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Radiobasteln - Ein Kofferradio-Chassis als Vorlage für einen Transistor-KW-Empfänger
#1
Derzeit muss ich ja - wie ich bereits an anderer Stelle erwähnte - meine Lagerflächen räumen. Das Meiste ist schon verstaut oder entsorgt und vier Radios sind auch schon unter die Leute gekommen, was mich sehr freut, da diese Geräte somit nicht in die Tonne wandern mussten.
Jedenfalls fiel mir eine Kiste in die Hände, gefüllt mit Platinen und Radiofragmenten.
Darunter war auch das Innenleben eines mir zunächst nicht mehr bekannten Kofferradios, welches ich einst schlachtete. Bei Radiomuseum.Org wurde ich nach kurzer Suche fündig: Ich filterte alle Geräte mit TBA570 und AC187. So ließ sich der Kreis der Geräte ausreichend eingrenzen. Die Innereien stammen von einem Loewe T93 53224 https://www.radiomuseum.org/r/loewe_opta_t93_53224.html.

Nun habe ich schon seit langem den Wunsch, einen reinen Kurzwellenemfpänger aus Schlachtteilen aufzubauen. Da ich nicht in der Lage bin, selbst ein Gerät komplett vom weißen Blatt an zu entwerfen, beabsichtige ich, den Schaltplan eines bekannten Radios, von dem auch die wesentlichen Teile stammen sollen, auf reinen KW-Betrieb abzuspecken.
Anhand der übrig gebliebenen Schaltung möchte ich das Gerät dann aufbauen.

Zuerst habe ich mir die Schaltung des T93 besorgt.
   
Dann wurden alle Schaltkontakte im Plan auf KW-Position gezeichnet und bereits in der Luft hängende Schaltungszweige in grau ausgeblendet.
   
Danach wurde das Schaltbild in mehreren Stufen gestrafft und aufgeräumt
   
Das vorläufige Endresultat sieht nun so aus:
   

Nachdem der ganze FM-Teil weggefallen ist, ebenso die LW/MW-Kreise, sieht das Schaltbild schon viel übersichtlicher aus. Ob das Ganze dann auch stimmt, wird sich zeigen.

Als nächstes werde ich die Schaltung umsetzen. Vermutlich auf Kupferplatine. Ich könnte auch zuerst einmal die originale Platine verwenden und alle nicht benötigten Bauteile entfernen.

Sollte das alles hinhauen, möchte ich den Frequenzbereich auf 80m erweitern oder verschieben. Als letzter Schritt möchte ich einen BFO für SSB-Empfang nachrüsten.
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#2
Bei der Umsetzung ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen - man sollte natürlich nicht auf den ZF-Teil verzichten Big Grin
   
Allerdings blicke ich da nicht durch: F201 wird über einen Schaltkontakt überbrückt. Dieser soll nur bei UKW-offen sein.
So wie ich das sehe, wird aber damit die linke Spule von F201 kurzgeschlossen.
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#3
Ist im Original falsch gezeichnet, weil sonst bei UKW der UKW-ZF Kreis mit L201 kurzgeschlossen wäre.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#4
Die Schalterstellung ist im Originalschaltplan falsch eingezeichnet. Das kann man an der Benummerung der Kontakte erkennen. UKW- Taste ist gedrückt. Bei allen dazu gehörenden Umschaltern ist der Arbeitskontakt geschlossen, d.h. der Mittelkontakt ist mit dem nummernmäßig höheren Kontakt verbunden. Ist bei allen Umschaltern "U" so, außer eben diesem ominösen Schalter über dem AM- ZF- Filter, der mit 7-8-9 bezeichnet ist, und bei gedrückter UKW- Taste eine Brücke zwischen 8-9 bilden muß.
Da der Tastensatz mit zweireihigen Schiebern ausgestattet ist, gibt es einen zweiten Umschalter "U" mit den Zahlen 7-8-9, nämlich am IC Pin 14. Dort ist der Umschalter richtig eingezeichnet, eben zwischen 8-9.
Das FM-ZF- Filter kannst Du auch rauszeichnen. Die entsprechenden Anschlüsse sind dann miteinander zu verbinden.

Upps, Kalle war schneller, aber mit dem gleichen Fazit.

Nachtrag: Das Filter, dessen unteres Bein an den Pin 7 des IC geht, gehört zum FM- Ratiodetektor, kann also auch noch entfallen.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#5
Danke für die Hinweise Smile
Ich dachte mir das schon, aber als ungelernter Autodidakt zweifelt man in solchen Fällen gerne an der eigenen Erfahrung.
Dann werde ich den Plan entsprechend umzeichnen.
L201 bis 203 müssten dann auch überflüssig sein (sind im letzten Plan auch nicht mehr alle drin, bzw. nicht mehr deklariert).
Bleibt noch R201, bei dem könnte ich mir vorstellen, dass man den überbrücken kann.
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#6
Was mach ich aber nun mit Pin 7 des IC?
Sollte ich den offen lassen, sollte ich ihn mit Pin 6 verbinden

Ich habe im Datenblatt des TBA570 ein Schaltungsbeispiel eines "Low-cost 2-Band (SW-MW) AM portable receiver" gefunden.
Dort sind PIN 6 und 7 offen.
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#7
Wäre der Schalter richtig rum gezeichnet worden, würdest Du erkennen, dass auch der R201 bei AM überbrückt wird. Also raus damit und Brücke rein!
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#8
Hallo Wolfram.
Du hast recht, den R201 hatte ich bereits im derzeitigen, noch unveröffentlichten Plan, überbrückt.

Nachtrag:

Wenn die Pins 6 und 7 wirklich offen bleiben können, dann ist logischerweise auch R204 überflüssig.
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#9
Um den Pin7 vorsichtshalber mit Spannung (Pin6) zu versorgen, würde ich an Stelle des Kreises eine kleine UKW- Drossel (Festinduktivität) von ca. 10µH einsetzen.

Edit: Wenn du im Datenblatt gefunden hast, dass beide Pin's frei bleiben können, dann mache es so.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#10
Danke Wolfram. Smile
Ich werde den Plan entsprechend umzeichnen.
Aus dem Datenblatt habe ich mal besagtes Schaltbild und die Beschreibungen rausgezogen und stelle es hier ein.
Den Plan lade ich später hoch.

           
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#11
Hier noch das Blockschaltbild des TBA570
   
und hier der aktuelle Schaltplan.
   
Jetzt muss ich noch die NF auf modernere Bauteile umstricken. Für Tips wäre ich sehr dankbar Smile
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#12
Von den AC187/ AC188 habe ich noch ..zig ausgemessene Pärchen am Lager. Obwohl Germanium- Typen, sind die nicht die Schlechtesten. Besonders bei den geringen Betriebsspannungen sind die wegen der niedrigen Flußspannungen der B-E-Diode von 0,2V die erste Wahl.
Da kannst Du was kriegen, für lau.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#13
Danke für Dein Angebot. Auf der Platine sind ja auch noch welche drauf Smile
Ich wollte vielleicht eine externe Endstufe anschließen.
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#14
Inzwischen ist der HF-Teil so gut wie fertig aufgebaut. Nur noch der Drehko muss eingebaut werden.
Derzeit bin ich mit dem NF-Teil beschäftigt, den ich doch 1:1 vom Spenderradio übernehme.
Als Basis verwende ich doppelseitig kupferkaschierte Platten. Die Leiterbahnen schneide ich mit dem Skalpel oder fräse sie heraus.
Praktisch ist, wenn das Spendergerät ein Chassis mit beschrifteten Bauteilen hat. So kann ich Eins nach dem Andern auslöten und in die neue Schaltung integrieren...
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#15
Hallo,

gefällt mir das Vorhaben ! 2 kleine Anregungen:

- versuch doch einfach diese Manhattan-Style-technik, einfach die Teile mit Isolierinseln auf die Kupferfläche pappen, das kann z.T. besser aussehen, als gedruckte Schaltungen:

http://www.worldofindie.co.uk/?p=900  (rel weit unten ist die Variante, die mir am besten gefällt)

hier noch verbesserter link:

https://makezine.com/2011/09/01/manhatta...g-chassis/

Das ist auch viel zeitsparender, im Prinzip hat man nach gefühlten ca. 5min die erste funktionierende Transistorstufe auf der Platine

- zweiter Tipp: Mach doch das Bastelradio "modular" (weiß nicht, wie weit Du bist...), d.h. jeweils getrennt Eingangs- und Mischteil, ZF und NF-Teil, z.B. in Form von 3 kleinen Platinen, die dann auf einer größeren Montageplatte aufgesetzt sind (leicht wechselbar). Auf der großen Platine könnten dann die Stromversorgung und "untereinander-Verbinder" sein, der Anschluß der Baugruppe kann ja ruhig mit Drähten erfolgen, Steckkontakte sind zu viel Aufwand

So könnte man, wenn alles funktioniert, vielleicht auch einen diskreten ZF-Verstärker realisieren, das macht auch sehr viel Spaß ^^ 

Anregung, die ich aktuell auch auf der Liste hab:

https://frrl.wordpress.com/2009/01/22/lo...o-history/

rel. in der Mitte ist ein rel. einfacher Radioplan mit Transistoren zu finden, der sicher auch für ein KW-Eingangsteil geht, das wunderschöne ist auch der diskrete Gegentakt-NF-Vollverstärker...


Bin gespannt auf DEINE Lösung !

Gruß Ingo
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#16
Statt „Manhatten-Style“ mit extra auf die Platine zu klebenden „Pads“ hatten wir früher einen „Handfräser“ (zurechtgeschliffener, kleiner Schraubendreher), der rund um ein kleines Bohrloch und von diesem mittig gehalten eine „Lötinsel“ abgetrennt hat. Mit etwas Gefühl kann man auch auf das Bohrloch ganz verzichten, wenn der „Handfräser“ mittig eine Spitze zum Aufsetzen hat. Kann man dann sehr zügig mit arbeiten.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#17
So schön wie bei dem einen Link wird mein Aufbau nicht aussehen. Ich habe früher viel mit Streifenlochraster gebaut. Eigentlich mochte ich die nicht, weil man ständig überlegen muss, wann man wo welche Leiterbahn unterbricht und wie man von Bahn zu Bahn springend andere Bauteile umgehen kann.
Mit Lötpunktrasterplatinen arbeitete ich anfangs auch nicht gerne, bis ich mir dünnen versilberten Kupferdraht besorgt habe.
Fädeldraht ist auch eine schöne Sache.

Drahtigel habe ich auch hin und wieder gebaut, aber meist nur ganz einfache kleine Schaltungen. Größere Röhrenschaltungen - aber auch Transistorschaltungen - habe ich mit Drahtigel noch nicht viele gebaut. Inzwischen sind meine Erfahrungen aber gewachsen und so passiert es mir nicht mehr so häufig, dass ich an einem Bauteilpin ein viel zu kurzes Lötauge vorsehe und dann mit akrobatischen Kunstgriffen fünf Bauteile drauflöten muss.
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#18
Die Schaltung ist nun zu 90% aufgebaut.
Es fehlen noch Anschlusspunkte für Spannungsversorgung, Lautsprecher und Antenne, sowie Lautstärke-Poti und Drehko.
   
Aber nun ist erst einmal Nachtruhe angesagt... Smile
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#19
Hallo zusammen !

Wo ist denn hier der "gefällt mir Button" ?
ich mach das jetzt mal so:  Thumbs_up
Eine schöne Anregung zum Nachbauen,
habe hier noch TCA440, TBA120, S041, S042....
Aber z.Zt. viel zu wenig Zeit dafür, schnief Confused

Gruß,
RE 084
RE 084 heisst Hans und kommt aus 41844 Wegberg
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#20
...mir gefällt der Aufbau auch sehr ! So gehts natürlich auch super !

Gruß Ingo
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