^

Bin auch fürs Verschieben, paßt aber noch zum Projekt des Treaderöffners finde ich, die Gefahr, daß die Diskussion mal etwas abdriftet, besteht immer ^^ aber vielleicht helfen ja die Spielereien weiter...

Gruß Ingo
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#8
Hallo,

@Ingo


ich habe den Tester nach gebaut, aber mit einem BC 585 als PNP Darlington.
Funktionierte auf Anhieb, man sieht an der Helligkeit wie die Aufladung von statten geht.
Nur hat die LED schon eine Grundhelligkeit und wird nicht dunkel beim Prüfen.
Sollte ich doch den A 873 nehmen, ist gerade nicht vorhanden.
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#9
Hallo Daniel,

ich würde nur normale Transistoren nehmen, da die Gesamtverstärkung sonst zu groß wird (nochmal einige Größenordnungen), damit wird das Ganze zu empfindlich und zeigt ggf. bereits Restströme oder minimalste Leckströme vorn am ersten Transistors an.

Also BC557C und BC547C gehen z.B. super, mein aktueller Nachbau (siehe die 3 Fotos) wurde damit realisiert. Viele andere FW&W-Transistoren müßten auch gehen, die Stromverstärkungen sind hier entscheidend, andere Daten nicht so, höchstens noch die Restströme, also nix mit Germanium einsetzen, dürfte klar sein.

Der Empfindlichkeitsbereich dieser kleinen Schaltung sollte nochmal abgeklärt werden, wobei meine Vergleichsprüfung für die gängigen Problemkondensatoren 5...100 (1000) nF schon ganz gute Ergebnisse lieferten.
Meiner Erfahrung nach sind 100 MOHm für einen Koppel-C zwischen Ua und g1 der nächsten Stufe schon zu wenig, bei 110 MOhm (Kette aus 5x22MOhm) als Prüfling ist bei der Prüfschaltung die LED noch max. hell, damit paßt das für mich als ersten Wurf. Die Widerstandswerte für den Übergangsbereich hell...dunkel (statisch) sollten nochmal bestimmt werden, ggf. muß die Schaltung auf eine bestimmte Empfindlichkeit getrimmt werden, das macht man am Besten zwischen den beiden Transistoren...
Man muß ja auch sagen, daß an anderen Stellen Kondensatoren mit 100MOHm durchaus noch gute Dienste leisten können, z.B. in Klang"regel"Netzwerken, als Ug2- oder sonstiger Abblocker, wobei das schon wieder mit >100V wäre, was durch die Nichtlinearität und Unberechenbarkeiten längerfristig wieder zu Problemen führen könnte. Wie gesagt, ich mach da kaum Kompromisse außer beim Klangregister bin ich manchmal zu "faul", da noch 5...10 Kondis rauszuschmeißen... ansonsten fliegt alles raus bei mir, was nach Problem-C aussieht.

Moderne Kunstfoliekondensatoren haben bestimmt 1E10...1E14 Ohm (also 1000 MOhm ... 100 GOhm) oder sogar noch mehr Isolationswiderstand, das hatten womöglich die Papierkondensatoren noch nie oder nur in neu zum Zeitpunkt ihrer Herstellung. Viell. findet sich irgendwo ein alter Artikel dazu, es gab ja so viele und geniale Zeitschriften in Europa und USA.

Alles nur Anregung, weitere Diskussion...Verbesserung..Kritik ist hochwillkommen !

Gruß Ingo

p.s.: Nach meinen Recherchen ist der BC585 kein Darlington, sondern ein normaler npn:
https://www.datasheets360.com/pdf/9160189470632179150
also als zweiter Transistor zu gebrauchen, vorn muß ein pnp rein ! Warum das überhaupt geht wundert mich etwas ^^ Die BE-Diode müßte ja bei irgendwas um -6V auch leitend werden...
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#10
Hallo Ingo,

ich habe jetzt ein anderes Teil gelötet.
Dort werkelt ein A 673 und es herrscht Dauerleuchten.
Ich könnte auch die Anschlüsse vertauscht haben, denn der BC 558 ist anders.

Leider habe ich keinen der alten Kondensatoren gefunden.

Aber in der Tat kann man auch an einem neuen Kondensator sehr gut sehen, wie die Aufladung erfolgt.

   
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#11
Hallo Jürgen,

schau mal hier:

https://www.reichelt.de/bipolartransisto...35845.html

oder hier:

https://www.pollin.de/p/transistor-130668
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#12
Hallo,

@ Peter
ich schrieb doch, dass ich im 1. Projekt als Darlington einen BC 558C PNP verbaute.
Das werkelt doch, schau selbst. Nur erlischt die Diode nicht völlig.

Im Projekt 2, dass soll für Dich werden, mit dem A 673, nur denke ich das ich die Beinchen vertauschte.



Kondensatortester

Der Blitz wird durch das frische Aufladen verursacht.
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#13
Wer Widerstände >10M hat, kann ja die Stromempfindlichkeit abschätzen. Statt C einsetzen und dann:
I=(U_bat - 0.7)/R_test
Wer in die kleinen Ströme vordringt, sollte seinen Aufbau nach dem Löten sorgfältig saubermachen (mit IPA (IsoPropanolAlc waschen)!
Viel Spaß beim basteln.... (ich hab hier ein Keithley 485 Picoamperemeter (Range von 2mA bis 2nA und dann 0.1 pA Auflösung)
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#14
Hallo,

@Henrik

das habe ich auch erfahren.

Nun habe ich den A637 richtig eingelötet


und schon gehts.
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#15
Na dann freu ick mir aber, obwohl ich nichts bestellt habe.
Manchmal ist das Leben ein Eichhörnchen.
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#16
Nabend,

freu mich auch über die Erfolge ! Eine weiße LED ist glaubich nochmal deutlich empfindlicher, weshalb die wahrscheinlich auch in der letzten Schaltung nicht ganz ausgeht (?), werd ich auch nochmal testen...

Ja, die BC558 und 547 usw. sind EBC, die 2SA... BCE (jeweils Rundung nach oben, auf die Anschlüsse gesehen), da muß ich auch jedesmal nachsehen... ich glaub ich hab mal irgendwo gelesen, daß es sogar Transistoren oder JFET gibt, wo bei ein und demselben Typ verschiedene Belegungen möglich sind, das ist ja mal verrückt, ich weiß es aber nicht mehr genau...

Wenn die Schaltung richtig geht, müßte ohne jede Beschaltung an der Basis (oder besser Basis an Emitter (B+) des ersten pnp-Transistors die LED eigentlich völlig dunkel sein.

Wie gesagt, bei 100MOhm zwischen Masse und Basis 1. (pnp-)Transistor leuchtet die LED noch mit 100% !

Gruß Ingo
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#17
Hallo,
@Ingo

Jetzt ist es vollbracht, beide Prüfer funktionieren gleich gut.

Ohne Beschaltung ist die LED aus, beim Prüfen nur noch ganz wenig. Ich hätte keine weißen nehmen sollen.

Nur das macht dem Prüfvorgang keinen Abbruch.

Meine erste Variante mit dem PNP BC 558  tat sich wesentlich schwerer.

Mit dem A 673 alles easy.

@Peter

2 Kondensatorentester fertig.
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#18
Hallo Leute,

diesem einfachen Kondensatortester kann ich nicht vertrauen. Die Prüfung von Kondensatoren sollte immer mit höheren Spannungen in der Nähe der Betriebsspannung erfolgen. Nur so kann die Tauglichkeit des Kondensators überprüft werden. Als Demonstration habe ich mit dem Isotest 6 einige alte Kondensatoren mit der Prüfspannung 20V und 500V getestet. In der Tabelle sind die unterschiedlichen Messergebnisse sichtbar.
   
Gruss Gerhard
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#19
Hallo,

es soll kein "verläßliches Prüfgerät" für eine allumfassende Prüfung sein, sondern eine einfache Möglichkeit, Anhaltspunkte für das Feuchtigkeitsproblem bei älteren Papierkondensatoren (und NUR das) zu liefern, siehe auch Antwort weiter oben an Frank. Die Auswirkungen des Feuchtigkeitsproblems auf die elektrischen Kennwerte mag schon spannungsabhängig sein, jedoch ist das Problem auch bei rel. kleinen Spannungen eindeutig nachweisbar, darum ging es mir vor allem.

Mit normalen Mitteln (Ohmmeter, Kapazitätstester...) ist es nämlich rel. schwer, dies Prüfung vorzunehmen, wobei stark erhöhte Kapazität ggü. Nennwert bereits erste Anhaltspunkte liefert.

Also: das Gerät dient NICHT dazu, die Isolationsfähigkeit des Dielektrikums bei Nennbetriebsspannung nachzuweisen !
Das ist außerdem eine Prüfung, die im normalen Anwendungsbereich (Fehlersuche...Basteln...Gerätebau usw.) keinen Sinn macht, höchstens bei Stückprüfungen in der Bauteilequalitätsprüfung, denn die Spannung muß in jedem Fall so weit erhöht werden, daß der Durchschlag eintritt. Nachdem das bei der gesamten Stichprobe für eine charge gemacht wurde, kann die Durchschlagsgerade und ihre statistischen Parameter angegeben werden und damit die Spannung, die mit 99,x % vom Bauteil vertragen wird. Solche Prüfvorgänge mit einem einzelnen Bauteil haben keinerlei Aussagekraft.

Die Ergebnisse Deiner Messungen zeigen mir aber, daß entweder die verwendeten Kondensatoren bereits ein Problem haben, oder die Messung mit dem Gerät irgendwie falsche Werte liefert, die sind alle viel zu klein, auch bei 20V, erst Recht bei 500V ! Vernünftige Foliekondensatoren (bei mir die Referenz) haben deutlich höhere Werte als ein paar 10 MOhm, lediglich die 300MOhm beim 1nF könnte man durchgehen lassen. Oder hast Du bewußt schlechte genommen ? Das würde einiges erklären, der 200pF ist aber garantiert kein Papier-C.
Bei einem g1-Koppel-C müssen die Werte viel höher sein, als Deine bei 20V gemessenen Werte ! Die Werte bei Deinen 500V Prüfspannung sind dann ohnehin absolut indiskutabel, die gemessenen Kondensatoren können alle in den Müll, wenn diese Werte zutreffen. (Man kann mit praktischer Genauigkeit, also beweglichen Meßleitungen auf dem Basteltisch Widerstandsmessungen bis (glaubich) so 1E12...1E16 (?irgendsowas,.. muß ich nochmal nachsehen..) machen, darüber wirds dann doch schwierig, kleinste Bewegungen der Meßleitungen oder Personen in der Umgebung führen dann zu Verschiebeströmen, die die Werte springen lassen, was in Ansätzen auch die 2-Transistorschaltung schon zeigt. Auch werden dann die Kriechströme interessant, auch das kann man mit dem Tester probieren: definierte Kriechstrecke von z.B. 3mm (Widerstand mit durchgekratzter Schicht), anhauchen, LED geht an und nach paar Sek. wieder aus.

Und wie gesagt kann es Einschränkungen der Brauchbarkeit dieser einfachen Prüfmethode geben, wenn es sich um HDK-Keramik-Cs handelt, die haben rel. kleine Iso-Widerstände, auch bei kleinen Spannungen.

Wenn man die kleine Prüfschaltung mal aufbaut und eine Handvoll verdächtiger Papier-Cs in Vergleich zu modernen Kunstfolie-Cs setzt, wird man deutliche Unterschiede feststellen, wenn die Papierkondis bereits Ansätze von Feuchtigkeitsproblemen aufweisen. Wie gesagt bedeutet das nicht, daß sie dann auch an jeder Stelle der Schaltung versagen, die "Statistik" ordentlicher Funktion geht dann aber schon deutlich aus dem "Sicherheitsbereich" raus, deshalb auch meine pauschale Wechselmethode aller problem-Cs, wenn das Gerät danach zuverlässig funktionieren soll.

Gruß Ingo
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#20
Hallo,

Jürgen, super, daß es jetzt hinhaut, im Video sagts Du was davon, daß die LED dann nicht ganz ausgeht, das kann wie oben beschrieben, daran liegen, daß bei fast aufgeladenem Kondensator die Basis-Emitterdiode des ersten pnp-Transistors hochohmig wird und damit das "schnellere"Laden in ein "sehr langsames" übergeht (also quasi 2 Aufladefunktionen, wobei  bei der sehr langsamen noch die Spannungsabhängigkeit der "Stromquelle" = gesperrte B-E-Diode dazukommt, da kann's dann schon 2...4 min dauern, eh die LED zappenduster ist !

Warte also nochmal 2...4 min, wenns dann nach weiteren min immernoch leuchtet, hat der C einen sehrsehr geringen Leckstrom. der dürfte auch am g1 vernachlässigbar sein (wenn bei höheren Spannungen auch noch ausreichend hohe Werte vorh. sind).

Man kann dann das Aufladen "manuell" beschleinigen und abschließen, indem man die B-E-Diode mit 2 Fingern überbrückt, dann geht die LED erstmal aus und bleibt es auch ne Weile, wenn der Kondensator sehr gut ist ! Bei schlechten geht sie langsam wieder an, weil sich der C über seinen eigenen Leckwiderstand wieder entlädt.
(Entladen über Fingerwiderstand geht auch, so funktionierten in den 70-ern die Speicherung der Analgogwerte bei TV-Geräten mit Fernbedienung, wobei da ein MOSFET als Transistor genommen wurde, der bei Gleichspannung praktisch  ideal hochohmig ist, so daß der C "über den Abend" = "Tagesschau ... Dieter Thomas Heck und noch ein Western" seinen Ladezustand nicht änderte.
Bei sehr guten Folienkondensatoren bleibt die LED ganz aus, weil sobald sich der Kondensator entladen will, über die fast gesperrte B-E-Diode wieder etwas Ladung nachgeschoben wird, der sich dann einstellende Arbeitspunkt läßt Rückschlüsse auf die Isolationsfähigkeit zu. Man kann ja mal versuchen, das zu messen, was da fließt, ich bin aber pessimsitisch, daß man da zu brauchbaren Resultaten kommt, es sei denn, mit sehr empfindlichen Meßgeräten.

Gruß Ingo
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