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Tungsram-Orion-Triumf 404
#1
Hallo Freunde,

ich habe ja immer noch zu wenige Radios. Daher habe ich mir aus den ebay-Kleinanzeigen mal wieder ein Radio gekauft. Ich weiß, der Ivan wird wieder sagen, das ist aber nichts Besonderes.

Trotzdem, mir gefiel das Radio also her damit. Das Radio bekam ich geschickt. Da es in der Slowakei gebaut wurde, besitzt es rote Röhren. Leider wurden die Röhrenbestückungen etwas modifiziert.

Die EK2 ist original. Zustand gut. Jetzt geht das schon los. Anstelle der EF 5 (Regelröhre) sitzt hier eine EF6. Das ist nicht gut, denn für die Realisierung des Schwundausgleich benötigt man eine EF5. Der Jacob (J.R.) teilte mir auf meine Anfrage hin mit, dass die Nachfolgeröhre der EF5 die EF9 ist. Glück gehabt. Eine EF5 kostet über ebay viel Geld. Ich habe aber 3 x EF9. Die EBC3 ist immer noch original. Als Endröhre besitzt das Gerät eine EL3. Beim ersten Ansehen, sagte ich, da hat doch einer eine AL4 verbaut. Aber nein, es ist eine EL3(N).

Kurios wieder die Gleichrichterröhre. Eine EZ2 sollte es sein. Also auch Topfsockel. Mein Radio hat eine Stahlröhrenfassung. Die scheint im Original verbaut. Die Anschlüsse passen auf eine EZ11. Hier im Gerät steckt eine Umsockelung EZ11 ist da. Also versuchen.

Am Gerät hatte einer ohne Zweifel gearbeitet. Aber den Fehler hatte er wohl nicht gefunden. Das war alles andere als einfach. Also gab es letzte Nacht eine lange Schicht.

Ich finde das Radio mit seiner Form an sich recht niedlich. Es wurde vom Vorbesitzer lackiert. Oh, das muss neu werden.

   

Das Ding ist richtig matt.

Auf der Rückwand steht's "Tungsram" Bratislava

   

Das Radio von hinten. Interessant, das senkrecht stehende Chassis.

   



Das Gerät wurde am Regel-Trenntrafo langsam von null auf 230 hoch gefahren. Naja, ein Lämpchen leuchtete. Schon mal etwas.  Der Tonabnehmer funktionierte auch. Aber sonst: Nichts, das Schweigen im Walde. Ich tastete mit dem Antennenstecker auf die Antennenbuchse. Alles tot. Also ein komplizierter HF-Fehler.

Das Oszilloskop mußte ran. Der Oszillator funktionierte auf allen 3 Wellenbereichen nicht mehr. Im Oszillatorkreis befand sich am Gitter der Triode ein 100 Pf-Kondensator. Nach Ersatz: Der Oszillator geht - geht nicht, geht usw..... Nur gut, dass der Semir das Osziloskop vermacht hat.

Die Erklärung dafür kommt im Bild. Solch ein Wahnsinn. Tja, der Oszillator lief auf allen 3 Bereichen. ZF war ab Stufe 2 tot. Also Meßsender her! Unglaublich, auch hier ein Defekt. Der ZF-Verstärker hat im Filter 2 keine Verstärkung. Erklärung: Die 2 Parallelkondensatoren der ZF-Spulen, die sonst immer noch sehr gut sind, haben hier keinerlei Kapazität. Die 2 Kondensatoren in der 1. ZF-Stufe waren völlig i. O. Wie heißt es? Mit gegangen - mit gefangen. Also ersetzte ich alle 4 Kondensatoren.

Nach dem Filter-Gehäuse verschrauben, waren LW und KW-Sender zu hören. Die MW war tot. Mittlerweise hatte ich fast keine Lust mehr zu dem Radio. Es sollte doch wohl keine Prüfung sein?!

Immer wieder ging ich die Schaltung durch. KW und LW klar und laut. MW alles tot. Naja, nicht ganz, die Sender ab der Skalenmitte waren ja einigermaßen da. Die niedrigen Frequenzen konnten nicht verändert werden.

Na dann kam die Erklärung: Da hat eine Nase den Verkürzungs-Kondensator im MW-Bereich ersetzt. Es müssen 417 pf sein. Hier wurden 1 480 pf verbaut. Ich bemerkte das, als ich die Sendefrequenz des Oszillator's im Kofferradio suchte. Die einfallende Frequenz paßte überhaupt nicht.

Nun, mit dem passenden Kondensator konnte ich den Spulenkern verdrehen. Mann, wurde die MW empfindlich. Da kommt Freude auf.

Heute Abend werden im Gerät die vorhandenen Teerkondensastoren durch Neuware ersetzt. Dann ist das Radio auf einem guten Weg.  

Dies sollte eine EZ2 sein. Die paßt hier nicht rein. Die Fassung ist für Stahlröhren.

   

Hier die Bandfilter Links der Oszillator, daneben ZF1 und rechts ZF2

   

Dieser Bandfilter rechts war ausgefallen.

   

Beide HF-Kondensatoren hatten keine nachweisbare Kapazität

   



Nun mal zum Wackelkontakt im Oszillator.

Man sieht sie kaum. Eine Lötperle ist von oben an das Kugellager gefallen. Ich war das nicht. Ich bin erst später Richtung Oszillator-Kasten gegangen.

   

Die Perle ging schwierig raus zu fummeln. Aber hier dann doch.

   


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#2
Hallo Andreas  Smile

Gut, daß Du den falschen Verkürzungs~Kondensator entdeckt hast  Maus
Da hast Du ja eine schöne Bastel Arbeit mit diesem Gerät, aber supi, wenn Dir das Radio gefällt  Rolleyes

Gutes Gelingen weiterhin, und beste Grüße, von Peter
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
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#3
Hallo Andreas,

ein interessantes Projekt !

Um sich eine extra Heizwicklung für die Gleichrichterröhre zu sparen, wurde die etwas schwächliche EZ2 eingesetzt, die eigentlich nur für Autoradios gedacht war und wahrscheinlich auch nicht lange hielt.

Wie es aussieht, hatte dann jemand die EZ2 durch eine EZ11 ersetzt, die noch schwächlicher ist und vermutlich nach kurzer Zeit kaputt war und dann durch eine EZ90 / 6X4 ersetzt wurde.

Auf keinen Fall würde ich hier wieder eine EZ11 einsetzen, dann lieber nach einer EZ2 Ausschau halten. Die 6X5 -G -GT lässt sich gut in einen Außenkontaktsockel umsockeln und wäre ein sehr guter EZ2- Ersatz. Ansonsten empfehle ich, auf EZ40, EZ80 oder EZ90 / 6X4 als zuverlässige Gleichrichterröhren zurück zu greifen.

Grüße,
Jacob
Die Sockel sind (schon) an den Röhren !


°~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~°~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~°

I'm a face without a book !



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#4
Mensch Andreas,
du hast aber auch immer Problemfälle auf dem Tisch. Aber die sind auch nur bei dir in den richtigen Händen. Also weiter machen.
Gruß Detlef

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#5
Hallo Andreas,
nix Ungewöhnliches? Immerhin keines der bekannten "Mainstream"-Radios, die jeder Sammler bei sich haben möchte. Interessant ist es allemal. Smiley47
---
Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet...Dirk
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#6
Schöner Bericht, gefällt mir !!
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#7
Andreas, ich habe immer noch einen guten EF5 für dich, wenn du ihn brauchst.Herzliche Grüße Henk.
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