Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Graetz 428 Potpourri mit Plattenspieler
#1
Hallo zusammen,
 
nach langer Zeit melde ich mich wieder, dieses Mal mit einem Graetz Potpourri 428.
 
Schaltpan: https://nvhrbiblio.nl/schema/Graetz_428.pdf
 
Das Gerät gelangte nach dem Tod meines Vaters 2001 beim Räumen seines Kellers in meinen Besitz. Gott sei Dank habe ich es damals nicht entsorgt und trotz unserer auch wegen der zwei Kinder zu kleinen Wohnung im Speicher untergebracht. Denn es handelt sich um das Radio meiner 1975 verstorbenen Großmutter – Mit Plattenspieler – dieses technische Wunder bestaunte ich als kleiner Junge, daran habe ich noch Erinnerung!
 
Als ich mich vor etwa 3 Jahren, ungelernt, nach den Uher-Report, danach den Telefunken Transistor-Bajazzos, da es die auch als Röhrengeräte gab, vor etwa 3 Jahren eben auch Röhrenradios zuwandte, kam mir das auch nach dem zwischenzeitlichen Umzug noch immer auf dem (neuen) Speicher lagernde Radio meiner Oma in Erinnerung.
 
Ich habe es vor etwa 2 Jahren geschafft, das Radio in Funktion zu setzen. Dabei habe ich sogar eine bei mir massenhaft vorhandene 3,5V-Birne als Skalenbeleuchtung eingesetzt, natürlich mit (falschem) Vorwiderstand. Der Siebelko war ausgelaufen, alles versaut, den habe ich damals gegen drei einzelne Cs ersetzt.
 
Da es mir (auch heute) nicht darauf ankommt, den Aussehens-Original-Werkzustand zu erreichen, verzichte noch immer darauf, Teerkondensatoren auszuhöhlen und darin neue Cs unterzubringen. Siebelkos habe ich durch AndreasP mittlerweile ausreichend!
 
Für mich ist entscheidend, dass nicht in die Technik/Schaltung eingegriffen wird, ob eine großer TeerC mit einem neuen kleineren FolienC ersetzt wird, ist für  mich nachrangig! Allerdings versuche auch ich, die viereckigen PrintCs zu vermeiden, da die auf einem Chassis der 50er sofort auffallen. Das gilt auch für die einheitsgelben Axial-FolienCs, die ich nur dann einsetze, wenn notwendig und kein optisch besser geeigneter Ersatz vorhanden ist.
 
--
 
Nach dieser Einleitung zum Radio, das mir meine Schwester brachte, weil die Skalenbeleuchtung ausfiel. Mittlerweile habe ich viel gelernt, weitere Kondensatoren getauscht und natürlich auch eine 7V-Skalenbirne eingedreht und zudem die Anodenspannungen kontrolliert. Das geht mit meinem Zwischensockel schnell und einfach. Diesen nachzubauen, empfehle ich wirklich jedem.

   

Er ist aus zwei Novalsockeln erstellt, die auf der Lötseite Pin an Pin miteinander verbunden sind. An jeder Pinverbindung habe ich einen Draht nach Aussen geführt und die Pins 1, 9 4 und 5 gekennzeichnet. Dieses Teil hat mir schon unheimlich Zeit und Arbeit erspart ...

Ein entsprechenders Teil, einen Noval-Rimlock-Adapter, habe ich mir gebaut, weil mein RPG über keine Rimlockfassung verfügt.

   

Ich hätte eine Rimlockfassung einbauen können, Aber es geht auch so. Und so viele Rimlockröhren kommen mir nicht unter. Bisher war es auch der erste Adapter den ich für mein RPG 64 (Elektromess Dresden) brauchte. 

 
--
 
Es ist zwar erst das dritte Gehäuse, das ich in der Mache hatte, aber es ist um einiges schöner als zuvor.

   

Erst den Lack – mehrfach!! -mit Abbeizer entfernt, dazwischen immer mit Verdünnung gereinigt, bis die Maserung des Furniers gut herauskam, dann mehrfach mit Parkett-Klarlack (leicht mit Wasser verdünnt) eingestrichen, nach dem Trocknen jeweils mit 400er-Schleifpapier leicht angeschliffen.
 
Das Gehäuse war vordem nahezu schwarz, die Maserung des Furniers kaum zu erkennen, so gefällt es mir viel besser, auch wenn es mir nicht perfekt gelungen ist. Aber, es ist auch nicht mein Ziel, dieses Radio von 1956 in den fabrikneuen Zustand zu versetzen, man darf ihm das Alter an kleineren Macken schon ansehen. Es soll nach Möglichkeit aber wohnzimmertauglich sein. Das ist es nach meinen und den Maßstäben meiner Schwester!
 
Soweit ist alles klar!
 
--
 
Aber in das gut empfangende und wiedergebende Gerät ist ein Plattenspieler eingebaut.
 
Der funktioniert, dreht sich, es kommen schauerliche Töne aus dem Lautsprecher …!  Weil es sich um ein Familienerbstück handelt, will ich nicht nur das Radio, sondern auch den Plattenspieler wieder in Funktion bringen. Da bin ich ein Neuling und bedarf dringend Unterstützung.
 
Auszug aus:    https://nvhrbiblio.nl/schema/Graetz_428.pdf:


Der Potpourri 428 basiert auf dem Vorjahresmodell Potpourri 228 (DM 498,-), wurde jedoch in der Schaltung überarbeitet und vereinfacht: Es fehlen z. B. jetzt der vierte Wellenbereich (KW) und die ZF-Bandbreitenumschaltung. Dadurch konnte der Preis um DM 50,-gesenkt werden. Wie alle anderen Graetz-Empfänger ist er, um UKW-Empfang auch unter ungünstigen Bedingungen zu sichern, mit einer Vorstufe in Zwischenbasisschaltung ausgerüstet. Er besitzt eine getrennte AM/FM-Abstimmung mit Doppelknopf und sechs Drucktasten für die drei Wellenbereiche, TA, Sprache/Musik und AUS. Im Mittel- und Langwellenbereich wurden getrennte Vorkreisspulen zum Anpassen der Ferrit- und Außenantenne verwendet, um in beiden Fällen optimale Verhältnisse zu erhalten. Als technische Besonderheit kann die Zweifach-Klangstrahlergruppe, die auf das klangechte Gehäuse akustisch abgestimmt ist, gelten. Ebenfalls die UKW-Skala: Sie besitzt eine Frequenz-, Kanal-und Stationseichung. Eingebaut ist das von Perpetuum Ebner zugekaufte Plattenspielerlaufwerk PE 3420 mit drei Geschwindigkeiten.
 
 
Der Riemen scheint noch zu funktionieren (genug Spannung zu haben), den feuchten Teerelko werde ich ersetzen. Ob das Reibrad noch weich genug ist und somit keine Geräusche entwickelt, scheint mir fraglich.
 
Den Tonabnehmer (oder nur die Nadel ??) werde ich ersetzen müssen. Gibt es noch Ersatz, was bietet sich an?
 
Außerdem frage ich mich, ob die heutigen 230V gegenüber den 220V von 1956 nicht eine schnellere Drehung des Motors zur Folge haben. Von der Spannung her sind etwa 5 Prozent zu erwarten. Ob sich das bei Geräten dieser Preisklasse bemerkbar macht?


Bilder:

                           
Allen einen ganz tollen Abend wünscht,
 
 
 
Wolfgang


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
Zitieren
#2
Schöner Plattenspieler habe ich auch in meinem Braun 77 Phono.
Bei meinem waren die Widerstände durch und nach austausch von den mit Zinkpest betroffenen Teile lief er auch schon wieder.
Die ganzen "Gummis" waren noch richtig gut.
Grüße vom Marco aus Oberbayern.
Zitieren
#3
Danke Ator,
habe gerade im Web die Bedienungsanleitung für den Ebner PE 3420 gefunden. Die hilft mir schon weiter. Da ich nicht sicher bin, ob ich diese hier auch veröffentlichen darf, zeige ich mal lieber nur den LINK!

http://www.hifi-archiv.info/PE/3420/

Wolfgang
Zitieren
#4
Hallo Wolfgang,

ja kaum ist Deine Sause beendet, geht es schon wieder an die Radios. Ich habe ja auch gerade solch ein Plattenspieler-Problem
Gut, dass mir da der Detlef (Laro200) hilft. Ich habe mit diesen Geräten keinen Durchblick.

Unsere Fachleute bauen in die Tonköpfe neue Systeme. Ich habe die früher einfach in die Tonarme geklebt. Nein, unsere Spezies machen das sehr viel akkurater.

Mit Deinen Gehäuselackierungen das wird auch noch. Nach dem Sounsovielten wird das. Glaube mir. Smile
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#5
(30.07.2019, 19:27)wolfer1952 schrieb: Hallo zusammen,
 
nach langer Zeit melde ich mich wieder, dieses Mal mit einem Graetz Potpourri 428....Soweit ist alles klar! Aber in das gut empfangende und wiedergebende Gerät ist ein Plattenspieler eingebaut. Der funktioniert, dreht sich, es kommen schauerliche Töne aus dem Lautsprecher …! 
 ...Der Riemen scheint noch zu funktionieren (genug Spannung zu haben), den feuchten Teerelko werde ich ersetzen. Ob das Reibrad noch weich genug ist und somit keine Geräusche entwickelt, scheint mir fraglich.
 
Den Tonabnehmer (oder nur die Nadel ??) werde ich ersetzen müssen. Gibt es noch Ersatz, was bietet sich an?
 
Außerdem frage ich mich, ob die heutigen 230V gegenüber den 220V von 1956 nicht eine schnellere Drehung des Motors zur Folge haben. Von der Spannung her sind etwa 5 Prozent zu erwarten. Ob sich das bei Geräten dieser Preisklasse bemerkbar macht?

Hallo Wolfgang,

der Zufall will es, dass ich vor kurzem ein genau solches Gerät geschlachtet habe, um Platz in meiner Sammlung zu schaffen. Ich besaß es rund 10 Jahre, wurde aber nie recht 'warm' mit dem Gerät, da mir sein Klang missfiel.

Zu Deinen Fragen: ja der Plattenspieler, der ja ein häufig gebautes Standardprodukt von PE ist, läuft heutzutage etwas zu schnell. Abhilfe schafft ein regelbarer Vorschalttrafo für das Gerät, der die Netzspannung auf 220 Volt regelt. Wichtig ist natürlich, den Kondensator am Plattenspieler wertgenau zu ersetzen! Hier muss man, da es ein unüblicher Wert ist, ggf. Kondensatoren von entsprechender Spannungsfestigkeit parallel schalten, kein Hexenwerk.

Wenn aus dem Plattenspieler 'schauerliche Töne' kommen, so scheint der Tonkopf (ebenfalls ein tausendfach gefertigtes Teil) noch in Ordnung, aber die Nadel stumpf ---> sieht auf Deinem Foto auch nicht sehr gut aus. Diese Nadel, es sollte eine SNM 9 sein, für Schellack- und für Single-Platten, gibt es im Internet noch zu beziehen, sie ist nicht selten. Hier nur ein schneller link zur Veranschaulichung, es gibt viele Anbieter:
https://www.ebay.de/itm/Saphir-Nadel-Ela...SwsGlauiJE

p.s.: Die von Dir vorgenommene Änderung der Gehäusefarbe auf 'hell' empfinde ich als sehr vorteilhaft Thumbs_up


k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#6
Hallo Klaus, vielen Dank für Deine Info.

Ich habe im Web nach Deinem Hinweis zur Nadel "SNM 9" recherchiert und dank Deiner Info weitere Informationen gefunden. Da weder ich noch meine Schwester Schellackplatten besitzen, habe ich eine "SMM 9" für unter 10 Euro inklusive Versand gefunden und bestellt. Die hat zwei identische Nadeln für die neueren Vinylplatten.

Kommt in den nächstens Tagen, ich bin auf den Klang gespannt. Den feuchten C werde ich vorher natürlich ersetzen.

Liebe Grüße,

Wolfgang
Zitieren
#7
Hallo  Marco,

erneut Dank für Deine Informationen, die ich aber nicht wirklich nachvollziehen kann!

Du schreibst: „Bei meinem waren die Widerstände durch und nach Austausch von den mit Zinkpest betroffenen Teilen lief er auch schon wieder.“

Deinen Erfahrungen entsprechend habe ich das Chassis meines PE 3420 untersucht.

Ich konnte nur „EINEN“ Widerstand entdecken, den Spannungsverbrenner mit 2560 Ohm, 4 Watt, der keinerlei Hitzespuren aufweist und gemessen 2480 Ohm zeigt. Der ist somit in Ordnung.

Und außerdem, es gibt absolut keine Teile, die Anzeichen für die  Zinkpest aufweisen!

Hast du mir wirklich zum gleichen Gerät eine Antwort gegeben?


Alles Gute,

Wolfgang
Zitieren
#8
Es ist schon eine Weile her aber ich glaube schon das es 2 waren. Zumindest habe ich 2 Stück 2,2Kohm von Andreas P bekommen.
Aber bei meinen Zinkteilen gab es auch kleine Unterschiede.

https://radio-bastler.de/forum/showthrea...raun+Phono
Grüße vom Marco aus Oberbayern.
Zitieren
#9
   

Zinkpest

   
Ersatz von Anton


Die 2 Widerstände.

   

Die Hersteller sagen ja immer:
"Änderungen vorbehalten"

So waren auch die Ersatzteile vom Anton ähnlich aber nicht gleich.


Aber nur weil das bei mir so war muss es natürlich nicht bei dir sein. Man weiß ja nie wie die Geräte gelagert und behandelt wurden in all den Jahren.
Grüße vom Marco aus Oberbayern.
Zitieren
#10
Hallo Marco,
 
jetzt hast Du wegen mir das Gerät wieder geöffnet. Das wäre nicht nötig gewesen, aber vielen Dank.
 
Es ist offensichtlich das gleiche Gerät! Bei Deinem ist die Verdrahtung auf der Platine anders. Bei Dir scheint es so etwas wie eine Spannungswahl zu geben. Bei mir fehlt diese. Sonst aber bis auf die Widerstände wohl identisch.

   

Nochmals vielen Dank und viele Grüße aus dem sonnigen Südbaden,

Wolfgang
Zitieren
#11
Hallo zusammen,
den feuchten 280N Kondensator (420N gemessen) habe ich heute ausgebaut. Nur kurz war die Überlegung, diesen auszuhöhlen und mit 3 Kondensatoren a` 100N/630V= (parallel) zu füllen. Diese schmierige Arbeit erspare ich mir!

   

Nach der Beschriftung muss der hier liegende Kondensator mindestens 280N aufweisen (keine Toleranz nach unten!), darf aber bis zu 15 Prozent nach oben (somit 322N) abweichen. Da liege ich mit meinen 300N in der goldenen Mitte.
 
Was mich wundert, ist die Spannungsangabe 400V~ auf dem C, wobei doch nicht mehr als die damalige Netzspannung von 220V~ ±10%  anliegen konnte, also nicht mehr als 250V~.
 
Demnach hätte selbst ein Kondensator mit 400V= ausgereicht, da der Spitzenwert des Wechselstroms (250V * 1,41) bei 352V liegt.
 
Ich warte noch auf die Nadel SMM9, habe mir heute den Tonträger genau angeschaut, auf die Schnelle aber nicht erkannt, wie ich den ausbauen kann. Das ist sicher eine einfach auszuführende Arbeit, aber ich bin trotzdem für Hilfe dankbar!

Ich wünsche Allen noch einen ganz tollen Abend,

Wolfgang
Zitieren
#12
Zur Beruhigung, nein ich habe es nicht geöffnet (was aber auch nicht da Problem wäre weil noch offen) sondern sind die Bilder aus meinem Archiv.
Ja eine Spannungwahl hätte ich bei diesem Gerät.
Hatte anfangs Angst gehabt das das der Grund des Ausfalls war. Da der Dreher auf 110V eingestellt ist. Aber das Braun liefert auch nur die 110V.
Grüße vom Marco aus Oberbayern.
Zitieren
#13
Das ist interessant, bei mir liegt die Netzspannung an, was sicher so sein soll!

Deshalb der größere Widerstand mit 2560 Ohm, 4 Watt / 5%! Der reduziert/verbrennt die Netzspannung wohl auf die 110V für den Motor, die bei Deinem Gerät (und: da baugleich wohl auch bei meinem anliegen MÜSSEN). Muss ich noch nachrechnen!

Wenn dann die Spannung noch zu hoch ist, muss ich nur noch einen Widerstand nachschalten! Wir werden sehen, was daraus wird!

Grüße von Wolfgang aus Südbaden
Zitieren
#14
(02.08.2019, 19:57)wolfer1952 schrieb: Das ist interessant, bei mir liegt die Netzspannung an, was sicher so sein soll!

Deshalb der größere Widerstand mit 2560 Ohm, 4 Watt / 5%! Der reduziert/verbrennt die Netzspannung wohl auf die 110V für den Motor, die bei Deinem Gerät (und: da baugleich wohl auch bei meinem anliegen MÜSSEN). Muss ich noch nachrechnen!

So einfach den Spannungsabfall berechnen, wenn man den Widerstand kennt, aber nicht den STROM  -- ist nicht - …. zumal dahinter ja die Spulen des Elektromotors liegen, die auch einen Eingangswiderstand (Impedanz) haben, der offensichtlich auf 110 und nicht auf 220V~ ausgelegt ist.
 
So gesehen, habe ich mich mit der Aussage, dass ich noch berechnen werde, ob 2450 Ohm mit 4 Watt Verlustleistung einen Spannungsabfall von 110V zur Folge haben, wieder ein Eigentor geschossen.
 
Denn ich habe die Eingangsspannung von 220 Volt, dann den Spannungsverbrennungswiderstand von 2450 Ohm mit der Verlustleistung von 4 Watt,
 
ABER NICHT DEN STROM
 
---> Spannungsabfall 110V x 0,04ma auf einen Wert von 4,4 Watt. Damit wäre der Widerstand 2450 leicht zu schwach!
 
zum Ergebnis, dass meine Vermutung stimmt!
 
Zwar ist die Verlustleistung des Widerstandes zu hoch, aber ich kenne ja auch nicht den Widerstand/die Impedanz der nachfolgenden Motorspulen.
 
Soweit reicht es mir, für mich bitte keine hochmathematischen Vorschläge zur Verbesserung, sondern nur dann, wenn ich einen fundamentalen Denkfehler begangen hätte!
 
Zur Überprüfung werde ich den Spannungsabfall am R2450 messen und berichten.
 
Näherungswertig lag ich auf jeden Fall richtig!
 
Das Radio läuft gut, auch den Plattenspieler konnte ich in gute Funktion setzen, somit alles zu meiner Zufriedenheit.


Seid alle gegrüßt von

Wolfgang aus Südbaden.
Zitieren
#15
Ein paar Korrekturen, Wolfgang:
Das ganze ist ein Kondensator-Wechselstrommotor (Asynchronmotor). Seine Drehzahl ist nicht von der Spannungshöhe abhängig. Trotzdem sollte die Spannungen natürlich halbwegs stimmen um den Motor leistungsmäßig nicht zu überlasten.
Der Widerstand ist der Vorwiderstand der Hilfsphase (über den Kondensator), dessen Wert lässt sich nicht mal so eben berechnen.

Noch was, dein "Spitzenwert des Wechselstroms (250V * 1,41) bei 352V" ist unvollständig, es fehlt der Faktor 2, beide Halbwellen! Also rund 700 Volt.

VG Stefan
Zitieren
#16
(10.08.2019, 08:01)Klarzeichner schrieb: Ein paar Korrekturen, Wolfgang:
Das ganze ist ein Kondensator-Wechselstrommotor (Asynchronmotor). Seine Drehzahl ist nicht von der Spannungshöhe abhängig.

Das war auch meine erste Überlegung. Die Spannungshöhe ist nicht entscheidend, sondern die Frequenz. Im Grunde genommen arbeitet der Motor doch wie ein Drehstrom Motor. Der Kondensator erzeugt die Hilfsphase. Würde er fehlen, müsste man den Motor in der richtigen Richtung anwerfen und er hätte weniger Drehmoment.
Gruß aus Bremen

Enno
Zitieren
#17
Hallo Stefan, Du bist ein echter Mentor! Smiley32

Deine Erklärung
" dein "Spitzenwert des Wechselstroms (250V * 1,41) bei 352V" ist unvollständig, es fehlt der Faktor 2, beide Halbwellen! Also rund 700 Volt. "
kann ich Ungelernter sogar verstehen. Wechselstrom hat EINE Phase, Drehstrom aber DREI, hier sind es aber nur zwei!!

Ja, auch das habe ich mal erlesen: Ein Kondensator blockiert Gleichstrom, lässt Wechselstrom durch, hat aber auch einen von der Frequenz abhängigen Widerstand (dazu gibts ne Formel, den R könnte ich sogar errechnen, wenn ich die Formel google),  und: die Phase ist verschoben. Darauf kommt es hier an!

Ergo sind hier zwei Phasen vorhanden, die den ~Strommotor versorgen.

Um Drehstrom kann es sich dann nicht handeln, sondern um einen "Hilfs-Zwei-Phasen-Wechselstrom" (meine Wortschöpfung).

Wie ein "Kondensator-Wechselstrommotor (Asynchronmotor)" funktioniert, werde ich erkunden. Ich will es wenigstens verstehen und diesen in Zukunft anhand des Schaltplans (oder des Aussehens - vier Spulen???) erkennen.
-

Ach so, eine der Federn, mit denen der Plattenspieler unter der Bodenplatte federnd gelagert ist, ging mir verloren. Ebenfalls die Schraubfixierung derselben!

   

Kann ich ggf. durch eine Eigenkonstruktion "ersetzen", will ich aber nicht, wenn ich Ersatz bekommen kann!

Seid alle vielmals gegrüßt,

Wolfgang, der einzige Radio-Bastler in Südbaden!
Zitieren
#18
Hallo Wolfgang,
ein Einphasen Asynchronmotor benötigt einen Anlaufkondensator.Dieser liegt in Reihe mit der sog. Anlauf- oder Hilfswicklung. Wie der Name schon sagt das Ganze nur zum Anlaufen. Das Anlaufdrehmoment und die Drehrichtung hängt von der Kapazität und Anordnung des Kodensators zur Hilswicklung ab. Im Betrieb wird diese Hilfswicklung nicht mehr benötigt. Die theoretische Drehzahl ist von d. Frequenz und Anzahl der Polpaare abhängig. 2 pol = 3000 U, 4 pol 1500 U. Das reduziert sich um den sog Schlupf und pendelt sich auf ca 2800 bis 2950 Umdrehungen bei 2 pol Motoren ein. Normalerweise wird diese Anlaufmimik durch einen Fliehkraft Schalter bei Erreichen einer best. Drehzahl abgeschaltet. Es gibt aber auch Anwendungen wo der Schalter fehlt. Das sind in der Regel kleine Motoren mit geringer Leistung. Die Hilswicklung muß dann aber für einen Dauerbetrieb ausgelegt sein. Um das zu komplettieren, anstelle des Kondensators kann auch ein ohmscher Widerstand vorkommen. Habe ich aber noch nie gesehen.
Gruß Franz
es gibt badische und unsymbadische
eh isch misch uffreg isch mirs lieber egal
Zitieren
#19
Hallo Franz,
 
ich habe zwar nicht alles kapiert, aber soviel, dass ich verstehe, dass damals, als die Spannungen in den Stromnetzen noch stärker schwankten als heute, genau diese Einphasen-Asynchronmotore bei den Plattenspielern verbaut wurden.
 
Auszug aus : https://www.lernhelfer.de/schuelerlexiko...strommotor
 
…. Bei der Netzfrequenz (50 Hz) polt sich das Magnetfeld des Ankers also 50-mal je Sekunde um. Dadurch wechseln auch 50-mal in einer Sekunde anziehende und abstoßende Kräfte zwischen Feldmagneten und Anker ihre Richtung. Würde man den Anker aus seiner Ruhelage heraus unter Wechselstrom setzen, dann könnte er infolge seiner Trägheit nur kleine "Zitterbewegungen" ausführen.
Versetzt man den Anker aber vor der Stromzuführung bereits in Rotationsbewegung, dann kann er bei richtiger Drehfrequenz seine Rotation fortsetzen. . Dies geschieht dann, wenn der Anker in dem Moment, in dem er sich gerade am magnetischen Nordpol des Feldmagneten vorbei bewegt, infolge der Stromumpolung dort auch selbst seinen eigenen magnetischen Nordpol ausbildet. Die gleichnamigen Pole stoßen sich ab und die Drehbewegung wird fortgesetzt. Gleiches gilt für die magnetischen Südpole.
Bei der beschriebenen Bauform eines Wechselstrommotors muss der Anker mit der gleichen Freuquenz rotieren, mit der auch der elektrische Wechselstrom seine Richtung ändert. Man nennt solche Motoren Synchronmotoren. ….

 
Damit ist mir nun auch klar, warum die Spannung keine Auswirkungen auf die Drehzahl hat.
 
Da bei meinem Motor 4 Spulen eingebaut sind, ist generell von einer Drehzahl (60 Sekunden x 50 Hertz) von 3000/Minute auszugehen.
 
Damit sind die früher noch häufigeren Schwankungen der Netzspannung „abgefangen (gemildert)“ und der Plattenteller dreht sich mit nur geringen Schwankungen!
 
Auch einen Einphasen-Asynchronmotor kann ich nun erkennen, ich mache Fortschritte!
 
Somit Dank allen Unterstützern.
 
Wolfgang, der Einzige Radiobastler aus Südbaden.
Zitieren
#20
Die Lichtnetze waren auch in den 50er Jahren nicht so instabil, dass ein solcher Plattenspieler auch nur ansatzweise hörbare Schwankungen produzierte. Jedenfalls in Westdeutschland. Bei einwandfreiem Gerät (gut geschmiert, Riemen gut), behaupte ich mal, muss man schon deutlich unter 200 Volt gehen, damit die Drehzahl tatsächlich etwas abnimmt.
Beim Asynchronmotor nimmt mit der Spannung die Kraft (Drehmoment) ab, nicht die Drehzahl.

VG Stefan
Zitieren


Gehe zu: